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Normale Version: Trauer - wenn man einen guten freund verliert
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Trauer um eine Freundin

Es ist Nacht. Alles ist ruhig und friedlich, und hier, in meinem weichen Bett, unter die Decke gekuschelt, liege ich und versuche verzweifelt, mich gegen das aufwachen zu wehren. Denn nur im Schlaf, wenn ich träume, kann ich dem kalten, rauen Alltag entfliehen. Nur in meinen Träumen ist die Welt noch in Ordnung, den hier habe ich meine eigene, kleine, heile Welt. In meinen Träumen ist die Welt noch in Ordnung.

Doch irgendwann wache ich auf. Dann liege ich in meinem Bett, unfähig, mich zu bewegen. Ich liege da, starre an die Decke, und die Wirklichkeit trifft mich wie ein Faustschlag. Mitten ins Gesicht. Immer und immer wieder erinnere ich mich daran, was vor nicht ganz elf Monaten passiert ist. Ich kann es nicht vergessen, es lässt mir keine Ruhe.

Ich lag wie jetzt in meinem Bett. Es war 2.15 Uhr. Da läutete das Telefon und riss mich aus dem Schlaf. Ich stand auf und wankte zum Telefon. *Welcher Verrückte ruft mich den um diese Uhrzeit noch an*, dachte ich mir. Endlich hatte ich das Telefon erreicht, nahm ab. Am anderen Ende der Leitung meldete sich eine Frauenstimme. „Es tut mir leid, ihnen sagen zu müssen, das ihre Frau einen tödlichen Autounfall hatte.“ „Was?“ Zuerst bekam ich gar nicht mit, was die Frau da redete. Ich konnte, nein, ich wollte es nicht glauben. Ich legte auf, ohne ein weiteres Wort zu sagen. Wie in Trance zog ich mich an, nahm meine Autoschlüssel, setzte mich in meinen Truck und fuhr los, ins Krankenhaus, nach Hartford. Dort angekommen, konnte ich nur meinen Namen stammeln, und eine Schwester brachte mich zu ihr. Da lag sie, in einem Zimmer, hatte einen weißen Krankenhauskittel an. Sie lag ganz ruhig da, die Augen geschlossen, als würde sie schlafen. Sie sah sehr blass aus. Ich trat näher heran. Dann sah ich die Verletzungen. Ich ging auf sie zu, wollte ihre Hand halten, sie aufwecken. Doch als ich sie berührte, war sie ganz kalt. Ich zuckte zurück. Die Wärme des Lebens war aus ihrem Körper gewichen. Ich drehte mich um und rannte aus dem Zimmer. *Ich muss Rory anrufen*, dachte ich nur mehr. Doch das war nicht mehr nötig, den also ich mich gerade auf die Suche nach einem Telefon machen wollte, kam sie mir entgegen gelaufen, Jess dicht hinter ihr. Sie sah mich an, doch ich sah weg. Sie lief an mir vorbei, ins das Zimmer, zu ihrer Mutter. Jess kam zu mir, aber ich schüttelte nur den Kopf und deutete ihm, dass er zu Rory gehen sollte. Er verstand und ging. Ich setzte mich auf einen der Stühle, die in dem Gang standen. Wie lange ich dort gesessen habe, weis ich nicht mehr. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Plötzlich merkte ich, das jemand vor mir stand. Es waren Jess und Rory. Sie redeten mit mir, aber ich verstand sie nicht. Langsam stand ich auf und ging auf das Zimmer zu. Hinter mir setzten sich Rory und Jess auf die Stühle. Dann stand ich in der Tür des Zimmers. Langsam ging ich auf Lorelai zu. Ich setzte mich neben sie, nahm vorsichtig ihre Hand in meine, sah sie an. Dann legte ich meinen Kopf auf ihre Brust und fing an zu weinen. Ich war unfähig, auch nur ein Wort zu sagen. War unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Ich lag da, neben der Frau, mit der ich mein Leben verbringen wollte. Die ich geliebt habe, wie noch keinen Menschen zuvor. Und jetzt hatte sie mich alleine gelassen. Wie lange ich neben ihr gesessen habe, weis ich nicht mehr. Irgendwann kam dann Jess zu mir, um mich und Rory nach Hause zu bringen. Ich kam mit ihnen mit, zu Lorelais Haus. Noch immer konnte ich nicht begreifen, was passiert war. Jeden Moment rechnete ich damit, das Lorelai zur Tür hereinkommen würde. Aber sie kam nicht. Sie würde nie mehr kommen. Und langsam, ganz langsam, begann zumindest ein Teil von mir zu begreifen, das ich sie für immer verloren hatte. Nie mehr würde ich in ihre blauen Augen sehen, nie mehr ihre Stimme hören, nie mehr ihren Körper fühlen, ihre Nähe, ihre Wärme.

Die nächste Woche war für Rory und mich die Hölle. Jess organisierte das Begräbnis. Den weder Rory noch ich wären dazu in der Lage gewesen. Wir zogen uns beide zurück. Aber noch immer konnte ich nicht ganz begreifen, was geschehen war. Mein Kopf hatte die Tatsachen akzeptiert, aber mein Herz konnte das einfach nicht. Es wollte nicht.

Eine Woche nach dieser schrecklichen Nachricht war das Begräbnis. Ich wollte stark sein, für Rory. Aber ich konnte nicht. Als ich vor dem Sarg stand, brach ich zusammen. Ich konnte den Anblick nicht ertragen, ich konnte den Gedanken nicht ertragen, das sie jetzt dort drinnen lag, alleine, kalt, obwohl ich vor einer Woche noch mit ihr gesprochen hatte. Dann kam der Pfarrer, er hielt eine Ansprache. Was er sagte, bekam ich nicht mit. Es war, als wäre das alles ganz weit weg, als würde ich alles durch einen grauen Schleier hindurch beobachten. Auch die anderen aus der Stadt, die gekommen waren, nahm ich nicht war. Nur Rory, die neben mir saß, ihre Hand in meiner. Und als sie dann den Sarg fort trugen, wurde auch meinem Herzen klar, was es so lange einfach nicht wahrhaben wollte: Sie war fort, würde nie mehr zurückkommen.

Von diesem Tag an war mein Leben vollkommen verändert. Es war leer. Ich war in ein tiefes, schwarzes Loch gefallen, aus dem ich nicht mehr heraus konnte. Und keiner konnte mir helfen, keiner konnte mich erreichen. Ich war noch nie an ihrem Grab. Ich könnte es nicht ertragen, vor dem kalten, grauen Stein zu stehen, der ihren Namen trägt. Vor dem Stein, der gleich grau und kalt ist wie alles in mir……

Doch das Leben geht weiter, auch wenn man es nicht wahr haben will. Die Erde dreht sich trotzdem weiter. Die Sonne geht auf und wieder unter. Sie weis ja nicht, wie ich mich fühle. Weis nicht, das die Welt für mich an diesem Tag aufgehört hat, sich zu drehen. Das die Sonne für mich nicht mehr scheint.

Aber ich finde keine Ruhe. Also wage ich den Schritt. Elf Monate danach. Den Schritt an ihr Grab. Langsam gehe ich darauf zu, knie mich vor dem Stein nieder. Starre ich ihn einfach nur an. Ich habe einen Strauß mit gelben Margeriten dabei, ich lege ihn davor. Dann rede ich mit ihr. Erzähle ihr, wie es mir geht, wie sehr ich sie immer noch liebe, wie sehr sie mir fehlt. Und während ich rede, spüre ich, wie ich innerlich ruhiger werde. Es ist, als ob sie mir zu verstehen gibt, das alles in Ordnung ist. Das sie das alles weis. Denn obwohl sie tot ist, ist sie immer noch bei mir. Jeden Tag. Dann verabschiede ich mich von ihr. Denn jetzt weis ich, das sie auf mich warten wird. Und bis zu dem Tag, an dem wir uns wieder sehen, wird sie immer für mich da sein. Sie wird in meinem Herzen weiterleben und über mich wachen. Jeden Tag. Egal wo ich bin.

Langsam komme ich wieder aus meinem dunklen Loch heraus. Langsam lerne ich, mit dem Schmerz umzugehen, mit der Leere in meinem Herzen zu leben. Langsam, ganz langsam. Nicht nur für mich, auch für Rory. Ihr ging es nicht anders als mir. Wie den auch? Ich muss mich um sie kümmern, für sie da sein. Und die Welt beginnt sich auch für mich wieder zu drehen. Die Sonne scheint nun auch wieder für mich.

Das Leben geht weiter wie früher, und doch ist alles ganz anders.


freu mich über jede menge fb!!!!!!!!!!
Ansich eine schöne FF. Wirklich, wenn sie nur nicht so traurig wäre:heul: . Hätte fast geweint.

Wie ich sehe bin ich die erste *g*.

Aber wenn du in deinem titel vielleicht Java junkie oder literati reinschreibst, bekommst du noch mehr FF, ganz bestimmt Wink

greezer lionySmile
hey!

der erste teil war wirklich schön, wenn auch sehr traurig...

aber du hast schön formuliert und nicht zu viele worte verschwendet.

also war ein prima teil!! Wink

lg, kiwi
ich weiß nicht was ich sagen/schreiben soll..... das war die erste ff bei der ich wirklich geheult hab!
Super traurig und super gut! Wirklich!
ist es n one-shot oder ne mehrteilige ff??

aber nun zum fb: WOW!! ich musste echt stark mit den tränen kämpfen. und mir sind dabei zwei musiktitel von farin u. eingefallen, einmal "OK" und dann noch "Sonne". ich weiß nicht, irgendwie kamen sie mir in den sinn...
aber echt... supertoll geschrieben!! Top
freut mich das es euch gefällt!! Smile

war eigentlich als one-shot gedacht, aber da ichs ja eignentlich nicht richtig beendet hab, schreib ich vielleicht weiter, mal schauen.
ich find schon, dass es richtig beendet wurde . halt offen, wie es bei shortstories meist so is Wink
man die ff ist der Hammer, mir kugeln noch immer die Tränen übers Gesicht, das schaffen nicht alle die soche ff´s schreiben, du bist klasse lg jutschie
huhu
also deine ff is echt mal total traurig!
wirklich...aba ich würd gern wissen wies weitergeht Smile
also schreib bitte bitte weiter
samaire
eine traurige geschichte zu traurig,aber echt gut geschrieben!