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Titel: Moments
Autor: Sony3/Tina
Genre: Allgemein/Romance/Family
Pairing: Future LIT/JJ/Family
Raiting: PG13
Disclaimer: Adrian ist mein. Robin ist mein. In den späteren Kapitel sind Christina, Joshua und Alexis noch mein. Aber sonst gehört mir nix. Gar nix. Und ich verdiene auch kein Geld. Das hier tu ich zu meinem Vergnügen und in meiner Freizeit.
Sonstige Bemerkungen/Spoilerwarnung: Einer meiner ersten FF's, die ich je geschrieben habe. Das war gerade mitten in Staffel drei, wenn mich nicht alles täuscht. Alles was in Gilmore Girls später passiert ist, ist für die FF nicht relevant. Besonders, weil ich sowieso einiges daran geändert habe, damit alles seine Ordnung hat. Smile
Moments ist im Grunde keine direkt zusammenhängende Geschichte. Es stimmt schon, es läuft alles zeitlich der Reihe nach, aber zwischen den einzelnen Kapitel können lange Zeiten vergehen, in denen die Charaktere zwar etwas erlebt haben, aber die nicht gesondert beschrieben werden. Im Grunde werden nur gewisse Momente aus dem Leben der beiden Gilmore Girls herausgenommen.
Diese FF umfasst 15 Kapitel, wobei man jedes Kapitel irgendwie als einzelne Geschichte betrachten kann und doch im Zusammenhang mit den anderen Kapiteln stehen.
Genug geredet. Viel Spaß! Und Feedback macht glücklich.
Alles Liebe,
Tina Smile

Moments
Sind es nicht einzelne Momente, die ein Leben erst lebenswert machen?


1. Kapitel - Feierlichkeiten

Sie war dreiundzwanzig Jahre alt und hatte wahrscheinlich schon mehr erlebt als so manche anderen.

Mit sechzehn war ihre Mutter schwanger geworden. Damals war es eine Katastrophe, der – anscheinend – endgültige Bruch zwischen ihren Großeltern und ihrer Mutter. Heute war es das größte Glück, was ihr jemals passieren konnte, sagte sie zumindest.

Als sie selber sechzehn wurde tauchte er zum ersten Mal auf. Auch wenn sie es damals abgestritten hatte: Es war Liebe auf den ersten Blick. Selbst als sie sich geküsst hatten, wollte sie es immer noch nicht einsehen. Doch irgendwann stellte er sie vor die Wahl. Und sie gestand sich ein, dass sie sich nicht länger selber etwas vormachen konnte. Sie liebte ihn.

Ihre Mutter war schockiert. Besonders, weil sie sich nie mit ihm verstanden hatte. Doch, als die Zeit verging, konnte sie sich mit der Beziehung ihrer Tochter dennoch anfreunden. Besser noch: Sie fand es großartig.

Und dann traf es ihre Mutter selber. Als sie beinahe achtzehn war, bemerkte ihre Frau Mama endlich den alten Freund. Den Vertrauten. Den eigentlichen Geliebten. Jenen, der immer für sie da war, der sie niemals im Stich ließ. Und es traf sie wie ein Vorschlaghammer: All die Jahre war die Liebe ihres Lebens direkt vor ihr gewesen. Und sie hatte es nicht gesehen. Doch das änderte sich.

Zwei Wochen nach ihrem High-School-Abschluss fand die Hochzeit ihrer Mutter statt. Es war ein großes Fest, erfüllt mit Glück und Liebe und Freude. Und ein halbes Jahr später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt. Niemals zuvor hatte sie ein schöneres Kind gesehen. Und das Glück schien perfekt.

Jetzt – vier Jahre später – war sie auf ihrer nächsten Abschlussfeier. Yale war beendet. Es waren vier harte, anstrengende Jahre gewesen. Doch sie war niemals alleine.

Rory saß inmitten der Absolventen, neben ihr Paris, und lauschte den Worten des Dekans. Ihr Blick schweifte durch das Publikum. Dort saßen sie. Alle, die sie liebte.

Lorelai, ihre Mutter – mit ihrem noch nicht erkennbaren 3-Monate-Babybauch – strahlte ihr entgegen, neben ihr Luke und Rorys kleiner Bruder Adrian. Mit seinen dreieinhalb Jahren war er schon ziemlich clever.

Rorys Blick schweifte weiter. Sie entdeckte ihre Großeltern, Richard und Emily, die ihr mit feuchten Augen entgegensahen. Daneben Lane, die ihr freudig zuwinkte. Sookie und Jackson, zusammen mit ihren beiden Kindern, dem beinahe vierjährigen Davie und dem zweijährigen Robin. Ihr Dad mit Sherry und Georgia.

Sie freute sich so sehr, dass sie alle da waren. Doch am längsten blieb ihr Blick an ihm haften. Es bedeutete ihr am meisten, dass er hier war. Heute. An diesem wirklich wichtigen Tag. Auf seinem Gesicht lag dieses spezielle Grinsen. Jenes, welches für sie reserviert war. Sie konnte nicht anders: Sie lächelte zurück. Er bewegte seine Lippen. Und auch ohne dass sie ihn hören konnte, wusste sie, was er zu ihr sagte.

Auch ihre Lippen formten ein tonloses „Ich liebe dich“ in seine Richtung, als auch schon ihr Name aufgerufen wurde.

„Lorelai Leigh Gilmore. Magistra des politischen Journalismus. Magistra der Literatur“, verkündete der Dekan und sie erhob sich. Mit einem breiten Lächeln ging sie auf ihn zu und nahm ihr Diplom entgegen. Als sie dem Vorsitzenden von Yale die Hand schüttelte, konnte sie genau hören, wie ihr aus dem Publikum eine gewisse Person lauthals ihre Glückwünsche zurief und im Moment darauf eine zweite Stimme die erste entsetzt unterbrach.

Lorelai würde sich wahrscheinlich nie ändern. Sie würde ihr ganzes Leben lang jede mögliche Chance ergreifen um Emily Gilmore ärgern zu können.

~*~*~*~*~

Sie war sich sicher, dass es niemanden auffallen würde, wenn sie sich etwas früher als die andern heimlich von der Party schlich. So sehr sie sich darüber freute, dass alle, die ihr am Herzen lagen, kommen konnten, wollte sie dennoch jetzt etwas Zeit nur mit ihm.

Er saß auf den Verandastufen des Hauses, in dem sie aufgewachsen war. Sie sah, dass er versucht hatte, sein Haar etwas zu bändigen. Doch das war unmöglich. Und sie war froh darüber.

Seine eigene Abschlussfeier hatte eine Woche vorher stattgefunden. Sie war so stolz auf ihn gewesen. Sie war noch immer stolz auf ihn.

Zwischen seinen Fingern steckte eine Zigarette von der er ab und zu einen Zug nahm. Den blauen Rauch ließ er danach genüsslich wieder aus seinem Mund strömen.

„Gib es zu! Du hast nie ernstlich versucht es aufzugeben“, lächelte sie, während sie sich neben ihn setzte, so dicht, dass seine Schulter an ihrer Schulter lag. Sein Knie an ihrem.

Er drehte den Kopf und blickte sie mit einem verschmitzten Grinsen an.

„Aufgeregt?“, wollte er wissen.

„Warum?“, versuchte sie zu erfahren, „Wegen unserer Fahrt nach Kalifornien?“

Er schüttelt den Kopf. Da wusste sie, was er meinte. Und sie lächelte.

„Bist du es?“, stellte sie ihm, an Stelle einer Antwort, die Gegenfrage.

Er zuckte mit den Schultern. Das brachte sie dazu, dass ihr Lächeln noch breiter wurde. Denn ein Schulterzucken von ihm hieß soviel wie ein „Ja“.

„Natürlich bin ich aufgeregt. Aber positiv aufgeregt. Ich kann es kaum erwarten mit dir zusammen zu leben.“ Und sie strahlte ihn an.

Er hob grinsend den Arm und legte ihn um ihre Schulter. Dann drückte er ihr einen Kuss auf die Schläfe und zog sie enger an sich. Mit einem Seufzer ließ sie ihren Kopf auf seine Schulter sinken und kuschelte sich an ihn. Für einige Minuten kehrte eine Stille zwischen ihnen ein. Es waren nur die Geräusche aus dem Inneren des Hauses zu hören.

„Jess?“, brach sie schließlich das Schweigen.

„Hm?“, erwiderte er.

„Wollen wir von hier verschwinden? Ich würde jetzt gerne mit dir alleine sein.“

Er sah sie überrascht und gleichzeitig breit grinsend an.

„Habe ich gerade richtig gehört? Rory Gilmore will von ihrer eigenen Party verschwinden?“, er legte seine Hand auf ihre Stirn und schüttelte leicht den Kopf, „Nein. Fieber hast du nicht. Fehlt dir sonst irgendetwas?“

Sie lachte leicht und stieß seine Hand sanft mit ihrer eigenen weg. Doch bevor sie eine Antwort geben konnte lag schon sein Mund auf ihrem.

Überrascht von dieser Aktion, dauerte es einige Momente bis Rory darauf reagierte. Schließlich schlang sie die Arme um ihn und ließ sich mit einem glücklichen Seufzen an seinen Lippen tiefer in seine Arme sinken.

„MOM! RORY UND JESS MACHEN ES SCHON WIEDER!“, ertönte es nur Sekunden darauf hinter ihnen. Verwundert unterbrachen sie den Kuss und drehten ihre Köpfe der Person zu, die gerade ins Innere des Hauses gerufen hatte.

„Perfektes Timing, Budhead“, murmelte Jess, doch auf seinem Gesicht lag ein Grinsen.

Auch wenn er es nicht zugab: Adrian war Jess’ Liebling. Er hatte einen Narren an ihm gefressen. Nichts, was er dem Jungen ausschlagen konnte. Rory war immer wieder erstaunt, wie geduldig Jess mit ihrem kleinen Bruder war. Was er ihm alles durchgehen ließ. Was er alles für den Kleinen tat. Manchmal sogar zuviel. Doch wenn man ihm das dann sagte, dann winkte er nur ab und meinte, das würde gar nicht stimmen.

„Wolltet ihr beiden schon wieder einfach von der Party verschwinden?“, erklang Lorelais amüsierte Stimme. Gleichzeitig trat sie durch die Hintertür auf die Veranda. Jess überdrehte die Augen und Rory kicherte etwas.

Das Eheleben kam ihrer Mutter gut, fand Rory. Luke und sie waren jetzt vier Jahre verheiratet. Und sie hatte Lorelai nie glücklicher gesehen. Es ging ein Strahlen von ihr aus, wie niemals zuvor.

„Jess! Willst du mir mein kleines Mädchen heute wirklich einfach so wegnehmen? Genügt es dir nicht, dass ihr in vierundzwanzig Stunden in eurer neuen Wohnung sitzt und du mit ihr genug Zeit zu zweit hast während sie mich hier ganz alleine und einsam zurücklässt?“, jammerte sie gespielt melodramatisch und tat so, als würde sie sich einige Tränen aus den Augenwinkeln wischen.

Rory lachte und schüttelte dabei leicht den Kopf.

„Alleine und einsam? Ich wusste, dass Luke nicht gerade der Meister im Gesellschaft leisten ist, aber dass es so schlimm ist, hätte ich mir nicht gedacht“, erwiderte der junge Mann gelassen.

„Böser Jess! Böser, böser Jess! Wenn er so weiter redet, dann bekommt er heute keine Mini-Muffins mehr!“, schimpfte Lorelai amüsiert.

„Oh! Ich bin zutiefst getroffen!“, gab Jess sarkastisch zurück.

In diesem Moment stürmte Adrian auf das Paar auf den Verandastufen zu und warf sich Jess um den Hals.

„Zeigst du mir noch Mal wie ich machen muss, damit Dad total ausrastet?“, wollte er strahlend von ihm wissen. Jess grinste und stand – zusammen mit Rory – von den Stufen auf.

Adrian jubelte und lief voraus wieder ins Haus. Jess schüttelte leicht den Kopf, beugte sich nochmals zu Rory und gab ihr einen schnellen Kuss. Danach verschwand er hinter dem kleinen Jungen wieder im Haus.

Lorelai und Rory blickten den beiden nach.

„Ich glaube, er würde von der nächsten Brücke springen, wenn Adrian ihn darum bitten würde“, kommentierte die Ältere der beiden lächelnd das soeben Stattgefundene.

„Er ist eben total in ihn vernarrt. Auch wenn er es nie zugeben würde“, gab Rory schulterzuckend zurück.

„Adrian ist nicht das Einzige, worin Jess vernarrt ist!“, grinste Lorelai und zwinkerte ihrer Tochter zu. Diese errötete leicht. Danach war es für einige Momente still. Schließlich legte Lorelai den Arm um ihre Erstgeborene und zwang sie, sich wieder zusammen mit ihr auf die Verandastufen zu setzen.

„Glaubst du, er wird fragen?“

Rory zuckte mit den Schultern und beobachtete ein Blatt, das von einem Baum auf die Straße gefallen war.

„Hoffst du, er wird fragen?“

Die junge Frau lächelte und blickte nun auf ihre Mutter. Dann nickte sie zögerlich.

Lorelai lächelte ebenfalls und drückte ihre Tochter enger an sich. Für einige Momente blieben sie wieder schweigend sitzen.

Da ertönte plötzlich ein wütender Ausruf aus dem Inneren des Gilmore-Danes-Hauses.

„JESS! WIE OFT MUSS ICH DIR NOCH SAGEN, DASS DU ADRIAN NICHT SO UNMÖGLICHE DINGE ZEIGEN SOLLST, WIE MIT SEINER SPARDOSE DURCH DIE RUNDE ZU GEHEN UND LEUTE UM GELD ZU BITTEN?!"


TBC

Hey, hab eben deine FF entdeckt und hab gleich mal los gelesen.
Der Anfang ist wirklich super, man kann sich alles richtig gut vorstellen.
Die Parings sind für mich als Lit natürlich einmalig und ich hoffe Rory und Jess bleiben so glücklich wie jetzt.
Doch auch Luke und Lorelai zusammen lässt mein Herz aufgehen und das sie sogar verheiratet und Kinder haben, ist echt schön.
Adrian find ich richtig niedlig und das Jess so vernahrt in ihn ist, ist wirklich zu toll.

Also den Anfang find ich gelungen und ich bin gespannt wie es mit der FF weiter geht.
Poste schnell weiter.

Liebe GrüßeSmile
Bin gespannt wies weiter geht. Also eine Lit, hmm der Anfang ist super freuh mich auf mehr. ^^

GGLG

mybom

Bye
Hey Smile
Ich hab gerade deine FF entdeckt. Der Anfang gefällt mir auf jeden Fall schon mal sehr gut. Freu mich auf mehr Wink
Lg Nathalie
Bis jetzt sehr schöne FF! Jess und Rory sind zusammen, sehr gut, ich finde, er passt besser zu ihr als Logan. Und Luke und Lorelai verheiratet mit Kind - was könnt's Schöneres geben!!! Der Name Adrian gefällt mir übrigens sehr gut.
Du hast einen sehr schönen Schreibstil, machst keine Rechtschreibfehler (ich hab zumindest keine gefunden), viele Absätze, so dass es sich gut lesen lässt... ich hab tatsächlich nichts zu meckern! Smile

Mach so weiter und du wirst mich auf jeden Fall als treue Leserin gewinnen! Big Grin

Sindy85

Big Grin Ich bin schon von deinem Virus infiziert!! Wink

Das fängt schon mal sehr gut an, endlich mal wieder eine Lit. Story! Smile Weiter so, ich bleibe dran!!

Liebe Grüße Sindy Big Grin
Story-Infos/Disclaimer siehe 1. Beitrag.

A/N:
:freuu:Ich freu mich riiiiiiiiiiiiesig, dass euch die Geschichte bis jetzt gefällt. Das ist das schönste Lob, dass ein Autor bekommen kann. Heart

Mein größter Danke geht natürlich an meine lieben Kommentarschreiber:

Mariano Girl, mybom, Nathi 4545, HollowStar und Sindy85

Ihr seid super! Herzlichen Dank euch! :freu:

Natürlich hoff ich, dass es euch auch dieses Mal wieder gefällt. Und: Feedback ist Liebe! Und wer ist nicht gerne verliebt? Wink

xoxo,
Tina

~*~*~*~*~


Moments
Sind es nicht einzelne Momente, die ein Leben erst lebenswert machen?


2. Kapitel - New Yorker Nächte

Die Tür fiel ins Schloss. Und mit dem Klicken des Schlosses entfuhr der Person, welche gerade eingetreten war, gleichzeitig ein Seufzer.

Es war ein harter Tag gewesen. Wieder Unmengen an Arbeit. Der Schreibtisch war voller Papiere gewesen. Und noch dazu hatte es frisch geschneit.

In der Küche wurde gearbeitet. Das konnte man hören. Aber es war verwunderlich. An und für sich wurde in der Küche nicht gearbeitet. Zumindest nicht, wenn er nicht selber darin arbeitete.

Er warf den Schlüssel in den dafür vorgesehenen Korb auf der Kommode. Seine Tasche mit den Papieren, die er noch bearbeiten wollte, stellte er zur Seite. Die Schuhe kickte er von den Füßen und achtete gar nicht darauf wo sie landeten. Dann ging er in die Küche.

Sie stand hinterm Herd. Er schloss für Sekunden die Augen und öffnete sie dann wieder. Doch an dem Bild hatte sich nichts geändert. SIE stand hinterm Herd.

„Was machst du da?“, entkam es ihm überrascht.

„Ist das die neueste Begrüßungsart?“, kam es sofort zurück.

„Und nochmals: Was machst du da?“, wiederholte er, ohne auf ihre Frage einzugehen.

„Wonach sieht es denn aus? Ich koche“, gab sie sachlich zurück.

Er lachte. Es war kein boshaftes Lachen. Es war eines, das von Herzen kam.

„Aber, Baby … du kannst doch gar nicht kochen“, schmunzelte er und trat näher an sie heran, sodass er ihr über die Schulter sehen und beobachten konnte, was sie machte.

Sie lächelte nur leicht und arbeitete weiter.

Zwei Sekunden darauf ertönte ein leiser Fluch von ihr. Er war es nicht gewöhnt, dass sie fluchte. Sie fluchte nie. Na ja … fast nie. Etwas hatte er eben doch auf sie abgefärbt.

Jess wusste genau, warum sie in diesem Moment geflucht hatte. Er nahm Rory das Messer ab und nahm ihre Hand in seine. Dann führte er sie zur Spüle, drehte den Wasserhahn auf und hielt den blutenden Finger darunter. Nach wenigen Momenten holte er diesen wieder hervor und gab ihr ein Stück Küchenrolle, damit sie es auf die kleine Wunde drücken konnte. Danach suchte er in der Medizinschublade nach einem Pflaster. Kaum gefunden, klebte es schon auf ihrem Finger.

„Danke“, lächelte sie, sprach aber sofort weiter, „Bekomm ich jetzt meine wirkliche Begrüßung?“

Er schlang die Arme um sie und drückte sie an sich. Dann schloss er die Augen und rieb leicht seine Nase an ihrer.

Sie lächelte breiter und genoss seine Umarmung. Die Wärme, die von ihm ausging. Seine Hände auf ihrem Rücken. Seine Nasenspitze an ihrer.

„Aber so küssen sich doch nur die Eskimos!“, protestierte sie gespielt.

Er öffnete die Augen wieder und sah sie an. Es lag ein Glühen darin. Ein Glitzern. Sie fand das so spannend, konnten diese Augen doch gleichermaßen vor Zorn als auch vor Leidenschaft so glühen. Doch sie war sich sicher, dass im Moment das Zweitere der Fall war.

„Wenn es dir nicht gefällt, dann kannst du auch gerne gehen“, gab er zurück, ließ sie aber nicht los.

„Und was ist, wenn ich einfach die Sitten anderer Völker bevorzuge?“

„Welche Völker?“

„Italiener sollen sehr rassig sein.“

„Test, gefällig?“

Auf diese Frage konnte sie keine Antwort mehr geben.

~*~*~*~*~

„Mom ist sich sicher, dass es nächste Woche so weit sein wird. Sie sagt, sie schmeckt es am Kaffee. Wahrscheinlich ist ihr einfach immer noch nicht aufgefallen, dass Luke ihr heimlich entkoffeinierten Kaffee zu trinken gibt und nimmt daher an etwas zu schmecken. Seit vier Wochen glaubt sie jetzt schon, dass es jeden Moment so weit sein könnte. Sie macht Luke und Adrian damit vollkommen verrückt“, erzählte Rory während sie auf dem Bett lag und in einem Buch las. Auf ihrer Nase saß die Brille etwas schief. Seit einigen Wochen musste sie zum Lesen eine solche tragen. Vorher hatte sie sich gewehrt. Brille? Sie? Unmöglich! Als ihr nichts mehr anderes übrig blieb, hatte sie seufzend das bestaussehende Modell genommen. Und die Brille stand ihr nicht einmal schlecht. Jess hatte das vor einigen Minuten mit einem leichten Schmunzeln bemerkt. Rory anscheinend nicht.

Er saß direkt neben ihr, seinen Laptop auf dem Schoß, und arbeitete sich durch einige Papiere. Er war müde, musste aber unbedingt noch fertig werden. Rory wollte ihm Gesellschaft leisten und nicht eher schlafen gehen als er fertig war. Er hielt es für verrückt. Sie für romantisch.

„Soll das heißen, dass wir dieses Wochenende wieder nach Stars Hollow fahren, nur weil deine Mutter schon wieder glaubt, dass jeden Augenblick das Baby kommen könnte?“, versuchte er zu erfahren, während er kurz die Arbeit unterbrach und seine Freundin neben sich ansah.

Ohne den Blick ebenfalls auf ihn zu richten, las sie ungerührt weiter und nickte nur abwesend.

Jess überdrehte die Augen einmal und ließ einen Seufzer los. Das brachte sie dann doch dazu ihre Konzentration vom Buch zu nehmen und auf ihn zu richten. Bei seinem leicht gequälten Ausdruck auf dem Gesicht musste sie lächeln. Sie nahm die Brille von der Nase, legte diese, zusammen mit dem Buch, bei Seite und drehte sich ihm zu. Den Kopf stützte sie auf ihre Hand.

„Ich bin dir auch etwas schuldig“, erklärte sie. Jess arbeitete weiter, den Blick starr auf den Bildschirm gerichtet. Während er etwas eintippte erkundigte er sich: „Und was?“

Rorys folgenden Gesichtsausdruck konnte man schon beinahe als teuflisch bezeichnen.

„Leg den Laptop bei Seite und ich zeig es dir“, ließ sie in verführerischem Ton verlauten.

Er sah überrascht auf und erblickte den verruchten Ausdruck auf ihrem Gesicht. Er hielt zwar inne, zeigte aber kein Anzeichen dafür, dass er seine Arbeit bei Seite legen wollte.

„Ich muss diese Papiere bis morgen durchgearbeitet haben, Rory. Könnte sein, dass ich mich sonst im Gerichtssaal unmöglich aufführe. Und in der Kanzlei wären sie sicher auch nicht begeistert, wenn ich mich bis auf die Knochen blamieren würde. Also … so verlockend dein Angebot auch ist, Baby – und das ist es – ich muss weiterarbeiten“, erklärte er und musste sich bemühen, damit seine Stimme dabei nicht brüchig oder heiser klang.

„Nein, nein, nein, Jess! Leg den Laptop bei Seite! Gleich!“, grinste sie und krabbelte langsam näher.

Jess sah sie an. Sah, wie sie sich abwesend mit ihrer Zunge über die Oberlippe fuhr. Sah das Aufglühen in ihren blauen Augen. Und musste unwillkürlich schlucken.

Oh, diese Augen! Diese Augen würden ihn noch einmal um den Verstand bringen. Und sie wusste es nicht einmal. Sie hatte nicht die geringste Ahnung, dass sie ihn so weit bringen könnte von einer Brücke zu springen, wenn sie nur einmal die Augen aufschlug und sich nochmals mit der Zunge über die Unterlippe fuhr, so wie sie es gerade getan hatte.

Jetzt machte sich auch auf seinem Gesicht ein Grinsen breit. Er klappte den Laptop mit einer Hand zu und stellte ihn gleichzeitig mit der anderen bei Seite.

Die Sekunde darauf saß sie auf seinem Schoß und schloss ihre Arme um seinen Hals. Er strich mit seinen Händen ihren Rücken hinunter, bekam den Saum ihres T-Shirts zu fassen und fuhr die Sekunde darauf mit seinen Händen unter diesem ihren nackten Rücken wieder hoch.

„Okay“, flüsterte er an ihren Lippen, „Du hast gewonnen.“

Sie lachte leise auf und meinte: „Ich liebe es zu gewinnen“, bevor sie ihren Mund auf seinen drückte und sich gerne gefallen ließ, dass er sie auf ihren Rücken drückte, sodass er über ihr lag. Die Sekunde darauf suchte er mit seinen Lippen nach seinem Lieblingspunkt an ihrem Hals. Das ihr das sehr gut gefiel bestätigte sie ihm mit einem genüsslichen Seufzer.

Dann klingelte das Telefon am Nachttisch. Sie ignorierten es.

Dann schaltete sich der Anrufbeantworter an. Auch das ignorierten sie noch.

Man konnte ein kurzes Kichern von Rory vernehmen, welches sofort wieder in einen genießerischen Laut überging.

Und dann begann jemand zu sprechen. Und sie ignorierten es nicht mehr.

„Äh … Rory … Jess … hier ist Luke … äh … Hartford Memorial … äh ja …“

~*~*~*~*~

Beide rasten durch den Eingang des Hartford Memorial.

Rory stürmte auf den Empfangsschalter zu. Ihr Atem ging schnell und sie musste einige Male nach Luft schnappen, bevor sie zu sprechen beginnen konnte.

„Mom … äh … ich meine … Lorelai … Lorelai Gilmore … äh … Danes … also …“, stotterte sie aufgeregt.

„Lorelai Danes. Sie bekommt ein Kind“, half Jess weiter. Rory blickte ihn kurz an und lächelte.

Im Moment darauf erklang ein lauter Schrei und der Fluch einer Frau.

„LUKE!!! ICH BRING DICH UM WENN IHR HIER RAUSKOMME! DIESE SCHMERZEN!“

Im Moment darauf stolperte ein blasser Dinerbesitzer aus einem Raum am Ende des Ganges. Die Schwester am Empfangsschalter lächelte leicht und wies mit dem Arm nur dort hin. Rory lief wieder los. Jess folgte ihr.

Als sie vor Luke stehen blieben sahen sie erst, wie blass er wirklich war.

„Was machst du hier?“, kam es verwirrt von Rory.

„Ich hole Luft“, gab der Mann vor ihr zurück.

„Du musst da drinnen sein! Mom bekommt das Baby! Du bist ihr Mann! Also, was machst du hier draußen?!“, erwiderte die junge Frau entsetzt.

„Ich steh das nicht durch!“

„Du hast es doch bei Adrian auch geschafft!“

„Das war etwas anderes!“

„Das war überhaupt nichts anderes!“, widersprach sie, drehte ihn gleichzeitig an den Schultern um und schubste ihn zurück in den Kreissaal.

„Sei kein Weichei, Luke!“, rief Jess ihm noch hinterher. Eine Sekunde später gab ihm Rory einen Schlag auf den Hinterkopf.

„Benimm dich!“, befahl sie und starrte dann wieder auf die Tür. Nach wenigen Minuten vernahm sie einen weiteren Schrei. Und wurde ebenfalls blass. Jess sah das. Und sein etwas beleidigter Ausdruck auf dem Gesicht verwandelte sich sofort in Zärtlichkeit.

„Ihr geht es gut. Sie ist doch Lorelai. So lange sie ihren Sarkasmus nicht verliert ist alles in Ordnung“, beruhigte er sie und führte sie gleichzeitig ins Wartezimmer.

Dort warteten schon Emily, Richard, Christopher, Sookie und Jackson. Und Adrian. Die Neuankömmlinge wurden schnell begrüßt. Dann fiel wieder Stille ein.

~*~*~*~*~

Einige Stunden später war immer noch keine Nachricht da. Rorys Kopf lag in Jess’ Schoß und er strich mit seiner Hand über ihr Haar. Sie versuchte etwas zu schlafen.

Richard und Emily gingen noch immer aufgeregt im Wartezimmer auf und ab.
Sookie saß auf einem Stuhl und hielt den schlafenden Adrian im Arm. Jackson war nachhause gefahren, um nach den Jungs zu sehen. Christopher war schnell telefonieren gegangen um bei Sherry und Georgia zu melden, dass es noch nichts Neues gab.

Schließlich, irgendwann, ging die Tür auf und ein erschöpfter, aber überglücklicher Luke trat in das Wartezimmer.

„Und?“, riefen sie im Chor, während sie von den Stühlen gesprungen oder im Schritt inne gehalten hatten.

Luke lächelte: „Christina Leane Danes.“


TBC
Hey, schön schon ein neuer Teil!
Wie schön Rory und Jess doch zusammen sind, da bekommt man ja das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht. Für mich sind solche Szenen wie die einer Rory die versucht zu Kochen und ein Jess der sie verarztet einfach zu schönBig Grin

Jess ist also Anwalt, so wie ich es verstanden habe..hm das ist ja mal was anderes, aber ich finds gut!

Ja ja unsere Rory und ihre blauen Augen, die Reaktion von Jess ist einfach göttlich gewesen.

..und Rory bekommt ihre kleine Schwester..der arme Luke, ich kann mir sein Gesicht richtig vor mir sehen, wie er so blass um die nase vor einem stehtSmile Aber ist ja alles gut gegangen und der Neuankömmling ist gesund auf die Welt gekommen..ich hoffe mal das sie gesund ist!?

Ein schöner neuer Teil und ich hoffe du postest schnell weiter.

Liebe GrüßeSmile
WOW. Ich hoffe, dass Jess und Rory zusammen bleiben.? Mach schnell weiter.

GGLG

mybom

Bye
Hey Tina, wieder ein sehr schöner Teil. Smile
Rory und Jess sind ja noch ganz schön doll verliebt, bin mal gespannt, ob's so bleibt (ich hoffe doch, aber selbst in der schönsten Beziehung streitet man sich mal!)...
Und zu Lorelai und Luke: IT'S A GIRL!!! Super, die Welt braucht Mädchen! Big Grin Aber was hatte Christopher da zu suchen? Unsure Der soll mal schön bei seiner Sherry bleiben!
Bitte schnell weiterposten!!!
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