04.03.2009, 15:49
So ihr lieben treuen Leser, weiter geht es mit Episode 4! Viel Spaà beim Lesen wünschen wir euch 
Autor: Once Upon A Whim
Ãbersetzer: melitta
Beta: christa.g.
Lorelai schaute finster als sie erneut an der Tür ihres Elternhauses läutete. Als, nach einer oder zwei Minuten, die Tür weder von dem Dienstmädchen, noch von Emily oder Richard geöffnet wurde, gab sie auf. Während sie seufzte, drückte sie langsam die Türklinke nach unten, und bemerkte zu ihrem Erstaunen, dass die Tür nicht abgesperrt war. Vorsichtig ging sie hinein.
Keine Sekunde später wurde sie beinahe niedergerannt, als eine Horde kleiner, rothaariger Kinder ihr entgegenkam. Aber Lorelai hatte keine Zeit die Absurdität des Auftauchens solcher Kinder in ihrem Elternhaus zu verarbeiten, denn keine zwei Schritte hinter den Kindern stand Sookie, die auÃer sich war und zwei weitere, jüngere, Kinder in den Armen trug. Sie schrie den anderen zu: âHey...hey! Kommt gefälligst zurück!â
Verblüfft darüber, Sookie und eine Unmenge Kinder hier vorzufinden, hetzte Lorelai hinter ihnen her, ehe sie stammelte: âSookie, was zum...Was zur Hölle geht hier vor?â
âIch weiÃ, ich weiÃâ, schrie Sookie, als sie kurz zum Stehen kam und sich schuldbewusst zu Lorelai umdrehte. âIch sollte heute doch gar nicht arbeiten.â, erklärte sie schnell, âaber Manny hat angerufen, wegen einer Gurken Krise und Jackson ist mit seinem Bruder unterwegs, und ich musste die Kinder mitnehmen, aber keine Sorge, wir bleiben nicht lange hier.â, versprach sie und hielt Lorelai die Kinder, die sie in den Armen hielt, unter die Nase. âWenn du Crest und Rembrandt nehmen könntest, dann kann ich Martha, Davey, Colgate, Aim, Listerine...â
Sookie fuhr fort Namen von sich zu geben, aber Lorelai konnte sich nicht auf die Tatsache konzentrieren, dass all die erschienen Kinder, Sookies Kinder waren. Ihr Verstand war auf etwas anderes konzentriert, das Sookie gesagt hatte.
âArbeiten?â, Lorelais rümpfte die Nase. âWas machst du...?â, aber Lorelai merkte, dass es zwecklos war. Sookie war schon wieder losgerannt und lieà Lorelai, mit zwei Babys im Arm und voller Verwirrung zurück.
âLorelai.â
âMum!â, Lorelai rang nach Luft, als sie bei dem Klang der Stimme ihrer Mutter überrascht herumwirbelte.
Perfekt gekleidet, wie immer, schürzte Emily ihre Lippen und meinte ermahnend: âDu wirst dich nie als erfolgreiche Businessfrau etablieren, wenn du deine Gäste kontinuierlich ignorierst.â
Noch verwirrter als zuvor, sah sie Lorelai hilflos an. âHuh?â Sie folgte Emilys Blick zu den Stufen, um dort den Empfangstresen des Dragonfly Inn vorzufinden. Dort stand ein Paar, das versuchte die eigenen Koffer zu sortieren und ungeduldige Blicke um sich warf. Lorelais Mund klappte ungläubig auf. âWas...?â
âNun steh doch nicht einfach so da!â keifte sie Emily an.
âAber ich...â, stammelte Lorelai und klammerte sich an Rembrandt und Crest. Sie verstand immer noch nicht, was hier vor sich ging und ihre Verwirrung wurde nur noch gröÃer, als Michel wie aus dem Nichts auftauchte und ihrer Mutter eine Tasse Tee anbot.
âVielen Dank Michel.â, sagte Emily lächelnd, als sie den Tee annahm. âMhm, perfekt, würde ich sagen.â
Michel grinste siegreich und antwortete: âEs ist mir eine Ehre, Mrs. Gilmore.â
So schnell wie ihr freundliches Verhalten gegenüber Michel aufgetaucht war, so schnell war es wieder verschwunden, als Emilys Blick wieder auf Lorelai fiel. âLorelai, deine Gäste!â, keifte Emily. âAlso wirklich!â, jammerte sie verzweifelt. âMichel, können Sie sich vorstellen, wie das hier laufen würde, wenn sie nicht meine Hilfe angenommen hätte, ihr bei der Erweiterung des Inns zu Helfen?â
âHimmel, ja.â, antwortete Michel sofort. âQuelle horreur.â
Emily nickte und nahm einen weiteren Schluck Tee. âQuelle horreur, in der Tat.â
Sie begann zu kichern, und Michel stimmte mit ein. Kurz darauf, wurde das Gekicher zu lautem Gelächter, alles auf Lorelais Kosten.
Aber alles was Lorelai tun konnte, war hilflos dazustehen, und Sookie und ihre Kinder rannten in Kreisen um sie herum.
Lorelai wachte auf und setzte sich kerzengerade im Bett auf. Ihr Herz pochte wild und sie atmete schwer. Sie sah sich nervös um. Sie fuchtelte mit den Armen, als sie erkannte, dass sie in ihrem eigenen Haus war, in ihrem eigenen Bett saÃ, Luke neben ihr lag und das alles nur ein böser Traum gewesen war.
Neben dem Bett lag Paul Anka. Er hob neugierig den Kopf, ehe er sich auf die Seite rollte.
âUfff.â, ächzte Lorelai und lieà sich zurück in ihr Kissen fallen.
Luke war durch Lorelais Bewegungen aufgewacht und drehte sich zu ihr. Er sah sie durch halb geöffnete Augen, in der Dunkelheit, an. âIst alles okay?â, wollte er wissen.
âEmily,â antwortete Lorelai mit Schaudern.
âHmmm?â murmelte Luke fragend.
âEmily,â wiederholte Lorelai laut. âDas Dragonfly war im Haus meiner Eltern und Sookie hatte etwa eine Million Kinder und Michel und meine Mutter waren die Verantwortlichen, und sie standen bloà da und haben mich gemeinsam ausgelacht.â Sie schauderte erneut und hielt sich ein Kissen vors Gesicht, während sie gequält stöhnte. âUhhhâ
âUh huh,â sagte Luke in einem seltsamen Ton, der Lorelai veranlasste, das Kissen von ihrem Gesicht zu nehmen.
âNa ja, der Tee war vielleicht gut, aber...â Lorelai schüttelte sich erneut, unfähig, den Klang von Emilys teuflischem Gelächter aus ihrem Kopf zu bekommen. âOh Gott, meine Mutter als Geschäftsführerin.â ,wiederholte sie, rückte näher an Luke und lehnte ihren Kopf an seine Schulter.
Luke drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, aber er klang immer noch gereizt, als er sie erinnerte : âAber du bist immer noch bereit Geschäfte mit ihr zu machen!â
Lorelai erwiderte :âBereit sein ist nicht der richtige Ausdruck.â
âAber du ziehst es immer noch in Betracht!â konterte Luke.
âIch lasse ihr ihren Willen.â, antwortete ihm Lorelai, âIndem sie ein Freitagsdinner im Inn bekommt. Sie hat mir versprochen die MaÃbänder zu Hause zu lassen.â
Luke war nicht überzeugt, er zog eine Braue in die Höhe und sah Lorelai skeptisch an. âNach all den Monaten der Mühe, denkst du wirklich, dass sie es einfach so fallen lässt?â fragte er.
Lorelai gab ihm einen sanften Stoà und starrte ihn gespielt böse an. âDas ist nicht sehr hilfreich.â Es war wirklich nicht hilfreich, aber Lorelai wusste, dass er eigentlich Recht hatte. âVielleicht würde es ja funktionieren,â überlegte sie. âWir haben überâs Geschäft geredet und ich hab ihr Interesse wohl geweckt. Siehst du,â versuchte sie zu erklären, âwas macht sie denn? Sie geht in den Club und macht das ganze Spa Zeug und kommandiert lauter Leute herum. Wer wäre für den Erbau eines Spas im Dragonfly besser geeignet als sie?â
Alles was Luke dafür übrig hatte war ein Schulterzucken, als Luke sich zu ihr drehte und das Kissen richtete. âWenn du meinst,â grummelte er. âKann ich jetzt wieder schlafen?â
Lorelai ignorierte ihn. âSie könnte auch in der Küche herumkommandieren, wenn Sookie das Baby bekommt,â fügte sie hinzu. âEmily Gilmore,â sagte sie, âsie weià wie man in der Küche zu kommandieren hat.â
âIch dachte sie hat ein Talent dafür die Bediensteten zu vergraulen,â meinte Luke. âWie lang dauerte die längste Dienstzeit bei deinen Eltern? Ich dachte du willst deine Mitarbeiter behalten.â
Lorelai verdrehte die Augen und gab Luke einen Klaps auf den Rücken. âDu bist noch immer nicht hilfreich,â sagte sie schmollend.
âIch kann immer noch nicht schlafen,â gab Luke genervt zurück.
âOh, gut,â Lorelai seufzte. âSchlafe wenn du meinst. Lass mich die ganze Nacht mit meiner nervigen Mutter im Kopf alleine,â jammerte sie. âAls würde sie mich tagsüber nicht oft genug nerven.!
Luke war beinahe wieder eingeschlafen und murmelte nur ein leises Mhmm.
Lorelai musste lächeln und blickte auf Luke. Sie schloss die Augen, aber Emilys leises Lachen konnte sie immer noch hören.
Sie schauderte.
Rory betrat den Konferenzraum des Hotels, sie hatte ihre Laptoptasche umgehängt, die alles beinhaltete, was sie benötigte. Sie war voller Hoffnung auf das morgendliche Briefing. Sie bahnte sich den Weg zu den Erfrischungen, aber nur, weil sie sich zuvor nicht genug Zeit gelassen hatte ihren eigenen Kaffee auf dem Zimmer zu machen.
Als sie letzte Nacht mit dem Eintippen ihrer Notizen fertig geworden war, hatte sie noch vier Stunden Zeit um zu schlafen. âKein Glück heute.â, murmelte sie, als der Kaffeeautomat, die letzten Reste Kaffee in ihren Becher spuckte. Schnell trank sie die erbärmliche Menge Kaffee, die sich in ihrem Becher gesammelt hatte, und starrte danach in den leeren Pappbecher. Sie realisierte, dass eindeutig mehr Kaffee nötig war, um den heutigen Tag zu überstehen. âWenn du Zweifel hast, dann iss vorsichtshalberâ, war eines von Lorelai Gilmores Mottos, wenn Kaffee rar war. Also griff Rory nach zwei Muffins, die neben dem Automaten lagen. âWeniger Schlaf, mehr Muffins, richtig?â, sagte sie und hielt den Atem an, um dann leise zu kichern, sie nahm sich vor Lorelai später davon zu erzählen.
âRory!â Rachael rief ihr von der anderen Seite des Raumes, winkend zu.
Rory machte sich auf den Weg zu Rachael, die gerade mit ein paar anderen jungen Journalisten plauderte. Aber Rory stoppte, als sie Patrick unter ihnen entdeckte. Sie stand für ein paar Sekunden mitten im Raum und versuchte vergeblich die Nerven aufzubringen, um zu ihnen zu gehen. Sie ärgerte sich über sich selbst, weil sie so zögerlich war, vor allem, weil sie wusste, dass es einfach war ein bisschen zu plaudern, besonders, weil nicht nur Patrick dort war. Jetzt, nach weiteren Ãberlegungen, ging sie in eine andere Ecke des Raumes und gesellte sich zu Darshana und ein paar anderen. Sie konnte Lorelais Stimme praktisch laut hören, wie sie, sie einen Angsthasen nannte, aber es war nicht genug um ihre Meinung zu ändern.
âMorgen,â grüÃte sie die Gruppe um Darshana und versuchte fröhlich zu klingen.
âMorgen,â antwortete Darshana und die anderen murmelten ebenso ein leises âMorgen.â
âIch habe noch mit meinem Sohn telefoniert bevor ich gestern schlafen gegangen bin,â sagte einer der jungen Männer. âIch hatte endlich einige freie Minuten, ich hab seit einer Woche nicht mehr mit ihm geredet. Meine Frau meinte, er fragt jeden Tag, wann sein Daddy endlich heimkommt.â
âWie alt ist er?â fragte eine korpulente Frau.
âEr ist dreieinhalb,â antwortete der Mann. âIch hoffe ich kann an seinem vierten Geburtstag nach Hause, aber ihr wisst ja, so wie die Dinge momentan stehen...vor allem wegen der ganzen langen Feiertage, ich versuche schon alles, an diesen Tagen nach Hause zu kommen. Nicht nur Thanksgiving und Weihnachten, er will auch, dass ich ihn an Halloween begleite.â Er zuckte mit den Schultern, âIch würde so gerne, aber ihr wisst ja...â
Ein zustimmendes Raunen ging durch die Runde. âEs ist hart,â sagte ein Mann mit angehender Glatze.
âWas ist mit dir?â fragte eine zierliche Frau zu Rory gewandt. âHast du Kinder?â
âOh...nein...â sagte Rory, und kämpfte damit, das âIch bin doch erst 22!â zurückzuhalten. âObwohl, meine beste Freundin hat vor Kurzem Zwillinge bekommen, und sie kennen mich kaum,â versuchte sie stattdessen. Es war nicht dasselbe und das wusste sie sofort. âUnd meinen Patensohn,â fügte sie lahm hinzu, und versuchte das Gesicht zu wahren, âIch sehe ihn auch nur sehr selten.â
Die Frau lächelte mit einer leicht herablassenden Art. âVermisst du auch jemanden zu Hause?â
Rory wusste, dass die Antwort âmeine Mutterâ nicht die passende Antwort auf diese Frage war.
âNein,â erwiderte sie. âIch, hmm, bin momentan in keiner Beziehung.â Sie fühlte sich unwohl, und fühlte, dass es ein komplett anderes Thema war, als sie es gewohnt war. Sie hatte keine Beziehung über die man reden konnte, keine Kinder die sie vermissten, und auch nicht nahe Aussicht darauf. Für einen Moment bedauerte sie, dass sie diese Möglichkeiten mit Logan verloren hatte.
In der Zeit als Rory sich in Gedanken verlor, änderte sich das Gesprächsthema und man diskutierte Darshanas letzten Besuch bei ihren Kindern in Chicago. Rory konnte also wieder nicht mitreden. Sie schob automatisch ein paar Stücke von einem der Muffins, die sie zuvor genommen hatte, in den Mund, als endlich, der Kommunikationsleiter das Podium betrat. Rory war erleichtert, eine Entschuldigung zu haben, um sich von der Gruppe zu entfernen. âBis später,â murmelte sie und nahm vor dem Podium Platz.
Am späten Freitag Nachmittag, blätterte Lorelai ein letztes Mal durch ihren Terminplaner, und fragte Sookie, während sie zu dem Kalender an der Küchenwand schielte :âAlso, dein letzter Tag ist am übernächsten Dienstag?â
âMittwoch,â korrigierte sie Sookie während sie ein paar Nudeln in heiÃes Wasser schüttete. âUnd dann können die Gäste endlich nicht mehr meinen Bauch berühren und mich fragen wann es soweit ist und ob das mein erstes Kind ist und ob ich weià was es wird.â sagte sie hastig und fuchtelte mit einem Kochlöffel in Lorelais Richtung.
Lorelai hob abwehrend die Hände. âOkay...â Sookie warf ihr einen genervten Blick zu, als Lorelai einen Stift zur Hand nahm und sich erneut auf ihren Terminplaner konzentrierte.
âAlso,â murmelte sie âMittwoch â Sookie. Baby. Pause,â und kritzelte in ihren Terminplaner.
âManny?â rief Lorelai Richtung Ofen, âIst das okay für dich? Ab Mittwoch Ãberstunden zu schieben?â
Manny tat plötzlich sehr beschäftigt und sagte kurz angebunden:âJa.â
âGut, okay,â antwortete Lorelai und notierte sich âUnd...â Als sie den Rest schreiben wollte, kam Michel in die Küche und fragte affektiert: âLorelai, werden sie sich auch einige Zeit freinehmen in den nächsten Monaten?â
âIch weià nicht.â Meinte Lorelai abgelenkt. âMoment. Sookie?â fragte Lorelai und widmete sich wieder ihren vorherigen Gedanken. âDu hast all deine Menüs in einer Mappe, die Bestellungen und Zustellernummern in einer der anderen?â
Sookie nickte stolz. âUnd die Rezepte in dieser hier,â sie zeigte auf einen Stapel Mappen. âAlles ist so wie es sein sollte, zumindest bis ich Pause mache.â
Lorelai grinste über Sookies überschwänglichen Versuch das Fiasko währen ihrer Bettruhe, als sie mit Martha schwanger war, wieder gut zu machen. âNun schau dich an, Superchef!â sagte sie belustigt.
âIch hab mich damals so schlecht gefühlt, und die Ente, und Luke,â sagte Sookie verärgert über sich selbst âIch will doch nur, dass diesmal alles gut geht.â
âEs wird schon gut ge-â begann Lorelai.
Es war nicht beabsichtig, warum auch immer, als Michel, ungeduldig schnaubte und von einem Fuà auf den anderen trat. âLorelai...â
Lorelai, am Ende ihrer Geduld mit dem Warten auf ihre Eltern, hob ihre Hände in Frustration.
âMichel ich habe keine Ahnung,â schnauzte sie ihn an. âVielleicht bin ich jeden Tag hier, oder auch nicht. Vielleicht ziehe ich in Zimmer Nummer 4, damit ich das Hotel nie wieder verlassen muss,â spottete sie und grinste hämisch. âOder,â fügte sie hinzu âIch trete der Peace Corporation bei und ziehe nach Zimbabwe... Was willst du?â fragte sie skeptisch.
âIch wollte bloà wissen, welche Stellung ich habe, während sie beide weg sind.â sagte Michel kurz angebunden.
Lorelai verdrehte die Augen, wissend, dass sie das hätte kommen sehen müssen. âDu wirst die Verantwortung für alles haben, Michel.â versicherte sie ihm.
Michel warf Lorelai einen unsicheren Blick zu. ââVerantwortlich für das Hotelâ â die Verantwortung haben?â
âGut, ja, was auch immer,â meinte Lorelai Schulter zuckend. âUnd jetzt husch, husch,â kommandierte sie ihn aus der Küche und zeigte mit der Hand Richtung Tür.
Sookie sah sie mit einem zufriedenen Lächeln an, als Michel aus der Küche schlurfte. Zu Lorelai gewandt sagte sie: âBitte geh auf Reisen die nächsten zwei Monate. Ich denke du wirst ihn noch umbringen, wenn du es nicht tust.â fügte sie hinzu.
Lorelai seufzte, sie wusste, dass Michels Tod in greifbarer Nähe war. Belustigt meinte sie: âVielleicht tue ich das...â
âLuke und du, ihr solltet verreisen für...â dachte Sookie weiter, Lorelais scherzhaften Kommentar im Hinterkopf. Sie führte ihren Satz fort indem sie bedeutend mit den Augenbrauen zuckte und Lorelai in die Seite stieÃ.
âJa sicher,â meinte Lorelai. âSook,â klagte sie âso gern ich dieses Vorhaben in die Tat umsetzen würde, Ich kann hier nicht weg. Nicht wenn Emily mir im Nacken sitzt wegen dem Spa,â beendete sie den Satz mit finsterem Blick.
Sookies freudiger Gesichtsausdruck verflüchtigte sich sofort. âIch kann immer noch nicht glauben, dass du sie hier arbeiten lässt. Und ohne mich, als Schiedsrichter.â Sie schüttelte ungläubig den Kopf.
Lorelai fixierte Sookie mit den Augen, alles andere als erfreut, weil sie schon wieder eine Warnung bezüglich ihrer Zusammenarbeit mit Emily hören musste. âMach dir keine Sorgen,â seufzte sie, âdu kannst immer noch zur letzten Abschiedsparty kommen, meine Eltern sind nämlich gleich...â
âLorelai!â
Lorelai zitterte kurz, ausgelöst durch ein unangenehmes déjà vu, als Emily sie rief, der Klang ihrer Stimme exakt wie in ihrem Albtraum. Sie erholte sich schnell, rollte die Augen, und murrte in Sookies Richtung. âWenn man vom Teufel sprichtâ¦â Sie setzte schnell ein freundliches Lächeln auf und drehte sich zu ihren Eltern. âHey. Mum, Dad!â
âHallo Lorelai,â sagte Emily schroff. âHallo Sookie,â sagte sie freundlich und wandte sich von ihrer Tochter ab. âSie sehen gut aus.â Emilys freundliche BegrüÃung, wurde sofort revidiert durch die Ermahnung die sie hinzufügte. âAber sollten sie wirklich noch arbeiten in diesem Stadium der Schwangerschaft? Wann ist der Geburtstermin?â
âIch...â begann Sookie, sich selbst verteidigend, ohne Gehör zu finden.
Emily ignorierte sie und nahm ihre Tochter erneut ins Visier. âLorelai,â sagte sie auffordernd, âwarum lässt du diese arme Frau in ihrem Zustand immer noch arbeiten?â
Lorelai versuchte tief einzuatmen und erinnerte sich selbst daran, dass sie im Dragonfly waren und nicht im Haus ihrer Eltern, sie konnte also nicht einfach so verschwinden. Freundlich lächelnd versuchte sie ihre Mutter zu besänftigen:âSie ist nur noch diese Woche hier.â
âWirklich, mir geht es gut, Mrs. Gilmore,â fügte Sookie versichernd hinzu. âUnd ich werde heute ihr Abendessen kochen, gibt es etwas Bestimmtes, das sie möchten?â
Lorelai war überrascht, dass Sookies Vorschlag beruhigend auf Emily wirkte und sie tatsächlich begann Rezepte vorzuschlagen. Sie war noch überraschter, als ihr Vater, der bis dato nichts gesagt hatte, ihre Schulter berührte und Richtung Gang zeigte.
âLorelai, kann ich dich einen Moment unter vier Augen sprechen?â fragte Richard ernst.
âSicher,â sagte Lorelai nickend, und folgte ihm, etwas verunsichert durch den ernsten Ton ihres Vaters.
Als sie nahe der Treppe endlich alleine waren, straffte Richard seine Schultern und sprach voller Ernst. âNun,â begann er diplomatisch, âIch bin froh dich und dein Hotel ab und an zu sehen,â er machte eine Pause und zeigte um sich. âWie auch immer, Ich bin nicht sicher, ob ich die Umstände dieser Besuche gut finde.â
Lorelai sah in skeptisch an und sah sich um. âWelche Umstände?â
âDenkst du wirklich, dass es klug ist, dass deine Mutter und du gemeinsam diese Art Unternehmen aufbaut?â fragte Richard.
Lorelai schüttelte ihren Kopf ungläubig. Sie verschränkte defensiv ihre Arme und antwortete kurz und knapp. âDas geht schon in Ordnung, Dad.â
âLorelai,â antwortete Richard warnend, âdu kennst deine Mutter.â
âUnglücklicherweise ja, das tue ich,â meinte Lorelai kurz davor wütend zu werden. âDad, es ist noch nichts endgültig,â sagte sie bestimmt âWenn, ja wenn,â sagte sie angestrengt, âich hier etwas mache, bin ich sicher, dass wir das geregelt bekommen.â
Richard sah Lorelai skeptisch an âWenn du sicher bist...â
Lorelai lieà ihren Vater bei der Treppe stehen, nicht gewillt, weiteren warnenden Worten ihres Vaters zu lauschen und machte sich auf den Weg zurück in die Küche, wissend, dass es ein langes Essen werden würde, wenn sie keinen Dämpfer hatte. âMum,â sagte sie so freundlich wie möglich und lächelte Sookie entschuldigend an âWeiÃt du was? Du hast Recht,â gestand sie, âSookie sollte in ihrem Zustand nicht mehr so hart arbeiten. Manny kann das Abendessen machen.â Sie drehte sich zu Sookie und sah sie flehend an âSook, warum isst du nicht mit uns?â
Sookies Augen weiteten sich und sie begann überrascht eine Ausrede zu stammeln, âIch...â
âDas wäre wundervoll,â unterbrach sie Emily. âIch möchte alles über das Baby wissen.â fügte sie hinzu und legte eine Hand auf Sookies Bauch.
âSicher,â sagte Sookie geschlagen. âDas wäre toll, Mrs. Gilmore.â Und erlaubte einer höchst erfreuten Emily sie aus der Küche zu geleiten, daneben Richard, der unbemerkt in die Küche zurückgekehrt war. Sookie warf einen Blick über die Schulter zu Lorelai, die langsam aus ihrem Blickfeld zu verschwinden drohte.
Lorelai schreckte zurück und formte ein lautloses âEntschuldigungâ mit ihren Lippen, als sie dem Trio ins Esszimmer folgte.

8x04 âZahnpasta und Städter und Kuchen, Oh Mann!â
Autor: Once Upon A Whim
Ãbersetzer: melitta
Beta: christa.g.
Lorelai schaute finster als sie erneut an der Tür ihres Elternhauses läutete. Als, nach einer oder zwei Minuten, die Tür weder von dem Dienstmädchen, noch von Emily oder Richard geöffnet wurde, gab sie auf. Während sie seufzte, drückte sie langsam die Türklinke nach unten, und bemerkte zu ihrem Erstaunen, dass die Tür nicht abgesperrt war. Vorsichtig ging sie hinein.
Keine Sekunde später wurde sie beinahe niedergerannt, als eine Horde kleiner, rothaariger Kinder ihr entgegenkam. Aber Lorelai hatte keine Zeit die Absurdität des Auftauchens solcher Kinder in ihrem Elternhaus zu verarbeiten, denn keine zwei Schritte hinter den Kindern stand Sookie, die auÃer sich war und zwei weitere, jüngere, Kinder in den Armen trug. Sie schrie den anderen zu: âHey...hey! Kommt gefälligst zurück!â
Verblüfft darüber, Sookie und eine Unmenge Kinder hier vorzufinden, hetzte Lorelai hinter ihnen her, ehe sie stammelte: âSookie, was zum...Was zur Hölle geht hier vor?â
âIch weiÃ, ich weiÃâ, schrie Sookie, als sie kurz zum Stehen kam und sich schuldbewusst zu Lorelai umdrehte. âIch sollte heute doch gar nicht arbeiten.â, erklärte sie schnell, âaber Manny hat angerufen, wegen einer Gurken Krise und Jackson ist mit seinem Bruder unterwegs, und ich musste die Kinder mitnehmen, aber keine Sorge, wir bleiben nicht lange hier.â, versprach sie und hielt Lorelai die Kinder, die sie in den Armen hielt, unter die Nase. âWenn du Crest und Rembrandt nehmen könntest, dann kann ich Martha, Davey, Colgate, Aim, Listerine...â
Sookie fuhr fort Namen von sich zu geben, aber Lorelai konnte sich nicht auf die Tatsache konzentrieren, dass all die erschienen Kinder, Sookies Kinder waren. Ihr Verstand war auf etwas anderes konzentriert, das Sookie gesagt hatte.
âArbeiten?â, Lorelais rümpfte die Nase. âWas machst du...?â, aber Lorelai merkte, dass es zwecklos war. Sookie war schon wieder losgerannt und lieà Lorelai, mit zwei Babys im Arm und voller Verwirrung zurück.
âLorelai.â
âMum!â, Lorelai rang nach Luft, als sie bei dem Klang der Stimme ihrer Mutter überrascht herumwirbelte.
Perfekt gekleidet, wie immer, schürzte Emily ihre Lippen und meinte ermahnend: âDu wirst dich nie als erfolgreiche Businessfrau etablieren, wenn du deine Gäste kontinuierlich ignorierst.â
Noch verwirrter als zuvor, sah sie Lorelai hilflos an. âHuh?â Sie folgte Emilys Blick zu den Stufen, um dort den Empfangstresen des Dragonfly Inn vorzufinden. Dort stand ein Paar, das versuchte die eigenen Koffer zu sortieren und ungeduldige Blicke um sich warf. Lorelais Mund klappte ungläubig auf. âWas...?â
âNun steh doch nicht einfach so da!â keifte sie Emily an.
âAber ich...â, stammelte Lorelai und klammerte sich an Rembrandt und Crest. Sie verstand immer noch nicht, was hier vor sich ging und ihre Verwirrung wurde nur noch gröÃer, als Michel wie aus dem Nichts auftauchte und ihrer Mutter eine Tasse Tee anbot.
âVielen Dank Michel.â, sagte Emily lächelnd, als sie den Tee annahm. âMhm, perfekt, würde ich sagen.â
Michel grinste siegreich und antwortete: âEs ist mir eine Ehre, Mrs. Gilmore.â
So schnell wie ihr freundliches Verhalten gegenüber Michel aufgetaucht war, so schnell war es wieder verschwunden, als Emilys Blick wieder auf Lorelai fiel. âLorelai, deine Gäste!â, keifte Emily. âAlso wirklich!â, jammerte sie verzweifelt. âMichel, können Sie sich vorstellen, wie das hier laufen würde, wenn sie nicht meine Hilfe angenommen hätte, ihr bei der Erweiterung des Inns zu Helfen?â
âHimmel, ja.â, antwortete Michel sofort. âQuelle horreur.â
Emily nickte und nahm einen weiteren Schluck Tee. âQuelle horreur, in der Tat.â
Sie begann zu kichern, und Michel stimmte mit ein. Kurz darauf, wurde das Gekicher zu lautem Gelächter, alles auf Lorelais Kosten.
Aber alles was Lorelai tun konnte, war hilflos dazustehen, und Sookie und ihre Kinder rannten in Kreisen um sie herum.
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Neben dem Bett lag Paul Anka. Er hob neugierig den Kopf, ehe er sich auf die Seite rollte.
âUfff.â, ächzte Lorelai und lieà sich zurück in ihr Kissen fallen.
Luke war durch Lorelais Bewegungen aufgewacht und drehte sich zu ihr. Er sah sie durch halb geöffnete Augen, in der Dunkelheit, an. âIst alles okay?â, wollte er wissen.
âEmily,â antwortete Lorelai mit Schaudern.
âHmmm?â murmelte Luke fragend.
âEmily,â wiederholte Lorelai laut. âDas Dragonfly war im Haus meiner Eltern und Sookie hatte etwa eine Million Kinder und Michel und meine Mutter waren die Verantwortlichen, und sie standen bloà da und haben mich gemeinsam ausgelacht.â Sie schauderte erneut und hielt sich ein Kissen vors Gesicht, während sie gequält stöhnte. âUhhhâ
âUh huh,â sagte Luke in einem seltsamen Ton, der Lorelai veranlasste, das Kissen von ihrem Gesicht zu nehmen.
âNa ja, der Tee war vielleicht gut, aber...â Lorelai schüttelte sich erneut, unfähig, den Klang von Emilys teuflischem Gelächter aus ihrem Kopf zu bekommen. âOh Gott, meine Mutter als Geschäftsführerin.â ,wiederholte sie, rückte näher an Luke und lehnte ihren Kopf an seine Schulter.
Luke drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, aber er klang immer noch gereizt, als er sie erinnerte : âAber du bist immer noch bereit Geschäfte mit ihr zu machen!â
Lorelai erwiderte :âBereit sein ist nicht der richtige Ausdruck.â
âAber du ziehst es immer noch in Betracht!â konterte Luke.
âIch lasse ihr ihren Willen.â, antwortete ihm Lorelai, âIndem sie ein Freitagsdinner im Inn bekommt. Sie hat mir versprochen die MaÃbänder zu Hause zu lassen.â
Luke war nicht überzeugt, er zog eine Braue in die Höhe und sah Lorelai skeptisch an. âNach all den Monaten der Mühe, denkst du wirklich, dass sie es einfach so fallen lässt?â fragte er.
Lorelai gab ihm einen sanften Stoà und starrte ihn gespielt böse an. âDas ist nicht sehr hilfreich.â Es war wirklich nicht hilfreich, aber Lorelai wusste, dass er eigentlich Recht hatte. âVielleicht würde es ja funktionieren,â überlegte sie. âWir haben überâs Geschäft geredet und ich hab ihr Interesse wohl geweckt. Siehst du,â versuchte sie zu erklären, âwas macht sie denn? Sie geht in den Club und macht das ganze Spa Zeug und kommandiert lauter Leute herum. Wer wäre für den Erbau eines Spas im Dragonfly besser geeignet als sie?â
Alles was Luke dafür übrig hatte war ein Schulterzucken, als Luke sich zu ihr drehte und das Kissen richtete. âWenn du meinst,â grummelte er. âKann ich jetzt wieder schlafen?â
Lorelai ignorierte ihn. âSie könnte auch in der Küche herumkommandieren, wenn Sookie das Baby bekommt,â fügte sie hinzu. âEmily Gilmore,â sagte sie, âsie weià wie man in der Küche zu kommandieren hat.â
âIch dachte sie hat ein Talent dafür die Bediensteten zu vergraulen,â meinte Luke. âWie lang dauerte die längste Dienstzeit bei deinen Eltern? Ich dachte du willst deine Mitarbeiter behalten.â
Lorelai verdrehte die Augen und gab Luke einen Klaps auf den Rücken. âDu bist noch immer nicht hilfreich,â sagte sie schmollend.
âIch kann immer noch nicht schlafen,â gab Luke genervt zurück.
âOh, gut,â Lorelai seufzte. âSchlafe wenn du meinst. Lass mich die ganze Nacht mit meiner nervigen Mutter im Kopf alleine,â jammerte sie. âAls würde sie mich tagsüber nicht oft genug nerven.!
Luke war beinahe wieder eingeschlafen und murmelte nur ein leises Mhmm.
Lorelai musste lächeln und blickte auf Luke. Sie schloss die Augen, aber Emilys leises Lachen konnte sie immer noch hören.
Sie schauderte.
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Rory betrat den Konferenzraum des Hotels, sie hatte ihre Laptoptasche umgehängt, die alles beinhaltete, was sie benötigte. Sie war voller Hoffnung auf das morgendliche Briefing. Sie bahnte sich den Weg zu den Erfrischungen, aber nur, weil sie sich zuvor nicht genug Zeit gelassen hatte ihren eigenen Kaffee auf dem Zimmer zu machen.
Als sie letzte Nacht mit dem Eintippen ihrer Notizen fertig geworden war, hatte sie noch vier Stunden Zeit um zu schlafen. âKein Glück heute.â, murmelte sie, als der Kaffeeautomat, die letzten Reste Kaffee in ihren Becher spuckte. Schnell trank sie die erbärmliche Menge Kaffee, die sich in ihrem Becher gesammelt hatte, und starrte danach in den leeren Pappbecher. Sie realisierte, dass eindeutig mehr Kaffee nötig war, um den heutigen Tag zu überstehen. âWenn du Zweifel hast, dann iss vorsichtshalberâ, war eines von Lorelai Gilmores Mottos, wenn Kaffee rar war. Also griff Rory nach zwei Muffins, die neben dem Automaten lagen. âWeniger Schlaf, mehr Muffins, richtig?â, sagte sie und hielt den Atem an, um dann leise zu kichern, sie nahm sich vor Lorelai später davon zu erzählen.
âRory!â Rachael rief ihr von der anderen Seite des Raumes, winkend zu.
Rory machte sich auf den Weg zu Rachael, die gerade mit ein paar anderen jungen Journalisten plauderte. Aber Rory stoppte, als sie Patrick unter ihnen entdeckte. Sie stand für ein paar Sekunden mitten im Raum und versuchte vergeblich die Nerven aufzubringen, um zu ihnen zu gehen. Sie ärgerte sich über sich selbst, weil sie so zögerlich war, vor allem, weil sie wusste, dass es einfach war ein bisschen zu plaudern, besonders, weil nicht nur Patrick dort war. Jetzt, nach weiteren Ãberlegungen, ging sie in eine andere Ecke des Raumes und gesellte sich zu Darshana und ein paar anderen. Sie konnte Lorelais Stimme praktisch laut hören, wie sie, sie einen Angsthasen nannte, aber es war nicht genug um ihre Meinung zu ändern.
âMorgen,â grüÃte sie die Gruppe um Darshana und versuchte fröhlich zu klingen.
âMorgen,â antwortete Darshana und die anderen murmelten ebenso ein leises âMorgen.â
âIch habe noch mit meinem Sohn telefoniert bevor ich gestern schlafen gegangen bin,â sagte einer der jungen Männer. âIch hatte endlich einige freie Minuten, ich hab seit einer Woche nicht mehr mit ihm geredet. Meine Frau meinte, er fragt jeden Tag, wann sein Daddy endlich heimkommt.â
âWie alt ist er?â fragte eine korpulente Frau.
âEr ist dreieinhalb,â antwortete der Mann. âIch hoffe ich kann an seinem vierten Geburtstag nach Hause, aber ihr wisst ja, so wie die Dinge momentan stehen...vor allem wegen der ganzen langen Feiertage, ich versuche schon alles, an diesen Tagen nach Hause zu kommen. Nicht nur Thanksgiving und Weihnachten, er will auch, dass ich ihn an Halloween begleite.â Er zuckte mit den Schultern, âIch würde so gerne, aber ihr wisst ja...â
Ein zustimmendes Raunen ging durch die Runde. âEs ist hart,â sagte ein Mann mit angehender Glatze.
âWas ist mit dir?â fragte eine zierliche Frau zu Rory gewandt. âHast du Kinder?â
âOh...nein...â sagte Rory, und kämpfte damit, das âIch bin doch erst 22!â zurückzuhalten. âObwohl, meine beste Freundin hat vor Kurzem Zwillinge bekommen, und sie kennen mich kaum,â versuchte sie stattdessen. Es war nicht dasselbe und das wusste sie sofort. âUnd meinen Patensohn,â fügte sie lahm hinzu, und versuchte das Gesicht zu wahren, âIch sehe ihn auch nur sehr selten.â
Die Frau lächelte mit einer leicht herablassenden Art. âVermisst du auch jemanden zu Hause?â
Rory wusste, dass die Antwort âmeine Mutterâ nicht die passende Antwort auf diese Frage war.
âNein,â erwiderte sie. âIch, hmm, bin momentan in keiner Beziehung.â Sie fühlte sich unwohl, und fühlte, dass es ein komplett anderes Thema war, als sie es gewohnt war. Sie hatte keine Beziehung über die man reden konnte, keine Kinder die sie vermissten, und auch nicht nahe Aussicht darauf. Für einen Moment bedauerte sie, dass sie diese Möglichkeiten mit Logan verloren hatte.
In der Zeit als Rory sich in Gedanken verlor, änderte sich das Gesprächsthema und man diskutierte Darshanas letzten Besuch bei ihren Kindern in Chicago. Rory konnte also wieder nicht mitreden. Sie schob automatisch ein paar Stücke von einem der Muffins, die sie zuvor genommen hatte, in den Mund, als endlich, der Kommunikationsleiter das Podium betrat. Rory war erleichtert, eine Entschuldigung zu haben, um sich von der Gruppe zu entfernen. âBis später,â murmelte sie und nahm vor dem Podium Platz.
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âMittwoch,â korrigierte sie Sookie während sie ein paar Nudeln in heiÃes Wasser schüttete. âUnd dann können die Gäste endlich nicht mehr meinen Bauch berühren und mich fragen wann es soweit ist und ob das mein erstes Kind ist und ob ich weià was es wird.â sagte sie hastig und fuchtelte mit einem Kochlöffel in Lorelais Richtung.
Lorelai hob abwehrend die Hände. âOkay...â Sookie warf ihr einen genervten Blick zu, als Lorelai einen Stift zur Hand nahm und sich erneut auf ihren Terminplaner konzentrierte.
âAlso,â murmelte sie âMittwoch â Sookie. Baby. Pause,â und kritzelte in ihren Terminplaner.
âManny?â rief Lorelai Richtung Ofen, âIst das okay für dich? Ab Mittwoch Ãberstunden zu schieben?â
Manny tat plötzlich sehr beschäftigt und sagte kurz angebunden:âJa.â
âGut, okay,â antwortete Lorelai und notierte sich âUnd...â Als sie den Rest schreiben wollte, kam Michel in die Küche und fragte affektiert: âLorelai, werden sie sich auch einige Zeit freinehmen in den nächsten Monaten?â
âIch weià nicht.â Meinte Lorelai abgelenkt. âMoment. Sookie?â fragte Lorelai und widmete sich wieder ihren vorherigen Gedanken. âDu hast all deine Menüs in einer Mappe, die Bestellungen und Zustellernummern in einer der anderen?â
Sookie nickte stolz. âUnd die Rezepte in dieser hier,â sie zeigte auf einen Stapel Mappen. âAlles ist so wie es sein sollte, zumindest bis ich Pause mache.â
Lorelai grinste über Sookies überschwänglichen Versuch das Fiasko währen ihrer Bettruhe, als sie mit Martha schwanger war, wieder gut zu machen. âNun schau dich an, Superchef!â sagte sie belustigt.
âIch hab mich damals so schlecht gefühlt, und die Ente, und Luke,â sagte Sookie verärgert über sich selbst âIch will doch nur, dass diesmal alles gut geht.â
âEs wird schon gut ge-â begann Lorelai.
Es war nicht beabsichtig, warum auch immer, als Michel, ungeduldig schnaubte und von einem Fuà auf den anderen trat. âLorelai...â
Lorelai, am Ende ihrer Geduld mit dem Warten auf ihre Eltern, hob ihre Hände in Frustration.
âMichel ich habe keine Ahnung,â schnauzte sie ihn an. âVielleicht bin ich jeden Tag hier, oder auch nicht. Vielleicht ziehe ich in Zimmer Nummer 4, damit ich das Hotel nie wieder verlassen muss,â spottete sie und grinste hämisch. âOder,â fügte sie hinzu âIch trete der Peace Corporation bei und ziehe nach Zimbabwe... Was willst du?â fragte sie skeptisch.
âIch wollte bloà wissen, welche Stellung ich habe, während sie beide weg sind.â sagte Michel kurz angebunden.
Lorelai verdrehte die Augen, wissend, dass sie das hätte kommen sehen müssen. âDu wirst die Verantwortung für alles haben, Michel.â versicherte sie ihm.
Michel warf Lorelai einen unsicheren Blick zu. ââVerantwortlich für das Hotelâ â die Verantwortung haben?â
âGut, ja, was auch immer,â meinte Lorelai Schulter zuckend. âUnd jetzt husch, husch,â kommandierte sie ihn aus der Küche und zeigte mit der Hand Richtung Tür.
Sookie sah sie mit einem zufriedenen Lächeln an, als Michel aus der Küche schlurfte. Zu Lorelai gewandt sagte sie: âBitte geh auf Reisen die nächsten zwei Monate. Ich denke du wirst ihn noch umbringen, wenn du es nicht tust.â fügte sie hinzu.
Lorelai seufzte, sie wusste, dass Michels Tod in greifbarer Nähe war. Belustigt meinte sie: âVielleicht tue ich das...â
âLuke und du, ihr solltet verreisen für...â dachte Sookie weiter, Lorelais scherzhaften Kommentar im Hinterkopf. Sie führte ihren Satz fort indem sie bedeutend mit den Augenbrauen zuckte und Lorelai in die Seite stieÃ.
âJa sicher,â meinte Lorelai. âSook,â klagte sie âso gern ich dieses Vorhaben in die Tat umsetzen würde, Ich kann hier nicht weg. Nicht wenn Emily mir im Nacken sitzt wegen dem Spa,â beendete sie den Satz mit finsterem Blick.
Sookies freudiger Gesichtsausdruck verflüchtigte sich sofort. âIch kann immer noch nicht glauben, dass du sie hier arbeiten lässt. Und ohne mich, als Schiedsrichter.â Sie schüttelte ungläubig den Kopf.
Lorelai fixierte Sookie mit den Augen, alles andere als erfreut, weil sie schon wieder eine Warnung bezüglich ihrer Zusammenarbeit mit Emily hören musste. âMach dir keine Sorgen,â seufzte sie, âdu kannst immer noch zur letzten Abschiedsparty kommen, meine Eltern sind nämlich gleich...â
âLorelai!â
Lorelai zitterte kurz, ausgelöst durch ein unangenehmes déjà vu, als Emily sie rief, der Klang ihrer Stimme exakt wie in ihrem Albtraum. Sie erholte sich schnell, rollte die Augen, und murrte in Sookies Richtung. âWenn man vom Teufel sprichtâ¦â Sie setzte schnell ein freundliches Lächeln auf und drehte sich zu ihren Eltern. âHey. Mum, Dad!â
âHallo Lorelai,â sagte Emily schroff. âHallo Sookie,â sagte sie freundlich und wandte sich von ihrer Tochter ab. âSie sehen gut aus.â Emilys freundliche BegrüÃung, wurde sofort revidiert durch die Ermahnung die sie hinzufügte. âAber sollten sie wirklich noch arbeiten in diesem Stadium der Schwangerschaft? Wann ist der Geburtstermin?â
âIch...â begann Sookie, sich selbst verteidigend, ohne Gehör zu finden.
Emily ignorierte sie und nahm ihre Tochter erneut ins Visier. âLorelai,â sagte sie auffordernd, âwarum lässt du diese arme Frau in ihrem Zustand immer noch arbeiten?â
Lorelai versuchte tief einzuatmen und erinnerte sich selbst daran, dass sie im Dragonfly waren und nicht im Haus ihrer Eltern, sie konnte also nicht einfach so verschwinden. Freundlich lächelnd versuchte sie ihre Mutter zu besänftigen:âSie ist nur noch diese Woche hier.â
âWirklich, mir geht es gut, Mrs. Gilmore,â fügte Sookie versichernd hinzu. âUnd ich werde heute ihr Abendessen kochen, gibt es etwas Bestimmtes, das sie möchten?â
Lorelai war überrascht, dass Sookies Vorschlag beruhigend auf Emily wirkte und sie tatsächlich begann Rezepte vorzuschlagen. Sie war noch überraschter, als ihr Vater, der bis dato nichts gesagt hatte, ihre Schulter berührte und Richtung Gang zeigte.
âLorelai, kann ich dich einen Moment unter vier Augen sprechen?â fragte Richard ernst.
âSicher,â sagte Lorelai nickend, und folgte ihm, etwas verunsichert durch den ernsten Ton ihres Vaters.
Als sie nahe der Treppe endlich alleine waren, straffte Richard seine Schultern und sprach voller Ernst. âNun,â begann er diplomatisch, âIch bin froh dich und dein Hotel ab und an zu sehen,â er machte eine Pause und zeigte um sich. âWie auch immer, Ich bin nicht sicher, ob ich die Umstände dieser Besuche gut finde.â
Lorelai sah in skeptisch an und sah sich um. âWelche Umstände?â
âDenkst du wirklich, dass es klug ist, dass deine Mutter und du gemeinsam diese Art Unternehmen aufbaut?â fragte Richard.
Lorelai schüttelte ihren Kopf ungläubig. Sie verschränkte defensiv ihre Arme und antwortete kurz und knapp. âDas geht schon in Ordnung, Dad.â
âLorelai,â antwortete Richard warnend, âdu kennst deine Mutter.â
âUnglücklicherweise ja, das tue ich,â meinte Lorelai kurz davor wütend zu werden. âDad, es ist noch nichts endgültig,â sagte sie bestimmt âWenn, ja wenn,â sagte sie angestrengt, âich hier etwas mache, bin ich sicher, dass wir das geregelt bekommen.â
Richard sah Lorelai skeptisch an âWenn du sicher bist...â
Lorelai lieà ihren Vater bei der Treppe stehen, nicht gewillt, weiteren warnenden Worten ihres Vaters zu lauschen und machte sich auf den Weg zurück in die Küche, wissend, dass es ein langes Essen werden würde, wenn sie keinen Dämpfer hatte. âMum,â sagte sie so freundlich wie möglich und lächelte Sookie entschuldigend an âWeiÃt du was? Du hast Recht,â gestand sie, âSookie sollte in ihrem Zustand nicht mehr so hart arbeiten. Manny kann das Abendessen machen.â Sie drehte sich zu Sookie und sah sie flehend an âSook, warum isst du nicht mit uns?â
Sookies Augen weiteten sich und sie begann überrascht eine Ausrede zu stammeln, âIch...â
âDas wäre wundervoll,â unterbrach sie Emily. âIch möchte alles über das Baby wissen.â fügte sie hinzu und legte eine Hand auf Sookies Bauch.
âSicher,â sagte Sookie geschlagen. âDas wäre toll, Mrs. Gilmore.â Und erlaubte einer höchst erfreuten Emily sie aus der Küche zu geleiten, daneben Richard, der unbemerkt in die Küche zurückgekehrt war. Sookie warf einen Blick über die Schulter zu Lorelai, die langsam aus ihrem Blickfeld zu verschwinden drohte.
Lorelai schreckte zurück und formte ein lautloses âEntschuldigungâ mit ihren Lippen, als sie dem Trio ins Esszimmer folgte.
!...!