09.09.2009, 14:04
und schon geht´s weiter! Viel Spaà und wie immer würde ich mich über viel FB freuen! 
Episode 6 Teil 2
Lorelai die Zweite betrat erneut das Dragonfly, nachdem sie mit ihrem zerstreuten Gärtner geredet hatte, und bemerkte, dass etwas fehlte. Alles sah so aus wie immer: Gäste standen verstreut herum, die Stühle standen in der ursprünglichen Position da, die Bilderrahmen waren gerade und es rann kein Blut die Wände herunter. Es war nichts verändert, bis sie hinter den Tresen ging und ein unnatürliches Lachen hörte. Verwundert nahm Lorelai einen Stapel Briefe und machte sich auf den Weg in den Speisesaal. Emily und Michel lehnten sich über einen Haufen Bücher und Prospekte auf einem der Tische, grinsend und rot vor Lachen. Sie schienen Lorelai noch nicht bemerkt zu haben. Ihre Mutter und Michel unter einer Decke steckend, das machte sie sehr nervös.
âMichel, ich werde den Test dieses Wochenende beginnen. Ich habe eine Gesichtsbehandlung im Pearl Day Spa gebucht, eine Massage im Seaside Inn und einen Seetang-wickel im Hotel Cingress im Stadtzentrum. Wollen sie mitkommen?â fragte Emily süÃ.
âEs wäre mir eine Ehre, Mrs. Gilmore,â willigte Michel ein.
âBitte, nennen sie mich Emily,â bestand Lorelais Mutter mit einem Kichern und tätschelte liebevoll Michels Arm.
âNatürlich, Emily. Ich hörte, dass das Seaside Inn eine Trüffelmaske anbietet. Trés bon,â deutete Michel und wischte sich Tränen der Begeisterung aus den Augen.
Lorelai brauchte wirklich noch eine Tasse Kaffee. Ihr Gespräch mit Kirk vorhin war eine Sache, aber das war eine ganz neue Art von Verrücktheit.
âDas hört sich etwas dekadent an.â Emily murmelte Michel etwas auf Französisch zu und beide begannen vor Freude zu quieken.
âOui,oui,â konnte Michel zwischen den Lachanfällen hervor pressen. Er schaute auf, erblickte Lorelai und erstarrt wie auf Knopfdruck. âOh gut, sie sind hier.â
âHallo,â sagte Lorelai kraftlos und schichtete Papier um, um einen Platz für ihre Post zu schaffen. Emily ernüchterte ebenfalls bei ihrem Auftauchen und tippte mit ihren frisch manikürten Nägeln auf den Tisch.
âDu bist spät dran.â bemerkte ihre Mutter flach.
âIch weiÃ, es tut mir Leid. Ich musste noch mit dem Gärtner reden, der sich vom Fensterbrett stürzen wollte. Eine Knollensache. Aber, es sieht so aus als hätte dir Michel Gesellschaft geleistet.â
âJa,â bestätigte Emily, âwir haben während deiner Abwesenheit über kosmetische Gesichtsbehandlungen gesprochen.â
âGut, okay, lass uns über Gesichtsbehandlungen reden.â
âJemand muss am Empfang stehen,â sagte Michel trocken während er durch eine Broschüre über ein Spa in Vermont blätterte.
âUnd es sieht so aus als wäre das dein Job, Michel.â
âGut,â seufzte er und erhob sich langsam vom Tisch um Richtung Empfangspult zu gehen.
âWir sind mit den Gesichtsmasken fertig. Wir sollten uns heute auf die Baupläne konzentrieren, Lorelai,â sagte Emily ernst.
âEh, richtig, sicher. Lass uns also über Pläne reden.â Emily nickte ihr kurz zu und öffnete ihre Tasche um einige Varianten hervorzuzaubern. Während ihre Mutter die Zettel auflegte, nutzte Lorelai die Zeit um die Post zu öffnen.
âHier sind ein paar Skizzen die mein Architekt nach meinen Anweisungen gezeichnet hat. Diese hier,â sagte sie und zeigte auf die Konstruktion auf der rechten Seite, âist mein persönlicher Favorit. Die Räume sind in einem Bogen angeordnet und das Spa-Empfangspult in der Mitte. Strukturell gesehen wäre das am passendsten für das Inn.â
âWas ist mit den restlichen Plänen?â fragte Lorelai abwesend als sie eine Nachricht von ihrer Wäschefirma abhörte.
âSie sind alle sehr gut und könnten genauso den Bedürfnissen des Inn entsprechen.â
âHmm, gut,â meinte Lorelai. Ihre Augenbraue hob sich als sie versuchte herauszuhören, warum ihr Wäschelieferant mehr für die Handtücher berechnet hatte.
âWas meinst du Lorelai?â
âWeswegen?â
âDie Skizzen.â
âDie sehen toll aus,â sagte Lorelai und notierte einige Beträge auf einen Zettelrand.
âWelcher gefällt dir?â
âUhm, dieser sieht gut aus,â sagte Lorelai nach einem Moment und einem kurzen Blick auf die Zeichnungen vor ihr. Sie zeigte auf eine in der Mitte und prüfte erneut ihre Mobilbox.
âHast du überhaupt aufgepasst?â fragte Emily empört.
âIch versuch´s Mum.â Lorelai schrieb eine Notiz für Michel und legte den Zettel dann auf den Tisch um sich auf ihre Mutter zu konzentrieren. Emily sah frustriert aus.
âDu hörst mir ja nicht einmal zu.â
âDoch, sicher,â seufzte Lorelai. âDu magst die Bogenvariante.â
âUnd welche ist das?â Lorelai biss sich auf die Lippe. Verdammt, alle Skizzen sahen gleich aus. Lorelai zeigte ratend auf das Blatt in der Mitte des Tisches. Emily rollte mit den Augen.
âIst es wirklich so schwer bei den Treffen aufzupassen?â
âNaja, Mum, heute ist es teilweise echt stressig. Wir sind im Moment ausgebucht. Zwei unserer Mitarbeiter haben die Grippe, der Gärtner ist nah dran die Knollen herauszureiÃen, die er letzte Woche gepflanzt hat, und mein Wäschelieferant verrechnet mir wegen der Handtücher zu viel. Offen gestanden, habe ich fettere Fische zu fangen.â Lorelai deutete auf den Anrufbeantworter um ihre Argumente zu stützen.
âIch hätte so etwas schon von dir erwarten müssen, schon wieder,â sagte Emily angesäuert.
âWas meinst du mit schon wieder?â
âIch habe gestern drei Stunden mit dem Architekten verbracht, um diese Entwürfe zu bekommen. Ich musste ein DAR Treffen absagen um diese Spas zu besuchen. Ich bin 45 Minuten im Stau gestanden um heute zum Hotel zu kommen und was erhalte ich dafür? Eine Tochter die zu einem Treffen zu spät kommt, für das ich hart gearbeitet habe um es zu planen. Ein Partner, der nicht einmal lang genug stillsitzen kann, um zu hören, was ich zu sagen habe. Ich dachte du hättest genug Geschäftssinn um vertrauenswürdig an das Projekt heranzugehen, aber ich denke ich hätte nicht so viel erwarten sollen.â Emily sah Lorelai lange an und begann dann die Zettel am Tisch zusammenzusuchen.
âEs tut mir Leid, Mum,â sagte Lorelai, auch wenn sie zu sehr ärgerte als es entschuldigend zu meinen. âZeig mir den Plan den du magst noch einmal.â
âWir sollten uns ein andermal treffen. Du hast offensichtlich besseres zu tun.â
âMichel kann das für mich übernehmen,â sagte Lorelai aufrichtig.
âAlso gut,â sagte Emily kurz darauf. Sie holte den Plan wieder hervor und begann die Details des Entwurfs mit Lorelai zu besprechen.
Nach einer halben Stunde in dem kleinen Restaurant, wo sie dem Charme von selbstgemachtem Kirschkuchen erlegen und Geschichten über vergangene Festivals und Plänen für das kommende Wochenende gehört hatte, konnte Rory überzeugt sein, dass die Gruppe von Stadt-Hinterwäldlern kein wirkliches Interesse an Politik hatte. Auch wenn die nationale Kampagne praktisch in ihrer Türschwelle stand, schienen sie nicht interessiert an etwas zu sein, das mit Politik im Zusammenhang lag. Dennoch, als das Gespräch zwischen verschiedensten Geschichten einschlief, fragte sie vorsichtig nach ihrer Meinung über die Präsidentenkampagne und speziell nach Obama.
Walter, der Ãlteste, zog an seinem grauen Bärtchen und murmelte, âNaja, ich wähle die Republikaner, also habe ich kein Interesse daran diesen Liberalen zuzuhören.â
Rory blickte durch die Runde und sah einen Mann mittleren Alters in einem Overall, der zustimmend nickte, aber eine der Frauen kicherte. âNaja, wenn man bedenkt wohin uns diese Republikaner gebracht habenâ¦â sie verstummte als sie den älteren Mann ansah, ihre Augenbrauen gehoben.
Als Reaktion schüttelte er den Kopf und Rory konnte in der Geste Spuren eines guten Arguments sehen, es sah so aus als wusste sie was kommen würde. Walter sah zu Rory und erklärte, âVersteh mich nicht falsch. Bush tat dem Land eher mehr Schlechtes als Gutes, aber ich denke nicht, dass deshalb ein demokratischer Präsident die einzige Antwort darauf ist. Sie haben auch nicht mehr Ahnung was man mit dem Irak machen soll, als der Präsident.â
âZumindest wollen sie versuchen uns da rauszuholen,â protestierte Doreen und lehnte sich über den Tresen, auf ihre Ellbogen gestützt, âEinige von diesen Republikanern klingen als glauben sie ernsthaft es gäbe bereits Erfolge im Irak.â
âDas sagen sie schon,â antwortete er, âaber wenn man versucht sie an die Wand zu nageln und von ihnen einen realistischen Plan verlangt, dann beginnen sie rückwärts zu treten und reden über Belangloses und von einer langzeitigen Militärpräsenz.â Er zuckte die Achseln und obwohl Doreen ihn böse ansah, widerlegte sie nichts.
Als gerade niemand etwas sagte, sprach die Frau die zuvor nur still dagesessen hatte â Barbara, dachte Rory und prüfte ihre Unterlagen - âIch möchte von Obamas Plänen für die Gesundheitsreform hören. Das ist es worüber wir reden sollten â wie man jeden Einzelnen versorgt â anstatt neue Wege zu finden um uns in oder aus dem Krieg zu bekommen. Zumindest reden die Demokraten so darüber.â
âIch will nur mehr davon wissen, was er beabsichtigt zu tun,â sagte ein anderer Mann, der bisher noch nichts gesagt hatte, ein Afroamerikaner in den 30ern. âIch weià ja, dass dieser Einzelkämpferplan ein Streitfall ist, aber er ist auch einfach. Obama redet von ganzheitlicher Versorgung, aber es konnte sein, dass nicht jeder davon betroffen sein wird, und es ist auch nicht klar wie viel das die kleinen Unternehmer kosten wird und auch uns allen, die wir mit den Steuerzahlungen dafür aufkommen müssen.â
âNaja, genau deswegen will ich etwas darüber wissen,â sagte Barbara, nickend. âDie ganze Stadt lebt von Kleinunternehmen und Arbeitern die keine Gesamtversicherung haben oder jeden Penny zusammenkratzen müssen um es sich leisten zu können.â Seufzte sie und schüttelte den Kopf. âMeine Schwester kann kaum die Kinder versorgen, insbesondere weil Billy bei der Bank gefeuert wurde und bis jetzt keinen neuen Job mit Unterstützung finden konnte.â Sie sah zu Rory die schnell alles niederschrieb. âBist du dir sicher, dass das hilfreich ist? Wir haben nicht gerade von deinem Mann geschwärmt.â
âOh, er ist nicht ´mein Mann`,â korrigierte Rory. âIch schreibe als Reporter neutral über die Kampagne.â Als sie einige Stirnrunzeln in der Gruppe sah, fügte sie hinzu, âIch denke er behandelt interessante Fragen und es ist toll, dass die Partei so verschiedene politische Vertreter anbietet, aber als Journalist bin ich eher fokussiert auf Themen die die Menschen während der Wahlen beschäftigen, egal ob die Bedenken berechtigt sind oder nicht.â Sie machte eine kurze Pause und blickte in die Runde. âIch will nur nicht, dass sie etwas nicht aussprechen, weil ich hier sitze. Es hilft sehr wenn sie sagen was sie wirklich darüber denken.â
âAlso gut, dann lass uns über Bildung reden,â sagte ein Mann mit einem Grinsen. Rory hatte bereits notiert, dass sein Name Frank ist und er Geschichte Lehrer an der High School ist.
âOh, und noch eine Runde,â sagte Doreen und lachte, als Rory mit dem Stift in der Hand, bereit loszuschreiben, dasaÃ.
Luke verlieà die Küche des Cafés und fand Lorelai zusammengekauert am Tresen, ihre Haare waren wild über sie gefallen.
âLorelai?â sagte er gefühlvoll.
âKaffee. IV. Statistik,â stöhnte sie ohne ihren Kopf zu heben. Um es zu veranschaulichen, hob sie einen Arm und zeigte auf die Innenseite ihres ausgestreckten Unterarms.
Eine Augenbraue durch ihr theatralisches Auftreten hebend, fragte er, âLanger Tag?â
âDer längste. Zuerst Michel.â
âRichtig. Michel.â Luke nickte, er brauchte keine weiteren Erklärungen.
âUnd meine Mutter.â Luke hielt eine Bemerkung über das Hervorrufen von selbstverschuldetem Schaden zurück, weil Lorelai weiterredete. âUnd Manny. Gott liebt ihn, er ist ein toller Koch, aberâ¦â Sie machte eine Pause und richtete sich auf um ihr Kinn in die Hände zu stützen. âDu weiÃt wie Sookie ist mit ihrer Küche. Wie speziell sie ist mit dem Essen.â
âJa,â sagte Luke ironisch. âDas kenne ich nur zu gut.â
Lorelai lächelte ihn schwach an. âYeah. Naja, sie macht Manny so paranoid, dass er alles nur über mein Einverständnis macht.â
Er konnte darüber nur lachen. âUnd das hilft ihm?â
Lorelai schürte ihre Unterlippe zu einem dramatischen Schmollmund und funkelte ihn an. âAber heute Abend,â fuhr sie fort und ignorierte seine Frage, âist er besonders nervös, weil wir eines von Sookies charakteristischen Gerichten anbieten â Schwein oder Ente oder so.â
âUnd du bist ihm sicher keine Hilfe.â
âTritt nur, wenn ich am Boden liege,â wimmerte sie.
Er lächelte reuevoll. âWie wär´s wenn ich es wieder gutmache indem ich dich ins Kino einlade? Wir könnten uns den Film ansehen, mit dem Kerl, der den anstrengenden Chef einer Papierfabrik spielt. Ich weià du wolltest den schon lange sehen.â
âWow,â sagte sie und war etwas aufgeheitert, âdu machst vor nichts halt, oder? Du kannst diesen Kerl nicht leiden.â
Luke zuckte die Achseln. âDas ist ok. Du willst ihn ja sehen.â
âIch will. Ja wirklich.â sie formte die Lippen spitz. âAber ich denke nicht, dass sie ihn schon spielen.â
âNaja, in diesem Fall denke ich, dass es etwas ähnlich schlimmes gibt, das wir uns ansehen können,â sagte er mit einem hoffnungsvollen Grinsen.
Sie seufzte und ihr Kinn fiel wieder schwer in ihre Hände. âIch denke ich werde heute Abend in einer Tüte Popcorn einschlafen. Und wenn du mich aufweckst habe ich Körner auf meinem Gesicht kleben und Butter in den Haaren.â
Er bemühte sich über seine Enttäuschung hinaus zu lächeln. âJa, ich sehe das Problem. Das wäre tragisch.â
Sie blickte zögernd zu ihm auf. âEin andermal?â
Er nickte. âYeah. Sicher.â
âOkay. Naja, ich denke ich werde mich erst mal nach Hause schleppen. Willst du nicht vorbeikommen nachdem du das Café dichtgemacht hast?â fragte sie hoffnungsvoll.
âIch weià noch nicht. Ich muss für Morgen auch ausgeschlafen sein und es gibt noch Papierkram zu erledigenâ¦â er verstummte als er ihr verstehendes Nicken sah. Sie glitt vom Stuhl und seufzte lange. âWenn es nicht zu spät für dich ist,â gab er nach.
âOh, gut,â sagte sie lächelnd. âIch lass die Tür für dich offen.â
âMach das nicht,â widersprach er. âWas ist wenn ich es nicht mehr schaffe? Ich will nicht, dass deine Tür die ganze Nacht offen steht.â
Sie zuckte unschuldig mit den Schultern und trällerte fast als sie antwortete. âNaja, dann musst du wohl sichergehen, dass du kommen kannst um mich vor den vielen Stars Hollow Hooligans und Ãbeltätern zu beschützen.

Episode 6 Teil 2
Lorelai die Zweite betrat erneut das Dragonfly, nachdem sie mit ihrem zerstreuten Gärtner geredet hatte, und bemerkte, dass etwas fehlte. Alles sah so aus wie immer: Gäste standen verstreut herum, die Stühle standen in der ursprünglichen Position da, die Bilderrahmen waren gerade und es rann kein Blut die Wände herunter. Es war nichts verändert, bis sie hinter den Tresen ging und ein unnatürliches Lachen hörte. Verwundert nahm Lorelai einen Stapel Briefe und machte sich auf den Weg in den Speisesaal. Emily und Michel lehnten sich über einen Haufen Bücher und Prospekte auf einem der Tische, grinsend und rot vor Lachen. Sie schienen Lorelai noch nicht bemerkt zu haben. Ihre Mutter und Michel unter einer Decke steckend, das machte sie sehr nervös.
âMichel, ich werde den Test dieses Wochenende beginnen. Ich habe eine Gesichtsbehandlung im Pearl Day Spa gebucht, eine Massage im Seaside Inn und einen Seetang-wickel im Hotel Cingress im Stadtzentrum. Wollen sie mitkommen?â fragte Emily süÃ.
âEs wäre mir eine Ehre, Mrs. Gilmore,â willigte Michel ein.
âBitte, nennen sie mich Emily,â bestand Lorelais Mutter mit einem Kichern und tätschelte liebevoll Michels Arm.
âNatürlich, Emily. Ich hörte, dass das Seaside Inn eine Trüffelmaske anbietet. Trés bon,â deutete Michel und wischte sich Tränen der Begeisterung aus den Augen.
Lorelai brauchte wirklich noch eine Tasse Kaffee. Ihr Gespräch mit Kirk vorhin war eine Sache, aber das war eine ganz neue Art von Verrücktheit.
âDas hört sich etwas dekadent an.â Emily murmelte Michel etwas auf Französisch zu und beide begannen vor Freude zu quieken.
âOui,oui,â konnte Michel zwischen den Lachanfällen hervor pressen. Er schaute auf, erblickte Lorelai und erstarrt wie auf Knopfdruck. âOh gut, sie sind hier.â
âHallo,â sagte Lorelai kraftlos und schichtete Papier um, um einen Platz für ihre Post zu schaffen. Emily ernüchterte ebenfalls bei ihrem Auftauchen und tippte mit ihren frisch manikürten Nägeln auf den Tisch.
âDu bist spät dran.â bemerkte ihre Mutter flach.
âIch weiÃ, es tut mir Leid. Ich musste noch mit dem Gärtner reden, der sich vom Fensterbrett stürzen wollte. Eine Knollensache. Aber, es sieht so aus als hätte dir Michel Gesellschaft geleistet.â
âJa,â bestätigte Emily, âwir haben während deiner Abwesenheit über kosmetische Gesichtsbehandlungen gesprochen.â
âGut, okay, lass uns über Gesichtsbehandlungen reden.â
âJemand muss am Empfang stehen,â sagte Michel trocken während er durch eine Broschüre über ein Spa in Vermont blätterte.
âUnd es sieht so aus als wäre das dein Job, Michel.â
âGut,â seufzte er und erhob sich langsam vom Tisch um Richtung Empfangspult zu gehen.
âWir sind mit den Gesichtsmasken fertig. Wir sollten uns heute auf die Baupläne konzentrieren, Lorelai,â sagte Emily ernst.
âEh, richtig, sicher. Lass uns also über Pläne reden.â Emily nickte ihr kurz zu und öffnete ihre Tasche um einige Varianten hervorzuzaubern. Während ihre Mutter die Zettel auflegte, nutzte Lorelai die Zeit um die Post zu öffnen.
âHier sind ein paar Skizzen die mein Architekt nach meinen Anweisungen gezeichnet hat. Diese hier,â sagte sie und zeigte auf die Konstruktion auf der rechten Seite, âist mein persönlicher Favorit. Die Räume sind in einem Bogen angeordnet und das Spa-Empfangspult in der Mitte. Strukturell gesehen wäre das am passendsten für das Inn.â
âWas ist mit den restlichen Plänen?â fragte Lorelai abwesend als sie eine Nachricht von ihrer Wäschefirma abhörte.
âSie sind alle sehr gut und könnten genauso den Bedürfnissen des Inn entsprechen.â
âHmm, gut,â meinte Lorelai. Ihre Augenbraue hob sich als sie versuchte herauszuhören, warum ihr Wäschelieferant mehr für die Handtücher berechnet hatte.
âWas meinst du Lorelai?â
âWeswegen?â
âDie Skizzen.â
âDie sehen toll aus,â sagte Lorelai und notierte einige Beträge auf einen Zettelrand.
âWelcher gefällt dir?â
âUhm, dieser sieht gut aus,â sagte Lorelai nach einem Moment und einem kurzen Blick auf die Zeichnungen vor ihr. Sie zeigte auf eine in der Mitte und prüfte erneut ihre Mobilbox.
âHast du überhaupt aufgepasst?â fragte Emily empört.
âIch versuch´s Mum.â Lorelai schrieb eine Notiz für Michel und legte den Zettel dann auf den Tisch um sich auf ihre Mutter zu konzentrieren. Emily sah frustriert aus.
âDu hörst mir ja nicht einmal zu.â
âDoch, sicher,â seufzte Lorelai. âDu magst die Bogenvariante.â
âUnd welche ist das?â Lorelai biss sich auf die Lippe. Verdammt, alle Skizzen sahen gleich aus. Lorelai zeigte ratend auf das Blatt in der Mitte des Tisches. Emily rollte mit den Augen.
âIst es wirklich so schwer bei den Treffen aufzupassen?â
âNaja, Mum, heute ist es teilweise echt stressig. Wir sind im Moment ausgebucht. Zwei unserer Mitarbeiter haben die Grippe, der Gärtner ist nah dran die Knollen herauszureiÃen, die er letzte Woche gepflanzt hat, und mein Wäschelieferant verrechnet mir wegen der Handtücher zu viel. Offen gestanden, habe ich fettere Fische zu fangen.â Lorelai deutete auf den Anrufbeantworter um ihre Argumente zu stützen.
âIch hätte so etwas schon von dir erwarten müssen, schon wieder,â sagte Emily angesäuert.
âWas meinst du mit schon wieder?â
âIch habe gestern drei Stunden mit dem Architekten verbracht, um diese Entwürfe zu bekommen. Ich musste ein DAR Treffen absagen um diese Spas zu besuchen. Ich bin 45 Minuten im Stau gestanden um heute zum Hotel zu kommen und was erhalte ich dafür? Eine Tochter die zu einem Treffen zu spät kommt, für das ich hart gearbeitet habe um es zu planen. Ein Partner, der nicht einmal lang genug stillsitzen kann, um zu hören, was ich zu sagen habe. Ich dachte du hättest genug Geschäftssinn um vertrauenswürdig an das Projekt heranzugehen, aber ich denke ich hätte nicht so viel erwarten sollen.â Emily sah Lorelai lange an und begann dann die Zettel am Tisch zusammenzusuchen.
âEs tut mir Leid, Mum,â sagte Lorelai, auch wenn sie zu sehr ärgerte als es entschuldigend zu meinen. âZeig mir den Plan den du magst noch einmal.â
âWir sollten uns ein andermal treffen. Du hast offensichtlich besseres zu tun.â
âMichel kann das für mich übernehmen,â sagte Lorelai aufrichtig.
âAlso gut,â sagte Emily kurz darauf. Sie holte den Plan wieder hervor und begann die Details des Entwurfs mit Lorelai zu besprechen.
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Nach einer halben Stunde in dem kleinen Restaurant, wo sie dem Charme von selbstgemachtem Kirschkuchen erlegen und Geschichten über vergangene Festivals und Plänen für das kommende Wochenende gehört hatte, konnte Rory überzeugt sein, dass die Gruppe von Stadt-Hinterwäldlern kein wirkliches Interesse an Politik hatte. Auch wenn die nationale Kampagne praktisch in ihrer Türschwelle stand, schienen sie nicht interessiert an etwas zu sein, das mit Politik im Zusammenhang lag. Dennoch, als das Gespräch zwischen verschiedensten Geschichten einschlief, fragte sie vorsichtig nach ihrer Meinung über die Präsidentenkampagne und speziell nach Obama.
Walter, der Ãlteste, zog an seinem grauen Bärtchen und murmelte, âNaja, ich wähle die Republikaner, also habe ich kein Interesse daran diesen Liberalen zuzuhören.â
Rory blickte durch die Runde und sah einen Mann mittleren Alters in einem Overall, der zustimmend nickte, aber eine der Frauen kicherte. âNaja, wenn man bedenkt wohin uns diese Republikaner gebracht habenâ¦â sie verstummte als sie den älteren Mann ansah, ihre Augenbrauen gehoben.
Als Reaktion schüttelte er den Kopf und Rory konnte in der Geste Spuren eines guten Arguments sehen, es sah so aus als wusste sie was kommen würde. Walter sah zu Rory und erklärte, âVersteh mich nicht falsch. Bush tat dem Land eher mehr Schlechtes als Gutes, aber ich denke nicht, dass deshalb ein demokratischer Präsident die einzige Antwort darauf ist. Sie haben auch nicht mehr Ahnung was man mit dem Irak machen soll, als der Präsident.â
âZumindest wollen sie versuchen uns da rauszuholen,â protestierte Doreen und lehnte sich über den Tresen, auf ihre Ellbogen gestützt, âEinige von diesen Republikanern klingen als glauben sie ernsthaft es gäbe bereits Erfolge im Irak.â
âDas sagen sie schon,â antwortete er, âaber wenn man versucht sie an die Wand zu nageln und von ihnen einen realistischen Plan verlangt, dann beginnen sie rückwärts zu treten und reden über Belangloses und von einer langzeitigen Militärpräsenz.â Er zuckte die Achseln und obwohl Doreen ihn böse ansah, widerlegte sie nichts.
Als gerade niemand etwas sagte, sprach die Frau die zuvor nur still dagesessen hatte â Barbara, dachte Rory und prüfte ihre Unterlagen - âIch möchte von Obamas Plänen für die Gesundheitsreform hören. Das ist es worüber wir reden sollten â wie man jeden Einzelnen versorgt â anstatt neue Wege zu finden um uns in oder aus dem Krieg zu bekommen. Zumindest reden die Demokraten so darüber.â
âIch will nur mehr davon wissen, was er beabsichtigt zu tun,â sagte ein anderer Mann, der bisher noch nichts gesagt hatte, ein Afroamerikaner in den 30ern. âIch weià ja, dass dieser Einzelkämpferplan ein Streitfall ist, aber er ist auch einfach. Obama redet von ganzheitlicher Versorgung, aber es konnte sein, dass nicht jeder davon betroffen sein wird, und es ist auch nicht klar wie viel das die kleinen Unternehmer kosten wird und auch uns allen, die wir mit den Steuerzahlungen dafür aufkommen müssen.â
âNaja, genau deswegen will ich etwas darüber wissen,â sagte Barbara, nickend. âDie ganze Stadt lebt von Kleinunternehmen und Arbeitern die keine Gesamtversicherung haben oder jeden Penny zusammenkratzen müssen um es sich leisten zu können.â Seufzte sie und schüttelte den Kopf. âMeine Schwester kann kaum die Kinder versorgen, insbesondere weil Billy bei der Bank gefeuert wurde und bis jetzt keinen neuen Job mit Unterstützung finden konnte.â Sie sah zu Rory die schnell alles niederschrieb. âBist du dir sicher, dass das hilfreich ist? Wir haben nicht gerade von deinem Mann geschwärmt.â
âOh, er ist nicht ´mein Mann`,â korrigierte Rory. âIch schreibe als Reporter neutral über die Kampagne.â Als sie einige Stirnrunzeln in der Gruppe sah, fügte sie hinzu, âIch denke er behandelt interessante Fragen und es ist toll, dass die Partei so verschiedene politische Vertreter anbietet, aber als Journalist bin ich eher fokussiert auf Themen die die Menschen während der Wahlen beschäftigen, egal ob die Bedenken berechtigt sind oder nicht.â Sie machte eine kurze Pause und blickte in die Runde. âIch will nur nicht, dass sie etwas nicht aussprechen, weil ich hier sitze. Es hilft sehr wenn sie sagen was sie wirklich darüber denken.â
âAlso gut, dann lass uns über Bildung reden,â sagte ein Mann mit einem Grinsen. Rory hatte bereits notiert, dass sein Name Frank ist und er Geschichte Lehrer an der High School ist.
âOh, und noch eine Runde,â sagte Doreen und lachte, als Rory mit dem Stift in der Hand, bereit loszuschreiben, dasaÃ.
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âLorelai?â sagte er gefühlvoll.
âKaffee. IV. Statistik,â stöhnte sie ohne ihren Kopf zu heben. Um es zu veranschaulichen, hob sie einen Arm und zeigte auf die Innenseite ihres ausgestreckten Unterarms.
Eine Augenbraue durch ihr theatralisches Auftreten hebend, fragte er, âLanger Tag?â
âDer längste. Zuerst Michel.â
âRichtig. Michel.â Luke nickte, er brauchte keine weiteren Erklärungen.
âUnd meine Mutter.â Luke hielt eine Bemerkung über das Hervorrufen von selbstverschuldetem Schaden zurück, weil Lorelai weiterredete. âUnd Manny. Gott liebt ihn, er ist ein toller Koch, aberâ¦â Sie machte eine Pause und richtete sich auf um ihr Kinn in die Hände zu stützen. âDu weiÃt wie Sookie ist mit ihrer Küche. Wie speziell sie ist mit dem Essen.â
âJa,â sagte Luke ironisch. âDas kenne ich nur zu gut.â
Lorelai lächelte ihn schwach an. âYeah. Naja, sie macht Manny so paranoid, dass er alles nur über mein Einverständnis macht.â
Er konnte darüber nur lachen. âUnd das hilft ihm?â
Lorelai schürte ihre Unterlippe zu einem dramatischen Schmollmund und funkelte ihn an. âAber heute Abend,â fuhr sie fort und ignorierte seine Frage, âist er besonders nervös, weil wir eines von Sookies charakteristischen Gerichten anbieten â Schwein oder Ente oder so.â
âUnd du bist ihm sicher keine Hilfe.â
âTritt nur, wenn ich am Boden liege,â wimmerte sie.
Er lächelte reuevoll. âWie wär´s wenn ich es wieder gutmache indem ich dich ins Kino einlade? Wir könnten uns den Film ansehen, mit dem Kerl, der den anstrengenden Chef einer Papierfabrik spielt. Ich weià du wolltest den schon lange sehen.â
âWow,â sagte sie und war etwas aufgeheitert, âdu machst vor nichts halt, oder? Du kannst diesen Kerl nicht leiden.â
Luke zuckte die Achseln. âDas ist ok. Du willst ihn ja sehen.â
âIch will. Ja wirklich.â sie formte die Lippen spitz. âAber ich denke nicht, dass sie ihn schon spielen.â
âNaja, in diesem Fall denke ich, dass es etwas ähnlich schlimmes gibt, das wir uns ansehen können,â sagte er mit einem hoffnungsvollen Grinsen.
Sie seufzte und ihr Kinn fiel wieder schwer in ihre Hände. âIch denke ich werde heute Abend in einer Tüte Popcorn einschlafen. Und wenn du mich aufweckst habe ich Körner auf meinem Gesicht kleben und Butter in den Haaren.â
Er bemühte sich über seine Enttäuschung hinaus zu lächeln. âJa, ich sehe das Problem. Das wäre tragisch.â
Sie blickte zögernd zu ihm auf. âEin andermal?â
Er nickte. âYeah. Sicher.â
âOkay. Naja, ich denke ich werde mich erst mal nach Hause schleppen. Willst du nicht vorbeikommen nachdem du das Café dichtgemacht hast?â fragte sie hoffnungsvoll.
âIch weià noch nicht. Ich muss für Morgen auch ausgeschlafen sein und es gibt noch Papierkram zu erledigenâ¦â er verstummte als er ihr verstehendes Nicken sah. Sie glitt vom Stuhl und seufzte lange. âWenn es nicht zu spät für dich ist,â gab er nach.
âOh, gut,â sagte sie lächelnd. âIch lass die Tür für dich offen.â
âMach das nicht,â widersprach er. âWas ist wenn ich es nicht mehr schaffe? Ich will nicht, dass deine Tür die ganze Nacht offen steht.â
Sie zuckte unschuldig mit den Schultern und trällerte fast als sie antwortete. âNaja, dann musst du wohl sichergehen, dass du kommen kannst um mich vor den vielen Stars Hollow Hooligans und Ãbeltätern zu beschützen.
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