25.01.2006, 23:07
Teil 8
Rory seufzte. Im Nachhinein hatte sie sich oft gefragt, wie sie so blöd sein konnte. Es war die reinste Dummheit gewesen nicht an Verhütung zu denken aber sich selber anzulügen und darauf zu vertrauen, dass nichts passieren würde, war noch dümmer gewesen. Gerade sie hätte es besser wissen müssen. Sie war doch selber das Werk von so einer verantwortungslosen Jugendliebe gewesen. Rory schreckte auf als ihr Bein anfing zu zittern. Sie lächelte und nahm ihr Handy raus, deren Ton aus war und nur Vibrationsalarm an war. Sie hatte sich daran gewöhnt immer den Ton aus zuschalten, wenn es dunkel wurde. Sie hatte Angst ihr Töchterchen könnte vom Schlaf aufschrecken. Sie lächelte als sie sah wer sie anrief.
"Hi, Dean."
"Hey, Schatz! Bist du in Stars Hollow?"
"Ja. Tut mir Leid, dass ich dir nicht Bescheid gesagt habe. Aber ich hatte nur Augen für die kleine Jamie."
"Versteh ich doch, mein Schatz. Sehen wir uns morgen?"
"Natürlich. Ich komm morgen Mittag mit Jamie vorbei, okay?"
"Okay. Ich liebe dich, Rory."
"Gute Nacht, Dean."
Rory legte auf. Sie hasste es, wenn er das sagte. Sie fühlte sich schuldig, dass sie ihm nicht antworten konnte. Aber sie wollte ihn auch nicht anlügen. Sie wusste nicht was sie für ihn fühlte. Er hatte sich von Lindsay für sie scheiden lassen. Sie hatte das gar nicht gewollt. Sie hatte sowieso gefunden das die Nacht mit Dean ein Fehler gewesen war. Ihr gröÃter Fehler bisher. Die Nacht mit Jess sah sie nicht als einen Fehler an. Das einzige was daran ein Fehler war, war die fehlende Verhütung gewesen. Aber sie waren beide alt genug gewesen. Fast 18. Sie wussten genau was sie da taten. Sie hatten damit niemanden verletzt, niemandem schmerzen zugefügt. Aber die Nacht mit Dean war ein totaler Fehler gewesen. Sie hatten einem Menschen weh getan. Einen Menschen betrogen. Rory war als Ehebrecherin abgestempelt worden. Als eine allein erziehende Teenie-Mom und eine Ehebrecherin. Sie hatte genau gewusst, was die Menschen damals hinter ihrem Rücken geflüstert hatten. Aber das war ihr alles egal gewesen. Sie hatte Lindsay gegenüber groÃe Schuldgefühle gehabt. Sie wusste selber nicht wie es dazu gekommen war. Zu der Nacht mit Dean. Sie hatte sich so einsam gefühlt. So alleine. Ihre Mom war mit Luke und Jamie im Dragonfly Inn bei der Eröffnung gewesen. Zumindest war sie jetzt nicht mehr alleine. Sie hatte einen Mann an ihrer Seite der sie und ihre Tochter liebte und sie niemals einfach so verlassen würde. Rory zog sich um und legte sich ins Bett. Morgen würde ein harter Tag für sie werden. Nicht dass, das sie Jess sehen würde machte ihr Angst sondern ihm von Jamie zu erzählen. Wie würde er wohl reagieren? Bestimmt würde er total sauer werden und rumbrüllen, dass er nichts damit zu tun haben wollte. Das wäre Rory auch ganz recht so. Sie hatte nicht vor ihrer Tochter einen Vater wie Jess zu geben. Am liebsten wäre es ihr, wenn er ohne viel Aufhebens einfach sein Geld sparen würde und für immer aus ihrem und Jamies Leben verschwinden würde. Sie wusste wie es war einen Vater zu haben, der kaum an ihrem Leben teil nahm, der immer kam und ging wie es ihm passte. Sie hatte sich immer, wenn ihr Dad wieder einmal da gewesen war vorgelogen, dass ihre Eltern wieder zusammen kommen würden. Und jedes mal wenn er wieder wegging zerbrach etwas in tausend Stücken in ihr. Etwas das jedes mal, wenn ihr Dad wieder kam wieder repariert wurde. Aber es war wie bei einer Vase das von einem Schrank auf den Boden fällt. Man kann versuchen es mit Kleber wieder zusammen zu kleben aber die Vase wird nie wieder so werden wie es mal war. Man würde alle Einzelteile auf einem Blick erkennen. Sie waren wie die Narben in ihrem Herzen. Sie würde so etwas niemals ihrer Tochter antun. Dean würde einen guten Vater abgeben. Er tat es jetzt schon. Die Kleine hing an ihm. Sie liebte ihn. Und deswegen liebte Rory ihn. Auf eine seltsame, undefinierbare Weise liebte sie ihn. Nicht so wie er sie liebte aber doch liebte sie ihn. Rory stand noch mal auf und ging zum Gitterbettchen ihrer Tochter. Sie beobachtete ihr Kind mit glitzernden Augen und hielt die Luft an. Erleichtert atmete sie wieder aus, als sie die Atemgeräusche ihres Mädchens gehört hatte. Aber um ganz sicher zu sein legte sie ihre Hand ganz vorsichtig und behutsam auf Jamies Brust. Wie sehr sie dieses Gefühl des kleines Brustkörpchens unter ihrer Hand, dass sich bewegte, liebte. Es erfüllte sie mit Glück. Sie konnte nie einschlafen ohne sicher zu sein, dass Jamie atmete. Sie ging wieder ins Bett und schlief sofort ein.
---------------------------------------------------
Rory stand vor einer Wohnung mit Jamie auf dem Arm, die einen groÃen Blumenhut trug. Rory klingelte an der Tür, die sofort aufgemacht wurde. Dean lächelte sie an und gab ihr einen langen Kuss, als ihn ein Schlag auf den Kopf traf und ein empörter Schrei in seine Ohren drang. Lächelnd sah er auf in die blauen Augen seiner geliebten Jamie. Er nahm sie aus den Armen seiner Freundin.
"Hey, SüÃe! Nicht eifersüchtig sein aber ich habe deine Mommy nun mal vermisst, Baby."
Jamie schrie und brabbelte und brachte Geräusche raus als würde sie ihren Ersatzpapi verstehen und ihm antworten.
"Ich bin ganz deiner Meinung, Töchterchen."
"Dean, du sollst sie doch nicht so nennen!"
"Aber ich seh sie so, Rory. Das weiÃt du."
"Ja, aber du bist nicht ihr Vater."
"Ja, aber sie wird mich irgendwann doch so sehen. Ich meine sogar jetzt sind wir uns so nah wie Vater und Tochter. Ich liebe sie wie meine eigene Tochter und ich zweifle keinen Augenblick daran, dass sie mich auch so liebt."
"Ich weià Dean, ich weiÃ. Aber ich will nicht, dass sie denkt du wärst tatsächlich ihr Vater. Sie soll wissen, dass du nicht ihr Vater bist. Sie soll es selbst entscheiden, wie sie dich nennen will. Wie sie zu dir stehen will. Sie soll dir sagen was sie will aber ich will nicht, dass sie damit aufwächst, dass du sie Töchterchen nennst. Das verstehst du doch, oder?"(Inzwischen hatten sie sich auf eine Couch gesetzt.)
Dean sah zwar nicht gerade überzeugt aus aber nickte trotzdem. Dann lächelte er und küsste sie. Was sofort wieder mit einem Schlag und einem Schrei bestraft wurde.
"Hey, Jamie! Schau mal was ich hier habe."
Er setzte die Kleine auf den Boden und drückte ihr ein buntes Spielzeug mit vielen Knöpfen in die Hand. Jamie drückte auf einen Knopf und ein rotes Lichtlein ging an und ein Ton kam raus. Jamie schrie entzückt auf und schien gleich ihr Mom und deren Freund vergessen zu haben. Dean lächelte und setzte sich wieder auf das Sofa und küsste endlich in aller Ruhe seine Freundin. Nach einer Weile trennte sich Rory von Dean und sagte:
"Ich muss dir was erzählen."
-----------------------------------------------
Zur selben Zeit im Diner saà Lorelai an der Theke und sprach mit Luke.
"Vielleicht taucht er ja gar nicht auf? Vielleicht setzt er sich einfach ins Auto und fährt weit, weit weg anstatt hierher zu kommen."
"Das glaub ich kaum. T.J. würde alles tun um ihn zu finden. Immerhin schuldet er ihnen eine Menge Geld."
"Aber vielleicht findet er auf den Weg hierher einen viel besseren Job?"
"Machen wir uns nichts vor, Lorelai. Er wird kommen. Glaub mir. Denkst du sie wird es ihm erzählen?"
"Ja, das wird sie. Das hier ist Stars Hollow, Luke. Auch wenn sie es ihm verheimlichen wollte, könnte sie es nicht und sie weià genau, dass es besser ist wenn er es von ihr erfährt."
"Ich frage mich wie er wohl reagieren wird."
"Ich mich auch. Wann kommt er eigentlich?"
"Ich habe keine Ahnung. Er kommt ja mit dem Auto und ..."
Er kam nicht weiter, denn die Tür des Diners wurde geöffnet und plötzlich stand Jess da.
Teil 9
"WAS?"
Jamie sah erschrocken auf als Dean laut brüllte.
"Beruhige dich. Schau mal Jamie. Wenn du diesen Knopf drückst blinkt das blaue Lichtlein. Schön nicht?"
Jamie vergaà augenblicklich Dean und widmete sich ihrem Spielzeug zu. Rory zog Dean mit ins Schlafzimmer.
"Du scherzt nur, oder?
"Nein, Dean. Jess kommt heute nach Stars Hollow."
"WIESO?!"
"Das habe ich dir doch schon erklärt!"
"Wieso bist du so ruhig?!"
"Wie meinst du das?"
"Der Vater deiner Tochter kommt und anstatt dass du wütend sein solltest, anstatt dass du brüllen solltest bist du so ruhig! Warum? Bist du froh das er wieder kommt?"
"Dean, hör auf rum zu spinnen! Was würde es den bringen wütend zu sein? Würde er dann wieder abhauen?"
"Probier es doch. Im Abhauen ist er ja groÃe Klasse."
"Hör auf, Dean! Das bringt alles nichts!"
"Wirst du es ihm erzählen? Wirst du ihm Jamie erzählen?"
"Natürlich! Wenn ich es ihm nicht erzähle wird es jemand anderes tun. Er wird es erfahren, Dean. Ob ich will oder nicht."
"Und was wird er wohl machen?"
"Du kennst doch Jess. Kaum wird es schwierig haut er ab. Und das wird er diesesmal auch so machen. Beruhige dich. Bitte."
"Okay."
Er nimmt ihren Kopf in seine Hände und gibt ihr einen sanften Kuss.
--------------------------------------------------------
"Er hat sich gar nicht verändert." murmelte Luke leise.
Jess kam an die Theke.
"Hallo, Onkel Luke. Hallo, Tante Lorelai. Hab von eurer Hochzeit gehört. Glückwunsch."
"Hallo, Jess. Wir haben vor über einem Jahr geheiratet. Bisschen zu spät, deine Glückwünsche, meinst du nicht auch?"
"Besser später als gar nicht, Tante Lorelai."
"Nenn mich nicht Tante!"
"Wie soll ich dich dann nennen? Onkel? Okay, von mir aus. Wie geht es euch Tante Luke, Onkel Lorelai?"
"Hör auf, Jess. Bring deine Sachen hoch."
Jess antwortete nicht und ging hoch. Lorelai nahm ihr Handy raus und sah Luke beschwörend an.
"Rory, er ist da."
"Okay, ich komme."
Luke sah sie fragend an.
"Wieso will sie jetzt schon mit ihm reden. Das kann sie doch auch später machen?"
"Schätzchen, du bist aufgeregter wie die Hauptperson. Er könnte bis morgen hunderten von Menschen begegnen die ihm das vorher sagen."
In dem Moment kam Jess wieder runter.
"Kann ich dir helfen, Luke?"
"Wow, Jess. Seit wann sind wir denn so fleiÃig?"
"Seit ich meiner Mom und ihrem Penner ne Menge Kohle schulde und deswegen wieder in dieses Kaff zurück musste."
"Schrubb die Theke."
Jess nahm ein Tuch und begann mit der Arbeit. Luke und Lorelai konnten genau sehen wie ihm was in der Seele brannte, was er los werde wollte. Und dann sprach er es endlich aus.
âWie geht es meiner Kusine?"
"WEM?"
fragten Luke und Lorelai gleichzeitig.
"Meiner Kusine. Deiner Tochter, Tante Lorelai."
"Gut. Sehr gut."
Lorelai nippte an ihrem Kaffee und sah Jess direkt in die Augen. Er schrubbte weiter. Eine viertel Stunde später ging er hoch, weil Luke ihn die ganze Zeit bedrängte seine Mom anzurufen und ihr Bescheid zu sagen. Kaum war er oben ging die Tür wieder auf.
"Wo warst du so lange?"
"Dean wollte mich nicht gehen lassen. Er wollte unbedingt mit."
"Ist Jamie bei ihm?"
"Jep, wo ist Jess?"
"Oben, geh hoch."
Rory nickte und stieg die Treppen schnell hoch aber desto näher sie der Tür kam wurde sie langsamer, zögerlicher. Und dann stand sie da, vor der Tür, die sie von ihm, dem Vater ihres Kindes trennte. Dem ersten Mann den sie so nah an sich gelassen hatte, wie noch nie jemandem davor. Sie hörte seine Stimme und ein Gefühl, dass sie nicht beschreiben konnte aber das ihr Angst einjagte durchzuckte sie. Sie hörte wie er auflegte und sie klopfte an bevor sie den Mut ganz verlor.
"Ich wollte gerade (er riss die Tür auf und sah sie) runterkommen (flüsterte er)."
"Hallo, Jess."
Er starrte sie einfach nur an ohne ein Ton raus zubringen.
"Kann ich rein kommen? Wir müssen reden."
Tonlos ging er zur Seite und lieà sie rein. Sie setzte sich an den Tisch, er schloss diese und folgte ihr.
"Hey, Rory."
"Jess, ich muss dir was erzählen. Aber ich möchte, nein ich will, dass du mir zuerst erzählst weshalb du hier bist. Ich meine, ich will wissen, was du angestellt hast, dass du soviel Geld gebraucht hast."
"Deswegen bist du hier. Um mich zu fragen was ich angestellt habe?"
"Nein, ich bin hier um dir was zu erzählen, aber davor muss ich wissen was du angestellt hast."
"Wie kommst du darauf, dass ich dir das erzähle?"
"Jess, ich verdiene das. Ich verdiene es, das zu wissen, meinst du nicht auch? Du könntest mir wenigstens dieses eine mal was erzählen. Mir wenigstens dieses eine mal vertrauen."
"Ich habe nichts angestellt, Rory. Schwer zu glauben, ich weiÃ. Immerhin bin ich Jess. Ich muss was anstellen, anders geht es nicht."
"Doch, Jess. Ich kenne dich besser als alle anderen in Stars Hollow, vielleicht sogar besser als jeder andere. Ich weiÃ, dass du ganz anders bist, ganz anders sein kannst. Aber 4500 $ sind nicht wenig Geld. Wofür hast du es gebraucht?"
"Es war für eine Freundin. Ich habe es ihr geliehen."
"Wofür hat sie es den gebraucht?"
"Sie hat ein Baby abgetrieben."
"DEINE FREUNDIN HAT DEIN KIND ABGETRIEBEN? UND DAFÃR HAST DU IHR GELD GELIEHEN? DU BIST EIN MÃRDER, JESS MARIANO!"
Rory war auÃer sich vor Wut. Wie konnte er nur?
"Beruhige dich! Sie war weder meine Freundin, noch war das mein Baby."
"Wieso hast du ihr dann das Geld gegeben?"
Rory seufzte. Im Nachhinein hatte sie sich oft gefragt, wie sie so blöd sein konnte. Es war die reinste Dummheit gewesen nicht an Verhütung zu denken aber sich selber anzulügen und darauf zu vertrauen, dass nichts passieren würde, war noch dümmer gewesen. Gerade sie hätte es besser wissen müssen. Sie war doch selber das Werk von so einer verantwortungslosen Jugendliebe gewesen. Rory schreckte auf als ihr Bein anfing zu zittern. Sie lächelte und nahm ihr Handy raus, deren Ton aus war und nur Vibrationsalarm an war. Sie hatte sich daran gewöhnt immer den Ton aus zuschalten, wenn es dunkel wurde. Sie hatte Angst ihr Töchterchen könnte vom Schlaf aufschrecken. Sie lächelte als sie sah wer sie anrief.
"Hi, Dean."
"Hey, Schatz! Bist du in Stars Hollow?"
"Ja. Tut mir Leid, dass ich dir nicht Bescheid gesagt habe. Aber ich hatte nur Augen für die kleine Jamie."
"Versteh ich doch, mein Schatz. Sehen wir uns morgen?"
"Natürlich. Ich komm morgen Mittag mit Jamie vorbei, okay?"
"Okay. Ich liebe dich, Rory."
"Gute Nacht, Dean."
Rory legte auf. Sie hasste es, wenn er das sagte. Sie fühlte sich schuldig, dass sie ihm nicht antworten konnte. Aber sie wollte ihn auch nicht anlügen. Sie wusste nicht was sie für ihn fühlte. Er hatte sich von Lindsay für sie scheiden lassen. Sie hatte das gar nicht gewollt. Sie hatte sowieso gefunden das die Nacht mit Dean ein Fehler gewesen war. Ihr gröÃter Fehler bisher. Die Nacht mit Jess sah sie nicht als einen Fehler an. Das einzige was daran ein Fehler war, war die fehlende Verhütung gewesen. Aber sie waren beide alt genug gewesen. Fast 18. Sie wussten genau was sie da taten. Sie hatten damit niemanden verletzt, niemandem schmerzen zugefügt. Aber die Nacht mit Dean war ein totaler Fehler gewesen. Sie hatten einem Menschen weh getan. Einen Menschen betrogen. Rory war als Ehebrecherin abgestempelt worden. Als eine allein erziehende Teenie-Mom und eine Ehebrecherin. Sie hatte genau gewusst, was die Menschen damals hinter ihrem Rücken geflüstert hatten. Aber das war ihr alles egal gewesen. Sie hatte Lindsay gegenüber groÃe Schuldgefühle gehabt. Sie wusste selber nicht wie es dazu gekommen war. Zu der Nacht mit Dean. Sie hatte sich so einsam gefühlt. So alleine. Ihre Mom war mit Luke und Jamie im Dragonfly Inn bei der Eröffnung gewesen. Zumindest war sie jetzt nicht mehr alleine. Sie hatte einen Mann an ihrer Seite der sie und ihre Tochter liebte und sie niemals einfach so verlassen würde. Rory zog sich um und legte sich ins Bett. Morgen würde ein harter Tag für sie werden. Nicht dass, das sie Jess sehen würde machte ihr Angst sondern ihm von Jamie zu erzählen. Wie würde er wohl reagieren? Bestimmt würde er total sauer werden und rumbrüllen, dass er nichts damit zu tun haben wollte. Das wäre Rory auch ganz recht so. Sie hatte nicht vor ihrer Tochter einen Vater wie Jess zu geben. Am liebsten wäre es ihr, wenn er ohne viel Aufhebens einfach sein Geld sparen würde und für immer aus ihrem und Jamies Leben verschwinden würde. Sie wusste wie es war einen Vater zu haben, der kaum an ihrem Leben teil nahm, der immer kam und ging wie es ihm passte. Sie hatte sich immer, wenn ihr Dad wieder einmal da gewesen war vorgelogen, dass ihre Eltern wieder zusammen kommen würden. Und jedes mal wenn er wieder wegging zerbrach etwas in tausend Stücken in ihr. Etwas das jedes mal, wenn ihr Dad wieder kam wieder repariert wurde. Aber es war wie bei einer Vase das von einem Schrank auf den Boden fällt. Man kann versuchen es mit Kleber wieder zusammen zu kleben aber die Vase wird nie wieder so werden wie es mal war. Man würde alle Einzelteile auf einem Blick erkennen. Sie waren wie die Narben in ihrem Herzen. Sie würde so etwas niemals ihrer Tochter antun. Dean würde einen guten Vater abgeben. Er tat es jetzt schon. Die Kleine hing an ihm. Sie liebte ihn. Und deswegen liebte Rory ihn. Auf eine seltsame, undefinierbare Weise liebte sie ihn. Nicht so wie er sie liebte aber doch liebte sie ihn. Rory stand noch mal auf und ging zum Gitterbettchen ihrer Tochter. Sie beobachtete ihr Kind mit glitzernden Augen und hielt die Luft an. Erleichtert atmete sie wieder aus, als sie die Atemgeräusche ihres Mädchens gehört hatte. Aber um ganz sicher zu sein legte sie ihre Hand ganz vorsichtig und behutsam auf Jamies Brust. Wie sehr sie dieses Gefühl des kleines Brustkörpchens unter ihrer Hand, dass sich bewegte, liebte. Es erfüllte sie mit Glück. Sie konnte nie einschlafen ohne sicher zu sein, dass Jamie atmete. Sie ging wieder ins Bett und schlief sofort ein.
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Rory stand vor einer Wohnung mit Jamie auf dem Arm, die einen groÃen Blumenhut trug. Rory klingelte an der Tür, die sofort aufgemacht wurde. Dean lächelte sie an und gab ihr einen langen Kuss, als ihn ein Schlag auf den Kopf traf und ein empörter Schrei in seine Ohren drang. Lächelnd sah er auf in die blauen Augen seiner geliebten Jamie. Er nahm sie aus den Armen seiner Freundin.
"Hey, SüÃe! Nicht eifersüchtig sein aber ich habe deine Mommy nun mal vermisst, Baby."
Jamie schrie und brabbelte und brachte Geräusche raus als würde sie ihren Ersatzpapi verstehen und ihm antworten.
"Ich bin ganz deiner Meinung, Töchterchen."
"Dean, du sollst sie doch nicht so nennen!"
"Aber ich seh sie so, Rory. Das weiÃt du."
"Ja, aber du bist nicht ihr Vater."
"Ja, aber sie wird mich irgendwann doch so sehen. Ich meine sogar jetzt sind wir uns so nah wie Vater und Tochter. Ich liebe sie wie meine eigene Tochter und ich zweifle keinen Augenblick daran, dass sie mich auch so liebt."
"Ich weià Dean, ich weiÃ. Aber ich will nicht, dass sie denkt du wärst tatsächlich ihr Vater. Sie soll wissen, dass du nicht ihr Vater bist. Sie soll es selbst entscheiden, wie sie dich nennen will. Wie sie zu dir stehen will. Sie soll dir sagen was sie will aber ich will nicht, dass sie damit aufwächst, dass du sie Töchterchen nennst. Das verstehst du doch, oder?"(Inzwischen hatten sie sich auf eine Couch gesetzt.)
Dean sah zwar nicht gerade überzeugt aus aber nickte trotzdem. Dann lächelte er und küsste sie. Was sofort wieder mit einem Schlag und einem Schrei bestraft wurde.
"Hey, Jamie! Schau mal was ich hier habe."
Er setzte die Kleine auf den Boden und drückte ihr ein buntes Spielzeug mit vielen Knöpfen in die Hand. Jamie drückte auf einen Knopf und ein rotes Lichtlein ging an und ein Ton kam raus. Jamie schrie entzückt auf und schien gleich ihr Mom und deren Freund vergessen zu haben. Dean lächelte und setzte sich wieder auf das Sofa und küsste endlich in aller Ruhe seine Freundin. Nach einer Weile trennte sich Rory von Dean und sagte:
"Ich muss dir was erzählen."
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Zur selben Zeit im Diner saà Lorelai an der Theke und sprach mit Luke.
"Vielleicht taucht er ja gar nicht auf? Vielleicht setzt er sich einfach ins Auto und fährt weit, weit weg anstatt hierher zu kommen."
"Das glaub ich kaum. T.J. würde alles tun um ihn zu finden. Immerhin schuldet er ihnen eine Menge Geld."
"Aber vielleicht findet er auf den Weg hierher einen viel besseren Job?"
"Machen wir uns nichts vor, Lorelai. Er wird kommen. Glaub mir. Denkst du sie wird es ihm erzählen?"
"Ja, das wird sie. Das hier ist Stars Hollow, Luke. Auch wenn sie es ihm verheimlichen wollte, könnte sie es nicht und sie weià genau, dass es besser ist wenn er es von ihr erfährt."
"Ich frage mich wie er wohl reagieren wird."
"Ich mich auch. Wann kommt er eigentlich?"
"Ich habe keine Ahnung. Er kommt ja mit dem Auto und ..."
Er kam nicht weiter, denn die Tür des Diners wurde geöffnet und plötzlich stand Jess da.
Teil 9
"WAS?"
Jamie sah erschrocken auf als Dean laut brüllte.
"Beruhige dich. Schau mal Jamie. Wenn du diesen Knopf drückst blinkt das blaue Lichtlein. Schön nicht?"
Jamie vergaà augenblicklich Dean und widmete sich ihrem Spielzeug zu. Rory zog Dean mit ins Schlafzimmer.
"Du scherzt nur, oder?
"Nein, Dean. Jess kommt heute nach Stars Hollow."
"WIESO?!"
"Das habe ich dir doch schon erklärt!"
"Wieso bist du so ruhig?!"
"Wie meinst du das?"
"Der Vater deiner Tochter kommt und anstatt dass du wütend sein solltest, anstatt dass du brüllen solltest bist du so ruhig! Warum? Bist du froh das er wieder kommt?"
"Dean, hör auf rum zu spinnen! Was würde es den bringen wütend zu sein? Würde er dann wieder abhauen?"
"Probier es doch. Im Abhauen ist er ja groÃe Klasse."
"Hör auf, Dean! Das bringt alles nichts!"
"Wirst du es ihm erzählen? Wirst du ihm Jamie erzählen?"
"Natürlich! Wenn ich es ihm nicht erzähle wird es jemand anderes tun. Er wird es erfahren, Dean. Ob ich will oder nicht."
"Und was wird er wohl machen?"
"Du kennst doch Jess. Kaum wird es schwierig haut er ab. Und das wird er diesesmal auch so machen. Beruhige dich. Bitte."
"Okay."
Er nimmt ihren Kopf in seine Hände und gibt ihr einen sanften Kuss.
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"Er hat sich gar nicht verändert." murmelte Luke leise.
Jess kam an die Theke.
"Hallo, Onkel Luke. Hallo, Tante Lorelai. Hab von eurer Hochzeit gehört. Glückwunsch."
"Hallo, Jess. Wir haben vor über einem Jahr geheiratet. Bisschen zu spät, deine Glückwünsche, meinst du nicht auch?"
"Besser später als gar nicht, Tante Lorelai."
"Nenn mich nicht Tante!"
"Wie soll ich dich dann nennen? Onkel? Okay, von mir aus. Wie geht es euch Tante Luke, Onkel Lorelai?"
"Hör auf, Jess. Bring deine Sachen hoch."
Jess antwortete nicht und ging hoch. Lorelai nahm ihr Handy raus und sah Luke beschwörend an.
"Rory, er ist da."
"Okay, ich komme."
Luke sah sie fragend an.
"Wieso will sie jetzt schon mit ihm reden. Das kann sie doch auch später machen?"
"Schätzchen, du bist aufgeregter wie die Hauptperson. Er könnte bis morgen hunderten von Menschen begegnen die ihm das vorher sagen."
In dem Moment kam Jess wieder runter.
"Kann ich dir helfen, Luke?"
"Wow, Jess. Seit wann sind wir denn so fleiÃig?"
"Seit ich meiner Mom und ihrem Penner ne Menge Kohle schulde und deswegen wieder in dieses Kaff zurück musste."
"Schrubb die Theke."
Jess nahm ein Tuch und begann mit der Arbeit. Luke und Lorelai konnten genau sehen wie ihm was in der Seele brannte, was er los werde wollte. Und dann sprach er es endlich aus.
âWie geht es meiner Kusine?"
"WEM?"
fragten Luke und Lorelai gleichzeitig.
"Meiner Kusine. Deiner Tochter, Tante Lorelai."
"Gut. Sehr gut."
Lorelai nippte an ihrem Kaffee und sah Jess direkt in die Augen. Er schrubbte weiter. Eine viertel Stunde später ging er hoch, weil Luke ihn die ganze Zeit bedrängte seine Mom anzurufen und ihr Bescheid zu sagen. Kaum war er oben ging die Tür wieder auf.
"Wo warst du so lange?"
"Dean wollte mich nicht gehen lassen. Er wollte unbedingt mit."
"Ist Jamie bei ihm?"
"Jep, wo ist Jess?"
"Oben, geh hoch."
Rory nickte und stieg die Treppen schnell hoch aber desto näher sie der Tür kam wurde sie langsamer, zögerlicher. Und dann stand sie da, vor der Tür, die sie von ihm, dem Vater ihres Kindes trennte. Dem ersten Mann den sie so nah an sich gelassen hatte, wie noch nie jemandem davor. Sie hörte seine Stimme und ein Gefühl, dass sie nicht beschreiben konnte aber das ihr Angst einjagte durchzuckte sie. Sie hörte wie er auflegte und sie klopfte an bevor sie den Mut ganz verlor.
"Ich wollte gerade (er riss die Tür auf und sah sie) runterkommen (flüsterte er)."
"Hallo, Jess."
Er starrte sie einfach nur an ohne ein Ton raus zubringen.
"Kann ich rein kommen? Wir müssen reden."
Tonlos ging er zur Seite und lieà sie rein. Sie setzte sich an den Tisch, er schloss diese und folgte ihr.
"Hey, Rory."
"Jess, ich muss dir was erzählen. Aber ich möchte, nein ich will, dass du mir zuerst erzählst weshalb du hier bist. Ich meine, ich will wissen, was du angestellt hast, dass du soviel Geld gebraucht hast."
"Deswegen bist du hier. Um mich zu fragen was ich angestellt habe?"
"Nein, ich bin hier um dir was zu erzählen, aber davor muss ich wissen was du angestellt hast."
"Wie kommst du darauf, dass ich dir das erzähle?"
"Jess, ich verdiene das. Ich verdiene es, das zu wissen, meinst du nicht auch? Du könntest mir wenigstens dieses eine mal was erzählen. Mir wenigstens dieses eine mal vertrauen."
"Ich habe nichts angestellt, Rory. Schwer zu glauben, ich weiÃ. Immerhin bin ich Jess. Ich muss was anstellen, anders geht es nicht."
"Doch, Jess. Ich kenne dich besser als alle anderen in Stars Hollow, vielleicht sogar besser als jeder andere. Ich weiÃ, dass du ganz anders bist, ganz anders sein kannst. Aber 4500 $ sind nicht wenig Geld. Wofür hast du es gebraucht?"
"Es war für eine Freundin. Ich habe es ihr geliehen."
"Wofür hat sie es den gebraucht?"
"Sie hat ein Baby abgetrieben."
"DEINE FREUNDIN HAT DEIN KIND ABGETRIEBEN? UND DAFÃR HAST DU IHR GELD GELIEHEN? DU BIST EIN MÃRDER, JESS MARIANO!"
Rory war auÃer sich vor Wut. Wie konnte er nur?
"Beruhige dich! Sie war weder meine Freundin, noch war das mein Baby."
"Wieso hast du ihr dann das Geld gegeben?"
Meine Ff-A daughter's Mistake
[SIZE=1]Liebe ... Liebe ist an mich gestoÃen ... Liebe ist an sie gestoÃen ... Wir sind an einander gestoÃen ...
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