24.06.2006, 00:36
Chapter Five ~ The Suggestion
Augenblicke vergingen, die Zeit lief ihnen schnell davon, stille durchflutete sie, als wäre der See über das Ufer geschwappt.
âIch möchte, dass du mit mir kommstâ, verlangte er dann leise. Bestürzt durch seine Ehrlichkeit, weil er so plötzlich damit herauskam und es ihr sagte, nickte sie.
âOkayâ ein Blick in seine starren und müden Augen, ein Blick und sie wusste, dies war ihr einziger Weg noch zu entkommen. Auch wenn es Opfer bringen würde.
Sie standen beide schweigend auf, ihr Arm streifte seinen, unabsichtlich und es jagte ihr wieder einen Schauer durch den ganzen Körper.
Die Fahrt verbrachten beide in leiser Musik, welche sie nicht identifizieren konnte, jedoch passte es sich ihrer derzeitigen Gefühlswelt an. Sie schloss die Augen, sah die enttäuschten Blicke ihrer GroÃeltern, den tristen Ausdruck ihres Verlobten. Rory biss sich auf die Lippe, versuchte den Schmerz den sie sich beabsichtigt zufügte denen ihrer Gefühle zu übertönen.
Das Auto hielt, der Motor war aus. Die Besucher waren anscheinend noch nicht weg. Seufzend, mit schwerem Herzen sah sie Jess in die Augen. Sie suchte Bestätigung. Er nahm ihre Hand, drückte sie sanft und das war genug um sie entschieden aus dem Auto zu bringen um ihre restlichen Sachen zu holen und mit Jess zurück nach Stars Hollow zu fahren. Erst als sie über die Schwelle der Tür trat, bemerkte sie ihre zerzauste Frisur, das Loch welches an ihrem Kleid prangte, da sie es sich wohl zerrissen hatte und wieder war sie unentschlossen, unsicher. Sie stieg die Treppen noch einmal an diesem Abend hoch, zog ihren weiÃen Koffer aus dem Schrank und packte ihr Hab und Gut hinein. Mit zitternden Händen packte sie die teuren Kleider ungefaltet hinein, schmiss ihren Schmuck in die Tasche und sah sich ein letztes Mal in dem Zimmer um, bevor sie den Koffer mit einem Knall zuklappte. Auf einmal schien das Zimmer nicht mehr zu leuchten, es war nicht mehr das was es vorher war, eine prunkvolle Kammer wie für Aristokraten geschaffen. Plötzlich fand sie die goldenen Gardinen geschmacklos, das Bett viel zu groà für sie und die Lampen warfen ein übles Licht.
Nie wieder schwor sie sich. Nie wieder. Mit ihrer flachen Hand fuhr sie über das Holz ihres Schreibtisches, zog an der Schublade und suchte nach einem Blatt Papier. Sie fand nur dieses alte Briefpapier, welches sie einmal zum Geburtstag von ihrem GroÃvater bekam, nahm sich den Füller aus der Kartusche und sammelte ihre Gedanken um einen vollständigen Satz zu Papier bringen zu können. Doch die Abschiedsworte an Logan wollten nicht kommen. Immer nur sah sie seinen verletzten Gesichtsausdruck vor ihren Augen und die Schuldgefühle hatten freie Laufbahn.
Gerade als sie die Feder auf das vergilbte Blatt ansetzen wollte, klopfte es sanft an der Tür und Logan lud sich selbst ein. Rory drehte sich erschrocken herum, klammerte ihre Nägel um den Brief ohne Worte, lieà den Füller fallen und musterte seinen Blick. Er hatte seine Hände in den Taschen seines teuren Armani Anzuges verstaut, seine Augen glänzten und er hatte diesen leichten Grinser auf den Lippen, wie sie es von ihm gar nicht mehr kannte. Sein Grinsen brachte sie wieder um alle Sorgen, sie fand den Logan in den sie sich vor Jahren verliebt hatte auf einmal wieder. Logan näherte sich ihr, legte seinen Arm um ihre Hüfte und lachte leise als er ihr Haar begutachtete. Verwirrt blieb sie starr, folgte seinen Bewegungen nicht, widersetzte sich ihnen aber auch nicht. Wieder lächelte er, diesmal sanfter und seine Augen strahlten etwas aus, etwas was sie nicht definieren konnte.
âIch habe dich heute vermisstâ, flüsterte er, schmiegte seine Wange an ihre und fuhr ihr durch das Haar.
Ihre Hand mit dem leeren Blatt verkrampfte sich, unfähig sich zu regen.
Oh Logan.
Wie sehr hatte sie das vermisst.
Ihre Augen schlossen sich wie von selbst, ihr Atem war zittrig und unsicher. Ein Seufzer schlich sich aus ihrer Kehle, Logan war entzückt.
Langsam strich er seine Lippen über ihre, bemerkte nicht, wie taub sie waren, dass sie nicht wirklich reagierte. Ihre Arme presste sie benommen gegen ihre Seiten, alles war unklar und verschwommen.
Er holte Luft, grinste noch einmal, sodass seine Zähne im Licht blitzten.
Dann, lieà er sie los, ging einen Schritt zurück und spähte auf ihr Bett, auf dem der Koffer lag. Seine Konfusion änderte sich bald in Groll, die Brauen zu einem dicken Strich zusammengezogen.
âWas ist das für ein Koffer?â fragte er, die Adern auf seinem Hals nun sichtbar. Rory schreckte zusammen, das Blatt flatterte auf den Boden, sie schluckte schwer. âWas hat das zu bedeuten?â schrie er verzweifelt, der Grund für seinen Ausbruch war nicht überraschend. Er würde nie damit auskommen können, dass jemand ihn verlassen könnte. Ihn, Logan, den Erben der Huntzberger - Ãra.
âIch werde dich verlassen Logan, es tut mir Leidâ, flüsterte Rory mit reuiger Stimme, wagte kaum aufzublicken.
âEinen Dreck wirst du tun!â schrie er, packte den Koffer und schleuderte ihn verärgert gegen die Wand. Wieder zuckte sie zusammen, aber diesmal noch stärker, die Tränen flossen schon wieder an diesem Abend, wie viel sie vergossen hatte, wusste sie nicht. Es wunderte sie, dass sie überhaupt noch weinen konnte. Ein paar Schritte ging sie ihm entgegen, streckte ihre Finger nach ihm aus, strich sanft über seine Wange und schüttelte leicht den Kopf.
âEs tut mir so Leidâ wisperte sie, prägte sich seine Züge ein, auf welche Weise sein Mund sich zusammenzog wenn er wütend war, wenn er glücklich war oder wenn er zufrieden war. Seine Augen voller Hass und Liebe, loderten ihr entgegen, hoffnungslos und auf eine Art, seine Art, voll Trauer.
âIch verstehe nichtâ, war sein Versuch ihr zu sagen, dass er nicht daran glaubte sie könne irgendwo glücklicher sein, als hier bei ihm, in seinem Haus, mit seinem Geld. âIch will nicht, dass du gehstâ sagte er und nahm ihre Hände. Wut, würde nichts bringen, deshalb versuchte er es nun auf die ruhigere Art. Er küsste ihre Unterlippe, führte ihre Hand zu seinem Mund, massierte die Finger und sah sich seinen teuren Ring an. Wie wunderschön sie doch aussah, trotz ihrer ganz verworrenen Haare, ihren geschwollenen Lippen, die Augen gerötet. Wie sollte er bloà sein Leben ohne sie gestalten. âBitteâ, ein einziges Wort brachte sie zum stolpern, sie erinnerte sich plötzlich an die Tage in denen sie allein zusammen waren, nicht unter der scharfen Aufsicht ihrer GroÃeltern, oder wenn seine Freunde mit dabei waren. Als er gefühlvoll und liebenswürdig mit ihr umging, sie zusammen etwas unternahmen. Als sie sich in ihn verliebte. Und dann wurde alles schwer. Jess und sein heimischer Wagen vergessen, der Koffer ganz weit hinten in ihrem Kopf verstaut. Rory sah nur in seine warmen Augen, voller Versprechungen. Sie dachte an alles was schon geplant war, die Hochzeit, die Reise die danach folgte. Die Gesichter ihrer stolzen GroÃeltern.
âIch kann nichtâ, brachte sie nur stockend heraus, nicht mehr ganz sicher ob sie es überhaupt meinte.
âRory, komm, wir machen einen Urlaub. Nehmen uns eine Auszeit von dem ganzen Trubelâ, er strich ihr noch mal über die Haare. âDu wolltest doch immer schon nach New Yorkâ
New York
State of Mind
Da war doch was. New York, Harford, Stars Hollow, Jess, Jess.
âNiemalsâ, sagte sie und wich von ihm. âNein, ich kann nicht, ich will nichtâ, ein paar Schritte nach rechts, den Koffer in der Hand, flüchtete sie zur Tür. Dann blieb sie stehen, drehte sich um, lieà den Koffer fallen. Der Ring glitt sanft und lautlos von ihrem Finger, kullerte zu seinen FüÃen und erst dort blieb er stehen. Mit einem seufzen knirschte die Tür auf und Rory war verschwunden
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