29.10.2006, 18:08
Meine erste FF. "Zwischen Meer und Liebe"
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Danke an Dari (*chrissy*) für's Gegenlesen. :knuddel:
Mary saà in ihrem Lieblingscafé in Küstennähe und trank einen Tee. Es war ein schöner, warmer Tag. Obwohl es erst Februar war, konnte sie schon drauÃen sitzen und die frische Brise, die vom Meer her kam spüren. Ja, es ging ihr wieder richtig gut und sie war froh endlich von zu Hause ausgezogen zu sein und ihre eigene, kleine, schnuckelige Wohnung zu besitzen, die sich in der Nähe des Meers befand und welche sie sich mit ihrem doch eher geringen Gehalt leisten konnte.
âKann ich ihnen noch etwas bringen?â, fragte der Kellner des Cafés höflich. âOh danke. Aber nein, ich werde mein Tee fertig dringen und dann aufbrechen. Aber wenn sie so nett wären mir die Rechnung zu bringen.â, antwortete Mary und begann ihr Buch, welches sie im Café gelesen hatte, einzupacken, als ihr jemand von hinten auf die Schulter tippte. âNa schöne Frau! Haben wir heute nichts zu tun?â. Es war Michael, ihr Arbeitskollege. âAch du bist es. Dieselbe Frage könnte ich dir aber auch stellen! Nein ich habe mir heute frei genommen, um endlich mal meine Wohnung auf Vordermann zu bringen. WeiÃt du, ich muss noch mein Arbeitszimmer neu tapezieren und streichen. Und was ist mit dir? Warum bist du hier?â, fragte Mary neugierig. Sie kannte Michael noch nicht sehr lange, doch war er ihr sehr sympathisch. âIch? Ich hatte vorhin einen Zahnarzttermin und da diese bei mir nie sehr erfreulich ausfallen, dachte ich mir, nehme ich mir doch einfach mal einen Tag frei. Aber darf ich mich setzen?â, fragte Michael Mary grinsend. âOh natürlich setze dich nur. Aber ich wollte eigentlich gerade aufbrechen.â, entgegnete Mary. âAch bleib doch noch ein bisschen. Ich bezahle auch die nächste Runde!â. âNein ich muss wirklich los, sonst schaffe ich das heute nicht mehr und mehr Urlaub kann ich mir nun wirklich nicht nehmen.â âNa gut dann machen wir es so, du trinkst noch einen Tee oder Kaffee mit mir und ich helfe dir anschlieÃend beim Tapezieren, ich habe heute eh nichts Vernünftiges mehr zu tun und ich bin wirklich nicht handwerklich unbegabtâ, schlug Michael vor. âNa gut machen wir es so. Aber ich will nachher niemanden jammern hören, wenn es an die Arbeit geht, okay?â âSchön dann machen wir es so...Herr Kellner ich hätte gerne einen Milchkaffee mit einem Croissant und für die Dame...â, fragend schaute er Mary an, die ihn anlächelte. âEinen Orangensaft bitte und falls sie die Rechnung schon fertig haben, würde ich gerne zahlen!â. âJa die Rechnung ist fertig! Das macht 4,50â¬â, entgegnete der Kellner. Mary reichte ihm einen 5⬠Schein. âStimmt so!â, sagte sie. Höflich nickte der Kellner dankend und ging ins Café um die Getränke zu holen.
âGanz schön frisch hier drauÃen, findest du nicht?â, bibberte Michael. âNein, ich finde es schön hier drauÃen! Ich liebe die frische Brise, die vom Meer her kommt!â, âAha, du bist also ein Meereskind. Nur die Hartgesottenen sitzen im Februar schon drauÃenâ, neckte Michael sie. âJa kann man so sagen. Ich lebe hier an der Küste schon seit ich drei Jahre alt bin und ich habe jede freie Minute genutzt, um ans Meer zu gehen und dort die Wellen zu beobachten. Als ich noch ein kleines Kind war, träumte ich immer davon eine Meerjungfrau zu sein. Aber wie du siehst bin ich leider keine gewordenâ, scherzte sie und als der Kellner kam, begann sie genüsslich an ihrem Orangensaft zu nippen.
Als die beiden fertig waren und aufbrachen, flog eine Möwe dicht an den beiden vorbei. âWeiÃt du, was das bedeutet?â, fragte Michael viel deutend. âWas meinst du?â, fragte Mary irritiert. âNa wenn eine Möwe dicht an zwei jungen Personen vorbei fliegtâ, antwortete er. âNein, weià ich nicht, aber du wirst es mir sicherlich gleich sagen oder?â, entgegnete Mary. âUnd so was behauptet das Meer zu lieben.â Michael schüttelte scherzend den Kopf. âDas bedeutet, dass die zwei Personen, über denen die Möwe fliegt, bald ein Paar werden!â, meinte er grinsend. âSo soâ, war Marys einziger Kommentar. Innerlich grinste sie in sich hinein. Dieser Michael verstand es echt sie zu unterhalten, sich bei ihr beliebt zu machen. Schlecht sah er ja nicht aus, das musste sie zugeben. âWie du glaubst mir etwa nicht?â, fragte er entsetzt, âIch werde dich daran erinnern, wenn wir in näherer Zukunft zusammen sind!â. âTue dir keinen Zwang an! Dort steht mein Auto!â, sagte Mary, auf einen alten Käfer deutend. âIch weià ja nicht wie du hierher gekommen bist?â, fragend schaute sie Michael an. âOh ich bin zu Fuà hier, ich dachte ich gönne meinem Auto auch einmal ein bisschen Urlaub!â, witzelte er. âDen Urlaub hat dein Auto sicherlich sehr verdient!â, grinste sie, âDann steig einfach ein und genieÃe dieses einmalige Erlebnis mit Zacky, meinem Käfer, mitfahren zu dürfen. Das dürfen nicht viele!â. Lachend stieg Michael ein und begutachte den Käfer. So einen Geschmack hätte er Mary nicht zu getraut. Aber er war angenehm überrascht. Doch... der Käfer passte zu ihr und auch der Innenraum des Autos gefiel ihm sehr. Mary startete den Motor, der Käfer sprang auch sofort an und sie fuhren los. âHast du den Innenraum selbst gestaltet?â, fragte Michael neugierig. âJa habe ich. Ich liebe es meinen Sachen einen eigenen Touch zu geben und es hat ja auch ein bisschen was mit meinem Job zu tun!â, erklärte Mary und bremste rasant ab, als ihr Vordermann eine Vollbremsung hinlegte, weil ihm ein Hund vors Auto gelaufen war. âWir sind gleich da. Dort vorne, wo die Fahne der Küstenwache weht, wohne ich in etwaâ, sagte Mary. âEine nette Wohngegend und welch ein Zufall, dass du so in der Nähe des Meers wohnstâ, grinste Michael. Mary bog am Ende der StraÃe ab und hielt vor einem älteren Haus an und schnallte sich ab. âWir sind daâ, sagte sie freundlich und lächelte Michael an. âSchön hast du es hier!â, entgegnete er als er die StraÃe entlang zum Meer schaute. Galford war echt ein schönes Fleckchen Erde. So direkt an der Küste, nur 3000 Einwohner groÃ. Er war froh, dass ihn die Arbeit hierher geführt hatte und wirklich viele Architektenbüros gab es hier in der Gegend nicht, da war es mehr Zufall und Glück, hier einen Arbeitsplatz zu bekommen. Und er wollte auf keinen Fall in die GroÃstadt, er war das Stadtleben satt. Ãberall nur Autos, Häuser und dieser unerträgliche Lärm. Hier gefiel es ihm wirklich besser, wenn auch sein kleines Haus nicht ganz so nah am Meer lag, wie Marys Wohnung. Als Mary die Haustür öffnete und sie gemeinsam die Treppen zu Marys Wohnung hoch gingen, begann Mary plötzlich zu lachen. âWas ist denn mit dir los?â, fragte Michael amüsiert. âNa ja, ich meine wie komisch ist das denn, das DU mir beim Tapezieren hilfst, obwohl wir uns erst...seit...4 Wochen kennen.â, grinste Mary, âAber ich finde es wirklich sehr lieb von dir, dass du mir hilfst, weil ich bin nicht wirklich ein Ass im Tapezieren. Ich hoffe doch, dass du meine Tapezierkunst überbieten kannst.â. Als sie bei Marys Wohnung angekommen waren, schloss sie die Wohnungstür auf und machte eine einladende Handbewegung, mit der sie Michael hinein bat. âZum Glück habe ich gestern noch aufgeräumt! Wäre mir doch sehr peinlich, dir ein falsches Bild von mir zu vermitteln.â, sagte Mary und flüsterte Michael zu: âIch bin der chaotischste Mensch ganz Irlands!â. âDas wäre mir bei dem Schreibtisch in unserem gemeinsamen Büro gar nicht aufgefallen!â, lachte Michael, woraufhin Mary ihm in die Seite boxte. âSo unordentlich ist der gar nicht! Ich habe halt nur viel Papierkram zu bearbeiten!â, verteidigte sie sich. âKann ich dir denn etwas zu trinken anbieten, bevor wir mit dem Tapezieren loslegen?â, fragte sie Michael. âNein, aber wo kann ich meine Jacke ablegen?â, entgegnete er. âOh wie unaufmerksam von mir. Ãhm, häng sie doch dort an die Garderobe.â, sagte sie. âGut dann lass uns doch anfangen! Wo ist denn dein Arbeitszimmer?â, erkundigte sich Michael. âFolge mir!â, entgegnete Mary mit einem gespielten französischen Akzent, worüber Michael abermals lachen musste. Mary führte ihn in ihr Arbeitszimmer. âHier ist unser Projekt für heute. Nett nicht wahr?â, fragte sie rhetorisch. Michael nickte und griff nach einer Rolle Tapete. âRosa?!â, fragte er entsetzt, âDu willst deine Wand doch nicht ernsthaft mit rosa Tapete tapezieren, oder?â. âDas ist Pink.â, verbesserte Mary ihn. âNein, die Rollen waren im Angebot. Ich sagte doch ich will tapezieren UND streichen! Gelbe Farbe habe ich auch noch gekauft, das kam insgesamt billiger, als wenn ich mir gleich gelbe Tapete gekauft hätte, weil die pinkne Tapete im Sonderangebot war.â, erklärte sie ihre gewagte Tapete. âAch so ist das. Ich verstehe. Ehrlich gesagt wundert mich das Sonderangebot keinen Meter, so hässliche Tapete kauft ja auch niemand. Wo ist den der Kleister und der Tapeziertisch?â, fragte er Mary. âMoment ich hole sie schnell aus meinem Schlafzimmer, dort habe ich sie zuletzt gebraucht!â, antwortete Mary und eilte davon und kam wenig später mit einem Packet Tapetenkleister unter dem Arm geklemmt und einem Tapeziertisch zurück und sie machten sich gemeinsam ans Werk. Als sie den Raum tapeziert hatten und mit dem Streichen begannen, tauchte Michael seinen Pinsel in den Farbeimer und malte Mary mit dem Pinsel einen groÃen Punkt auf die Backe, woraufhin Mary ihre Finger in den Eimer tauchte und sie Michael mitten ins Gesicht drückte. Nachdem die beiden mit ihrem kleinen Kampf fertig waren, begannen sie zu streichen und waren nach gut zwei Stunden endlich damit fertig.
âPuh, ich bin echt erledigt!â, stöhnte Mary, âAber ich muss sagen, du warst echt eine groÃe Hilfe für mich! Ohne dich wäre ich übermorgen noch nicht fertig und es sieht echt toll aus!â. Michael grinste zufrieden über Marys Lob und fragte: âUnd was bekomme ich als Belohnung?â. âBelohnung?! Hey eine Belohnung war nicht ausgemacht und auÃerdem bist du kein kleines Kind mehr. Aber weil du mir wirklich so geholfen hast, lade ich dich morgen nach der Arbeit zum Essen bei mir zu Hause ein, einverstanden?â. âDa sage ich doch nicht nein! Aber ich würde gern langsam zu mir nach Hause. Ich muss noch meine Mutter anrufen, sonst schiebt sie wieder Terror, sie hat sich noch nicht so wirklich damit abgefunden, dass ich von zu Hause ausgezogen bin und meine eigene Wohnung habe. Würdest du mich vielleicht nach Hause fahren?â. âSelbstverständlich!â, antwortete Mary. âAber vielleicht sollten wir erst einmal unsere Gesichter sauber machen, weil so gehe ich nicht auf die StraÃe! Wenn mich SO die Nachbarn sehenâ, grinste sie und ging in ihr Badezimmer. Michael folgte ihr. âGott sei Dank geht die Farbe gut ab. Ich würde so echt nicht raus gehenâ, entgegnete Mary, ging zur Garderobe und zog ihren Anorak an und reichte Michael seine Jacke. Die beiden verlieÃen gemeinsam die Wohnung und gingen das Treppenhaus hinunter, stiegen in Marys Käfer und fuhren los.
Als Mary wieder bei sich zu Hause ankam, fiel sie todmüde in ihr Bett, war aber glücklich über den Verlauf des Tages und freute sich Michael näher kennen gelernt zu haben.