So, und weiter gehts...
Bemerkung: In den folgenden zwei Kapis kommen Ereignisse vor, die auch in der Serie passiert sind. Dazu muss ich mich jedoch bei Kapi 5 verteidigen, da ich das Kapitel geschrieben hab, bevor ich 2x15 geschaut habe....
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.4.
She wasn’t just an affair
Heaven forbid
You wind up alone
You don´t know why
Hold on tight
Wait for tomorrow
You´ll be alright
Don´t know how to get you
Out of this one
Don´t know how to get you
Out of this one
“Krankenschwesternbeleidigung, abfällige Bemerkungen gegenüber Patienten, falsche Versprechen…Dr. Karev, ihre schwarze Liste ist ganz schön lang.“ Dr. Richard Webber lieà die Akte von Alex Karev auf den Schreibtisch fallen. Dieser stand, mit gesenktem Kopf, davor und blickte nur ab und zu beschämt auf.
„Hören sie, ich will ihnen nur sagen, dass sie Arzt sind und kein dahergelaufener Pöbel aus einer Bar, der Menschen beleidigt. Ihr Job verlangt Mitgefühl und Respekt. Nur scheinbar haben sie genau das zuhause gelassen.“ Webber war deutlich verärgert.
„Insgesamt habe ich zehn Beschwerden innerhalb von drei Tagen bekommen und eine sogar von einem Oberarzt...“
„Hören sie...“, versuchte Alex zu erklären, jedoch unterbrach Webber ihn. „Erstens, ich rede und zweitens unterbrechen sie mich nicht bei meiner Standpauke. So geht das nicht, Dr. Karev. Höre ich noch mehr Beschwerden, fliegen sie. Ich verlange, dass sie sich bis heute Abend bei allen Menschen, die sie in diesem Krankenhaus beleidigt haben, entschuldigen. Und jetzt raus!“
Alex verlieà gesenkten Hauptes das Zimmer. Als er drauÃen war, lehnte er sich gegen die Wand und atmete tief durch.
Er war eben so- wenn ihm zu irgendwelchen Patienten ein für ihn witziger Kommentar einfiel, musste dies eben raus. Und genau diese Charaktereigenschaft, die ihn auszeichnete, hatte ihm eine Fast- Kündigung eingebracht. Er machte sich erst einmal auf den Weg zur Cafeteria, um einen klaren Kopf zu bekommen und etwas zu essen. Auf dem Weg dorthin begegnete er Isobel Stevens, einer Fast- Freundin, die er jedoch mit einer Krankenschwester betrogen hatte. Sollte er sich etwa auch bei ihr entschuldigen?
„Du siehst traurig aus. Na ja, noch eine Sache, die mich heute erfreut.“ Izzie hatte einen gewohnt kalten Ton ihm gegenüber und Alex erkannte einen kurzen Moment, dass er ihr wirklich das Herz gebrochen hatte.
Die hübsche Blondine steckte ein Krankenblatt in den Halter und starrte Alex an, als hätte sie seine Gedanken gelesen.
„WeiÃt du was, Alex? Ich verstehe nicht, wie man so widerwärtig sein kann wie du...Du hast mich wirklich verletzt, aber weiÃt du was, ich bin wirklich darüber hinweg! So, dass musste einfach mal raus.“ Man sah, dass Izzie sichtlich erleichtert war.
„Hör zu, ich....ich wollte mich dafür entschuldigen, was ich dir angetan habe...es...es war dumm von mir...“
„Bei wie vielen musst du dich entschuldigen, Alex?“, fragte Izzie und durchblätterte das nächste Krankenblatt.
„Wie bitte...?“
„Ach komm, du kannst mir nicht erzählen, dass du all das freiwillig machst. Sicherlich wurdest du von Dr. Webber dazu verdonnert. Und jetzt lass mich einfach in Ruhe, ja?“
Sie nahm sich einen Stabel Akten und ging schnellen Schrittes den Flur entlang. Alex blieb noch eine kurze Weile etwas entgeistert stehen.
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Addison Shepherd hatte viel aufgeben müssen, um mit ihrem Mann Derek zusammen sein zu können. In New York hatte sie sich eine Existenz als renommierte Ãrztin aufgebaut, doch in Seattle kannten die Leute nur ihren Ruf und stuften sie direkt als egoistisch und karrieresüchtig ein. Sie hatte es nicht leicht in Seattle, doch sie war bereit, dies aufzunehmen, um mit ihrem Mann glücklich zu sein.
Sie wollte eigentlich nur, dass alles wieder beim alten war, jedoch war dem nicht so. Viel hatte sich verändert: Ihr Mann lebte in einem Wohnwagen auf einem riesigen Gelände, wo eigentlich auch eine riesige Villa hätte stehen können. Addison hasste das Leben auf engstem Raum, ständig funktionierte irgendetwas nicht, sei es der Fön oder der Ofen. Immer wieder kam es zu Streitereien zwischen ihr und Derek.
Langsam musste sie sich eingestehen, dass sie vor den Scherben ihrer Ehe stand- und nicht wusste wie sie diese auffegen und wieder zusammenkleben sollte.
Sie hatte ihren Mantel stramm zusammengeschnürt. Um ihren Hals hatte sie lässig einen schwarzen Polyester Schal. Addison beschleunigte ihre Schritte und nach weiteren fünf Minuten in der Abendkälte kam sie endlich in Joes Bar an. Joes Bar lag ummittelbar im Umfeld des Seattle Grace Hospitals und war ein beliebter Treffpunkt von Assistenzärzten bis zu Chirurgen. Hier hatte sich Addison mit Derek verabredet um mit ihm einiges zu klären, damit die Beziehung wieder besser funktionierte.
Als sie die Tür öffnete, kam ihr direkt ein warmer Windhauch, eine Mischung aus Zigarettenqualm und Biergeruch, auf sie zu und hüllte sie ein. Addison entdeckte Derek an einem kleinen Tisch in der hintersten Ecke der Bar. Fröhlich ging sie auf ihn zu, jedoch erkannte sie die Verfinsterung seiner Miene, als er sie auf sich zukommen sah.
„Na, hast du über die Baupläne für das Haus nach gedacht?“, summte Addison, zog sich ihren Mantel und ihren Schal aus und entblöÃte somit ein figurbetontes Outfit, welches aus einer zerfransten Jeans und einem wunderschönen, gestreiften Sweat- Shirt bestand. Ihre langen roten Haare fielen offen auf ihre Schultern und glänzten schimmernd im gedämpften Licht der Bar.
Sie war eine wunderschöne Frau, jedoch schien Derek dies nicht sonderlich zu beeindrucken. „Ich hab sie mir kurz angesehen...Hatte nicht so viel Zeit dafür.“, murmelte er und nippte an seinem Drink.
„Hör zu, Derek, wir müssen unbedingt etwas ändern. Ich meine, wir sind nicht glücklich zusammen.“ Addison Tonfall wurde von fröhlich zu ernst und sie musterte ihren Gatten misstrauisch, bevor sie fortfuhr.
„Ich denke, wir sollten über Meredith reden.“
Augenblicklich sah Derek auf. „Wie viel war wirklich zwischen ihr und dir, Derek?“
„Warum ziehst du sie da jetzt mit rein?“
„Weil sie offensichtlich der Grund dafür ist, warum du unglücklich bist, Derek!“ Addison wurde lauter.
Eine gewisse Weile herrschte Stille zwischen den beiden, bis Derek endlich das Wort ergriff: „Sie war mehr als nur eine Affäre. Ich habe mich in sie verliebt...“
Addison schluckte. Sie hatte gewusst, dass er schon etwas mehr für sie empfunden hatte, aber das er sie wirklich liebte war wie ein harter Schlag in ihre Magengrube. Um sie herum drehte sich alles und sie brauchte schleunigst einen Drink.
„Ich denke, ich gehe nun besser.“, flüsterte Derek, nahm sich seinen Mantel und verlieà Bar. Addison saà noch eine Weile einfach nur da und starrte den leeren Platz ihr gegenüber an. Dann verlangte sie eine Bedienung und bestellte sich einen Wodka auf Eis. Und danach noch einen. Und noch einen, um den Schmerz zu betäuben, der ihr gerade zugefügt worden war. Sie fühlte sich so leer. Es hatte sich wirklich vieles nach New York verändert. Scheinbar auch Dereks Gefühle. Einen Drink nach dem anderen kippte sie, schon wie in Trance, herunter.
In diesem Moment erkannte Addison, dass die Scherben ihrer Ehe unmöglich aufzufegen oder zusammen zu kleben waren. Sie waren überall verteilt. Zu klein, um sie alle zu finden.
.TBC.
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Song: Heaven forbid performed by The Fray
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