Viiiielen lieben Dank ihr vier :freu: :knuddel:
ich wage übrigens seit langem mal wieder zu erwähnen dass mir feedback ziemlich wichtig ist
so, der nächste Teil ist ziemlich lang...war recht schwierig ne "schnittstelle" zu finden *g*
Part 47
Auf dem Gang atmete Luke mehrmals tief durch. Okay, er und Lorelai waren irgendwo in diesem verdammten Krankenhaus, und er hatte keine Ahnung, wo.
Und dieser beklemmende Krankenhausgeruch, die ganzen kranken Menschen um ihn herum - besonders diejenigen, die blutüberströmt waren und gerade eingeliefert wurden - gaben ihm beinahe den Rest, sodass Lorelai ihn schlieÃlich besorgt musterte.
"Alles okay?", fragte sie mitfühlend, denn sie erinnerte sich gut daran, als Luke sie ins Krankenhaus gefahren hatte weil ihr Vater einen Herzinfarkt erlitten hatte. Und sie erinnerte sich ebenso gut daran, dass Luke Krankenhäuser absolut nicht mochte.
"Mir geht's gut," antwortete ihr nun sehr blasser Freund, "ehrlich."
"Wir sind ja gleich hier raus", Lorelai kuschelte sich ein wenig enger an ihn, während sie einen der schier endlosen Gänge entlanggingen.
"Hmhm", gab Luke jedoch nicht mehr als einen gepressten Laut von sich, und zu seinem Glück bekam er noch nicht mit, dass Lorelai mittlerweile vor einem kleinen Problem stand.
Auf dem Hinweg hatte Schwester Hasi ihr gesagt, wohin sie gehen musste, und sie war so in Panik gewesen, dass sie sich den Weg nicht gemerkt hatte...und nun irrte sie mehr oder weniger ziellos durch die Gegend...
Beunruhigt musterte sie Luke neben sich. Er schien immer blasser zu werden, und jedes Mal, wenn ein Patient vorbeischlurfte oder rollte, starrte er beharrlich die Decke an.
"Müssten wir nicht langsam mal zum Ausgang kommen?" fragte er schlieÃlich angespannt, nachdem sie nun schon seit mindestens zehn Minuten herumliefen.
"Ãhm...ja, gleich..." traute Lorelai sich nicht zuzugeben, dass sie sich verirrt hatten.
"Gut", sagte Luke, und Lorelai fühlte sich förmlich gepiekt von ihrem schlechten Gewissen, als sie die Erleichterung in seiner Stimme hörte.
Weitere zehn Minuten vergingen, und Lorelai stellte beunruhigt fest, dass Luke sogar noch blasser wurde und sich sein Griff um ihre Schultern immer mehr verkrampfte.
Wie sollte sie ihn bloà jemals aus diesem Gebäude, das seine persönliche Hölle darstellte, wieder herausbekommen?
Natürlich hätte sie einfach eine der Schwestern, die im Sekundentakt vorbeiliefen, fragen können...doch dann hätte Luke gemerkt, dass Lorelai keine Ahnung hatte, wo sie sich befanden, und womöglich wäre er dann vollends in Panik ausgebrochen...
Sie passierten gerade eine zweiflügelige Glastür, auf die jemand mit bunter Fingermalfarbe "Kinderstation" geschrieben hatte, und Luke runzelte misstrauisch die Stirn.
"Hier sind wir doch vorhin schon mal vorbeigekommen."
"Was?" Lorelai schreckte aus ihren Gedanken auf und biss sich schnell auf die Unterlippe. "Ãhm...nein, da irrst du dich..."
...Sie waren sogar schon dreimal hier vorbeigekommen...
"Nein, wir waren schon mal hier", beharrte Luke jedoch, und an seinem Blick sah Lorelai, dass er zunehmend nervöser wurde.
"Haben wir uns etwa...verlaufen?" Er schluckte hart.
"Nein!", antwortete Lorelai ein wenig zu heftig, "nein, es ist alles okay, Luke!"
"Wenn du meinst..." Luke schien nicht gerade scharf darauf zu sein, sich jetzt auf eine Diskussion mit seiner Freundin einzulassen - Hauptsache, er kam so schnell wie möglich hier raus.
"Mist..." murmelte Lorelai und blieb kurz stehen, um auf einem Schild ihren genauen Standpunkt zu lokalisieren...
...Sie hatte so etwas noch nie gekonnt....
In diesem Moment ertönte ein dünnes Stimmchen.
"...Mister?"
Als irgendetwas an seinem Hosenbein zupfte, schaute Luke fragend zu Boden - und erblickte ein kleines, höchstens vier Jahre altes Mädchen, welches ihn aus groÃen, angstvollen Augen anstarrte.
Doch da Luke keine Anstalten machte, sich zu bewegen, sondern nur mit einem Ausdruck komischer Verzweiflung auf die gerade verheilende Platzwunde an der Schläfe des Mädchens starrte, beugte sich Lorelai zu der Kleinen herunter.
"Was ist denn los, meine SüÃe?", fragte sie in jenem vertraulichen Ton, den sie seit Rorys Geburt bei jedem Kind anwandte, und der normalerweise recht beruhigend auf kleine Kinder wirkte. Aber der kleine Blondschopf vor ihr wich lediglich einen Schritt zur Seite, als ob sie sich hinter Luke vor ihr verstecken wollte.
Luke schaute zur Decke, während Lorelai verwirrt aufstand. "Rede du mit ihr!", zischte sie, nachdem sie festgestellt hatte, dass das Mädchen wohl nicht mit ihr reden würde - warum auch immer.
"Ja, wie denn?", zischte Luke zurück.
"Wie wie?"
"Na, wie soll ich denn mit ihr reden, wenn sie dieses...dieses Ding hat?"
"Welches Ding?"
"Das...an ihrem Kopf..."
Lorelais Blick fiel nun ebenfalls auf die Wunde an der Schläfe des Mädchens, doch sie schüttelte nur verständnislos den Kopf. "Luke, du musst mit ihr reden! Zu mir will sie ja nichts sagen." Sie versuchte vergeblich, den leicht beleidigten Unterton aus ihrer Stimme zu verbannen.
Da meldete sich das kleine, hellblonde Geschöpf zu Lukes FüÃen wieder...
...nur, dass es jetzt eher an Lukes Bein war...
"Hey!" Empört schaute Luke nun doch zu Boden und betrachtete das Mädchen, welches sich an sein Bein geklettet hatte. "Das geht doch nicht!"
Doch sie schenkte ihm nur einen weiteren, schüchternen Blick.
"Frag sie, was sie hat", wisperte Lorelai, während sie das Mädchen mit schiefgelegtem Kopf musterte.
Luke seufzte, verdrehte die Augen und senkte schlieÃlich den Kopf. "Was hast du denn?", sagte er ungeduldig.
"Wie zartfühlend", bemerkte Lorelai nur.
"Ich...ich hab mich verlaufen, Mister..." Die Stimme des Mädchen war lediglich ein Flüstern.
"Na, dann sind wir ja schon zu dritt", platzte es aus Lorelai heraus, und eine Sekunde später hielt sie sich erschrocken die Hand vor den Mund.
Luke starrte sie vorwurfsvoll an. "Du hast gesagt, wir hätten uns nicht verlaufen!"
"Ich wollte doch nicht, dass du...ich wollte dich nicht beunruhigen", versuchte Lorelai sich herauszureden, doch es fiel ihr sichtlich schwer, dem vorwurfsvollen Blick ihres Freundes standzuhalten
"Du...du kannst...mir nicht helfen, Mister?", kam plötzlich ein klägliches Wimmern von unten, und mit Entsetzen beobachtete Luke, wie die Unterlippe des Mädchens zu zittern begann...
Und im nächsten Augenblick rannen winzige Tränchen über die Wangen der Kleinen, ihr Gesicht war merkwürdig verzerrt und sie heulte aus Leibeskräften, sich noch immer an Lukes Bein klammernd.
"Jetzt tu doch was", brüllte Luke gegen den Lärm, den das Mädchen verursachte, an. "Es wird langsam mehr als peinlich!"
In der Tat wurde das merkwürdige Dreiergespann von den vorübergehenden Schwestern, Ãrzten und Patienten äuÃerst misstrauisch gemustert, und Lorelai zwang sich, ein beruhigendes Lächeln beizubehalten, bevor noch jemand auf die Idee kam, die Dame vom Jugendamt zu ihnen zu schicken.
"Hey, Kleines", Lorelai ging in die Hocke und schaute dem Mädchen in die Augen, wobei sie sich stets zwang, ihr Lächeln beizubehalten. "Wie...wie heiÃt du denn?"
Das Mädchen hörte für einen Moment auf zu weinen, doch Lorelai war sich nicht wirklich sicher, ob sie jetzt erleichtert sein sollte, denn das Mädchen blickte sie an, als wäre sie dieses gigantische gelbe Fussel-Ding aus der SesamstraÃe, vor welchem Lorelai schon immer Angst gehabt hatte...
Sie erhob sich schnell wieder und stupste Luke auffordernd an. "Nimm sie auf den Arm!"
"Ich?"
"Ja, du!"
Damit war Luke zwar gar nicht so einverstanden, doch er sah ein, dass sie irgendetwas tun mussten, denn mittlerweile hatte der Blondschopf wieder zu weinen begonnen und dabei seine Lautstärke erstaunlicherweise noch gesteigert...
Etwas unbeholfen pflückte er die Kleine von seinem Bein ab und nahm sie behutsam auf den Arm.
Abrupt verstummte das Heulen des Mädchen, und sie schlang sofort zutraulich ihre winzigen Ãrmchen um Lukes Hals, um sich schlieÃlich in Lorelais Lieblingsversteck zu vergraben...und nebenbei auch noch sein Hemd vollzuschniefen...
Erst wollte Lorelai empört sagen, dass das ja wohl ihr Platz sei, doch allein der Gedanke an das durchdringende Weinen des Mädchens hielt sie davon ab.
Allmählich schien Luke zu verstehen, wie diese Sache mit der Kinderberuhigung funktionierte. "Wie heiÃt du denn?", wiederholte er Lorelais Worte, während er besagter Person einen fragenden Blick zuwarf, nachdem sich das kleine Geschöpf mit einer unglaublichen Dreistigkeit an ihn geschmiegt hatte.
"ääilii..." nuschelte das Mädchen in seinen Hals, und Luke runzelte die Stirn.
"Lassie?" wiederholte er stirnrunzelnd.
Sofort hob das Mädchen den Kopf, schüttelte kurz ihre blonden Haare und starrte ihn mit ihren hellblauen Augen empört an. "Kaleigh", sagte sie langsam und deutlich, jedoch mit einem leicht trotzigen Gesichtsausdruck.
Sie knautschte seine Nase mit ihrem Zeigefinger und schaute ihren neuen Freund neugierig an. "Wie heiÃt du?"
"Luke", antwortete er grummelnd. Ihm kam es komisch vor, hier mit einem Kleinkind auf dem Arm herumzustehen. Doch er brachte es einfach nicht übers Herz, sie einfach einer der Schwestern zu übergeben...
Kaleigh strahlte. "Duuk!"
"Nein, Luke", verbesserte er sie sofort, während sich Lorelai ein Grinsen nicht verkneifen konnte.
"Duuk", beharrte Kaleigh jedoch und nickte heftig. "Schöner Name!"
"Böser Name," entgegnete Luke düster.
"Ich mag Duuk", sagte Kaleigh unbeeindruckt, und es war unmöglich zu sagen, ob sie damit den Namen oder die entsprechende Person meinte.
Luke beschloss, auf diese Diskussion erst einmal nicht weiter einzugehen, denn er wusste aus Erfahrung, dass das herzlich wenig Sinn haben würde - die letzte Person, die sich in den Kopf gesetzt hatte ihn Duuk, beziehungsweise Duke, zu nennen, hatte dies über ein halbes Jahr lang durchgehalten...
"Ich will ja eure idyllische Unterhaltung nicht stören", mischte sich schlieÃlich Lorelai ein, "aber wir sollten schnellstens damit aufhören, uns zu verlaufen. Ich schlage vor, wir übergeben Kaleigh erst einmal einer Schwester, dann können wir..."
"Du kannst sie doch nicht einfach einer Schwester übergeben!", unterbrach Luke sie und starrte sie an, als wäre sie verrückt geworden. Er hasste nicht nur Krankenhäuser, sondern auch alles, was zu ihnen gehörte. "Sie ist doch noch so klein, und wer weià was die Schwestern..."
"Ja, ja", stoppte Lorelai schnell ihren Freund, bevor er sich in irgendetwas hereinsteigern konnte, "ist ja schon gut. Wir nehmen sie mit."
Man sah Kaleigh förmlich ihre Erleichterung an. Sie lächelte, wurde jedoch schon im nächsten Augenblick wieder todernst.
"Hey..." Luke fiel dies sofort auf, und er schaute sie besorgt an. "Was hast du denn auf einmal?"
Kaleigh errötete ein wenig, schaute sich um, als würde man sie belauschen, und flüsterte Luke dann etwas ins Ohr.
Lorelai hatte keine Mühe, ihr "Hab ganz doll Angst vor Krankenhäusern, Duuk..." zu verstehen, denn die meisten Kleinkinder waren nicht sonderlich gut im Flüstern.
Während er ihr zuhörte, breitete sich ein leises Lächeln auf seinem Gesicht aus.
"Soll ich dir was verraten?"
Kaleigh kaute auf ihrer Unterlippe herum und nickte.
"Ich auch", sagte Luke im Flüsterton.
Und dies war der Moment, in dem Lorelai beinahe dahinschmolz. Diese Szenerie war einfach zu rührend: Der grummelige Luke, von dem man wusste, dass er Kinder nicht gerade liebte, mit diesem kleinen, schüchternen Mädchen auf dem Arm, dazu das Vertrauen, dass die Kleine ihm anscheinend schenkte, und Lukes mittlerweile sogar recht entspanntes Lächeln...
Einen Augenblick lang lieà sie sich hinreiÃen und stellte sich vor, wie es wäre, wenn sie und Luke Kinder hätten.
Doch gerade als sie in ihren Gedanken versinken wollte, wandte Luke sich ihr zu.
"Wir müssen sie auf ihr Zimmer bringen. WeiÃt du, wo die Kinderstation ist?"
Lorelai verscheuchte jegliche Luke-und-Kinder-Gedanken aus ihrem Kopf und deutete auf die Glastür hinter Luke.