Es ging doch schneller als erwartet. Ich würde mich über fb freuen!
Teil 48
,,Mum?â Rorys Augen weiteten sich. Ein schmerzendes Stechen breitete sich in ihrem Brustkorb aus, das Atmen wurde zu einer Qual. So wie in diesem Moment hatte sie Lore noch nie gesehen. Das Gesicht ihrer Mutter strahlte unzählige Gefühle aus. Trauer, Schmerz, Wut, Zorn und keinen Funken Hoffnung mehr in sich. Rory rappelte sich langsam auf, hielt aber Distanz zu Lorelai.
,,Mum, bitte sag das nicht. Du hast verdient zu lebenâ, versuchte Rory mit ruhiger Stimme auf Lore einzureden. Lorelai jedoch schüttelte sofort ihren Kopf.
,,Dieser Mann hat das Leben verdient....mein Ehemann...â Erneut schluchzte sie. Rorys Hilflosigkeit wurde immer stärker und sie musste um jeden klaren Gedanken und jeden Atemzug kämpfen. Ihre Mutter so sehen zu müssen war unzumutbar.
,,Hast du schon mal daran gedacht, dass ich eine Zeit lang nur wegen dir überhaupt gelebt habe? Nach der Nacht mit Dean habe ich unvorstellbare Schmerzen durchlitten. Du, nur du hast mich am Leben erhalten. Oder als Jess damals einfach so verschwunden ist, ohne ein Wort oder einen Brief. Ich war nur für dich stark, nur wegen dir habe ich weitergelebt, anstatt mich unter meiner Bettdecke zu verkriechen und mich jede Nacht in den Schlaf zu weinen. Du hast mich durch meinen Liebeskummer geleitet, mir immer geholfen. Deshalb kann ich mir nicht mitanhören wie du sagst, dass du es nicht verdient hast zu leben! Wenn nicht du, wer dann?â Rorys Hand war zu einer Faust geballt und sie blickte Lore entschlossen an. Sie wusste, dass alles was sie eben gesagt hatte der Wahrheit entsprach und sie wirklich so fühlte und dachte. Lorelai blickte ihre Tochter an. Rory konnte ihr den Schmerz nicht nehmen doch durch ihre Worte schaffte es Lore wieder an das leben zu denken, an ihre Familie, ihre Töchter. Lores Gesichtszüge entspannten sich und Rory ging langsam auf ihre Mutter zu. Schritt für Schritt kam sie somit auch Luke näher. Zum ersten Mal nach seinem Unfall bekam Rory ihn zu Gesicht. Die Blässe und seine unzähligen Schürfwunden wirkten erschreckend auf sie. Der Mann, der hier lag, war nicht Luke Danes. Es war ein trauriges Abbild seiner, ein düsterer Schatten. Luke hatte ihr und Lorelai so oft geholfen und nun lag er so hilflos in diesem Bett. Sein Gesichtsausdruck wirkte gequält. Rory spürte wie Tränen in ihren Augen aufstiegen. Mit ihm verschwand auch ein wichtiger Halt in ihrem Leben, eine stützende Säule. Lore ging auf ihre Tochter, die ihren Blick nicht von Luke nehmen konnte, zu. Sie legte ihren Arm um sie und zog sie an sich.
,,Du musst immer hinsehen da du glaubst du hättest eine Bewegung von ihm bemerktâ, warf Lore in den Raum, âaber leider ist es nicht so.â Rory nickte stumm und eine Träne rann über ihre Wange. Ihre Anwesenheit gab Lorelai Kraft und Halt. Sie wusste nicht was sie vielleicht angestellt hätte, wäre Rory nicht hier.
,,Herein.â Liz richtete sich langsam etwas auf. Jess schob sich zurückhaltend durch die Türe und als Liz ihren Sohn erblickte strahlten ihre Augen und vertrieben die Leere darin. Jess ging auf den Stuhl zu und lieà sich darauf nieder.
,,Möchtest du Tee? Ich habe reichlich davon da mich die Ãrzte zwingen Unmengen von diesem Gebräu zu trinken.â Doch ihr Sohn antwortete nur mit einem Kopfschütteln. Liz wusste weshalb. Sie räusperte sich und blickte auf ihre Handflächen.
,,Du warst circa zwei Jahre alt als ich Peter kennen lernte. Er kam mir groÃartig vor, wie ein Ritter auf einem weiÃen Ross. Er hat sich um dich und mich gekümmert und uns versorgt. Schon kurz darauf wurde ich schwanger. Ich konnte mit nichts schöneres vorstellen und dachte mein Glück wäre nun komplett. Doch Peter verlor seinen Arbeitsplatz und kam damit nicht zurecht. Er hat seinen Kummer in Alkohol ertränkt oder mit Drogen betäubt und zu guter Letzt, hat er mich geschlagen. Ich habe es durchgestanden aber als er dann auch Hand an dich gelegt hat, wurde mir klar, dass ich ihn verlassen muss. Das habe ich getan und bin bei Debbie untergekommen. Peter hat uns dort auch erst nicht gefunden doch irgendwann stand er auch vor Debbies Tür. Er wollte, dass wir zurückkommen und ein neues Leben mit ihm beginnen doch ich konnte und wollte nichts riskieren. Er geriet völlig auÃer sich und drohte mir Sam wegzunehmen. Weil ich blöde Kuh total eingeschüchtert war, habe ich ihm geglaubt. Ich dachte wirklich, er könnte das tun. Ich habe mich dann nach Adoptiveltern erkundigt und bin auf die Greenwoods gestoÃen, ein kinderloses Ehepaar. Direkt nach der Geburt habe ich Sam zur Adoption freigegeben. Kein Mensch weià von Sam, nur ich und Debbie. Jetzt auch du. Glaub mir Jess, ich wollte es dir schon so oft sagen aber ich habe nie den Mut dazu gefunden. Es tut mir leid.â Liz Augen hatten sich mit Tränen gefüllt. Die Verzweiflung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Jess Gedanken schossen wild durcheinander. Erneut wurde ihm bewusst, welch bescheidenes Leben er und Liz doch geführt hatten.
,,WeiÃt du....ich meine hast du Sam seither schon einmal wiedergesehen oder Kontakt zu ihr?â, fragte Jess mit Vorsicht und Zurückhaltung in der Stimme. Liz schüttelte verneinend den Kopf.
,,Die Greenwoods schicken mir aber zu jedem ihrer Geburtstage ein Foto. Du müsstest sie sehen, sie ist wunderschön. Ich finde sie ähnelt Luke, sie hat seine Augen.â Schlagartig wurde ihm wieder klar, weshalb sie in New York waren.
,,Warst du schon bei ihm?â Es war so, als ob Liz Jess Gedanken lesen konnte.
,,Neinâ, kam es knapp von ihm, â du?â
,,Die Ãrzte lassen mich ja nicht aufstehen. Wenn ich könnte würde ich sofort zu ihm, meinem groÃen Bruder.â Liz rollte eine Träne über die Wange.
~Flashback~
,,Liz, stell das Radio leiserâ, forderte Luke seine Schwester auf.
,,Du kannst vielleicht Burger braten aber von Musik hast du keine Ahnung.â Liz wippte im Takt der Musik und sang stellenweise lauthals mit.
,,Jetzt wird mir klar woher Jess seinen furchtbaren Musikgeschmack hatâ, brummte Luke während er aus dem Fenster blickte. Er vermisste Lorelai jetzt schon, wie sollte er es die nächsten Tage nur aushalten?
Wir müssen den Song für eine wichtige Meldung unterbrechen...
,,Wie ich das immer hasse! Diese Radiomenschen könnten doch wenigstens bis zum Endes des Liedes warten, oder?â Liz drehte auf der Suche nach einem anderen Sender an den Knöpfen. Sie stoppte erst als ein neues Lied ertönte.
,,Du bist wie ein Teenager, weiÃt du das?â Luke warf seiner Schwester einen genervten Blick zu.
,,Und du wie ein GroÃvater. Sei locker und entspann dichâ, forderte Liz ihren groÃen Bruder auf. Luke schüttelte den Kopf und seine Gedanken schweiften wieder zu Lorelai. Endlich konnte er sie als seine Ehefrau bezeichnen. Er war sich sicher, dass sie ewig zusammen sein würden. Irgendwann würden sie Kinder bekommen und Luke huschte bei diesem Gedanken ein Lächeln über die Lippen. Er würde Lore bis in alle Ewigkeit lieben.
,,LUKE......PASS AUF!â, schrie Liz völlig in Panik. Luke nahm nur noch ein grelles, weiÃes Licht wahr, bevor sich alles um ihn herum verdunkelte und schwarz wurde. Sein letzter Gedanke gehörte der Liebe seines Lebens. SchlieÃlich hauchte er sein Leben aus.
~Flashback Ende~
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[size=2]Ich weiÃ, ist nicht so lang aber ich sitze schon am nächsten! [/size]