Rückkehr nach Stars Hollow

Danke, Leute, für das ganz liebe Fb.
Und jetzt geht es auch "schon" wieder weiter. Viel spaß beim Lesen....



„Rory! Warte doch mal. Rory, hast du gehört?“; schrie Jess seiner Frau hinterher, doch diese schien ihre Schritte nur zu beschleunigen.
„Nicht zu fassen“, presste Jess zwischen den Zähnen hervor und lief ihr nach. Plötzlich sah es so aus, als wäre sie sauer auf ihn. Das konnte doch nicht wahr sein. Sie hatte doch mit Dean geschlafen. Sie hatte es ihm verschwiegen. Und jetzt ganz plötzlich tat sie so, als wäre er der Böse, weil er das nicht akzeptieren konnte. Zugegeben, er hatte kein Recht, sauer auf sie zu sein, weil sie mit Dean geschlafen hatte. Das war vor seiner Zeit. Aber dass das Ganze nur eine Woche nachdem er bei ihr in Yale war, passiert ist, war auch nicht gerade die feine englische Art. Und dass sie ihm das alles noch verheimlicht hatte. Das war doch die Höhe.
„Rory, bitte!“, rief Jess, doch sie schien keine Anstalten zu machen, langsamer zu werden, geschweige denn stehen zu bleiben.
Das war doch verrückt. Mitten in der Nacht liefen sie durch die Straßen von Stars Hollow. Morgen würde das wahrscheinlich das Klatschthema Nummer 1 sein. Und alles nur wegen so einem lächerlichen Streit. Okay, lächerlich war das nicht. Immerhin war Rory nicht ehrlich zu ihm gewesen. Er hatte sich ständig bemüht, alles besser zu machen, sich nicht so zu verhalten, wie er es früher immer getan hatte. Und dann musste er von Lorelai erfahren, dass Rory vor nicht allzu langer Zeit mit Dean geschlafen hatte. Und dass Rory es nicht der Rede wert gefunden hatte, ihm das irgendwann zu erzählen. Selbst Lorelai war überrascht gewesen, dass ihre Tochter solche Geheimnisse vor ihm hatte.
Okay, wahrscheinlich konnte er ihr das auch verzeihen. Das war das Mindeste, das er tun konnte, nachdem sie ihm alle Fehler aus der Vergangenheit verziehen hatte. Und außerdem, wenn er ehrlich war, hatte er ihr auch nicht alles erzählt. Tief in ihm schlummerte doch auch das eine oder andere Geheimnis von seiner Zeit aus New York. Doch das würde Rory nie erfahren. Das durfte sie nie erfahren, denn erstens würde er sie dann für immer verlieren und zweitens war es für sie viel zu gefährlich.
Jess schüttelte den Kopf, um diesen Gedanken schnell wieder zu verdrängen. Warum dachte er jetzt plötzlich daran? Das war doch etwas ganz anderes. Indem er die Wahrheit vor Rory verbarg, versuchte er sie zu schützen. Aber so wie sie ihm das mit Dean verheimlicht hatte, war es ein klarer Vertrauensbruch.
„Rory, bleib doch endlich stehen!“
Er setzte zu einem letzten Sprint an, denn fast hatte er sie eingeholt. Seine Hände schnellten nach vorne und bekamen ihren Arm zu fassen. Unsanft riss er sie zurück und brachte sie damit endlich zum Stehen.
„Rory, was soll das? Wo willst du denn hin?“
„Zu Mum.“
„Aber die ist doch noch in Hartford.“
„Ich will ihren Kaffee“, erklärte Rory kleinlaut.
„Was?“, Rory, was…“, Jess sah sie verdutzt an, „…was redest du da? Wir haben doch zu Hause auch Kaffee.“
„Jess, du verstehst das nicht. Ich muss Mums Kaffee klauen, damit sie wieder zu Luke geht.“
„Weißt du was, Rory, das verstehe ich wirklich nicht“, murmelte Jess und drehte sich um. Er war jetzt erst recht sauer. Sie war vor ihrem Streit davongelaufen, nur um ihrer Mum den Kaffee zu klauen. Das hätte er sich ersparen können. Als er sie geheiratet hatte, wusste er, dass sie verrückt ist, aber dass sie von einem Streit einfach so abhauen und dann irgendetwas Verrücktes anstellen würde, hätte er sich nie erträumen lassen. Aber das war jetzt egal. Er wollte nach Hause und ins Bett. Er war sauer auf sie, wegen der Sache mit Dean und jetzt auch noch wegen einem nächtlichen Ausflug zum Haus ihrer Mutter. Das war genug für einen Abend.
„Jess, bitte“, rief ihm Rory nach. Irgendetwas in ihrer Stimme ließ ihn stehen bleiben und wieder zu ihr umdrehen.
„Ich will doch nur, dass Mum wieder mir Luke zusammen kommt. Und sie geht nur wieder zu ihm, wenn sie keinen Kaffee zu Hause hat.“
„Rory“, Jess kam langsam auf sie zu. „Es ist nicht deine Aufgabe, sie wieder zusammen zu führen. Das müssen sie alleine machen. Sie sind erwachsene Leute. Du solltest dich da heraus halten.“
„Das kann ich nicht.“
Jess stutzte, als er sah, dass Rorys Augen feucht wurden.
„Weißt du, ich habe bei uns beiden schon einen Fehler gemacht“, erklärte sie mit zittriger Stimme. „Ich bin Schuld an unserem Streit und das ist gar nicht toll. Ich wünschte, ich könnte das einfach so wieder gut machen. Aber du machst nicht den Anschein, dass du mir das verzeihen willst. Also bitte, lass mich wenigstens die Beziehung von Mum und Luke wieder in Ordnung bringen.“
Ihrem flehenden Blick konnte Jess nicht standhalten und senkte den Kopf. Er steckte seine Hände in die Hosentaschen und wandte ihr dann wieder sein Gesicht zu.
„Na gut“, sagte er mit ruhiger Stimme, „dann lass uns das hinter uns bringen.“
„Du kommst mit?“, fragte Rory verwundert und runzelte die Stirn.
„Naja, bis vor kurzem waren wir doch immer ein Team“, erklärte er und nahm ihre Hände in seine. „Und wenn wir schon wegen Kaffeediebstahl ins Gefängnis kommen, dann doch gemeinsam.“ Er grinste und brachte Rory somit zum Lächeln.

Hand in Hand liefen sie den Weg weiter zu Lorelais Haus. Leise schlichen sie durch den Garten zur Hintertür, damit Babette keinen Verdacht schöpfen und morgen Lorelai erzählen würde, wer als möglicher Täter in Frage komme.
Nachdem Rory mit ihrem eigenen Schlüssel die Tür aufgeschlossen hatte, schlichen sie gebückt in die Küche. Rasch zog Rory aus dem Schrank über dem Herd eine große Packung Kaffee heraus und drückte sie Jess in die Hände.
„Okay, lass uns verschwinden, bevor deine Mum nach Hause kommt“, zischte er.
„Nein warte, ich weiß, wo Mum noch mehr Kaffee aufbewahrt.“
Schnell huschte sie aus der Küche in Richtung Wohnzimmer. Sekunden später hörte Jess, wie sie die Treppen hoch schlich und kurz darauf wieder herunter kam, mit einer weiteren Packung Kaffee in den Händen.
„Die war in der Schublade mit Mums Unterwäsche“, erklärte Rory grinsend.
„Ihr Gilmores habt einen Knall“, erwiderte Jess kopfschüttelnd und wandte sich zur Tür um.
Doch Rory packte ihn am Arm und hielt ihn zurück.
„Jess, es tut mir wirklich leid, dass ich es dir nicht gesagt habe. Bis heute haben mich ständig Gewissensbisse geplagt, das schwöre ich dir. Es tut mir wirklich, wirklich leid.“
“Ich weiß, Rory“, flüsterte Jess und trat einen Schritt näher an sie heran. „Es ist nur…Dean.“

Rory nickte wissend.
„Es macht mich ganz verrückt, wenn ich daran denke, dass du und er…. Ich kann ihn einfach nicht ausstehen.“
„Ich weiß, Jess. Aber das ist Vergangenheit, aus und vorbei. Und ganz nebenbei weiß ich sicher auch nicht alles aus deiner Vergangenheit.“
Jess dachte an New York und spürte, wie sich sein Magen zusammen zog.
„Aber wie gesagt, es ist Vergangenheit“, fuhr Rory fort. „Und die können wir doch jetzt ruhen lassen. Mit Dean wird nie wieder etwas sein. Ich liebe nur dich, Jess.“
„Ich liebe dich auch“, erwiderte Jess und lächelte leicht.
„Sag mal, du weißt aber schon, dass es in Stars Hollow auch noch anderswo Kaffee gibt, nicht nur bei Luke?“, fragte Jess dann und blickte auf die Packung in seinen Händen.
„Das lass mal meine Sorge sein“, erklärte Rory ihrem Mann und seufzte erleichtert, weil sie es doch noch geschafft hatte, Jess zu beruhigen.
Dieser trat spontan auf sie zu, um sie zu küssen, doch sie wich erschrocken zurück.
„Was ist?“, fragte er verwundert.
„Mum!“, sagte Rory nur und drängte sich an ihm vorbei. Da hörte auch Jess, wie der Schlüssel im Schloss umgedreht wurde und sich die Vordertür öffnete. Schnell folgte er Rory hinaus auf die Veranda und schloss vorsichtig die Tür hinter sich. Er verschwand in dem Moment in der Dunkelheit des Gartens, als in der Küche das Licht anging.

Tritt nicht in die Fußstapfen anderer, du hinterläßt sonst selbst keine Spuren.

Rückkehr nach Stars Hollow, Wird er sich jemals ändern? Auf der schiefen Bahn
Kurzgeschichte: Sometimes it's too late

Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie lehrt uns mit dem Schmerz umzugehen.
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hey du
der neue teil ist echt klasse. voll genial. klauen sie der einfach den kaffeeEek so geht das aber ncith
freu mich schon auf den nächsten teil
lg jessy
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Okay, das ist nicht ganz so viel FB wie ich erwartet habe, aber trotzdem danke Süße.
Wär schön, wenn sich noch einige dazu aufraffen könnten.
Ansonsten, ich weiß noch nicht, wann der neue Teil kommt, hab noch nicht damit angefangen und außerdem fahre ich bald auf Urlaub. Also, spätestens Ende September. Aber ich versuche, dass ich ihn vorher noch hinbekomme. Mehr FB wäre da eine deutliche Motivation. Wink

lg sunny

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Rückkehr nach Stars Hollow, Wird er sich jemals ändern? Auf der schiefen Bahn
Kurzgeschichte: Sometimes it's too late

Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie lehrt uns mit dem Schmerz umzugehen.
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heyhey!
sry das ich noch kein fb gegeben hatte...hats irgendwie total verplant:o

der neue teil war super....finds voll süß das sie zusammen den kaffee klauenBig Grin

hoffentlich streiten sie sich nicht mehr, obwohl mich mal interessieren würde was jess damals so gemacht hatBig Grin^^ ...

mach schnell weiter....ende septemberFaint...viel zu langeSad:heul:ShootMad

lg eva

~~Paul Walker-->:herz: [SIGPIC][/SIGPIC]:herz: <-- Good music has to stay alive club*** Globetrotter ~Don’t you wanna see the world, too?~***Jess and Rory´s never ending Love Club



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Hallo sunshinesmile!

So, ich habe Deine FF in ein paar Tagen komplett durchgelesen (und das heimlich, immer auf der Arbeit), und ich fände es sehr schade, wenn Du die FF nicht mehr weiterführen würdest, nur weil nicht alle Fb geben.

Ich bin auch eher so jemand, der schreibfaul ist, aber alles lesen muss.

Deine FF ist super geschrieben, wenn ich mir die neuen Teile durchlese, habe ich immer das Gefühl, ich lese ein Buch, so gut gefällt mir Dein Schreibstil!

Ich hoffe, Lorelai und Luke kommen bald wieder zusammen, und Rory fühlt sich dann wieder besser. Schön, dass Du den Streit von Rory und Jess doch so schnell beigelegt hast, ich fand es ganz schlimm, dass die beiden sich wegen Dean gestritten haben.

Eine Frage habe ich noch: Erfahren wir Leser bald, was für ein Geheimnis Jess hat, wovor er Rory schützen will? Alleine aus diesem Grund musst Du die FF weiterschreiben, kannst uns doch keinen Happen zuwerfen und dann damit abspeisen Smile.

Also, ich warte sehnsüchtig auf den nächsten Teil,

bis bald

Mela
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hey hab dir ja auch noch kein FB gegeben.also deine FF ist echt toll und du hast nen tollen schreibstil,sehr schön!
ich denke dass lore und luke das vor allem dank rorys heimlicher hilfe bal wieder auf die reihe kriegen.
echt witzig wie rory und jess im haus rumschleichen und dann durch die hintertür abhauen,konnte ich mir richtig bildlich vorstellen...
also bitte bitte führ deine FF weiter,es gibt viele die deine FF lesen auch wenn nicht jeder FB gibt,also bitte mach weiter.
LG Tanja

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LITERATI 4 ever
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Hey, ihr braucht euch keine Sorgen machen, die FF wird AUF JEDEN FALL weiter geführt. Ich meine nur, wenn FB gegeben wird, bin ich doch etwas motivierter und schreibe schneller.

Toony schrieb:Eine Frage habe ich noch: Erfahren wir Leser bald, was für ein Geheimnis Jess hat, wovor er Rory schützen will?

Naja, das mit dem Geheimnis dauert auf jeden Fall noch eine Weile. Aber es wird auf alle Fälle noch für Aufregung sorgen.

Also, danke fürs FB und viel Spaß beim weiter lesen.

lg
sunny

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Kurzgeschichte: Sometimes it's too late

Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie lehrt uns mit dem Schmerz umzugehen.
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der teil war total gut, es freut mich das jess und Rory sich vertragen haben.
Mich nimmt es auch total wunder was es mit den Geheimnissen von Jess auf sich hatBig Grin

glg und bin schon total gespannt auf den neuen TeilBig GrinBig Grin

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Also... Man(n) hat sich dann wieder beruhigt. Das ist aber nett.
Der Kaffeeklau ist eine gute Idee. Aber was hat Rory vor? Will er allen in Stars Hollow den Kaffeehandel verbieten nur damit Lorelai wieder zu Luke geht? Eher fährt sie nach Hartfort zu ihren Eltern, oder? Wink
Was für ein Geheimnis hütet Jess in seiner Vergangenheit? Und wie will er Rory vor was schützen?
Ich hoffe du schreibst weiter, denn ich brauche den Rest!
Drück dich ganz fest, Yela

[SIGPIC]C:\Documents and Settings\charlotte\Escritorio\Fotos\Others\Williesig copia.jpg[/SIGPIC]

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UIch weiß, es hat länger gedauert, als eigentlich erwartet, dafür habe ich euch wieder einen langen Teil geschrieben.Ich hoffe, er gefällt euch auch so gut wie mir...


Kaffeesucht


Jess stand hinter dem Tresen und stützte sein Kinn auf seine Handflächen. Vor ihm stand Taylor und erklärte ihm, dass es eine Frechheit sei, manchen Kunden die Bedienung zu verweigern. Doch den jungen Mann interessierte das herzlich wenig. Erstens, weil Luke gerade in der Küche war, um den ausgefallenen Herd wieder auf Vordermann zu bringen, und selbst wenn er da wäre, würde ihn Taylor genauso wenig interessieren wie seinen Neffen, zweitens, weil Taylor trotzdem immer etwas zu meckern hatte, selbst wenn Jess ihn bediente, und drittens, weil etwas draußen auf der Straße seine Aufmerksamkeit erregte. Dort lief nämlich seit geschlagenen 45 Minuten Lorelai auf und ab und hatte es noch nicht einmal geschafft, sich dem Diner bis auf 10 Meter zu nähern.
Jess seufzte und richtete sich auf. Rorys Plan schien doch nicht so gut zu gelingen.
„Hey, junger Mann, du solltest mich nicht anseufzen. Das gibt eine weitere Beschwerde beim Geschäftsführer dieses Etablissements.“
„Was soll das Taylor? Der Geschäftsführer von diesem Etablissement, wie Sie das nennen, ist Luke, und was soll der schon groß unternehmen? Soll er mich feuern? Ich bitte Sie, das ist doch nicht ihr Ernst. Luke sind Sie doch genauso egal wie mir.“
Wo er recht hat, hat er Recht?“
Jess wirbelte herum. Er hatte nicht bemerkt, dass Luke hinter ihm erschienen war. Dann grinste er. Die Verwandtschaft zwischen den beiden war nicht zu leugnen. Er schwindelte sich an Luke vorbei zum Telefon.
Luke seufzte, als er Taylors hochrotes Gesicht sah.
„Na schon, Taylor, was hättest du gern?“
„Einen Kaffee, schwarz, zum Mitnehmen“, presste dieser mit zusammengepressten Zähnen hervor.



Rory blickte genervt von ihren Unterlagen auf, als das Telefon läutete. Gerade war sie so vertieft in Shakespeare gewesen und jetzt das. Dennoch stand sie auf und hob den Hörer ab.
„Es funktioniert nicht“, kam es gleich vom anderen Ende, bevor Rory überhaupt etwas sagen konnte.
„Was funktioniert nicht?“, fragte sie augenrollend.
„Dein Plan. Sie kommt nicht. Seit fast einer Stunde läuft sie vor dem Diner auf und ab, macht aber keine Anstalten, herein zu kommen.“
„Schon gut, Jess. Ich regle das“, beruhigte sie ihren Mann.
„Und wie willst du das machen. Noch eine Stunde warten. Länger halte ich das nicht aus. Wenn sie da draußen hin und her schwänzelt, dreh ich durch.“
„Schon gut, Jess. Ich habe da noch einen Joker. Lass mich nur machen.“


Lorelai war am Durchdrehen. Es war unfassbar. Heute Morgen war sie aufgestanden und wollte sich Kaffee kochen und da war keiner mehr im Haus. Nicht ein Gramm mehr. Nicht einmal in ihrem Geheimversteck zwischen ihrer Unterwäsche. Dabei war sie sich 100%ig sicher, dass gestern noch mehr als genug Kaffee da gewesen war. Aber so schnell hatte sie nicht aufgegeben. Sie war zu Doose’s gelaufen, um welchen zu kaufen, und da hatte man ihr erklärt, dass die morgendliche Lieferung ausgeblieben war, weil der Fahrer in einem Stau stand. Doch noch immer hatte sie sich nicht unterkriegen lassen. Sie wollte zu Earl’s Pancake World, doch dort war die Kaffeemaschine am Morgen eingegangen, bei Carol’s Cafeteria hatte man angeblich Verunreinigungen im Kaffee gefunden, im Hotel war eine riesige Dose Zucker in den Kaffee gefallen und Babette war ebenfalls der Vorrat ausgegangen. Auf jeden Fall gab es keinen einzigen Genießbaren Tropfen Kaffee mehr in dieser Stadt. Langsam glaubte Lorelai, dass da irgendjemand seine Finger im Spiel hatte. Und jetzt stand sie da, auf der Straße, und sah sich den einzigen Platz in der Stadt an, an dem man an diesem Tag Kaffee bekam. Doch sie schaffte es nicht, hineinzugehen. Denn wenn sie da jetzt hineinging, müssten sie miteinander reden, und sie wusste nicht, ob sie schon bereit dazu war. Es war ja nicht so, dass sie immer noch böse war, es was nur…kompliziert. Sie müssten über alles reden, vor allem darüber, warum sie ihm das mit Piet angetan hatte. Und für Erklärungen war es jetzt noch zu früh. Erst mussten sich die Gemüter beruhigen.
Sie entschied sich dafür, nach Hause zu gehen, um dann mit dem Auto nach Hartford zu fahren, denn da würde es bestimmt irgendwo noch einen Kaffee geben. Als sie sich umdrehte, stand plötzlich Kirk hinter ihr.
„Lorelai, es ist so schön dich zu sehen. Ich muss dringend mit dir reden. Es geht um dein Hotel.“
„Kirk, ich habe dir doch schon oft genug gesagt, dass wir deine Hilfe sehr schätzen, aber im Moment einfach nicht benötigen.“
„Ich weiß, Lorelai, aber ich habe die ultimative Idee. Komm, wir besprechen das bei einem Kaffee.“
Er packte sie am Arm und zog sie mit sich.
„Nein, ähm…weißt du Kirk. Ich habe heute irgendwie keine Lust auf Kaffee. Und deine Idee ist bestimmt sehr interessant, aber wir haben dafür keine Verwendung.“
„Lorelai, ich weiß, dass mein Ruf nicht unbedingt der beste ist, aber ich habe doch vor einiger Zeit einen 2-Wochen Kurs als Gärtner gemacht, und da dachte ich mir, im Hotelgarten könnten wir doch ein Labyrinth aus Bäumen pflanzen.
Unermüdlich schleifte er sie hinter sich nach, genau aufs Diner zu.
„Kirk, bitte. Wir haben schon einen Gärtner. Und der hat 25 Jahre Erfahrung. Außerdem brauchen wir kein Labyrinth.“
„Aber denk doch an die Kinder. Wie die sich freuen würden. Ich würde mich freuen. Meine Mutter hat mir nie ein Labyrinth gepflanzt.“
Sie waren an der Tür des Diners angelangt, als Lorelai sich von Kirk losreißen konnte und sich vor ihm aufbaute.
„Kirk, bitte, ein Labyrinth würde zu viel Platz einnehmen. Und für die Kinder gibt es doch einen Spielplatz und die Pferde. Ein Labyrinth ist wirklich nicht nötig. Außerdem hat mir meine Mutter auch nie eins pflanzen lassen. Das ist nicht so schlimm, Kirk. Viele Kinder haben kein Labyrinth zu Hause.“
In dem Moment machte Jess hinter Lorelai die Tür auf und Kirk gab ihr einen leichten Stoß, sodass sei rückwärts hineinstolperte.
„Weißt du was, Lorelai, vermutlich hast du Recht“, sagte Kirk schnell und machte kehrt. Bevor Lorelai etwas unternehmen konnte, schloss Jess die Tür wieder und wies auf den Tresen.
„Hallo Lorelai, dort drüben wäre noch ein Platz für dich frei.“
„Ähm, Jess, da sind aber auch noch ein paar Tische frei.“
„Die sind reserviert“, erklärte er schnell.
„Ich sehe aber keine Reserviert-Kärtchen.“
„So etwas haben wir nicht. Aber wir wissen, welche Tische für wen reserviert sind. Besonderer Service.“
„Nimm es mir nicht übel, Jess, aber das Lügen hast du allmählich verlernt. Im Diner wurde noch nie ein Tisch für jemanden reserviert.“
„Wie dem auch sei, dein Platz ist am Tresen“, meinte Jess darauf nur und schob sie in die entsprechende Richtung. Und da wusste Lorelai, dass derjenige, der die Finger im Spiel hatte, keine höhere Macht war, sondern Rory.
In dem Moment kam Luke aus der Küche und starrte seine Ex-Freundin einen Augenblick lang verblüfft an. Diese lächelte nur verlegen, als sie ihn erblickte.
„Könnte….ich einen Kaffee haben?“, fragte sie leise.
„Hier oder zum Mitnehmen?“
„Ähm…“, Lorelai blickte sich um, während sie überlegte, „…ich denke, ich will ihn hier trinken.“
Ein leichtes Lächeln huschte über Lukes Gesicht, als er das hörte. Er nahm eine Tasse aus dem Regal, stellte sie vor Lorelai auf den Tresen und füllte besonders viel Kaffee hinein.
„Es tut mir leid“, meinte er leise, sodass nur Lorelai es hören konnte.
„Ja, mir auch“, entgegnete Lorelai. „Vielleicht sollten wir mal reden….über alles…“
„Hört sich gut an“, meinte Luke. „Heute Abend?“
„Ja, was hältst du von einem Videoabend. Jess und Rory kommen auch.“
„Hey, Moment mal, damit sind wir nicht einverstanden“, kam sogleich die Beschwerde von Jess.
Lorelai schickte ihm gleich einen vernichtenden Blick.
„Aber natürlich kommt ihr, Jess.“
„Ähm…, ja, klar.“
Rorys Plan war zwar einmalig gewesen, aber anscheinend hatte er auch seine Haken.





Tritt nicht in die Fußstapfen anderer, du hinterläßt sonst selbst keine Spuren.

Rückkehr nach Stars Hollow, Wird er sich jemals ändern? Auf der schiefen Bahn
Kurzgeschichte: Sometimes it's too late

Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie lehrt uns mit dem Schmerz umzugehen.
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