Drabble's Paradise
#11

Story-Infos/Disclaimer siehe 1. Beitrag.

A/N: Bin schon wieder in Update-Laune und konnte einfach nicht widerstehen. Und weil heute erst Sonntag ist, wird's eben nur ein Drabbles-Update.

Doch bevor irgendwas anderes kommt, hier mein Danke an meine tollen Kommentarschreiber:

-LORE, Sindy85, Nathi 4545 und HollowStar

Fühlt euch alle ganz fest geknuddelt. :knuddel:

Die Sitcom geht weiter, hier die nächsten drei Drabbles. Unglaublich, ich erinnere mich jetzt erst wieder daran, wie viel Spaß es damals gemacht hat die zu schreiben. Big Grin

Reviews machen glücklich, Leute, denn: Feedback ist Liebe! :herz:

xoxo,
Tina Wink

~*~*~*~*~

DRABBLE'S PARADISE
Weil kleine Geschichten den Alltag erheitern ...


1. Ein Wochenende lang wie verschollen sein: Videos, Fast Food und kein Telefon.


„Und du bist dir sicher, dass du das Telefon ausgesteckt hast?“ Er überdrehte die Augen und nickt zum wohl hundertsten Mal.

„Mobiltelefone alle aus?“

Er nickte wieder.

„Dem Portier gesagt, dass wir dieses Wochenende nicht erreichbar sind?“

„Rory …“, entfuhr es ihm beinahe genervt, als er seinen Arm um ihre Schulter schlang und sie dazu zwang, es sich in seinen Armen bequem zu machen.

„Wir haben alles erledigt, damit wir nicht gestört werden, haben genügend Junk Food um eine ganze Footballmannschaft damit zu versorgen und die Filme liegen alle griffbereit. Du kannst dich also ruhigen Gewissens jetzt entspannen und dieses Wochenende einfach genießen“, beruhigte er sie zum zigsten Mal. Doch dieses Mal schien es zu wirken, denn sie wurde augenblicklich ruhiger. Ihre Muskeln entspannten sich und sie lehnte ihren Kopf an seine Brust. Dann nahm sie die Fernbedienung für den Videorekorder in die Hand und drückte auf „Play“.

„Oh nein!“, ertönte in der selben Sekunde Jess’ Stimme als sein Blick auf den Schriftzug fiel, der soeben über den Bildschirm flackerte.

„Oh doch!“, gab Rory grinsend zurück und drückte sich noch fester an ihn.

„Du tust mir das wirklich an?“, entkam es ihm beinahe frustriert.

„Es ist mein Wochenende zum Filme aussuchen“, protestierte sie vehement.

„Das mag schon so sein, Baby. Aber muss es wirklich ein ‚Willy Wonka und die Schokoladenfarbrik’-Wochenende sein?“

„Ja“, entgegnete sie und grinste breit, „Es wurde wieder einmal Zeit dafür. Wir hatten das nämlich schon ewig nicht mehr.“

„Aus gutem Grund“, murmelte er, doch sie hatte ihn genau gehört. Jedoch beachtete sie ihn gar nicht mehr und konzentrierte sich wieder auf einen ihrer Lieblingsfilme.

Augenblicklich musste sie an Lorelai denken und war sogar kurz davor ihre Mutter anzurufen, doch dann erinnerte sie sich an das Telefonverbot für das Wochenende und verwarf somit den Gedanken wieder.

Sie kuschelte sich enger an Jess und atmete einmal tief durch. Sie mochte solche Film-Wochenenden. Leider hatten sie in letzter Zeit nur sehr selten stattgefunden.

Und auch Jess fand es schön, dass sie endlich wieder einmal das ganze Wochenende einfach für sich hatten. Ohne Lorelai. Ohne Luke. Ohne Liz. Ohne irgendwen. Nur sie beide.

Und dann fiel ihm plötzlich noch etwas ein. Eine wichtige Sache.

„Eine letzte Frage noch“, unterbrach er deshalb nochmals ihre Konzentration.

Sie drehte ihm ihren Kopf zu, lächelte ihn breit an und küsste ihn, bevor sie mit einem Nicken meinte: „Jep. ‚Footloose’ ist auch dabei.“

- o -

2. Einen Last-Minute-Flug antreten. Irgendwohin. Ohne Gepäck.


Ihre Augen flehten, doch er ließ sich davon nicht beirren und schob sie weiter vor sich her.

„Darf ich wenigstens meine Zahnbürste mitnehmen? Du weißt genau, dass ich die Zahnbürsten von wo anders nicht ausstehen kann“, flehte sie deshalb nicht nur mehr mit ihren Augen sondern nun auch mit ihrer Stimme und ihrem Schmollmund.

„Nein“, entgegnete er jedoch eisern und schob sie weiter. Immer weiter.

„Und was ist mit etwas frischer Unterwäsche? Es wäre doch sinnlos, wenn wir uns extra Unterwäsche …“, versuchte sie es weiter, doch kam damit nicht weit, denn plötzlich blieb er stehen.

„Steig jetzt in dieses Flugzeug!“, meinte er in strengem Ton und blickte sie mit zusammengezogenen Augenbrauen an. Sie kannte dieses Zeichen. Es war kein gutes Zeichen. Es war ein Zeichen dafür, dass er langsam die Nerven verlor. Dass er langsam die Nerven mit ihr verlor. Manchmal schaffte sie das tatsächlich. Sie konnte es sich dennoch nicht verkneifen.

„Aber …“, versuchte sie es ein letztes Mal, doch kam gar nicht mehr dazu weiter zu sprechen. Jess beugte sich nämlich hinunter, packte sie um die Oberschenkel und warf sie sich einfach über die Schulter. Danach steckte er die Packung Zigaretten, die er eben noch im Duty-free-Shop gekauft hatte, in seine Hosentasche und marschierte auf das Gate zu. Rorys Flüche und Gezeter einfach ignorierend. Die Leute rundherum begannen schon sie anzustarren.

„JESS?! Bist du verrückt?! Lass mich sofort runter!“, quietschte sie. Besonders, weil ihr langsam das Blut in den Kopf stieg.

„Erst wenn du mir versprichst, dass du ohne weitere Mucken in dieses Flugzeug steigst“, entgegnete er ruhig, ging aber nichts desto trotz weiter.

„Aber ich …“, gab sie zurück, wurde aber auch dieses Mal unterbrochen. Jess grinste, klopfte ihr einmal mit der flachen Hand auf den Hintern und ließ sie weiter über seiner Schulter hängen.

„Du hattest deine Chance, Baby. Ich sagte ohne Mucken“, klärte er sie auf und reichte die Sekunde darauf der verdatterten Stewardess die beiden Tickets. Der junge Mann achtete gar nicht darauf.

„Äh … ich wünsche Ihnen einen angenehmen Flug und viel Vergnügen in Paris. Es … es soll zu dieser Jahreszeit … äh … sehr schön dort sein“, erklärte die junge Frau mit dem roten Käppchen schließlich.

„Vielen Dank“, gab Jess zurück und tappte Rory ein weiters Mal auf ihren Allerwertesten, „Sag vielen Dank, Rory.“

Ob sie wollte oder nicht, um ehrlich zu sein, war die ganze Situation irgendwie witzig. Deshalb stützte sie ihren Kopf jetzt auf ihren Arm, welchen sie auf Jess’ Rücken stützte und tat wie er ihr gesagt hatte. Sie wandte sich an die Stewardess und gab leicht lachend zurück: „Vielen Dank, Rory.“

- o -


3. Gemeinsam einen Termin beim Schönheitschirurgen verabreden und sich unverbindlich beraten lassen.


„Äh … Nase. … Kinn. … Oberschenkel und Knie. … Bauch. … Taille. … Brüste! Brüste ist ganz wichtig! … Hüften. … Oberarme. … Irgendwas bei der Augenpartie. Vielleicht auch noch ein kleines Lifting, aber das überlasse ich Ihnen. Nachher soll jedoch noch alles total natürlich wirken.“

Der Arzt sah das Paar vor sich verwundert an. So etwas hatte er in seiner ganzen Karriere niemals erlebt. Die wollten ja eine Rundum-Total-Erneuerung. Zwei Operationen gleichzeitig war an und für sich nicht weiter erwähnenswert. Aber eine ganz andere Sache war es dann, wenn aus den zwei OPs, zehn oder elf wurden. Und am besten war der Teil mit der Natürlichkeit.

„Äh …“, begann der Arzt deshalb jetzt und sah die beiden vor sich an, „… es tut mir ja furchtbar Leid, Mr. Danes, aber ich fürchte, dass ich keine elf Operationen gleichzeitig an ihrer Freundin vornehmen kann. Außerdem“, er lächelte etwas gequält und sah nun auf die Frau neben dem Mann, „ihre Freundin ist doch eine sehr hübsche Frau.“

Jess war kurz davor, dass ihm ein Lachen auskam. Nur mit Mühe konnte er es zurückhalten.

Als Rory ihm am Vortag erklärt hatte, dass sie für einen ihrer neuen Artikel einen Termin bei einem Schönheitschirurgen vereinbaren und sich unverbindlich beraten lassen sollte, wusste er noch nicht, worauf er sich dabei einließ.

Die Recherchen für Rorys Artikel sollten ihr ermöglichen herauszufinden, was Schönheitschirurgen heutzutage bereit waren zu tun … nur für Geld natürlich. Und da Rory Gilmore eine furchtbare Schauspielerin war, hatte sie Jess darum gebeten ihr zu helfen.

Und jetzt saß er hier und hatte die Kontrolle über das Gespräch übernommen, während Rory neben ihm saß und mit jedem Wort blasser wurde. Aus Gründen der „Anonymität“ hatte er sogar einen anderen Namen angegeben. Natürlich ein Heidenspaß für ihn den Namen seines Onkels zu missbrauchen.

Jess und der Arzt führten für einige Zeit ein noch recht angeregtes Gespräch, bevor sich das Paar erhob, dem Chirurgen die Hand schüttelte und danach die Praxis verließ.

Rory hatte bis jetzt noch kein Wort gesagt. Jess grinste noch immer über das ganze Gesicht, höchst amüsiert über das soeben Stattgefundene.

„Findest du mich hübsch?“, riss sie ihn plötzlich aus den Gedanken.

Sein Grinsen verschwand und er wandte sich überrascht ihr zu. Er sah den unsicheren Ausdruck auf ihrem Gesicht.

„Baby …“, lächelte er und nahm ihre Hände in seine, „… du bist perfekt, genauso wie du bist.“ Dann gab er ihr einen schnellen Kuss.

Rory war wieder fröhlich und die beiden machten sich auf den Nachhauseweg.

Nach wenigen Metern erschien auf Jess’ Gesicht ein weiteres Mal ein breites Grinsen und in seinen Augen blitzte es gefährlich auf.

„Obwohl … wenn du mich schon so fragst … was würdest du dazu sagen, deine Brüste …“

„JESS!“, entkam es ihr entsetzt, während sie ihm einen Schlag auf den Oberarm verpasste.

Er lachte einmal auf, schlang seinen Arm um ihre Schulter und drückte ihr einen Kuss auf die Schläfe. Danach gingen sie schweigend und grinsend weiter.

TBC

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~ Love never ends. ~
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#12

Ich bin immer noch total begeistert von dieser idee & HOFFE dass das noch lange lange weitergeht ;D

Zitat: „Sag vielen Dank, Rory.“

Sie wandte sich an die Stewardess und gab leicht lachend zurück: „Vielen Dank, Rory.
:pBig Grin

TOLL!!

glg,
sophie


_____What if sex was holy and war was obscene_____
-Alicia Keys
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#13

Zu geil... Big Grin Ich würde liebend gerne wissen wie du auf solche Ideen kommst Big Grin Big Grin
Schreib ganz schnell weiter. Ich will weiter lachen Wink^^
ggglg Nathi <3

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Just friends
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#14

Hey,

es tut mir leid, dass ich einmal FB verpasst habe, aber nächste Woche beginnt mein Staatsexamen und ich komm zu nichts.. Furchtbar.. Aber was wäre das Leben, wenn man sich nicht ab und zu ausklinkt und die Zeit mit den WIRKLICH wichtigen Dingen verbringt?

Deswegen habe ich jetzt in aller Ruhe die neuen Teile deiner Sitcom gelesen und ich liebe sie!

Jung, quirlig, frech, spritzig, spaßig! Hm, vielleicht ist lebendig auch das passende Wort?

Auf jeden Fall mag ich diese kurzen Szenen. Die Ideen sind total witzig und ehrlich gesagt bekomm ich auch richtig Lust, einige der Ideen mal auszuprobieren. Hm, naja, zumindest die, die man auch ohne Freund machen kann ;-)

Ich muss (wieder einmal) sagen, dass du irgendwie für alle Situationen die passende "Schreibe" hast. Du schreibst pointiert und lässt genug Raum für eigene Bilder und Gedanken, gibst aber soviel vor, dass dein Stil erhalten bleibt. Wirklich perfekt!

Darf ich mir die einzelnen Episoden eigentlich in Word kopieren und aufm PC speichern?

Mach auf jeden Fall weiter so! Super!

Liebe Grüße,
maybe
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#15

Kann meiner Vorrednerin nur zustimmen. Lebendig trifft's genau! Big Grin

Ich find die Geschichten sooo toll!!! Irgendwie kommen mir die geposteten Teile viel zu kurz vor, aber wenn ich dann runterscrolle, stelle ich fest, dass sie gar nicht so kurz sind! Liest sich einfach zu gut.

Ich hoffe, du hast noch viele solcher Ideen!

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#16

Story-Infos/Disclaimer siehe 1. Beitrag.

A/N: Du meine Güte, jetzt hätt ich fast übersehen, dass ich hier auch updaten sollte. Big Grin

Ein laut schallendes "YOU ROCK!!!" für meine Kommentarschreiber:

-LORE, Nathi 4545, maybenextday und HollowStar

Fühlt euch wieder alle ganz fest geknuddelt. :knuddel:

Wenn ich nach dem 12-Monats-Plan vorgehen würde, dann hätte ich jetzt den Januar abgeschlossen und Februar würde beginnen. Außerdem hab ich total vergessen zu erwähnen, dass ich gerne den Plan posten kann, wenn ihr wollt. Vielleicht ist ja die eine oder andere Sache dabei, die euch besonders gefällt und vielleicht lasse ich mich dann weich klopfen, setz mich nochmal dran und versuch ein paar neue Drabbles zu schreiben. Aber nur, falls das erwünscht ist. Smile

Genug, hier die nächsten drei Parts meiner Sitcom. :biggrin:

Reviews machen glücklich, Leute, denn: Feedback ist Liebe! :herz:

xoxo,
Tina Wink

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DRABBLE'S PARADISE
Weil kleine Geschichten den Alltag erheitern ...


1. Eine Limousine mit Fahrer mieten und sich einen Abend lang durch die Gegend kutschieren lassen.


„Ich hab eine Überraschung für dich“, grinste sie und zog ihn gleichzeitig an seiner Hand von der Couch.

Jess wollte sich nicht bewegen. Er hatte nach diesem Arbeitstag absolut keine Lust darauf auch nur einen Muskel zu rühren.

Deshalb überdrehte er jetzt auch einmal die Augen und zog Rory zu sich auf die Couch an Stelle aufzustehen.

„Jess …“, begann sie schon, doch er unterbrach sie, indem er sie einfach küsste.

Zu seiner Verwunderung unterbrach sie diesen nach nur wenigen Sekunden. Zwar war auf ihrem Gesicht ein Lächeln zu sehen, doch sie erhob sich wieder und zog wiederum an seiner Hand.

„Komm schon … ich muss dir etwas zeigen“, lachte sie und mühte sich ab, dass er endlich aufstand. Schlussendlich gab der junge Mann irgendwann nach und ließ sich von seiner Freundin zum Fenster zerren.

„Also? Was willst du mir jetzt zeigen?“, versuchte er zu erfahren als sie bei diesem angekommen waren.

„Sieh doch genau hin“, lachte sie und legte ihre Arme um seine Taille. Dabei beobachtete sie sein Gesicht.

Als er die schwarze Limousine vor dem Haus entdeckte, achtete er nicht weiter darauf. Auch als der Fahrer ausstieg und an das Gebäude trat tat er noch nicht viel dergleichen.

Erst als im gleichen Augenblick die Türglocke in ihrer Wohnung erklang, wie der Fahrer an den Klingeln unten läutete, wurde er stutzig.

„Rory … du hast doch nicht …“, seufzte er und wandte sich ihr zu.

Sie grinste diabolisch, zwinkerte einmal und beugte sich dann vor. Nah an seinen Lippen flüsterte sie: „Doch, das habe ich“, sie drückte sich fester an ihn, „Fröhlichen Valentinstag, Jess!“ Dann küsste sie ihn.

Danach erklang die Glocke ein weiteres Mal. Rory löste sich von ihm, ging zur Garderobe, nahm ihre Jacken, warf ihm seine zu und öffnete die Haustür.

Als er schließlich, zwar seufzend, aber mit einem Grinsen auf dem Gesicht, auf sie zutrat und ihre Hand in seine nahm, erklang ihre Stimme ein weiteres Mal und Jess konnte nur ein weiters Mal die Augen überdrehen.

„Zuerst fahren wir zum
Empire-State-Building und danach geht es zum …“

Er unterbrach ihr Geplapper ein weiteres Mal mit einem Kuss. Dieses Mal ließ sie es sich gefallen.

- o -

2. Zwei Dutzend Austern kaufen. Und ein Austernmesser. Und eine Anleitung, wie man die Dinger aufkriegt.


Sie drehte die Erklärung in alle vier Richtungen und versuchte es weiter.

Nach einigen Minuten entfuhr ihr dennoch ein frustrierter Seufzer und sie ließ die Anleitung sinken.

„Wie kann man eine vierseitige Anleitung über etwas nur in einer einzigen Sprache verfassen? Oder noch besser: In einem Land verkaufen, in dem diese Sprache nicht gesprochen wird? Oder zumindest nur von einer Minderheit“, ärgerte sie sich und warf die Zettel endgültig bei Seite.

Jess grinste über den Ausbruch seiner Freundin. Das komische daran war nämlich, dass sie eigentlich nur für sich selber herausfinden wollte, wie genau so ein Austernmesser jetzt funktionierte. Bei einem ihrer letzten Abendessen mit den Kollegen war nämlich eine ihrer Austern auf dem Teller ihres Chefs gelandet. Jess war Zeuge dieses „Unfalls“ gewesen, war es doch eine Betriebsfeier gewesen, wo auch die Ehepartner oder Lebensgefährten eingeladen waren. Es hatte für allgemeine Erheiterung gesorgt, doch Rory war es natürlich furchtbar peinlich.

Deshalb war sie eine Woche darauf mit einem Austernset nachhause gekommen. Das war – um genau zu sein – der heutige Tag. Sie hatte Jess geschnappt, ihn in die Küche gezerrt und ihm gesagt, er solle anfangen.

„Du sprichst wieder einmal in Rätseln, Baby“, meinte er und sah sie skeptisch an. Dann hatte sie ihm die Austern vor die Nase geknallt, dazu ein Austern-Messer-Set und die passende Anleitung, wie diese funktionierten. Er sah sie verdutzt an, woraufhin sie ein weiteres Mal erklärte, er solle endlich anfangen.

Auch als er ihr erklärte, dass sie wahrscheinlich nie wieder in ihrem Leben Austern essen musste oder dass wahrscheinlich nie wieder in ihrem Leben bei einem Betriebsessen Austern serviert wurden, half das nichts und er musste also zu kochen beginnen. Er musste zwei Dutzend Austern zu kochen beginnen. Und er war sich ziemlich sicher, dass auch er später daran Schuld war, wenn die Austern nichts wurden. Besonders, weil er schon so oft in seinem Leben Austern gekocht hatte. Man bemerke den Sarkasmus in seinen Gedanken.

Als er schließlich anfing, begann sie mit der Anleitung für die Austernmesser. Nur um festzustellen, dass alles auf französisch dort stand.

Er war gerade dabei das Wasser aufzusetzen und die Austern hinein zu geben als sie ihm die Dinger aus den Händen nahm und in den Abfalleimer warf.

„Was machst du da?“, entkam es ihm verwirrt. Er sah sie skeptisch an.

„Tut mir Leid, Babe. Ich weiß, ich bin verrückt und irrational und vollkommen durchgeknallt. Aber du kennst mich doch“, lächelte sie und legte ihre Arme um seinen Hals. Er sah sie weiterhin skeptisch an, weil er wusste, dass das noch nicht alles war, was sie zu sagen hatte.

Und er hatte Recht. Denn keine Sekunde später meinte sie fröhlich: „Gehen wir in das Fischlokal um die Ecke und fragen dort, wie man Austern richtig isst.“

- o -

3. Ein Lieblingslokal haben, von dem niemand Ihrer Bekannten weiß.


Sie hatten gesagt, dass sie sich in ihrem Lieblingslokal trafen. Sie hatten auch gesagt, dass sie sich um halb acht dort trafen. Jetzt war es acht und sie war immer noch nicht aufgetaucht.

An und für sich war es nicht ihre Art zu spät zu kommen. In ihrer Beziehung war es Rory, welche immer pünktlich war. Oder so gut wie immer pünktlich war. Es waren immer gute Gründe, wenn sie zu spät kam.

Der Kellner, der sie normalerweise bediente, war schon vier Mal an den Tisch gekommen und wollte erfahren, ob er noch etwas bringen konnte. Doch Jess hatte jedes Mal gemeint, er würde noch warten.

Noch eine Viertelstunde später wurde es ihm zu bunt und er schnappte sich sein Mobiltelefon. Er bemerkte, dass er es auf lautlos gestellt hatte.

Wahrscheinlich wegen der Konferenz vorhin. Auf dem Display prangten fünf entgangene Anrufe.

Er drückte die Kurzwahltaste für Rorys Handy und sofort erschien ihr grinsendes Gesicht auf dem Bildschirm.

Kaum hatte es einmal geklingelt als auch schon abgehoben wurde.

„Wo bist du?“, war ihre Begrüßung für ihn.

„Die Frage ist wohl: Wo bist du?“, entgegnete er.

„Ich sitze hier und warte auf dich!“, gab sie zurück. Jess schüttelte den Kopf, drehte sich aber gleichzeitig und ließ seinen Blick durch das restliche Lokal schweifen.

„Ich sehe dich aber nirgends“, antwortete er schließlich und konzentriert sich wieder auf sein leeres Weinglas am Tisch.

„Ich wäre auch kaum zu übersehen. Das Diner ist ja auch nicht so groß, dass man jemanden übersehen könnte“, erklärte sie sarkastisch, bevor sie realisierte, was er gesagt hatte, „Und was heißt: ‚Ich sehe dich aber nirgends.’?“

Jess stützte seinen Kopf in eine Hand und schüttelte diesen leicht.

„Lass mich raten: Du sitzt im Diner meines Onkels.“

„Natürlich. Wir sagten doch, dass wir uns hier treffen.“

„Nein, Baby. Wir sagten, wir treffen uns in unserem ‚Lieblingslokal’.“

„Richtig. Und wo bin ich gerade?“

„In Luke’s Diner“, erläuterte er gelassen und gab gleichzeitig dem Kellner zu verstehen, dass er die Rechnung haben wollte.

„Und wo bist du gerade?“, kam es von ihr zurück.

„Im Goods“, antwortete er wieder, genauso ruhig wie vorhin. Für einige Sekunden blieb es still.

„Oh“, kam es schließlich von ihr zurück, „Ich wusste nicht, dass du dieses Lieblingslokal meinst.“

Jess lachte auf, Rory stimmte ein. Sie verabredeten, dass sie sich zuhause trafen. Danach legten sie mit einem Grinsen und einem Kopfschütteln auf.

TBC


- o -


... auf eure Kommentare einzugehen, daher gibt's heute ein kleines Nachwort.

@-LORE: Naja, ob's noch soooo lange ist, weiß ich nicht, aber eine Zeit lang geht's definitiv noch weiter. Wink

@Nathi: Ehrlich, ich hab keine Ahnung. *g* Ich les irgendwas oder schau mir irgendwas an oder hör irgendein Lied und plötzlich hab ich einen Geistesblitz. Mein Muse (a.k.a. Adam Brody Wink ) liebt mich. *hihi*

@maybe: VIEL GLÜCK! *Daumen halt* Auf deine PM antworte ich sobald wie möglich, versprochen. Smile Wow, das sind ja viele nette Wörter, danke! Überhaupt dein ganzes FB war ein einziges Lob, echt der Wahnsinn, ich freu mich total. Klar darfst du sie dir abspeichern. Smile

@HollowStar: Ach, Sandra. Du bist so lieb! Und ich freu mich total, dass du zu meinen Stories gefunden hast, denn ich hab mich so an deine Reviews gewöhnt und freu mich jedes Mal wie ein kleines Kind zu Weihnachten wenn ich seh, dass du geschrieben hast. Und dann ist es jedes Mal auch noch so was Nettes. Danke! Hoffe, dass es dir wieder gefallen hat. Wink

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~ Love never ends. ~
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#17

Zitat:2. Zwei Dutzend Austern kaufen. Und ein Austernmesser. Und eine Anleitung, wie man die Dinger aufkriegt.

Oh mein Gott, wie geil Big Grin

SUPER SUPER guter teil; du schreibst echt total authentisch!!
Freue freue freue mich auf den neuen teil !!!

Lieblings FF:p


_____What if sex was holy and war was obscene_____
-Alicia Keys
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#18

Liebste Tina, fühl dich gedrückt! Ein ganz dicker :knuddel:für dich, weil du dir immer die Mühe machst, dich bei jedem einzelnen zu bedanken. Bewundernswert, ich glaub, das machen die wenigsten!

Die Drabbles waren mal wieder super. Vor allem der mit dem Lieblingslokal... ist mir auch schon mal passiert Big Grin! Und bei der Sache mit der Austerngabel hab ich mich doch tatsächlich bei dem Gedanken ertappt "Typisch Frau" :pfeif:

Zitat:dass ich gerne den Plan posten kann, wenn ihr wollt. Vielleicht ist ja die eine oder andere Sache dabei, die euch besonders gefällt und vielleicht lasse ich mich dann weich klopfen, setz mich nochmal dran und versuch ein paar neue Drabbles zu schreiben.
Was genau meinst du damit? Du postest eine Art Inhaltsverzeichnis und wir sollen sagen, was für Drabbles du noch schreiben könntest? Also unsere eigenen Ideen einbringen? Oder wie hast du das gemeint?
Meintewegen kannst du den Plan gerne posten, dann kann ich schon jetzt erahnen, auf was ich mich besonders freuen kann. Denn lesen werd ich sie sowieso alle, das ist doch klar! Big Grin

Lieben Gruß,
Sandra

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#19

Zitat:„Oh“, kam es schließlich von ihr zurück, „Ich wusste nicht, dass du dieses Lieblingslokal meinst.“
Big Grin Big Grin Big Grin zu geil...
Ich liebe diese FF! Mach ganz schnell weiter. Ich bin süchtig Big Grin
ggglg Nathi

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Just friends
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#20

Hey,

ja, bitte poste den Plan! Das wär wirklich cool! ;-)


So, zu den neuen Teilen: Von den Ideen und von der Story her finde ich die wieder super! Allerdings passt die Überschrift beim dritten Teil nicht zum Inhalt oder steh ich aufm Schlauch?

Und (du weißt, ich liebe die Drabbles, aber ehrliches FB ist ja auch was wert, oder?) ich finde ehrlich gesagt die ersten beiden diesmal sprachlich nicht so wohlgeformt und formvollendet wie sonst.. Ich kann das nicht so richtig erklären, aber die 1. und die 2. lesen sich irgendwie holpriger als sonst. Hattest du das Gefühl beim Schreiben auch?

Aber davon abgesehen bin ich natürlich trotzdem wie immer begeistert! Hab jetzt auch angefangen, mir alle Episoden abzuspeichern. Vielleicht drucke ich sie mir dann am Ende aus und dann kann ich immer mal wieder drin schmökern? Aber hoffentlich ist noch lange nicht Ende! ;-)

Wegen der PM: Mach dir mal keinen Streß, ich komm eh nicht zu soviel. Prüfungen haben heute angefangen (war aber okay) und dauern jetzt noch 2 Wochen :-( Zur Entspannung und als Belohnung kann ich dann aber ja deine FFs lesen ;-)

Liebe Grüße und weiter so!
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