06.05.2010, 19:43
Story-Infos/Disclaimer siehe 1. Beitrag.
A/N: Und wieder einmal geht mein Dank an meine herzallerliebsten Kommentarschreiber:
Heute gibt's für euch einen Mango-Daiquiri und ein Schoko-Soufflé.
Zum Kapitel: Schön langsam gibt es immer mehr LIT. Und es sind einige Wochen/Monate seit dem letzten Kapitel vergangen, sollte sich jemand wunderen. Aber ich glaube, es ist ziemlich eindeutig beschrieben und sollte recht klar erklärt sein, dass etwas Zeit vergangen ist. Kapitelüberschrift bedeutet "Meine Kinder!".
Das war's auch schon für heute. Ich wünsch euch viel Spaà mit dem neuen Kapitel und niemals vergessen: Feedback ist Liebe! :herz:
xoxo,
Tina
Ihr Italienisch war inzwischen so gut geworden, dass sie keine Probleme mehr hatte irgendjemanden zu verstehen. Selber war sie zwar noch etwas wackelig auf den Beinen, aber sie wurde von Tag zu Tag besser. Eigentlich sprach sie nur mehr selten Englisch. Nur wenn sie mit irgendjemanden aus den Staaten telefonierte. Oder mit Touristen sprach, die auch sie inzwischen nach dem Weg fragten.
Die Arbeit wurde von Tag zu Tag mehr, jedoch fand Rory dennoch beinahe jeden Abend die Zeit in das kleine Lokal zu gehen und dort diese unglaubliche Vielfalt an Pasta, Pizza und diversen anderen italienischen Köstlichkeiten zu genieÃen.
Die Kellner kannte sie bereits beim Namen, ihr Stammplätzchen war ihr gesichert und sobald sie das Lokal betrat war ihr Gläschen Chianti bereit. Auch wenn es nicht ansatzweise miteinander vergleichbar war, erinnerte sie das Mariano tatsächlich an Lukeâs Diner zuhause in Stars Hollow.
An manchen Abenden begegnete sie tatsächlich dem gut aussehenden Italiener wieder. Dann setzten sie sich gemeinsam an den Tisch, welchen sie schon liebevoll als âRory-Tischâ bezeichnete, aÃen miteinander und unterhielten sich angeregt über Gott und die Welt. Komischerweise wussten sie noch nicht einmal den Namen des jeweils anderen.
Am heutigen Abend jedoch hatte sie keine Zeit für einen Besuch im Lokal. Denn sie war eingeladen. Von Frederika. Zu einer Original-Pizza aus dem Steinofen im Heimatort der Freundin. Pizzabäckerin würde niemand geringerer als Nonna Katalina höchstpersönlich sein. Und Rory war schon furchtbar gespannt auf die alte Dame.
Zusammen mit ihnen würden noch Riksâ Zwillingsschwester, deren Mann und Nonna Katalinas Enkelsohn essen, von denen sie keinen kannte. Glaubte sie zumindest.
Bald hatte Rory festgestellt, dass sie sehr wohl jemanden kannte.
Nachdem um Punkt sieben ihre Haustürklingel ertönt war und sie fröhlich die Tür geöffnet hatte, erkannte sie sogleich das verschmitzte Grinsen und das blonde Haar des Vollblutitalieners Matteo Rovelli vor sich.
Natürlich hätte sie sich denken können, dass ihr Arbeitskollege niemand geringerer als Frederikas Schwager war. Das Leben besteht schlieÃlich immer aus Zufällen.
Auch Joanna, die Zwillingsschwester von Riks, stellte sich als äuÃerst liebenswürdige Person heraus und die Amerikanerin war sich sicher, dass sie diesen Abend wirklich genieÃen würde.
Viel Gelächter und zwanzig Minuten später parkte Matteo sein Auto vor einem rustikalen, geschmackvollen Haus neben einem groÃen Weingarten etwas abseits vom Zentrum von Lingueglietta. Aus dem Garten hinter dem Haus wurde vom Wind schon ein herrlicher Duft herüber getragen.
âKinder, das wurde aber auch Zeit! Ihr seid zu spät! Ich hatte schon Angst, die Pizza würde mir verbrennen!â, schimpfte die Sekunde darauf eine ältere Dame, die scheinbar wie aus dem Nichts erschienen war.
âNonna Katalina! Wieso schimpfst du nur immer mit mir? Was habe ich nur getan, dass du mich so bestrafst?â, entgegnete Matteo sofort in neckischem Ton und griff sich gespielt an die Brust.
âDu bist ein Taugenichts, Matteo. Genauso wie mein vermaledeiter Enkel!â, schimpfte die Nonna, jedoch lag auf ihrem Gesicht ein leichtes Lächeln.
Matteo lachte, wusste er doch aus dem letzten Satz der alten Dame, dass Jess nicht zum Essen hier sein würde, weil ihm etwas dazwischengekommen war.
âNonna Katalina, darf ich vorstellen?â, grinste Frederika jetzt und schupste Rory gleichzeitig etwas nach vorne, âDas ist Lorelai Gilmore, eine Freundin aus den Vereinigten Staaten. Gerade heute haben wir festgestellt, dass sie auch Matteos Kollegin vom Guggenheim ist.â
âEs freut mich sehr Sie endlich kennen zu lernen, Nonna Katalina. Ich habe schon viel über Sie gehörtâ, lächelte Rory und schüttelte der Dame die Hand.
âLorelai, die Freude ist ganz meinerseits. Jetzt lasst uns endlich essen!â, nickte die Nonna, schüttelte Rory einmal die Hand drehte sich dann um.
Die junge Amerikanerin hätte sich nie gedacht, dass ein einfaches Abendessen wie das bei dieser alten Frau und deren Mann ein derartiges Vergnügen sein konnte.
Kaum hatte sich die kleine Gruppe gesetzt als vom Weinberg her ein alter Mann in den Garten schritt und ein fröhliches âCiao, figli miei!â erklingen lieÃ. Frederika flüsterte Rory im Moment darauf zu, dass es sich bei diesem Mann um Papa Giorgio handelte. Er begrüÃte alle mit einem Händedruck, doch als er bei Rory ankam hielt er inne.
âEin neues Gesicht, wenn ich mich nicht irreâ, lächelte er.
âKein Irrtumâ, gab die junge Frau grinsend zurück, âIch bin Rory. Rory Gilmore.â
âGuten Abend, Rory. Ich bin Giorgio Marianoâ, stellte sich der Mann vor und schüttelte ihr die Hand. Die junge Frau stutzte und ein fragender Blick machte sich auf ihrem Gesicht breit.
âSagten Sie âMarianoâ?â, wollte sie deshalb auch gleich klarstellen. Der Mann nickte. Und Rory begann leicht zu lachen.
âWas für ein Zufall. Mein Lieblingsrestaurant in San Remo trägt auch den Namen âMarianoââ, gab sie schlieÃlich die Erklärung ab. Jetzt war es an den anderen zu lachen, was Rory wiederum stutzen lieÃ.
âKind, das ist wirklich wunderbar zu hören. Es freut mich immer, wenn Leuten das Restaurant meines Enkels gefälltâ, unterbrach Nonna Katalina die Sekunde darauf das Gelächter mit einem kurzen Lächeln und einem Nicken. Danach âbefahlâ sie ihren Gästen, dass sie endlich zu Essen anfangen sollten.
Rory war zu überrascht um zu widersprechen und machte sich an ihre Pizza.
Matteo konnte es sich jedoch nicht verkneifen und wollte in witzelndem Ton erfahren, ob sie nicht auf Taugenichts Nr. 2 warten sollten, denn der Herr Restaurantbesitzer fehlte ja noch.
Dafür erhielt er mit dem Kochlöffel einen Klaps auf die Hand und einen finsteren Blick seitens der alten Frau. Er grinste zwar immer noch, verkniff sich aber jedes weitere Wort. Danach machten sich alle ans Essen.
Und es war das Beste, was Rory jemals gegessen hatte.
Der Tag darauf war Samstag und der Kopf der jungen Amerikanerin fühlte sich an als wolle er zerspringen. Papa Giorgios Wein war ein wunderbares Tröpfchen, hatte es aber auch definitiv in sich. Das letzte Mal als sie die leeren Flaschen am gestrigen Tag gezählt hatte waren es zwölf gewesen. Was wiederum bewies, dass die Italiener eindeutig ein trinkfestes Volk waren.
Obwohl ihre Schmerzen wirklich schlimm waren, quälte sich Rory dennoch gegen Mittag hin aus dem Bett. Sie nahm eine ausführliche, erfrischende Dusche, warf sich danach zwei Tabletten gegen den Kopfschmerz ein, zog sich an, schnappte sich âAnna Kareninaâ und verschwand zur Tür hinaus.
Fünf Minuten später marschierte sie durch die Türen des Restaurants, grüÃte Zappo und Bernardo, welche heute Dienst hatten, und setzte sich an ihren Tisch. Wie es schien war sie der einzige Gast zu dieser Zeit.
Ihr Plätzchen lag im Schatten und eine leichte Brise wehte auf der Terrasse, was bei dieser Hitze mehr als angenehm war. Ihr Blick schweifte wieder einmal über das Meer hinweg. Sie entdeckte in der Ferne die weiÃen Segel der verschiedensten Boote, bemerkte aber auch, dass der Verkehr auf der HauptstraÃe entlang der Hafenpromenade wieder einmal zäh voranging.
âHeute sind Sie aber ein früher Gast. Ist Ihnen bewusst, dass es noch nicht einmal drei Uhr ist?â, erklang nur wenige Augenblicke darauf eine ihr inzwischen wohl bekannte Stimme.
Mit einem Lächeln wandte Rory ihr Gesicht von der blauen See ab und dem gut aussehenden Italiener zu, welcher soeben mit zwei Gläsern Wein an den Tisch getreten war. Eines von den beiden stellte er im Moment darauf vor ihr ab.
âDankeschön, aber ich fürchte, ich muss heute auf den Wein verzichtenâ, lächelte sie gequält und schob das Glas etwas von sich.
âKein Chianti heute?â, meinte er verwundert, âHaben Sie eine schlimme Nacht hinter sich?â Auf seinem Gesicht erschien jenes Grinsen, welches ihr schon früh an ihm aufgefallen war und sie magisch anzuziehen schien.
Da erinnerte sie sich erst an den witzigen Zufall, der sich am vorigen Abend ereignet hatte. Und mit einem heiteren Lachen begann sie vom vorigen Tag zu erzählen.
Jess hatte es sich in dem Sessel gegenüber gemütlich gemacht, denn er verbrachte gerne seine Zeit mit dieser Frau. Sie war witzig, gebildet, geistreich und zudem auch noch wirklich gut aussehend. Was wünschte Mann sich mehr?
Jess war niemals einer jener Männer gewesen, welcher sich jedes Wochenende eine Neue in sein Bett holte. Manchmal ein kleiner Flirt, ein kurzes Abenteuer, ein weiteres, gebrochenes Herz auf seiner Liste, doch niemals im übertriebenen MaÃe. Dies bewies wiederum auch, dass Jess sich nie als die Art von Mann gesehen hatte, der zu einer längerfristigen Beziehung im Stande war. Keine Frau mit der er in den letzten Jahren etwas angefangen hatte, wäre für eine längerfristige Beziehung geeignet gewesen. Zumindest seiner Meinung nach. Und um diese ging es schlieÃlich.
Doch seit er diese Amerikanerin kannte, seit er beinahe jeden Abend mit ihr verbrachte, seit er bemerkt hatte welch kluger und interessanter Wirbelwind sich hinter dieser beinahe unschuldig wirkenden Frau verbarg, seit diesem Zeitpunkt begann er sich ernstlich vorzustellen, wie es wohl sein würde etwas Dauerhaftes aufzubauen.
Gerade hatte sie ihm erklärt, dass sie heute keinen Wein zu sich nehmen würde und Jess war mehr als gespannt, was sie ihm zu erzählen hatte. Denn auf ihrem Gesicht war dieser Ausdruck erschienen, der ihm sagte, dass sie ihm etwas mitzuteilen hatte.
âSie werden es nicht glauben, aber das Leben wird tatsächlich durch Zufälle bestimmtâ, lachte sie und bedeutete Zappo gleichzeitig, dass er ihr doch ein Mineralwasser bringe.
âDas müssen Sie mir nicht erzählen. Ich bin Italiener. Jeder Italiener glaubt, dass das Leben stets aus Zufällen bestehtâ, kam es von ihm zurück und er gab nun seinerseits unmerklich seinem Kellner das Zeichen, dass dieses Essen aufs Haus gehen würde. Bernardo bestätigte dies mit einem kurzen Nicken.
âDann ist es ja gutâ, lachte sie, bevor sie begeistert fort fuhr, âGestern habe ich die GroÃmutter des Besitzers, welchem das Restaurant hier gehört, kennen gelernt.â
Jess verschluckte sich beinahe an seinem Schluck Wein, fing sich aber schnell wieder und setzte eine anerkennende Miene auf. Diese Eröffnung hatte ihn mehr als überrascht.
âAch, wirklich? Zufälle gibt es. Wie ging denn das von statten?â, erkundigte er sich interessiert und war dabei die ganze Zeit darauf bedacht, dass er sich nicht irgendwie â durch eine Auffälligkeit oder ein falsches Wort â verriet. Ihm gefiel nämlich dieses kleine Spiel mit ihr. Jenes, in welchem sie nicht wusste, dass eigentlich er dieser Restaurantbesitzer war.
âMeine Freundin Riks stammt aus dem selben Dorf wie Nonna Katalinaâ, erklärte sie fröhlich und nahm gleich darauf einen Bissen von dem Kaninchenaspik, welches Zappo gerade vor ihr abgestellt hatte. Ein bewunderndes âHerrlich!â, entfuhr ihr nur Sekunden daraufhin.
Jess währenddessen dachte angestrengt nach, wie sie wohl reagieren würde, wenn er ihr sagen würde, dass es eigentlich er war, von dem sie die ganze Zeit sprachen.
âIch kann Ihnen sagen, diese Frau ist einfach der Inbegriff einer GroÃmutter. So etwas habe ich mir auch immer gewünschtâ, erklärte sie nach einigen Minuten mit einem breiten Lächeln und trank einen Schluck Mineralwasser.
Die Amerikanerin ihm gegenüber hatte also seine GroÃmutter kennen gelernt. Eine junge Frau namens Riks war ihm jedoch vollkommen unbekannt, obwohl er eigentlich mit ihr hätte aufwachsen müssen. Was jedoch jetzt nicht das Thema war.
Little Miss United States hatte Nonna Katalina hautnah erlebt. Und sie hatte sie gemocht. Alle Menschen, denen er bisher begegnet war, hatten ihm immer gesagt, dass die Nonna eine herrschsüchtige, rechthaberische, dominante Frau war, mit der man grundsätzlich nicht reden konnte, weil man ständig in Gefahr schwebte beleidigt oder geschlagen zu werden.
Gerade als ihm dieser Gedanke durch den Kopf schoss, hob sie ihren Blick von ihrem Hauptgang und lächelte ihn an. Dabei erschien ein Funkeln in ihren blauen Augen, welches er vorher noch niemals bemerkt hatte.
Es war dieser Moment in dem er endgültig erkannte, dass diese Frau definitiv etwas ganz Besonderes war.
A/N: Und wieder einmal geht mein Dank an meine herzallerliebsten Kommentarschreiber:
Mela, maybenextday, HollowStar und Blitzlotos
Heute gibt's für euch einen Mango-Daiquiri und ein Schoko-Soufflé.

Zum Kapitel: Schön langsam gibt es immer mehr LIT. Und es sind einige Wochen/Monate seit dem letzten Kapitel vergangen, sollte sich jemand wunderen. Aber ich glaube, es ist ziemlich eindeutig beschrieben und sollte recht klar erklärt sein, dass etwas Zeit vergangen ist. Kapitelüberschrift bedeutet "Meine Kinder!".

Das war's auch schon für heute. Ich wünsch euch viel Spaà mit dem neuen Kapitel und niemals vergessen: Feedback ist Liebe! :herz:
xoxo,
Tina

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LINGUEGLIETTA
Die Geschichte, wie ein Wirbelwind auf einen Taugenichts traf ...
Die Geschichte, wie ein Wirbelwind auf einen Taugenichts traf ...
3. Kapitel - Figli miei!
Ihr Italienisch war inzwischen so gut geworden, dass sie keine Probleme mehr hatte irgendjemanden zu verstehen. Selber war sie zwar noch etwas wackelig auf den Beinen, aber sie wurde von Tag zu Tag besser. Eigentlich sprach sie nur mehr selten Englisch. Nur wenn sie mit irgendjemanden aus den Staaten telefonierte. Oder mit Touristen sprach, die auch sie inzwischen nach dem Weg fragten.
Die Arbeit wurde von Tag zu Tag mehr, jedoch fand Rory dennoch beinahe jeden Abend die Zeit in das kleine Lokal zu gehen und dort diese unglaubliche Vielfalt an Pasta, Pizza und diversen anderen italienischen Köstlichkeiten zu genieÃen.
Die Kellner kannte sie bereits beim Namen, ihr Stammplätzchen war ihr gesichert und sobald sie das Lokal betrat war ihr Gläschen Chianti bereit. Auch wenn es nicht ansatzweise miteinander vergleichbar war, erinnerte sie das Mariano tatsächlich an Lukeâs Diner zuhause in Stars Hollow.
An manchen Abenden begegnete sie tatsächlich dem gut aussehenden Italiener wieder. Dann setzten sie sich gemeinsam an den Tisch, welchen sie schon liebevoll als âRory-Tischâ bezeichnete, aÃen miteinander und unterhielten sich angeregt über Gott und die Welt. Komischerweise wussten sie noch nicht einmal den Namen des jeweils anderen.
Am heutigen Abend jedoch hatte sie keine Zeit für einen Besuch im Lokal. Denn sie war eingeladen. Von Frederika. Zu einer Original-Pizza aus dem Steinofen im Heimatort der Freundin. Pizzabäckerin würde niemand geringerer als Nonna Katalina höchstpersönlich sein. Und Rory war schon furchtbar gespannt auf die alte Dame.
Zusammen mit ihnen würden noch Riksâ Zwillingsschwester, deren Mann und Nonna Katalinas Enkelsohn essen, von denen sie keinen kannte. Glaubte sie zumindest.
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Bald hatte Rory festgestellt, dass sie sehr wohl jemanden kannte.
Nachdem um Punkt sieben ihre Haustürklingel ertönt war und sie fröhlich die Tür geöffnet hatte, erkannte sie sogleich das verschmitzte Grinsen und das blonde Haar des Vollblutitalieners Matteo Rovelli vor sich.
Natürlich hätte sie sich denken können, dass ihr Arbeitskollege niemand geringerer als Frederikas Schwager war. Das Leben besteht schlieÃlich immer aus Zufällen.
Auch Joanna, die Zwillingsschwester von Riks, stellte sich als äuÃerst liebenswürdige Person heraus und die Amerikanerin war sich sicher, dass sie diesen Abend wirklich genieÃen würde.
Viel Gelächter und zwanzig Minuten später parkte Matteo sein Auto vor einem rustikalen, geschmackvollen Haus neben einem groÃen Weingarten etwas abseits vom Zentrum von Lingueglietta. Aus dem Garten hinter dem Haus wurde vom Wind schon ein herrlicher Duft herüber getragen.
âKinder, das wurde aber auch Zeit! Ihr seid zu spät! Ich hatte schon Angst, die Pizza würde mir verbrennen!â, schimpfte die Sekunde darauf eine ältere Dame, die scheinbar wie aus dem Nichts erschienen war.
âNonna Katalina! Wieso schimpfst du nur immer mit mir? Was habe ich nur getan, dass du mich so bestrafst?â, entgegnete Matteo sofort in neckischem Ton und griff sich gespielt an die Brust.
âDu bist ein Taugenichts, Matteo. Genauso wie mein vermaledeiter Enkel!â, schimpfte die Nonna, jedoch lag auf ihrem Gesicht ein leichtes Lächeln.
Matteo lachte, wusste er doch aus dem letzten Satz der alten Dame, dass Jess nicht zum Essen hier sein würde, weil ihm etwas dazwischengekommen war.
âNonna Katalina, darf ich vorstellen?â, grinste Frederika jetzt und schupste Rory gleichzeitig etwas nach vorne, âDas ist Lorelai Gilmore, eine Freundin aus den Vereinigten Staaten. Gerade heute haben wir festgestellt, dass sie auch Matteos Kollegin vom Guggenheim ist.â
âEs freut mich sehr Sie endlich kennen zu lernen, Nonna Katalina. Ich habe schon viel über Sie gehörtâ, lächelte Rory und schüttelte der Dame die Hand.
âLorelai, die Freude ist ganz meinerseits. Jetzt lasst uns endlich essen!â, nickte die Nonna, schüttelte Rory einmal die Hand drehte sich dann um.
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Die junge Amerikanerin hätte sich nie gedacht, dass ein einfaches Abendessen wie das bei dieser alten Frau und deren Mann ein derartiges Vergnügen sein konnte.
Kaum hatte sich die kleine Gruppe gesetzt als vom Weinberg her ein alter Mann in den Garten schritt und ein fröhliches âCiao, figli miei!â erklingen lieÃ. Frederika flüsterte Rory im Moment darauf zu, dass es sich bei diesem Mann um Papa Giorgio handelte. Er begrüÃte alle mit einem Händedruck, doch als er bei Rory ankam hielt er inne.
âEin neues Gesicht, wenn ich mich nicht irreâ, lächelte er.
âKein Irrtumâ, gab die junge Frau grinsend zurück, âIch bin Rory. Rory Gilmore.â
âGuten Abend, Rory. Ich bin Giorgio Marianoâ, stellte sich der Mann vor und schüttelte ihr die Hand. Die junge Frau stutzte und ein fragender Blick machte sich auf ihrem Gesicht breit.
âSagten Sie âMarianoâ?â, wollte sie deshalb auch gleich klarstellen. Der Mann nickte. Und Rory begann leicht zu lachen.
âWas für ein Zufall. Mein Lieblingsrestaurant in San Remo trägt auch den Namen âMarianoââ, gab sie schlieÃlich die Erklärung ab. Jetzt war es an den anderen zu lachen, was Rory wiederum stutzen lieÃ.
âKind, das ist wirklich wunderbar zu hören. Es freut mich immer, wenn Leuten das Restaurant meines Enkels gefälltâ, unterbrach Nonna Katalina die Sekunde darauf das Gelächter mit einem kurzen Lächeln und einem Nicken. Danach âbefahlâ sie ihren Gästen, dass sie endlich zu Essen anfangen sollten.
Rory war zu überrascht um zu widersprechen und machte sich an ihre Pizza.
Matteo konnte es sich jedoch nicht verkneifen und wollte in witzelndem Ton erfahren, ob sie nicht auf Taugenichts Nr. 2 warten sollten, denn der Herr Restaurantbesitzer fehlte ja noch.
Dafür erhielt er mit dem Kochlöffel einen Klaps auf die Hand und einen finsteren Blick seitens der alten Frau. Er grinste zwar immer noch, verkniff sich aber jedes weitere Wort. Danach machten sich alle ans Essen.
Und es war das Beste, was Rory jemals gegessen hatte.
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Der Tag darauf war Samstag und der Kopf der jungen Amerikanerin fühlte sich an als wolle er zerspringen. Papa Giorgios Wein war ein wunderbares Tröpfchen, hatte es aber auch definitiv in sich. Das letzte Mal als sie die leeren Flaschen am gestrigen Tag gezählt hatte waren es zwölf gewesen. Was wiederum bewies, dass die Italiener eindeutig ein trinkfestes Volk waren.
Obwohl ihre Schmerzen wirklich schlimm waren, quälte sich Rory dennoch gegen Mittag hin aus dem Bett. Sie nahm eine ausführliche, erfrischende Dusche, warf sich danach zwei Tabletten gegen den Kopfschmerz ein, zog sich an, schnappte sich âAnna Kareninaâ und verschwand zur Tür hinaus.
Fünf Minuten später marschierte sie durch die Türen des Restaurants, grüÃte Zappo und Bernardo, welche heute Dienst hatten, und setzte sich an ihren Tisch. Wie es schien war sie der einzige Gast zu dieser Zeit.
Ihr Plätzchen lag im Schatten und eine leichte Brise wehte auf der Terrasse, was bei dieser Hitze mehr als angenehm war. Ihr Blick schweifte wieder einmal über das Meer hinweg. Sie entdeckte in der Ferne die weiÃen Segel der verschiedensten Boote, bemerkte aber auch, dass der Verkehr auf der HauptstraÃe entlang der Hafenpromenade wieder einmal zäh voranging.
âHeute sind Sie aber ein früher Gast. Ist Ihnen bewusst, dass es noch nicht einmal drei Uhr ist?â, erklang nur wenige Augenblicke darauf eine ihr inzwischen wohl bekannte Stimme.
Mit einem Lächeln wandte Rory ihr Gesicht von der blauen See ab und dem gut aussehenden Italiener zu, welcher soeben mit zwei Gläsern Wein an den Tisch getreten war. Eines von den beiden stellte er im Moment darauf vor ihr ab.
âDankeschön, aber ich fürchte, ich muss heute auf den Wein verzichtenâ, lächelte sie gequält und schob das Glas etwas von sich.
âKein Chianti heute?â, meinte er verwundert, âHaben Sie eine schlimme Nacht hinter sich?â Auf seinem Gesicht erschien jenes Grinsen, welches ihr schon früh an ihm aufgefallen war und sie magisch anzuziehen schien.
Da erinnerte sie sich erst an den witzigen Zufall, der sich am vorigen Abend ereignet hatte. Und mit einem heiteren Lachen begann sie vom vorigen Tag zu erzählen.
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Jess hatte es sich in dem Sessel gegenüber gemütlich gemacht, denn er verbrachte gerne seine Zeit mit dieser Frau. Sie war witzig, gebildet, geistreich und zudem auch noch wirklich gut aussehend. Was wünschte Mann sich mehr?
Jess war niemals einer jener Männer gewesen, welcher sich jedes Wochenende eine Neue in sein Bett holte. Manchmal ein kleiner Flirt, ein kurzes Abenteuer, ein weiteres, gebrochenes Herz auf seiner Liste, doch niemals im übertriebenen MaÃe. Dies bewies wiederum auch, dass Jess sich nie als die Art von Mann gesehen hatte, der zu einer längerfristigen Beziehung im Stande war. Keine Frau mit der er in den letzten Jahren etwas angefangen hatte, wäre für eine längerfristige Beziehung geeignet gewesen. Zumindest seiner Meinung nach. Und um diese ging es schlieÃlich.
Doch seit er diese Amerikanerin kannte, seit er beinahe jeden Abend mit ihr verbrachte, seit er bemerkt hatte welch kluger und interessanter Wirbelwind sich hinter dieser beinahe unschuldig wirkenden Frau verbarg, seit diesem Zeitpunkt begann er sich ernstlich vorzustellen, wie es wohl sein würde etwas Dauerhaftes aufzubauen.
Gerade hatte sie ihm erklärt, dass sie heute keinen Wein zu sich nehmen würde und Jess war mehr als gespannt, was sie ihm zu erzählen hatte. Denn auf ihrem Gesicht war dieser Ausdruck erschienen, der ihm sagte, dass sie ihm etwas mitzuteilen hatte.
âSie werden es nicht glauben, aber das Leben wird tatsächlich durch Zufälle bestimmtâ, lachte sie und bedeutete Zappo gleichzeitig, dass er ihr doch ein Mineralwasser bringe.
âDas müssen Sie mir nicht erzählen. Ich bin Italiener. Jeder Italiener glaubt, dass das Leben stets aus Zufällen bestehtâ, kam es von ihm zurück und er gab nun seinerseits unmerklich seinem Kellner das Zeichen, dass dieses Essen aufs Haus gehen würde. Bernardo bestätigte dies mit einem kurzen Nicken.
âDann ist es ja gutâ, lachte sie, bevor sie begeistert fort fuhr, âGestern habe ich die GroÃmutter des Besitzers, welchem das Restaurant hier gehört, kennen gelernt.â
Jess verschluckte sich beinahe an seinem Schluck Wein, fing sich aber schnell wieder und setzte eine anerkennende Miene auf. Diese Eröffnung hatte ihn mehr als überrascht.
âAch, wirklich? Zufälle gibt es. Wie ging denn das von statten?â, erkundigte er sich interessiert und war dabei die ganze Zeit darauf bedacht, dass er sich nicht irgendwie â durch eine Auffälligkeit oder ein falsches Wort â verriet. Ihm gefiel nämlich dieses kleine Spiel mit ihr. Jenes, in welchem sie nicht wusste, dass eigentlich er dieser Restaurantbesitzer war.
âMeine Freundin Riks stammt aus dem selben Dorf wie Nonna Katalinaâ, erklärte sie fröhlich und nahm gleich darauf einen Bissen von dem Kaninchenaspik, welches Zappo gerade vor ihr abgestellt hatte. Ein bewunderndes âHerrlich!â, entfuhr ihr nur Sekunden daraufhin.
Jess währenddessen dachte angestrengt nach, wie sie wohl reagieren würde, wenn er ihr sagen würde, dass es eigentlich er war, von dem sie die ganze Zeit sprachen.
âIch kann Ihnen sagen, diese Frau ist einfach der Inbegriff einer GroÃmutter. So etwas habe ich mir auch immer gewünschtâ, erklärte sie nach einigen Minuten mit einem breiten Lächeln und trank einen Schluck Mineralwasser.
Die Amerikanerin ihm gegenüber hatte also seine GroÃmutter kennen gelernt. Eine junge Frau namens Riks war ihm jedoch vollkommen unbekannt, obwohl er eigentlich mit ihr hätte aufwachsen müssen. Was jedoch jetzt nicht das Thema war.
Little Miss United States hatte Nonna Katalina hautnah erlebt. Und sie hatte sie gemocht. Alle Menschen, denen er bisher begegnet war, hatten ihm immer gesagt, dass die Nonna eine herrschsüchtige, rechthaberische, dominante Frau war, mit der man grundsätzlich nicht reden konnte, weil man ständig in Gefahr schwebte beleidigt oder geschlagen zu werden.
Gerade als ihm dieser Gedanke durch den Kopf schoss, hob sie ihren Blick von ihrem Hauptgang und lächelte ihn an. Dabei erschien ein Funkeln in ihren blauen Augen, welches er vorher noch niemals bemerkt hatte.
Es war dieser Moment in dem er endgültig erkannte, dass diese Frau definitiv etwas ganz Besonderes war.
TBC
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Oh, jetzt muss ich editieren, weil ich's vergessen hab: Eine kleine Sache, die mir am Herzen liegt: Ich hab ein neues Video gemacht und würd mich natürlich freuen, wenn ihr euch das wieder ansehen und mir sagen würdet, wie es euch gefallen hat, ob ihr so eine FF lesen würdet etc. MERCI! Link dazu findet ihr im Musikvideo-Thread oder HIER.
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~ Love never ends. ~
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