One shots: "Non-GG"

Titel: Als uns Flügel wuchsen
Disclaimer: mir gehört nichts, ncihts, gar nichts ^^
Spoiler: keine
Genre: Drama/Tragedy
Rating: ab 16
Wörter: 729

Als uns Flügel wuchsen


„Frau Nitka, hiermit verhafte ich Sie wegen Mordes an Christian Storm.“


Wie einer Art Trance gefangen tat sie stumm, was die Polizisten von ihr verlangten, wehrte sich nicht gegen die groben Stöße, die ihr versetzt wurden. War das alles wirklich real? Wie sehr sie sich doch wünschte, das alles nur träumen, innerhalb weniger Minuten erwachen zu können...
Sie zitterte am ganzen Leib, sank langsam zu Boden, als der Leichnam ihres einst besten Freundes von einem Tuch verdeckt an ihr vorbeigetragen wurde. Tränen liefen ihre Wangen hinab. „Es tut mir so Leid, Chris...“, flüsterte sie kaum hörbar. „Es tut mir so unglaublich Leid...“

„Verdammt nochmal, schweigen hilft ihnen auch nicht!“ Wütend knallte Kommissar Weber mehrere Akten auf den Eisentisch im Vernehmungsraum. Sandra reagierte nicht. Wie lange saß sie nun schon hier, ohne ein Wort von sich zu geben... Unzählige Polizisten hatten stundenlang auf sie eingeredet, sie beschworen, endlich zu geschehen, doch sie schwieg. Selbst ihr Vorgesetzter war beim Versuch, sie zum sprechen zu bringen gescheitert.
„Haben Sie Christian Storm getötet?!“, fragte der Kommissar scharf, konnte jedoch ein Seufzen nicht unterdrücken, als er sich erneut auf seinem Stuhl niederließ. Noch immer würdigte sie ihn keines Blickes, starrte an an die ihr gegenüberliegende Wand. Doch endlich... Endlich gab sie Antwort. „Ja.“

„Sandra... Sandra, um Himmels Willen, was tust du da?!“ Unglaublich blass ließ sich Ingo Lenßen neben seine Ermittlerin auf einen der für Besucher bereitgstellten Sessel sinken. „Warum nimmst du die ganze Schuld auf dich?“, fragte er leise. Sie sah auf, blickte ihm tief in die Augen. „Das tu ich nicht, Ingo...“, erwiderte sie mit matter, erstickter Stimme. „Das... das tu ich nicht....“

„Um Himmels Willen, was ist geschehen?!“ Unzählige Männer eilten in ihre Zelle, hoben die Frau vorsichtig auf ihr Bett, tätschelten unsanft ihre Wange. „Aufwachen!“, fuhr einer der Wärter sie an. „Verdammt nochmal, aufwachen!“
Ingo musste schlucken. „Es... es ist zu spät...“, murmelte er, trat nun ebenfalls in den winzigen Raum, kniete sich vorsichtig zu ihr, in ein Scherbenmeer. Behutsam nahm er ihre leblose Hand in die seine. Sie war eiskalt geworden. Sanft streichelte er darüber, Blut tropfte auf das Laken, seine Knie, den Boden... So sehr, so verzweifelt er sich auch bemühte, etwas zu spüren, er hatte keine Chance. Ihr Puls hatte längst aufgehört zu schlagen.„Warum haben Sie sie nicht beobachtet?!“, fuhr er den Gefängniswärter an. Dieser seufzte leise. „Herr Lenßen, das haben wir... Aber... solche Zwischenfälle sind einfach nicht vorhersehbar... Es tut mir Leid.“
„Zwischenfall...“ Müde erhob er sich, nur um gleich darauf auf einem Stuhl Platz zu nehmen. Erst spät fiel ihm der blütenweiße Umschlag auf, der vor ihm auf dem Tisch lag. In zittriger Schrift stand „Ingo“ darauf geschrieben. Ohne den Kommissar und seine Kollegen eines weiteren Blickes zu würdigen, öffnete er das Couvert. Und begann zu lesen.

Ingo,

ich wünschte, ich hätte die Möglichkeit nun neben dir zu sitzen, dir unter vier Augen alles erklären zu können, versuchen zu verstehen... Aber nein... Nein, das Privileg der Freiheit, der Wahrung der Privatsphäre bleibt mir von nun an verwährt, für immer. Nun... Natürlich hätte ich es verdient, das alles, was auf mich wäre zugekommen, ich hatte keine Angst... Niemals hätte ich mich meiner gerechen Strafe widersetzt.
Ich wusste genau was geschah, als ich Christian erschoss, mein Verstand war völlig klar... Erst, als ich meine Tat begriff, begann ich, mich in diesen tauben, unantastbaren Trancezustand zu versetzen, in dem ich mich bis zum Ende meines Lebens befand... Ja, Ingo. Ja, ich bin schuldig, ich habe ihn getötet, meinen besten Freund. Meine große Liebe. Ob ich es bereue? Mehr als alles andere. Auch, wenn ich weiß, dass es richtig war. Warum... Warum hab ich es getan? Christian hatte Krebs. Ingo, er war todkrank, die Ärzte gaben ihm weniger als ein halbes Jahr zu leben. Ingo... Er hat mich gebeten, ihn zu töten... Niemals... Ich schwöre dir, niemals hätte ich es gewagt, es über das Herz gebracht, es zu tun, doch es war sein größter Wunsch, zu sterben. Wir sollten ihn stets in guter Erinnerung behalten... Als Christian. Den Mann, den wir alle liebten.
Ich kann mit der Schuld nicht weiter leben, selbst wenn ich wollte, niemals wäre ich fähig, ihn zu vergessen. Der wichtigste Mensch in meinem Leben ist nun fort, wird nie wieder kommen. Und für mich ist es Zeit, ihm zu folgen. Es tut mir Leid... Es tut mir unglaublich Leid. Vergib mir.

In ewiger Liebe,
Sandra

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Hallo :herz: Ich wollte mal wieder was posten, ist nur ein ganz kleiner One Shot, um wieder so reinzukommen...würde mich sehr über FB freuen! Smile


Titel: Wasserspiele
Autor : BuffyAnne
Genre : ?
Pairing : -
Raiting : G-6
Disclaimer : Alles meins. Wink
Sonstige Bemerkungen/Spoilerwarnung: Hm...nichts.




Ich drehe deinen Kopf um 360 Grad, ertränke dich in schwarzem Tee. Fische ziehen emotionslos an dir vorbei, starren dich an, du starrst zurück, stumm wie ein Harung am Ende seines Aquariums. Du würdest lieber in einer Tasse dümpeln, und in Wasser, das wirklich schwarz ist, und woanders hinschauen. Ich hab aber nur einen Pappbecher für dich übrig, und Wasser, das behauptet, es sei schwarz. Und egal, wie sehr ich dir den Kopf verdrehe, du schaust immer in die falsche Richtung.
Wie lange kannst du die Luft anhalten?
Wie lange dauert es, bis die Haut an meinen Händen so schrumpelig ist, dass ich zur Mumie werde?
Ich ziehe den Teebeutel raus, du bist schon blind genug. Wenn du schlau wärst, würdest du dich jetzt daran festklammern, eine Bewegung würde reichen.
Der Beutel streckt dir sogar seine zarte, feuchte Faltenhand entgegen, aber du tust so, als würdest du ihn nicht sehen und sprichst mit den Forellen. Dass du nicht redest und sie nicht zuhören, ist dir egal. Sie ziehen schweigend ihre Bahnen, immer um dich rum, wie kleine Planeten.
Ich schreie dich an und brülle deinen Namen, du tarnst dich mit Korallen und lachst, weil Verstecken so toll ist und man das mit Wasser oder Fischen nicht spielen kann.
Ich schaue auf die Kirchturmuhr, Gott ist mein Zeuge, du müsstest jetzt tot sein, aber du lachst unsichtbare Luftblasen und ärgerst mich mit Worten, die ich nicht verstehe.
Ich schaue nach unten, so sah der Himmel aus, als du mir einen Fingerhut geschenkt hast.
Wenn ich dich hassen würde, hätte ich dich in Teer ertränkt.
Aber jetzt machst du Wassergymnastik in meinen Tränen, und meine Augen sollten so blau wie das Meer sein dabei, aber Romantik ist nicht so dein Ding, deswegen sind sie blau wie Müllsäcke.
Und ich trinke den Tee und die Tränen und die Fische, ersticke an Korallen, damit du nicht ertrinkst, und du rennst mit dem Kopf gegen den Becher, und ich will wissen warum, aber du redest nur mit Fischen, weil die nicht antworten.
Und ich werde müde, lege mich auf den Becherrand, ich lasse meinen Schlaf entscheiden, auf welche Seite ich falle, und ich zähle die Fische am müllsackblauen Himmel.
Und zurück bleiben eine Wasserleiche, Kotze aus Korallen und Lachen in Sardinenbüchsen.

Love is sweet as summer showers
Love is a wondrous work of art
But your love, oh your love
Your love
Is like a giant pigeon... crapping on my heart.
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Hallo ihr Lieben ich habe da mal etwas geschrieben einfach nur aus spass.


Ein Tag auf der Weide


Es ist im Herbst auf ein Samstag.
Monique und ich haben uns schon früh getroffen und sind Mittags zu Swantje.
Wir beschlossen zu Swantje´s Weide zu gehen, zu ihren Pferden.
10min vor der Weide kamen und drei Jungs in unserem alter entgegen.
Wir sind ganz normal weiter jedoch als wir an den vorbei gegangen sind liefen sie uns hinterher.
Aber wir haben uns nichts bei gedacht und sind ganz normal weiter.
An der Weide angekommen.
Ich beschreibe jetzt etwas die weide um eine vorstellung zu haben wie es dort aussieht.
Am eingang: Rechts ist eine Große Koppel mit stromzaun umzogen.
Daneben kommen dann zwie Stelle, gegenüber steht ein alter Bauwagen in dem ist Kühlschrank, Sofa lichterschlauch, ein Tisch.
Neben dem Wagen folgen wieder zwei Ställe aber nur einer ist bestzt. Vor den Ställen steht ein Wohnwagen.
Also wir sind an der Weide angekommen und liefen erst mal dort über all rumm.
Später dachten wir lass uns doch die Ställe Putzen, ok also machten wir uns an der Arbeit, jeder nahm ein Stall.
Monique und Swantje hatten die beiden in der nähe des eingangs und ich den anderen mit blick auf dem Wohnwagen.
Nach dem wir fertig waren holten wir die Pferde von der Koppel und ließen sie in die Ställe.
Swantje besaß ein Pony und wir gingen mit dem Pony in den Stall und haben uns um das Pony gekümmert.
Einige minuten klopfte es draußen 3mal wir haben uns erschrocken aber blieben im Stall. Dann wieder 3mal ein paar mal ging das so.
Wir schauten raus aber das war nichts. Wir beschlossen zu gehen.
Auf einmal waren dort wieder die 3 Jungs und kamen uns wieder hinterher, wir liefen schnell aber nicht so als würden wir weg laufen.
Auf einmal kam ein Schwarzesauto und sie stiegen ein. Wir biegten in eine seitenstraße wo kein Auto her kann. Wir hatten schon etwas angst.
Am ende der Straße sahen wir von weiten schon das Auto dort stehen und bogen wieder in ein schmalen weg ein. Der Weg war zu ende und keine Auto insicht.
Doch dann hörten wir ein Motor wir wussten das ist es und ranten egal wo wir hin ranten das Auto tauchte irgenwo wieder auf.
Wir habens geschafft nur noch ein paar schritte und Monique und ich wären zu Hause gewesen. Aber Swantje musste noch etwas weiter also brachten wir sie weg. Swantje ist zu Hause angkommen und kein Auto in sicht. Wir machten uns auch auf dem Weg nach Hause. Wir sind ein weg gegangen dort dürfen keine Autos Fahren geschlossen mit Stangen. Das war auch ein Kurfen weg also rechts, lings und rechts.
Aber dann hörten wir hinter uns ein Auto wir ranten los. Ich den Parkplatzrunter Monique gerade aus, Bei mir konnten sie nur noch zu fuß hinterher und bei Monique auch. Also hatten wir gewonnen [Bild: icon_e_smile.gif]

Das war ein kommischertag. In dem Bauwagen war am nächsten Tag der Lichterschlau an. Aber es war niemand aus Swantjes Familie da.

Das ist eine Wahre Geschichte

Never give up
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Wow das ist ja richrig spannend gewesen! Ich war richitg hibbelig als ich das gelesen hab! Aber die Situation hat ich auch schon mal...und bin dann so schnell wie möglich weggelaufen...komisch sind manche Leute!
Nochmals gute StoryUpten...erschreckend das sie wahr ist!
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Danke schön Smile
Ja da gebe ich dir recht es gibt echt schon kommische Menschen.
Laufen ist das beste was man tun kann. Und wenn man ein Handy hat die Polizei rufen. denke ich.

Never give up
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Genau, das ist das Betse was man tun kann! Habmal in Reli gelernt, das man sich immer bei vielen Menschen aufhalten soll und nie zu den Typen "du" sagen soll, sonst denken die man sei mit denen befreundet, oder so!
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Das ist richtig man soll niemals du sagen immer sie.

Never give up
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Titel: Nox Aeterna - Ewige Nacht
Disclaimer: mir gehört nichts, ncihts, gar nichts ^^
Spoiler: keine
Genre: Thriller/Tragedy
Rating: ab 16
Wörter: 3.582
A/N: Eigentlich ist diese FF eine Longfic, aber ich dachte, bei knapp 4.000 Zeichen geht sie auch als OS durch ^^

[SIZE=2]PROLOG
Langsam, ganz langsam kam er auf sie zu, kramte die Kamera aus seiner Tasche hervor. Klick… Klick… Klick…Zufrieden lächelnd wandte er sich um und machte sich auf den Heimweg. Es gab noch so viel vorzubereiten... Ein letztes Mal betrachtete er die Fotos, die er in den letzten Tagen, Wochen geschossen hatte. Auf einigen war eine junge, blonde Frau abgebildet. Sie war wunderschön, die blonden Haare fielen ihr locker über die Schultern. Stets war ein Funkeln in ihren Augen zu erkennen, sie strahlten eine innige Wärme, Liebe aus. Der Mann an ihrer Seite war groß, muskulös, wirkte auf den ersten Blick fast arrogant. Doch er hatte ein gutes Herz, niemand konnte das bestreiten.
Auf anderen Bildern war ebenfalls eine Frau zu sehen. Sie war klein, hatte dunkle Haare, ein bildhübsches Gesicht. Auch sie strahlte etwas Besonderes aus, ihre Nähe gab einem Geborgenheit. Ihr bester Freund, der fast nie von ihrer Seite wich hingegen, war groß, dunkelblond, erinnerte mehr an einen Leibwächter.
Allesamt waren die vier Personen, die von ihrem Aussehen unterschiedlicher nicht sein könnten, beste Freunde, Arbeitskollegen. Sie alle waren als Privatermittler in einer Anwaltskanzlei angestellt, die von dem Mann geleitet wurde, der auf den letzten Fotos abgebildet war. Er war bei allen beliebt, gut aussehend, der blonde Zwirbelbart machte sein Gesicht unverkennbar und trug stets Anzug und Krawatte.
Erneut umspielte ein Lächeln seine Lippen, mit einem Knopfdruck schaltete er die Kamera aus, ersetzte sie durch ein Diktiergerät. Eigentlich war es fast schade, ihnen das anzutun, doch sie würden bekommen, was sie verdienten. Es war nur gerecht. Er schloss für einen kurzen Moment die Augen, drückte auf „Aufnahme“. Und begann zu sprechen.

1.
Erschrocken zuckte Katja zusammen, als das Telefon klingelte. Müde setzte sie sich ein kleinwenig auf und schielte auf die Uhr. Es war gerade mal 06:30, sie hätte noch zwei Stunden schlafen können. Gähnend hob sie ab. „Hansen? Ingo… Kann das nicht warten? Okay, gut… Ich komme…“

„Moment, ich komme schon!“, hastig schnappte sich Sandra ein Handtuch, welches sie fest um ihren Körper wickelte. „Bin schon am Weg!“, mit einer scharfen Linkskurve verließ sie ihr Bad und griff nach dem Telefon. „Ingo! So früh schon wach? Was? Ich bin in zehn Minuten da, bis gleich!“

„Man, welcher Vollidiot ruft denn um diese Zeit an?!“ Verschlafen tastete Chris nach seinem Handy und hob ab, ohne auf das Display zu sehen. „Was? Ingo, ich glaub es ja nicht… Kommen, ist das dein Ernst?! Schön... Gib mir eine halbe Stunde…“

„Ingo, was soll das? Ich bin gerade beim Joggen, ich kann jetzt nicht kommen!“ Sebastian warf einen Blick auf die Uhr und rollte mit den Augen. „Ist es wirklich so wichtig? Na gut… Ich zieh mich nur noch schnell um, dann bin ich da.“

„Sandra? Chris? Was macht ihr denn hier?“, stirnrunzelnd betraten Katja und Basti das Ermittlerbüro, sahen ihre beiden Kollegen verwundert an. Diese schienen nicht weniger überrascht. „Dasselbe könnte ich euch beide fragen…“, erwiderte Chris und gähnte herzhaft.
„Ich hab euch alle vier angerufen.“, kam es plötzlich von hinten. Ingo stand in der Tür, blass, mit einem Umschlag in der Hand.
„Weshalb denn eigentlich?“, fragte Sandra und ließ sich müde neben Katja auf die Couch sinken. Ingo seufzte leise. „Nun…“, er legte das Couvert auf den Tisch. „Das lag heute in der Post… Ich denke, ihr solltet es euch ansehen…“, vorsichtig holte er einen Stoß Fotos aus dem Umschlag hervor und reichte sie Basti. Dieser musste schlucken. „Oh mein Gott…“ Ingo nickte. „Dieses Tonband war auch noch dabei. Ich hab es mir noch nicht angehört, aber…“, nachdem alle Bilder auf den Tisch gelegt wurden, drückte er auf „Play“. Sofort ertönte eine stark verzerrte, männliche Stimme.

„Guten Morgen, ihr fünf… Ihr fragt euch bestimmt, was das Ganze hier soll… Nun, es ist ganz einfach… Ab sofort befolgt ihr genau meine Anweisungen… Oder ihr werdet es bitter bereuen. Ihr alle. Glaubt mir, ihr könnt euch nicht verstecken. Ich finde euch überall.“

„Meinst du, da könnte was dran sein?“, fragte Katja leise. Ingo zuckte mit den Schultern. „Ich hab keine Ahnung… Aber wir müssen auf alle Fälle vorsichtig sein…“
„Können wir denn etwas tun?“ Chris, der nun endlich ebenfalls seine Müdigkeit abgeschüttelt hatte, stellte vier Tassen Kaffee auf den Tisch. „Oder wäre es besser, einfach abzuwarten?“
Sandra runzelte die Stirn. „Ich schlage vor, wir warten…“, entgegnete sie. „Auf jeden Fall werden wir Nachrichten erhalten, vielleicht heute schon… Ansonsten halte ich es für besser, wenn wir uns alle – einschließlich dir Ingo – heute frei nehmen und dann werden wir sehen, was bis morgen geschieht…“
Sebastian nickte zustimmend. „Ich bin Sandras Meinung… Es bringt nichts, hier Panik zu schieben, wenn diese Drohung nur aus der Luft gegriffen ist…“, er erhob sich. „Dann sehen wir uns also morgen, ja?“
Ingo seufzte leise. „Gut... Aber wenn etwas ist, dann meldet ihr euch, verstanden?“
Katja lächelte kaum merklich. „Klar…“, erwiderte sie. „Bis Morgen, Ingo.“

„Ich krieg diese Fotos einfach nicht aus dem Kopf…“, nachdenklich stocherte Sandra in ihrem Salat. „Was, wenn da doch was dran ist?“
Katja nippte an ihrer Cola. „Wenn ich das nur wüsste…“, entgegnete sie. „Aber bis jetzt ist ja noch nichts passiert und es ist schon nach Mittag…“
„Trotzdem…“, Chris seufzte. „Wir müssen vorsichtig sein… Wer weiß, wozu der Typ fähig ist… Immerhin hat er uns tage-, wenn nicht sogar wochenlang beobachtet und fotografiert…“
„Aber es ergibt keinen Sinn…“, beinahe wütend schlug Sebastian mit der Faust auf die Tischplatte. „Wieso ausgerechnet wir? Wir alle?“
Sandra zuckte nur mit den Schultern, auch Katja, die sonst immer eine Lösung parat hatte, blickte ratlos auf ihren Teller. „Und wenn wir alle nach Hause fahren? Wer weiß, vielleicht finden wir irgendeinen Hinweis…“
„Versuchen könnten wir es natürlich…“, erwiderte Chris und erhob sich. „Aber ich weiß nicht, ob das was bringt... Vielleicht verrennen wir uns einfach nur in die Sache…“
„Glaub ich nicht…“ Basti schüttelte den Kopf. „Warum sonst macht sich einer so viel Mühe, ein Tonband aufzunehmen, fünf Personen über Wochen hinweg auf Schritt und Tritt zu verfolgen und zu fotografieren? Da muss etwas dahinter stecken… Nur weiß ich einfach nicht, was…“

Müde blätterte Katja die Post durch. Ein einzelnes, zusammengefaltetes Blatt Papier fiel ihr sofort ins Auge. Stirnrunzelnd faltete sie es auseinander und begann zu lesen.

Es freut mich, dich zu sehen, Katja… Bald werden wir uns endlich gegenüberstehen… Sei auf der Hut, überall lauern Gefahren…

„Oh mein Gott…“, hektisch wählte Katja Bastis Nummer auf ihrem Handy. „Geh ran… Bitte, Basti, geh ran…“
„Katja… Wir treffen uns in zehn Minuten beim Griechen… Und bring den Brief mit.“

„Er kennt unsere Namen…“ Sandra entfaltete das Blatt Papier und legte es zu den Anderen auf den Tisch. „Es scheint ihm wirklich ernst zu sein, wir müssen Ingo anrufen…“
Basti schüttelte den Kopf. „Meinst du nicht, er hat schon genug um die Ohren? Es reicht doch, wenn wir ihm morgen die Briefe zeigen.“
Katja runzelte die Stirn. „Sandra hat Recht, Basti… Wir haben ihm versprochen, uns zu melden, sobald etwas sein sollte...“
Mit einem zustimmenden Nicken holte Chris sein Handy hervor. Doch nach zwei Minuten klappte er es seufzend zu. „Er meldet sich nicht… Vielleicht sollten wir wirklich erst morgen zu ihm gehen…“ Er seufzte nachdenklich und wandte sich schließlich Katja und Sandra zu. „Aber eines ist gewiss: Ihr bleibt heute Nacht auf keinen Fall allein… Sebastian, du… du schläfst bei Katja und ich bei dir, Sandra…“
Die beiden Frauen lächelten. „Okay…“, erwiderte Sandra. „Ich glaube, es ist wirklich das Beste so.“

2.
„Chris, aufstehen… Wir müssen in die Kanzlei…“, vorsichtig stellte Sandra eine Tasse Kaffee auf dem Boden ab und setzte sich zu ihm auf die Couch. „Komm schon, Großer, wach auf…“
Müde hob Chris den Kopf. „Jetzt schon?“, brummte er. Sandra nickte. „Die anderen warten schon…“
„Wie spät ist es?“
„Gleich halb sieben…“
Chris rollte mit den Augen. „Wie kann man um die Uhrzeit nur so wach sein?“ Sandra musste lachen. „Es ist halt nicht jeder so ein Langschläfer wie du… Und jetzt komm, sogar Katja ist schon auf dem Weg…“

„Die Kanzlei ist vorübergehend geschlossen.“ Stirnrunzelnd kam Katja ihrer Kollegin entgegen, die gerade die Treppen hinaufstieg. Diese hob eine Augenbraue. „Was?“ Basti nickte nur.
Chris seufzte. „Dann haben wir ein wirkliches Problem…“ Er kramte in seiner Hosentasche, jedoch ohne Erfolg. „Habt ihr den Schlüssel mit?“, fragte er. Die anderen schüttelten den Kopf. „Aber vielleicht ist Ingo schon da…“, meinte Katja nachdenklich und versuchte, die Tür zu öffnen. Lächelnd trat sie einen Schritt in den Vorraum der Kanzlei. „Seht ihr?“
„Es ist ungewöhnlich still hier…“, murmelte Sandra nachdenklich. „Ingo? Ingo, wo bist du?“ Keine Reaktion. Chris musste schlucken. „Ganz ehrlich? Ich hab kein gutes Gefühl bei der Sache…“ Basti schüttelte den Kopf. „Ich auch nicht…“, entgegnete er und öffnete die Tür zum Ermittlerbüro. Mit einem Schrei wich Sandra zurück und vergrub ihr Gesicht in Christians T-Shirt, auch Katja war mit einem Schlag kreidebleich im Gesicht geworden. „Oh mein Gott…“ Hastig stolperte sie in den Raum, kniete sich zu Ingos leblosem Körper auf den Boden. „Er… er hat keinen Puls mehr…“, flüsterte sie. „Der Scheißkerl hat ihn umgebracht… Einfach erstochen…“
Sandra begann zu schluchzen. „Nein…“ Chris schloss sie fest in seine Arme, strich zärtlich über ihre Haare. Tränen liefen seine Wangen hinab. „Schhhh… Ruhig, Kleine… Ganz ruhig…“
Mit zitternden Händen hob Basti den Zettel, der auf dem Tisch gelegen hatte, hoch und faltete ihn auseinander. „Zur Abschreckung…“, murmelte er. „Dieser Dreckskerl... Ich ruf die Polizei…“ Er griff nach dem Telefonhörer, ließ ihn jedoch gleich wieder sinken. „Die Leitung ist tot…“ Katja holte ihr Handy hervor, wählte die Nummer. „Ich… ich hab keinen Empfang…“
„Dann… dann lauf ich…“, er wollte die Tür zum Treppenhaus öffnen. „Scheiße… Wir… wir sitzen hier fest!“
Seufzend ließ sich Katja auf die Couch sinken, schloss für einen kurzen Moment die Augen. „Ich glaub das alles nicht…“ Erschrocken zuckte sie zusammen, als plötzlich Sebastians Handy klingelte. Auch er musste schlucken, doch er hob ab. „Ja? Was wollen Sie eigentlich von uns?!“
„Stell auf laut…“, flüsterte Sandra. Basti tat, was ihm gesagt wurde. Eine unbekannte Stimme ertönte. „Tut mir Leid um euren Chef… Aber ihr habt mich nicht so ernst genommen, wie ich es wollte…“, er lachte leise. „Im Laufe des Tages werde ich euch vieren Aufgaben stellen, die ihr erfüllen müsst… Wenn nicht… Stirbt noch einer von euch… Sebastian… Du bist der erste… Verlasse die Kanzlei und fahre zum Bahnhof… Weitere Informationen wirst du dort erhalten… Ich melde mich.“
Sandra musste schlucken. „Wir… wir sind hier doch eingesperrt… Wie sollen wir dann rauskommen?“
Doch Chris schüttelte den Kopf. „Die Tür ist nicht mehr versperrt, Sandra…“, murmelte er. Katjas Augen weiteten sich vor Schreck. „Wisst ihr, was das bedeutet?“, fragte sie kaum hörbar. „Es… es muss noch jemand hier sein…“
Nachdem Sebastian die Kanzlei verlassen hatte, sprang Christian auf. „Ihr bleibt hier… Ich gehe nachsehen.“
Doch Sandra hielt ihn am Arm fest. „Ich komm mit dir.“, entgegnete sie. „Katja, du bleibst hier…“ Katja nickte. „Okay… Aber seid vorsichtig, ja?“
Ein leichtes Lächeln umspielte Sandras Lippen. „Klar…“

„Und?“, nachdem Sandra und Chris zurück in das Ermittlerbüro kamen. Chris schüttelte den Kopf. „Nichts… Wir haben mindestens drei Mal nachgesehen, aber Fehlanzeige… Der Typ muss verdammt clever sein…“
Katja musste schlucken. „Langsam krieg ich Angst…“, flüsterte sie. Sandra nickte. „Ich auch, Katja… Ich auch...“

„Verdammt noch mal, wo bleibt er denn?!“, nervös ging Katja im Raum hin und her, wurde jedoch von Chris aufgehalten. „Katja, setz dich hin, du machst mich ja ganz nervös… Sebastian kommt bestimmt gleich…“
Katja seufzte leise. „Ich hoffe es...“

„Basti! Um Gottes Willen, was ist passiert?!“, erschrocken betrachtete Katja das blutverschmierte T-Shirt seines Kollegen. Inzwischen war es später Nachmittag, er war gerade von seinem dritten Auftrag zurückgekommen, und schloss für einen kurzen Moment die Augen. „Ich… ich hab einen Menschen getötet…“, flüsterte er. „Er hat von mir verlangt, einen Menschen zu töten…“
Katja und Chris starrten ihn entgeistert an. „Du hast was?!“ Basti nickte. „Ich musste es tun, Chris… Sonst hätte er euch umgebracht…“
„Ich fass es nicht, Sebastian…“, zischte Sandra und wandte sich ab. „Dass du zu so etwas fähig bist…“
Basti musste schlucken. „Ich hab das doch nicht freiwillig getan, Sandra!“, rief er. Doch Sandra schüttelte den Kopf. „Das tut nichts mehr zur Sache...“

3.
„Ich geh mir mal ein Glas Wasser holen.“, seufzend erhob sich Basti. „Wollt ihr auch was trinken?“ Die anderen schüttelten den Kopf. Er verließ das Büro, kam nach fünf Minuten mit einer vollen Flasche wieder. „Wollt ihr sicher nichts?“ Wieder Kopfschütteln. Immer noch würdigte Sandra ihn keines Blickes, doch wenigstens Katja und Chris schienen sich damit abgefunden haben, dass ihr bester Freund zu ihrem Schutz einen Menschen getötet hatte. Er öffnete die Flasche und nahm einen kräftigen Schluck. Wie lange er schon nichts mehr getrunken hatte, er war am Verdursten. Als er sie geleert hatte, warf er sie achtlos in den Mülleimer. Kaum zwei Minuten später wurde Basti von einem heftigen Hustenanfall geschüttelt, er griff sich an den Hals, es war, als würde etwas seine Kehle zuschnüren. Alles begann sich zu drehen, er bemerkte nur noch, wie Katja und Chris aufsprangen, zu ihm liefen, versuchten, ihm zu helfen. Selbst Sandra starrte ihn erschrocken an, doch plötzlich wurde alles schwarz.
„Basti? Basti, kannst du mich hören?“, vorsichtig tätschelte Katja seine Wange, versuchte, seinen Puls zu fühlen, doch sie hatte keinen Erfolg. „Nein… Nein, das… das kann nicht sein…“
„Was ist los?“, fragte Sandra leise. Die Panik in ihrer Stimme war nicht zu überhören. „Was ist mit ihm?“ Katja schüttelte kaum merklich den Kopf. „Er… er ist tot, Sandra… Basti ist tot…“ Schlagartig sprang Sandra auf und lief aus dem Raum, dicht gefolgt von Chris. Schluchzend rutschte sie an einer Wand entlang zu Boden, vergrub ihr Gesicht in den Händen. Chris kniete sich langsam zu ihr, legte vorsichtig eine Hand auf ihre Schulter. „Süße…“
„Ich… ich hab mich nicht bei ihm entschuldigen können…“, flüsterte sie. „Ich war so unglaublich wütend auf ihn…“
„Ich weiß, Sandra…“ Schützend schloss er sie in seine Arme. „Ich weiß… Aber ich bin mir sicher, dass Basti dir verzeihen wird…“
„Wo…woher weißt du das?“, fragte sie leise. Chris legte sanft einen Finger auf ihre Lippen. „Ich spüre es…“

„Was sollte das?!“, schrie Sandra in ihr Handy, als sie abgehoben hatte. „Warum hast du Sebastian umgebracht?! Wir haben deine verdammten Aufgaben doch alle erfüllt!“
„Oh, Sandra, glaubst du wirklich, ich nehme euch dieses Schmierentheater ab? Du weißt doch genau so gut wie ich, dass Sebastian niemanden umgebracht hat… Er hat sich selbst in die Schulter geschossen… Um uns glauben zu machen, es sei das Blut seines Opfers… Ich muss zugeben, ein guter Trick… Aber nicht gut genug. Oh, und wenn du Katja siehst… Sag ihr bitte, dass sie in einer halben Stunde am alten Industriegelände sein soll…“ Zitternd ließ Sandra das Telefon fallen. „Nein…“
„Süße, was ist denn?“, fragte Chris leise und erhob sich. Sandra schluchzte leise. „Basti, er… er war unschuldig… DU!“, fuhr sie Katja an, die eben den Raum betreten hatte. „Es ist deine Schuld, hab ich recht?! Du hast das alles inszeniert!“
Katja riss erschrocken die Augen auf. „Das ist doch nicht dein Ernst…“, flüsterte sie. „Sandra, hast du den Verstand verloren?! Wieso sollte ich das tun?“
Sandra lachte kurz auf. „Woher soll ich das wissen?! Ich bin nicht so krank wie du, Katja Hansen! Oder du, Christian?! Du hast die besten technischen Voraussetzungen! Für dich wäre es kein Problem, die Telefone zu manipulieren!“
„Sandra…“ Chris legte vorsichtig eine Hand auf ihre Schulter, doch sie riss sich los. „Fass mich nicht an!“, schrie sie. „Ihr habt gemeinsame Sache gemacht, stimmt’s?!“
„Sandra, niemand von uns wäre jemals dazu fähig, an so etwas auch nur zu denken…“ Katja musste schlucken. „Bitte, werd vernünftig… Wir haben das alles genau so wenig veranlasst wie du…“
Zitternd sank Sandra zu Boden, vergrub ihren Kopf in den Händen. „Ich halt das alles nicht mehr aus…“, flüsterte sie kaum hörbar. „Ich… ich schaff das nicht mehr… Er macht uns alle kaputt…“

4.
„Chris? Wie lange ist Katja jetzt schon weg? Ich fange langsam an, mir Sorgen um sie zu machen…“
Chris zuckte mit den Schultern. „Eine Stunde ungefähr… Aber mach dich nicht verrückt, Süße, sie kommt bestimmt bald zurück…“
Erschrocken fuhr er herum. Hatte er eben eine Gestalt vorbeihuschen sehen? Er erhob sich, um nachzusehen, doch plötzlich wurde es stockdunkel im Raum.

„Sandra?“, fragte Chris besorgt. Stille. „Süße, wo bist du?“ Erneut erhielt er keine Antwort. „Sandra, jetzt sag schon was!“
„Hier bin ich…“, flüsterte plötzlich eine männliche Stimme. Chris musste schlucken. „Wer ist da?!“, er streckte seinen Arm aus, um die Gestalt zu packen, doch er griff ins Leere. Ein leises Lachen ertönte. „Oh, Christian, du bist so naiv… Glaubst immer noch, du könntest mich finden…“
„Was soll das?!“, schrie Chris. Wieder bekam er ein Lachen zur Antwort. „Töte mich…“, murmelte die Stimme. „Ist das nicht alles, was du willst? Mich umbringen, mich bestrafen? Ich hab deinen besten Freund ermordet, Christian… Und deinen Vorgesetzten… Ich verdiene den Tod… Greif neben dich… Dort findest du alles, was du brauchst.“
Mit zitternden Händen tastete Chris die Couch ab. Tatsächlich lag eine Waffe neben ihm.
„Na los, Christian… Tu es… Ich steh direkt vor dir… Das ist deine Chance…“ Langsam hob Chris die Waffe, seine Finger wanderten zum Abzug. „Du bringst nicht noch einen meiner besten Freunde um…“, flüsterte er. Seine Stimme bebte vor Wut. Er zögerte für wenige Sekunden, schloss für einen kurzen Moment die Augen, doch dann drückte er ab. Der Mann lachte. „Stimmt…“, entgegnete er. „Das hast du gerade getan…“
Mit einem Schlag war es wieder taghell im Büro, von der Gestalt war keine Spur zu sehen. Schlagartig ließ Chris die Waffe fallen, als er sah, was geschehen war. Vor ihm lag Sandra, blutüberströmt, mit weit aufgerissenen Augen. „Nein...“ Schluchzend sank er zu Boden, drückte ihren leblosen Körper fest an sich. „Es tut mir so Leid, mein Schatz…“, flüsterte er immer wieder. Langsam nahm er Sandras Gesicht in seine Hände und drückte ihre Lippen auf seine. Nur einmal wollte er sie küssen… Ein einziger Kuss, das war alles, was er wollte, wovon er je geträumt hatte… Zärtlich strich er über ihre Wange, flüsterte ihr etwas ins Ohr. Sie, nur sie würde es hören, davon war er überzeugt. Es versetzte ihm einen Stich in der Brust, sie so zu sehen, niemals würde er mit der Schuld leben können, seine beste Freundin umgebracht zu haben… Zitternd suchte er erneut nach der Waffe, mit deren Lauf er vorsichtig seinen Hals, seine Wange streifte. So fest er konnte presste er sie an seine Schläfe. Und drückte ab.

5.
Ein ohrenbetäubender Knall zerriss die Stille. Katja, die gerade das Ermittlerbüro betreten hatte, sah nur noch, wie Chris, der Sandra in den Armen hielt, sie fest an sich drückte, blutüberströmt zu Boden sank. Erschrocken schlug sie sich die Hand vor den Mund, lief sofort zu ihnen. Ihre Knie begannen zu zittern, langsam sank sie zu Boden. Mit einem Mal bekam sie keine Luft mehr, es war, als schnürte eine unsichtbare Macht ihre Kehle zu. Langsam legte sie ihren Kopf auf Christians Brust und schloss ihre Augen. Tränen liefen lautlos ihre Wangen hinab. Sie hat das das Liebste, was sie je besessen hatte mit einem Schlag verloren.
Schluchzend griff sie nach ihrem Handy, das erneut klingelte. „Was hast du getan?!“, schrie sie ins Telefon. „Du verdammtes Arschloch, du hast sie umgebracht! Verdammt noch mal, warum?! Ich schwöre dir, du Dreckskerl, wenn ich dich in die Finger kriege, ich bring dich um!“ Zärtlich strich sie Sandra eine Haarsträhne aus dem Gesicht, drückte ihre Hand ganz fest.
„Oh, Katja…“, sprach eine männliche Stimme in ihr Ohr. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass du mich finden kannst? Es wird Zeit, dass du mich vergisst…“ Ein dumpfes Geräusch war zu vernehmen, es erinnerte fast an einen Aufprall. Erschrocken ließ Katja ihr Handy fallen, noch immer zitternd erhob sie sich, stolperte aus dem Raum. „Wo bist du?!“, rief sie. „Komm raus, verdammt noch mal!“
Keine Antwort. Ihr Atem ging schnell und unregelmäßig, als sie die Tür zur Kanzleiküche öffnete. Ein Fenster stand sperrangelweit offen, langsam kam sie darauf zu, blickte nach unten. Eine Gestalt lag regungslos auf dem Boden, mit einem Handy in der Hand. Katja musste schlucken. „Du verdammter Feigling…“, flüsterte sie und wandte sich um. Lange noch blieb sie vor der geöffneten Tür stehen, betrachtete mit tränenüberströmtem Gesicht die toten Körper ihrer besten Freunde. Alles war zerstört, einfach alles… Langsam blickte sie nun auch an sich hinunter. Ihr zerrissenes, blutverschmiertes T-Shirt, die in den letzen Stunden wundgearbeiteten, schmutzigen Hände, mit Sandras und Christians Blut befleckt. Erst jetzt begann sie zu realisieren, dass sie lebte. Sie, Katja Hansen, war noch am Leben.
Wie in einer Art Trance gefangen stieg sie die Treppen hinab, öffnete die Tür und ging auf die Straße. Lange irrte sie dort umher, ohne zu wissen, wo sie war oder wohin sie wollte. Langsam begann es hell zu werden, sie begegnete vereinzelt Menschen, die beim Vorbeigehen an ihr herabsahen, als wäre sie verrückt, hätte ein Verbrechen begangen. Alles um sie herum drehte sich, doch sie zwang sich, weiterzugehen. Weiter, immer weiter, bis sie vor Erschöpfung zusammenbrach. Langsam rutschte sie an einer Wand hinab zu Boden, schlang zitternd ihre Arme um die Knie. Immer mehr Menschen gingen an ihr vorbei, viele, ohne sie eines Blickes zu würdigen. Aber wenige schienen sie zu bemerken, zwei ältere Herren warfen ihr mitleidige Blicke zu, holten ihre Portemonnaies hervor und warfen Münzen zu ihr auf den Boden.
Doch Katja konnte dies nicht mehr wahrnehmen, denn sie hatte ihre Augen geschlossen und sich vollends den Bildern hingegeben, die sie von nun an jede Nacht heimsuchen würden.


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vooll gut gemacht, prue <3
habe ich ja schon in meinem fb geschrieben in herbstzeitlose ..
Du kannst sou gut schreiben ich würde nicht mal auf die ideen kommen^^ Heart
Anni <3

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And I felt Hope {Twilight|Alice&Jasper}
[♥]ava&sig by Avi[XxPruexX][♥]
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Awww, thanks Anni Heart (Kannst mich übrigens gern Avi nennen ^^)

Titel: Missing
Disclaimer: mir gehört nichts, ncihts, gar nichts ^^
Spoiler: keine
Genre: Drama/Tragedy
Rating: ab 16
Wörter: 358
Credits: Gehen an "Missing" von Evanescence. Sehr toller Song <3


Missing

Ich beobachte dich. schon seit vielen Jahren. Ich weiß alles über dich, durchlebe jeden Tag mit dir die Höhen udn tiefen des Alltags, sehe dich lachen, weinen und tauche mit dir in deine geheimsten Gedanken, deine Träume ein, die du noch nicht einmal mit deinem besten Freund teilen würdest.
Als Sandra schwanger wurde, war ich die erste, die von dem Baby wusste, von Anfang an kannte ich deine Reaktion auf die Nachricht, du würdest Vater. Ihr habt geheiratet, als sie hochschwanger war, ohne mich wärst du niemals auf die Idee gekommen, ihr endlich einen Antrag zu machen. Ich kenne die Namen eurer Kinder und Enkel, die erst in vielen Jahren geboren werden, weiß Bescheid über eure ganzes Leben. Ihr werdet euch lieben und ehren und eines Tages, nach langer Zeit des Glücks, eng umschlungen eure Augen schließen.
Wir haben uns nie gegenüber gestanden, Christian, doch ich kenne dich, besser als dich je ein Mensch kenenn wird. Könnten wir uns sehen, berühren, wäre ich mehr als deine Arbeitskollegin, deine beste Freundin, die stets für dich da ist. Du würdest mich lieben. Nicht so, wie du Sandra liebst, nein... Anders. Ganz anders.
Du weißt von mir, natürlich weißt du von mir. Aber als du das erste Mal hörtest, was geschehen war, hast du geweint. Noch nie zuvor habe ich dich weinen sehen. Es hat mir wehgetan, dich zu beobachten, deine Gedanken zu lesen. Obwohl du bis zu diesem Zeitpunkt nichts von meiner Existenz gewusst hattest, hast du dir gewünscht, an meiner Stelle zu sein. Und jetzt? Jetzt denkst du kaum noch an mich, hast mich vielleicht sogar schon vergessen. Doch ich kann es dir nicht verübeln. Denn viele Jahre ist er her, der Unfall, bei dem alle Beteiligten starben. Nur du nicht, ein ungeborenes Baby, das es geschafft hatte, im Leib der Mutter drei Stunden lang zu überleben. Mein Zwillingsbruder.
Es wird lange dauern. Aber ich verspreche dir, Chris... Eines Tages werden wir uns begegnen. Und du wirst mich erkennen.

Even though I'm the sacrifice,
You won't try for me, not now.
Though I'd die to know you love me,
I'm all alone.
Isn't something missing?
Isn't someone missing me?

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