GilmoreGirls.de - Community in Deutschland

Normale Version: One shots: "Non-GG"
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22
Ich erzähle von meinem Tag.

Es war 10.00 Uhr morgens. Draußen regnete es und wenn die Tropfen die Fensterscheibe hinunter flossen sah es aus als weinte diese. Ich saß auf der Couch, in einer handgestrickten Decke eingerollt. Ich sah die eingestrickte „Widmung“ auf der Decke. „Für meine Enkelin, Leila, die Wunderschöne“.
Die zwei Punkte über dem ö waren keine Punkte sondern Kringel. Die Kringel erinnerten an eine Rosenranke. Nicht nur die Fensterscheibe weinte. Auch mir liefen seit Stunden stumm die Tränen über die Wange. Das Leben um mich herum lief weiter. Mein Vater telefonierte einmal mit dem Besitzer eines Grabsteinladens und dass nächste Telefonat führte er mit dem Bestattungsunternehmen, bei dem er sich furchtbar aufregte. Warum? Keine Ahnung. Doch ich sagte kein Wort. Ich ertrug es stumm.
Meine Mutter war Einkaufen gefahren und hatte mir ein grässliches, kratzendes, schwarzes Baumwollkleid gekauft. Ich ertrug es stumm.

Ich dachte nicht. Ich bewegte mich nicht. Ich sagte nichts. Ich bewegte keinen Muskeln den ich nicht bewegen musste. Ich schluckte nicht. Ich tat nichts was nicht sein musste. Doch ich weinte. Ich saß da, immer noch in die Decke eingewickelt und weinte, Ach so ja. Und ich lebte. Ich lebte. Mehr oder weniger.

Später….


Ich wachte auf. War wohl eingeschlafen. Ich weiß nicht wie viel Uhr es ist. Die Rollladen sind unten. Licht ist aus. In der Küche höre ich stimmen. Ich höre wieder. Ein fortschritt.
Ich schließe die Augen. Ich will nichts sehen. Ich will nichts hören.
Versuche wieder einzuschlafen. Versuch gescheitert. Merke dass ich Durst habe. Und Hunger.
Ich setze mich vorsichtig auf. Klappt.
Ich stehe auf und taste mich an der Wand entlang bis zur Küchentür und öffne sie. Niemand beachtet mich. Besser so. Ich ging zum Kühlschrank holte mich eine Flasche Apfelschorle und einen Joghurt heraus.
Packte beides und setzte mich damit auf einen der Barhocker an unserer Theke. Ich trank die Flasche aus und aß den Joghurt. Ich ging ins Bad und ziehe mich aus und steige in die Dusche und drehe das Warme Wasser an.
Nachdem ich aus der Dusche gestiegen war, mich abgetrocknet hatte, die Harre mit dem Glätteisen bearbeitet hatte, das Baumwollkleid angezogen und im Auto saß dachte ich das erste mal wieder nach. Seit die Nachricht gekommen war.
Plötzlich waren wir auf dem auf dem Friedhof angekommen. Außer meinen Eltern und mir waren nur die engsten Verwandten da. Onkel und Großtante. Wie hatten keinen Pfarrer oder Priester.
Ich dachte:
``Leb wohl Oma. ``
Jeder stand nur da, einen schwarzen Regenschirm in der Hand und alle begreifen erst langsam.
Der Engel war gefallen.
Titel: One Shot Day
Disclaimer: mir gehört nichts, ncihts, gar nichts ^^
Genre: Allgemein
Bemerkungen: Totale AU-FF, also gibt es überhaupt nichts zu Spoilern, denk ich xd
Fandom: X-Files/Wicked Crossover
Rating: ab 6
Wörter: 1.122
Sonstiges: Ähhmm... Gott, da gibts so viel zu sagen Oo. Die FF ist... joa... ziemlich verrückt *lach* Verdammt verrückt, um genau zu sein xD Ich hab die eigentlich ziemlich schnell runtergeschrieben, und das merkt man ihr auch an, aber irgendwie... irgendwie bin ich trotzdem stolz drauf... Zum einen ist es meine erste X-Files bzw. Wicked FF, zum anderen mein erstes Crossover... Und SO AU war bis jetzt ncoh keine meiner OneShots bzw. FFs... Naja... Ich würd sagen, ich sollte aufhören zu labern, und einfach mal posten *lach*


One Short Day


„Scully, verdammt, beeil dich, wir kommen zu spät zu Mathe!“
Das rothaarige Mädchen seufzte, folgte dem Jungen jedoch, der ihr bereits weit voraus war. „Mulder?“, fragte sie. „Darf ich dich um einen Gefallen bitten?“
Er zuckte mit den Schultern. „Klar...“
Scully beschleunigte ihren Schritt, konnte jedoch noch immer nicht mit ihrem Freund mithalten. „Könntest du bitte, aufhören zu rennen?! Wir haben noch genug Zeit, um pünktlich zu kommen – OHNE zu laufen.“
Doch plötzlich, ohne sie zu beachten, blieb Mulder vor der Tür zum Mathematikraum stehen, starrte das junge Mädchen, das ihm gegenüberstand entgeistert an. Normalerweise war es nicht seine Art, doch die Erscheinung der jungen Frau war, um es milde auszudrücken, wirklich sonderbar. Sie trug ein bodenlanges, schwarzes Kleid, der riesige Hut erinnerte an dein einer Hexe und ihre Haare fielen locker über die Schultern. Doch das mit Abstand Auffälligste war... Ihre Haut.
„Ähmm... Ich will dich ja nicht stören...“, brummte er, ohne einen Blick von ihr zu wenden. „Aber... Ich hoffe, dass du weißt, dass die Halloween Party erst... heute Abend stattfindet... Trotzdem... Nettes Kostüm...“
Die Fremde runzelte die Stirn. „Wovon sprichst du?“, fragte sie verwirrt. „Ich trage kein Kostüm...“
Mulder musste schlucken. „Oh... oh mein...“ Hastig wandte er sich um – und lief. Scully, die die Szene beobachtet hatte, lächelte entschuldigend. „Tut mir Leid...“, murmelte sie. „Aber... Ich glaube, er ist es nicht gewöhnt, Menschen mit... grüner... Haut zu sehen...“
Das Mädchen erwiderte ihr Lächeln. „Ich versteh schon...“, erwiderte es. „Bei mir zu Hause laufen auch alle vor mir weg...“
Dana seufzte leise. „Das tut mir Leid... Oh!“ Erschrocken zuckte sie zusammen. „Ich hab ja ganz vergessen, mich vorzustellen... Ich bin Dana... Dana Scully.“
„Und ich bin Elphaba... Thropp... Elphaba Thropp also...“ Die Andere lachte nervös. „Aber du kannst mich...“
„Elphie!“
Elphaba seufzte leise, wandte sich um und deutete auf das blonde Mädchen, das komplett in Pink gekleidet war und sie fröhlich anlächelte. „Das ist übrigens Glinda...“, erklärte sie. „Meine... beste Freundin... Zumindest sowas in der Art...“
Glinda kicherte. „Ich hab dich überall gesucht, Elphie! Wir müssen zum... zum...“
„Unterricht?“
„Genau das meine ich!“, quietschte die Blonde. „Na los!“ Lachend zog sie Elphaba mit sich, die Scully einen mehr oder minder verzweifelten Blick zuwarf. Im nächsten Moment waren die beiden auch schon verschwunden.

„Miss Scully, Sie sind zu spät...“ Tadelnd warf die Mathematiklehrerin einen Blick auf die Uhr. Das Mädchen seufzte leise. „Ich weiß, Mrs. Baker... Aber ich musste die beiden neuen Mädchen noch einweisen... Sie sahen so verloren aus...“
„Welche neuen Mädchen?“, fragte Mrs. Baker.
„Ich glaub, sie meint uns!“, kam es plötzlich von hinten. Fröhlich kam Glinda in den Raum gehüpft und ließ sich auf dem freien Platz neben Mulder nieder, der sofort errötete. Scully – die natürlich alles mitbekommen hatte – warf ihm einen wütenden Blick zu. Nun betrat auch Elphaba schüchtern das Klassenzimmer. Sofort ertönte lautes Gelächter. „Hey, Greenie!“, rief jemand von hinten. „Hat deine Mutter zu viel Spinat gegessen oder übst du für die Party heute?“
Dana rollte mit den Augen. „Mach dir nichts draus, Elphaba...“, zischte sie ihr zu, legte einen Arm um ihre Schultern und ging mit ihr zur letzten Reihe, wo sie sich neben sie an den letzten leeren Tisch setzte. „Tyler ist immer so... Typischer Footballer eben...“
Elphaba runzelte verwirrt die Stirn. „Football...“
Die Rothaarige nickte verständnislos. „Football...“, wiederholte sie. „Sag bloß, du weißt nicht, was das ist...“
Kopfschütteln. „Da wo Glinda und ich herkommen... Dort gibt es diese Art von... Spiel nicht... Nicht in der Schule...“
„Woher kommt ihr denn?“, fragte Scully leise, um Mrs. Baker nicht noch mehr zu verärgern. Elphaba seufzte. „Aus Oz... Aber... ich spreche nicht gerne über meine Zeit zu Hause...“
Oz? Das Land von Oz? Dana sah ihre neue Freundin entgeistert an – sagte jedoch nichts. Für einen kurzen Moment herrschte Stille, doch dann fiel ihr endlich die Frage, die sie schon so lange hatte stellen wollen, wieder ein. „Kommt ihr heute Abend auch zur Halloweenparty?“
Elphaba schüttelte den Kopf. „Nein... Glinda und Fiyero wollen die Stadt erkunden... Und ich... ich gehe nicht auf... Partys...“
„Wer ist Fiyero?“
„Ihr Verlobter... Er... macht sich nichts aus Schule...“ Die Dunkelhaarige sank ihren Blick. Scully nickte. „Und... wenn du mit uns kommst?“
„Miss Scully!“, rief plötzlich jemand von vorne. „Ich finde es zwar rührend, dass Sie sich so... aufopfernd um Ihre neue Mitschülerin kümmern, aber es wäre für Sie durchaus von Vorteil, wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit nun auf das Berechnen des Vektoriellen Produkts lenken würden...“
Dana rollte mit den Augen. „Wir reden später weiter, okay?“, flüsterte sie Elphaba zu und tat nun endlich, was Mrs. Baker von ihr verlangte.

„Mulder, wie oft muss ich dir eigentlich noch sagen, dass es keine Außerirdischen gibt?“ Seufzend ließ sich Scully neben ihn auf den Stuhl in der Kantine sinken. Dieser sah ihr eindringlich in die Augen. „Und wie erklärst du dir dann ihre grüne Haut?“, fragte er. Die Rothaarige zuckte mit den Schultern. „Woher soll ich das denn wissen... Vielleicht ein genetischer Defekt oder... ach, keine Ahnung... Aber fest steht auf alle Fälle eins: Elphaba ist kein Alien.“
„Sprecht ihr über mich?“, fragte das Mädchen, das gerade zu ihnen an den Tisch getreten war. Scully lächelte. „Elphaba, hey... Setz dich doch.“
„Ich... ich will euch nicht stören...“, murmelte die Angesprochene. Dana griff nach ihrer Hand und zog sie auf den Sessel neben sich. „Du störst nicht... Mulder und ich haben uns gerade über heute Abend unterhalten... Hast du dich schon entschieden, ob du mitkommen willst?“
Kopfschütteln. „Ich glaube, ich bleibe zu Hause... Ich hab versprochen, Nessa zu schreiben...“
Fox runzelte die Stirn. „Nessa?“
„Nessarose, meine Schwester... Sie hat heute Geburtstag...“ Elphaba seufzte leise. „Wenn sie nur keine Dummheiten macht... Sag mal, hab ich was zwischen den Zähnen oder warum starrst du mich so an?!“ Genervt warf sie einen Blick zu Mulder, der sich sofort umwandte. Scully seufzte. „Mach dir nichts draus, Elph...“, brummte sie. „Er ist immer so... Auf der Jagd nach... Übernatürlichem...“
„Übernatürlich? Reicht es euch denn nicht, dass ihr Zauberkräfte habt?“
Dana und Fox sahen das Mädchen entgeistert an. „Zauberkräfte?“, fragte die Rothaarige leise. Elphaba nickte. „Natürlich... Oder seid ihr etwa Munchkins?“
„Munchkins?!“
Die Schwarzhaarige winkte ab. „Erkläre ich euch später... Habt ihr nun Zauberkräfte oder nicht?“
Scully schüttelte den Kopf. „Nein... Nein, natürlich nicht...“, murmelte sie. „Du etwa?“ Seufzend erhob sich Elphaba. „Kommt einfach mit... Ich zeig es euch.“

„Ist das krass...“ Mit geöffnetem Mund wich Mulder einige Schritte zurück. „Elphaba... Mit diesen Tricks könntst du... Millionen machen... AU!“
Dana rollte mit den Augen. „Kein Wort, Mulder... Zu niemandem. Haben wir uns verstanden?“
„Ist ja gut, ist ja gut...“, brummte er. „Aber...“
„MULDER!“
„Tschuldigung...“
Elphaba seufzte leise. „Es... es wäre wirklich angebracht, wenn du schweigen würdest, Fox...“, murmelte sie und lächelte schüchtern. „Ich... ich glaube, Glinda und ich erregen schon genug Aufsehen... Dafür, dass wir morgen wieder nach Hause fahren...“
Scully sah ihre Freundin erschrocken an. „Morgen schon?“
Diese nickte. „Ich muss mich doch um Nessa kümmern... Sie kann nicht laufen und ist ganz allein... Sie braucht mich...“
„Aber wenn ihr nur einen Tag hier seid... Warum wart ihr dann in der Schule?“
„Das frag ich mich auch!“, kam es plötzlich von hinten. Glinda tänzelte verführerisch zwischen Mulder und Elphaba hin und her, mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. „Wir hätten doch shoppen gehen können... Oder zum Friseur... Elphie hat beides im Moment mehr als nötig...“ Kritisch musterte sie ihre beste Freundin, während sie ihr Kleid zurecht zupfte. „Aber nein, Miss Elphaba Thropp wollte unbedingt etwas... lernen...“
Die Rothaarige lachte – hielt jedoch einen Kommentar zurück. Vorwufsvoll warf Glinda einen Blick auf ihre, verglichen mit ihrem übrigen Aussehe, recht altmodisch erscheinende Taschenuhr. „Elphie... Das Nagelstudio hat nur noch drei Stunden offen, komm jetzt! Oh, ich will hier gar nicht mehr weg! Die Sachen, die es zu kaufen gibt, sind so viel... geschmackvoller, als in der Smaragdstadt!“
Elphaba zuckte entschuldigend mit den Schultern, wandte sich um – und folgte ihrer Freundin nach draußen.

„Elphaba, Glinda, ihr seid ja doch gekommen!“ Lächelnd kam Scully auf die beiden Mädchen zu, die sich staunend in der festlich dekorierten Aula umsahen. Die Rothaarige runzelte die Stirn. „Was hast du denn da an?“, fragte sie, an die Blonde gewandt. Diese quietschte vergnügt. „Ich hab mich als Prinzessin verkleidet!“, erwiderte sie. „Seh ich nicht toll aus?“
Dana nickte irritiert. „Ähm... Ja... Traumhaft...“, meinte sie mit hochgezogener Augenbraue. Schließlich wandte sie sich an Elphaba, die genau dasselbe Kleid trug, wie fünf Stunden zuvor. Die Schwarzhaarige zuckte mit den Schultern. „Ich dachte, grüne Haut allein würde genug Aufsehen erregen...“, erklärte sie. „Aber du... Was willst du darstellen?“
Scully lachte leise, sah an sich herab und zupfte das schwarze, eng anliegende Kleid zu recht. Erst, als sie ihre Zähne zeigte, konnte man die deutlich längeren Eckzähne erkennen. Noch ehe sie in der Lage war, etwas zu sagen, hatte auch schon die Schuldirektorin, eine rundliche Dame im Hexenkostüm, das Wort ergriffen. „Ich freue mich sehr, euch auch dieses Jahr wieder zu unserer Halloweenfeier begrüßen zu dürfen... Da der DJ beim letzten Mal nicht so erfolgreich war, wie er hätte sein sollen, habe ich mich entschlossen, einen neuen zu engagieren – ich hoffe, er gefällt euch. Natürlich darf auch an diesem Abend die Prämierung des besten Kostüms nicht fehlen. Unsere Juroren werden sich unter die Gäste mischen und jede einzelne Verkleidung bewerten. Ich wünsche euch viel Glück, aber vor allem – einen wunderschönen Abend!“
Mulder musste lachen. „Jedes Jahr dieselbe Rede...“ Vorsichtig schlang er seine Arme um Scullys Taille. „Wollen wir tanzen?“, flüsterte er ihr ins Ohr. Sie nickte lächelnd und ehe sich die beiden Hexen versahen, waren sie auch schon verschwunden.

„Und der Preis für das beste Kostüm geht an...“ Trommelwirbel ertönte, der Scheimwerfer schwenkte suchend im Raum umher – und blieb bei Elphaba stehen. „...Die Hexe mit der grünen Haut! Komm bitte zu uns auf die Bühne...“
Schüchtern tat Elphaba, was ihr gesagt wurde. Die Direktorin schüttelte ihr lächelnd die Hand. „Viel Spaß mit deinem Einkaufsgutschein... Über 500 Dollar...“
Ein leises Quietschen in der Menge war zu vernehmen und als die Schwarzhaarige zu Glinda zurückkehrte, fiel diese ihr um den Hals. „Elphie, ich liiiiiebe dich!“
„Wohl eher meine grüne Haut...“, entgegnete diese – konnte ein Lächeln jedoch nicht unterdrücken. „Aber Glinda, wir müssen gehen... Es ist schon fast drei...“
Die Blonde zog einen Schmollmund. „Na gut... Wo sind den Foxie und Dan? Ich will mich doch verabschieden...“
„Foxie und Dan?!“
Glinda lachte leise. „Jetzt komm schon, Elphie...“
Doch die Schwarzhaarige schüttelte nur den Kopf. „Wir sollten sie nicht stören...“, flüsterte sie und warf einen Blick in Richtung Tanzfläche. Scully hatte ihren Kopf auf Mulders Schultern gelegt und die beiden tanzten eng umschlungen, ohne den Rest der Welt wahrnehmen zu können. Glinda seufzte verliebt. „Aber wie sagen wir ihnen denn jetzt, dass wir gehen?“
Elphaba lächelte. „Ich hab so eine Idee...“, erwiderte sie, nahm Glindaan der Hand und die beiden verließen den Raum.

„Mulder?“ Müde kuschelte sich Scully an ihn, strich mit ihrer Fingerspitze über seine Lippen.
„Mhhhm?“
„Haben sich Elphaba und Glinda eigentlich von dir verabschiedet?“
Er schüttelte stumm den Kopf. Die Rothaarige seufzte enttäuscht. „Schade...“, murmelte sie. „Ich hab die beiden richtig lieb gewonnen... Obwohl wir sie erst so kurz kennen...“
Fox lächelte. „Verabschiedet haben sie sich nicht...“, entgegnete er. „Aber...“ Er holte ein kleines Päckchen vom Nachttisch hervor. „Als wir nach Hause gekommen sind, lag das auf dem Bett... Mom meinte, ein... blondes Mädchen im Prinzessinenkostüm hätte es abgegeben.“
Neugierig half Dana ihrem Freund beim Auspacken und holte zwei Samtbeutelchen und ein Blatt Papier hervor. Vorsichtig faltete sie es auseinander. „Es war eine Ehre, euch kennen zu lernen, Fox Mulder und Dana Scully. Vielen Dank für alles... Elphaba und Glinda.“
Mulder hatte mittlerweile eines er Säckchen geöffnet und drehte es vorsichtig um. Eine silberne Krawattennadel in Form eines Hexenbeses kam um Vorschein. Scullys Tasche enthielt eine schwarze Kette, besetzt mit grünen Steinen und einem kunstvoll ausgearbeiteten Hexenhut als Anhänger. Sie musste lächeln. „Wir danken euch, Elphie...“, flüsterte sie, und eine Ahnung, ganz tief in ihrem Inneren, sagte ihr, dass die beiden Mädchen sie hören konnten. „Und ich versprech euch... Eines Tages sehen wir uns wieder..."
one short day... äh fb... *g*

mir gefällt die idee die beiden genres zu kombinieren sehr gut. es ist mal was anderes. hast du sehr gut geschrieben, was will man auch anderes erwarten bei dir? lol nur bei einer sache muss ich dir widersprechen... ich hab nicht unbedingt das gefühl die charas wären sehr au bzw ooc, wobei du denke ich das auch gar nicht meintest. ist halt zu ihrer schulzeit, in ihrer jugend.
ich find es super, dass du dich an ein crossover "gewagt" hast. und dann noch wicked - find ich super. eine klasse idee glinda und elphie in die "normale welt" einzubinden. dann noch mit mit mully und sculder, äh mulder und scully. :gg:: die idee mit dem halloeweenfest ist toll. und der abschluss passt sehr gut mit den beiden geschenken.
schöner os. weiß nciht was ich noch dazu sagen soll.
Titel: Leben
Autor: Carö
Genre: Drama/Tragödie
Raiting: ab 6
Disclaimer: Numb3rs gehört mir immer noch nicht.


Leben

Als er zu sich kam, saß er auf einem Stuhl und hielt in seiner Hand einen Notizzettel mit einer Nummer drauf. Kurz interessierte ihn das Stück Papier, dann hob er seinen Blick und fand sich inmitten eines langen Flures mit weiß gestrichenen Wänden wieder. An beiden Wänden waren Stühle aufgereiht, die sich kaum vom Hintergrund abhoben. Zur rechten Seite erstreckten sich weit die weißen Wände, zur linken befand sich keine vier Meter entfernt eine Tür, die ebenfalls weiß und nur als solche zu erkennen war, weil ein Knauf hervor stand. Über ihr war eine elektrische Anzeige montiert, auf der rote Ziffern leuchteten, die nicht mit denen auf seinem Notizzettel übereinstimmten. Es war sehr ruhig in dem Flur. Die Stille wurde nur von einem alten, ihm gegenüber sitzenden Mann gebrochen, der im Schlaf schnarchte. Das neben ihm sitzende Paar war an die Umgebung angepasst und hielt sich schweigend an der Hand, während beide auf den Boden starrten.

Zusammen mit meinem Bruder tritt sie durch das Tor, wobei ich die beiden von der anderen Straßenseite beobachte. Sie ist traurig, das sehe ich ihr an, doch ich kann sie nicht trösten. Mein Bruder vertritt mich, indem er seinen Arm um ihre Schulter gelegt hat. Währenddessen setze ich mich ins Gras und warte darauf, dass sie zurückkehren. Wie lange ich dort sitze, weiß ich nicht, doch als sie auf den Gehweg treten und ich sie wieder erblicke, dämmert es bereits. Trotz des Zwielichts sehe ich, dass sie geweint hat. Gegen das Gefühl der Betroffenheit, das mich ergreift, kann ich mich nicht wehren. Ich kann es nicht ertragen, sie so zu sehen, möchte zu ihr gehen und sie trösten, doch das liegt nicht in meiner Macht. Mehr, als sie betrachten und in Gedanken bei ihr sein, kann ich nicht.

Die Ziffer auf der Anzeige wechselte, daraufhin stand der alte Mann auf, der Augenblicke zuvor noch schnarchend geschlafen hatte, und ging durch die Tür, die sich wie von Geisterhand nach außen öffnete, als ihn nur noch wenige Schritte von ihr trennten. Ebenso schloss sie sich wieder, nachdem er über die Schwelle getreten war. Ohne das Schnarchen war gar nichts mehr im Raum zu hören, nicht mal ein Atemgeräusch von sich selbst oder dem Paar vernahm er. Um sich abzulenken und sich zu beschäftigen, begann er, die gegenüberliegende Wand anzuschauen. Je länger er sie betrachtete desto mehr überkam ihn das Gefühl, darin Bilder seiner Familie, seiner Freunde und seiner Liebe zu erkennen. Er hielt das für eine optische Täuschung, die durch das Anstarren des weißen Hintergrundes entstanden war, den nicht ein einziger andersfarbiger Fleck durchbrach.

Mit einem gemeinsamen Kollegen sitzt sie in ihrem Büro und denkt über eine Gleichung nach, deren Ergebnis sie dringend braucht. Dabei beobachte ich sie, sehe sie, wie sie laut denkt, mit ihm diskutiert und doch nicht weiterkommt. Vermutlich weiß sie genau, was das Ziel ist, findet den Weg aber nicht. Vielleicht hat sie es deshalb auch an die Tafel geschrieben, auf der sie der Lösung trotzdem nicht näher ist. Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut. Doch während ich im Türrahmen stehe, habe ich den Fehler entdeckt und nutze die Gelegenheit, als sie ein dickes Fachbuch wälzt. Ich betrete den Raum und schreite zur Tafel, dort wische ich mit meinem Handballen die Variable weg, die sie fälschlicherweise verwendet hat. Währenddessen komme ich versehentlich gegen die Kreideablage, aus der ein Stück Kreide zu Boden fällt. Doch als sich die beiden umdrehen, bin ich längst fertig, habe den Raum verlassen und betrachte sie wieder vom Flur aus. Ich erlebe mit, wie sie die Lücke bemerkt, die richtige Variable einsetzt und sie in den Computer eingibt.

Nachdem er sich das zweite Mal zu sehr auf das Weiß konzentriert hatte und wieder Trugbilder entstanden, ließ er seinen Blick ständig von einem Ende des Flures zum anderen wandern, um das zu vermeiden. Doch die Menschenleere bedrückte ihn zunehmend, auch das anwesende Paar machte es nicht besser, denn dessen Stille war Angst einflößend. Niemand konnte so still sein. Sein Kopf brauchte Ablenkung, doch die bot sich in diesem Raum nicht, der war nur weiß und still. Mehr nicht. Deshalb setzte er seine Hoffnung doch noch einmal auf das Paar. Abermals schaute er die beiden an, vielleicht konnte er ein Gespräch mit ihnen beginnen. Gerade als er etwas sagen wollte, hoben die beiden tatsächlich ihre Köpfe, doch sie schauten nicht ihn an, sondern auf die Anzeige über der Tür. Während sie aufstanden, schaute die Frau ihn an und lächelte, anschließend ergriff sie die Hand des Mannes und ging mit ihm den Flur hinunter, schließlich verschwanden sie durch die Tür. Jetzt war er ganz allein.

Sie sitzt an einem Tisch, auf dem ein Teller Nudeln steht. Davor liegt ein Buch, in dem sie liest. An einem benachbarten Tisch, nicht weit weg von ihr, sitze ich und schaue ihr dabei zu. Wieder habe ich das Verlangen, zu ihr zu gehen und mit ihr zu reden, einfach in ihrer Nähe zu sein, doch das kann ich nicht. Stattdessen sitze ich nur da und halte meinen Blick auf sie gerichtet, wobei mir auffällt, dass sie ihr Essen kaum anrührt. Insgesamt hat sie Gewicht verloren, ist zu dünn geworden. Daran bin ich Schuld, das weiß ich, doch ich kann nichts daran ändern. Nach einer Weile packt sie ihre Sachen zusammen, zahlt die Rechnung, steht auf und geht davon. Natürlich folge ich ihr, ich kann nicht anders, kann sie nicht alleine lassen. Allerdings lasse ich sie vorgehen, dabei schaue ich ihr hinterher, aber auch voraus. Nur deshalb sehe ich das Auto auf sie zukommen, als sie gerade die Straße überquert. So schnell ich kann, renne ich zu ihr und schubse sie zur Seite. Ich rette sie, sie stürzt jedoch hart.

Die Nummer auf der Anzeige über der Tür, der er zuletzt seine ganze Aufmerksamkeit geschenkt hatte, wechselte erneut. Er war dran, doch er wusste nicht, was ihn erwarten würde. Trotzdem stand er auf und ging los. Während er sich der Tür näherte, fiel ihm erneut auf, dass sie perfekt mit der Wand abschloss. Es war eine absolut glatte Fläche, die nur durch den Griff, der bisher nicht berührt worden war, als Tür zu identifizieren war. Wenige Schritte, bevor er sein Ziel erreichte, öffnete sich diese abermals selbstständig und er betrat ein weiß gestrichenes Büro, dessen Möbel ebenfalls weiß waren. In seinem Rücken schloss die Tür wieder, er ging direkt auf einen Schreibtisch zu, vor dem ein Stuhl für ihn stand. Das einzige, das hier anders war, war die Glasfront hinter dem Schreibtisch, die eine atemberaubende Aussicht bot. Von hier konnte er seinen Vater sehen, der im Garten die Hecke stutze. Für einen Augenblick schaute er ihm dabei zu, dann setzte er sich. Anschließend öffnete sich eine Tür in der rechten Wand, die er nicht bemerkt hatte.

Auf dem Boden hocke ich neben ihr, während viele Leute um uns herum stehen, doch ich habe nur Augen für sie und das Leid, das sie durchmacht. In der Ferne höre ich die Sirene eines Krankenwagens, er ist nicht mehr fern. Ich tue mein bestes, um sie zu retten. Plötzlich reißt sie die Augen auf und schaut mich direkt an. "Charlie", haucht sie.

Durch die Tür betritt eine junge, dunkelhaarige Frau ein, deren strahlenden, großen Augen ihm sofort auffallen. Ihre ganze Erscheinung war ein krasser Gegensatz zu dem ganzen Weiß, das er nicht ertragen konnte. Ihre Kleidung beinhaltete jede Farbe des Regenbogens, jede Farbe, die er sich vorstellen konnte. Seinen Blick konnte er nicht von ihr abwenden, als sie ihm gegenüber hinter dem Schreibtisch Platz nahm. In der Hand hielt sie eine Akte, die weiß war. Das einzige Weiß an ihr. Sie schlug die Akte auf und schien die erste Seite durchzulesen, die leer war. Dann hob sie die Augen und traf seine, die er nicht abgewandt hatte. "Charlie", sagte sie und sah ihn direkt an. "Dir geht es gut?" Während er nickte, blätterte sie eine Seite weiter, die wieder leer war. Ihn wunderte, warum sie das tat. "Was möchtest Du machen?", fragte sie. "Nichts. Ich möchte nur zurück", entgegnete er, ohne zu überlegen. Als er geendet hatte, griff sie nach einem Füllfederhalter und schrieb mit weißer Tinte etwas in die Akte. Darunter setzte sie einen Stempel, ehe sie ihn wieder anschaute. "Dann kehre zurück... mit einer Aufgabe: Du wirst Amitas Engel sein."

- Ende -
Titel: Ein Leben
Autor: Carö
Genre: Gute Frage
Raiting: ab 12
Disclaimer: ER gehört mir noch nicht.


Ein Leben

Am heutigen Tag spreche ich als Arzt. Die Ausbildungszeit, die diese Berufsbezeichnung mit sich führt, ist langwierig, dabei ist es egal, um welche Sparte es sich handelt. Chirurgie, Notfallmedizin... Der Weg ist und bleibt lang.

Er brach ab, denn an dieser Stelle fehlten im schon die Worte. Was er sagen wollte, wusste er nicht. Zudem gefiel ihm sein Einstieg gar nicht, was auch nicht besser wurde je länger er auf den Monitor seines Laptops starrte. Er sollte einen Vortrag über die Notfallmedizin halten. Das fiel ihm schwer, denn es stellten sich lauter Fragen: Bei welcher Erfahrung sollte er anfangen und bei welcher aufhören? Was sollte er erwähnen und was nicht? Wie detailliert sollte er sein? Welche Menschen waren erwähnenswert und welche hatten ihn und seine Arbeit am meisten geprägt? Welche Patienten waren ihm im Gedächtnis hängen geblieben? So viele Fragen, auf die er keine Antwort hatte.

Die Erfahrungen, Gedanken und Erinnerungen an seine bisherige Zeit als Arzt waren sehr vielfältig, zu vielfältig, um sie in ein schnödes, auf wenige Seiten ausgelegtes Redekonzept zu pressen und dadurch zu banalisieren. Das war einer der Gründe, warum er die Aufgabe schon lange vor sich her schob. Mittlerweile stand er unter Zeitdruck und musste es innerhalb der nächsten Tage fertig stellen. Trotzdem ließ er sich noch immer Zeit und vertagte die Arbeit daran auf einen anderen Tag. Er wollte daran arbeiten, wenn er in der Lage war, all die Fragen, die er sich selbst gestellte hatte, zu beantworten und die Dinge, die ihm spontan einfielen, zu sortieren. Während der Laptop herunterfuhr, leerte er das Glas Rotwein, das neben dem Laptop auf dem Schreibtisch stand, und ging dann ins Schlafzimmer.

Im Halbdunkel machte er die schemenhaften Umrisse seiner geliebten Frau aus, die unter der Bettdecke lag und fest schlief. Er legte sich neben sie auf seine Seite des Bettes und lauschte eine Weile ihren gleichmäßigen Atemgeräuschen. Weder beruhigten sie ihn noch brachten sie seine Gedanken zum Schweigen, doch sie gaben ihm das Gefühl von Geborgenheit, während andere Bilder ihren Weg zu seinem Geist fanden. Er starrte an die altmodisch verzierte Decke des Schlafzimmers und dachte nach. Mit diesem Haus verband er eine lange Geschichte, ein Großteil seiner eigenen Geschichte. So war das Zimmer, in dem er sich mit seiner Frau befand, schon immer seins gewesen. Hier hatten ihn seine Großeltern mit allem versorgt, was er im Leben brauchte. Liebe und Geborgenheit sowie Bildung und Geld. Als seine Großmutter gestorben war, hatte sein Vater nichts von dem Haus wissen wollen, deshalb hatte er sich hier niedergelassen. Er wollte diesen Teil der Familie erhalten, nachdem er eine Zeit lang nicht hier gelebt hatte, denn er hatte sich von seiner Familie losgesagt. Ihre Differenzen hatten sie aber beigelegt und er war zurückgekehrt.

Er zwang sich dazu, nicht mehr an seine Familie zu denken und seine Schlaflosigkeit zu nutzen, um im Halbdunkel des Schlafzimmers an seinem Vortrag zu arbeiten. Die Zuhörer würden sich wahrscheinlich für die spektakulärsten Fälle interessieren, vielleicht auch für die ungewöhnlichsten Eingriffe, die er in der Notaufnahme durchgeführt hatte, doch er wusste, dass ihn hauptsächlich die Menschen geprägt hatten: Patienten und Kollegen - egal ob Krankenschwester oder Arzt. Viele dieser Menschen waren über die Jahre ihren Weg gegangen. Einige starben, andere ordneten ihr Leben neu, wenige blieben. Doch verändert hatte ihn jede Begegnung auf ihre Art. Er dachte zurück an seine ersten Tage in der Notaufnahme, als alles neu und aufregend, aber auch ergreifend war. Seine Gefühle hatte er nie verloren, doch so sehr wie damals berührten ihn heute selten Fälle.

Drei berufliche Einschnitte würde er niemals vergessen. Die Stichwunde, die ihm ein Patient zugefügt hatte. Marks Tod. Bentons Fortgang. Das hatte sein berufliches wie sein privates Leben nachhaltig verändert, zum Guten aber auch zum Schlechten. Die beiden Männer waren seine Mentoren gewesen, seine Vorbilder, beide hatten ihm ihr Wissen vermittelt, der eine chirurgisch, der andere notfallmedizinisch. Das Wissen gab er mittlerweile seit vielen Jahren an Studenten weiter. Währenddessen waren von den Stichwunden mittlerweile nur noch Narben zurückgeblieben und manchmal Schmerzen, wenn er sich falsch bewegte. Doch auch das war eine Erfahrung, die er mit der Notaufnahme verband, die er nicht hätte machen müssen. Trotzdem hatte er daraus seine Lehre gezogen. Das einzig Schlimme war der Tod seiner damaligen Kollegin, denn er hatte überlebt. Damals konnte er mit dem Geschenk und mit den Schmerzen nicht umgehen. Er wurde tablettenabhängig. Aber auch das hatte er überstanden und war dadurch gewachsen.

Mittlerweile war er der Leiter der Notaufnahme und hatte seine einstige Chefin abgelöst. In all den Jahren als Student, als Arzt und nun als Leiter hatte er Studenten, Ärzte und Schwestern kommen und gehen sehen, doch im Herzen war er der Student geblieben, der er einst war. Deshalb stellte sich ihm wieder die Frage, wie er dieses Gefühl jemand vermitteln sollte, der nicht sein Leben führte. Denn das war längst nicht alles, was sein berufliches Leben geprägt hatte, das war nur der konstante Teil. Der Teil, der täglich wechselte und nicht vorhersehbar war, waren die Patienten. Einige schloss er ins Herz und wollte sie nicht gehen lassen - weder nach Hause noch aus dem Leben, andere konnte er nicht schnell genug loswerden. Behandelt wurde von ihm jeder, zur Not mit Hand- und Fußfesseln. Dabei hatten die Patienten die vielfältigsten Gründe, in die Notaufnahme zu kommen. Drogen, Mordversuche, Unfälle, Vergiftungen, unentdeckte Krankheiten, Alter waren nur einige, denn die Liste konnte er beliebig weiterführen. Besonders viel Spaß machte die Arbeit mit Kindern, gleichzeitig war sie auch die härteste, denn wenn er ihnen nicht helfen konnte, war es sehr viel schwerer, sie gehen zu lassen und die lebensrettenden Maßnahmen einzustellen.

Seine Gedanken waren nicht negativ, doch ihm erschienen sie so. Als er jedoch auf den Wecker schaute und sah, dass ihn nur noch wenige Stunden Schlaf von seiner nächsten Schicht trennten, dachte er an die schönen Erlebnisse, die er in der Notaufnahme erlebt hatte. Geburten, Feiern, Hochzeiten. Ganze Gesellschaften hatten sie behandelt, weil sie sich bei einem Fest an etwas den Magen verdorben hatten, die Stimmung hatte das nie getrübt. Mit Blick auf die vergangenen Jahre war er dankbar, dass er in jungen Jahren eine Aufgabe gewählt hatte, die ihn dermaßen erfüllte. Dass er bis zum Weckerklingeln nicht viel Schlaf bekommen würde, störte ihn dabei keines Wegs, auch die Aufgabe, den Vortrag zu verfassen, ließ ihn nun keinen Schauer mehr über den Rücken laufen. Ihm wurde von Sekunde zu Sekunde klarer, worüber er reden wollte. Es waren Kleinigkeiten, die ihm wieder einfielen, wichtige Kleinigkeiten.

Beruhigt schlief er ein, dabei träumte er viel. Bilder aus seinem Leben schossen ihm durch den Kopf, über die er zuvor noch nachgedacht hatte. Als er schließlich vom Klingeln des Weckers geweckt wurde, war er dennoch ausgeruht und zufrieden mit sich und seinem Leben. Deshalb beugte er sich zur Seite, küsste seine Frau sanft, die auch aufgewacht war, und lächelte sie an. Dann stand er, ohne etwas zu sagen, auf und ging ins Bad. Anschließend führte ihn sein Weg in Küche. Dort kochte er mit demselben Lächeln im Gesicht Kaffee und bereitete das Frühstück zu, das er auf einem Tablett seiner Frau ans Bett brachte. Anschließend küsste er sie voller Liebe zum Abschied und verließ das Haus.

Das Lächeln verschwand auch nicht, als er die Notaufnahme erreichte, seine Kollegen begrüßte und sich umzog. Dafür hatte er auch kein Grund, denn er wusste, dass sein Leben genau richtig war. Zudem war es ein ruhiger Tag, so nutzte er die Zeit, an dem Vortrag zu arbeiten. Plötzlich fiel es ihm leicht, das Konzept zu verfassen, denn er wusste, was hinein sollte, was er sagen wollte. Die letzte Nacht, seine Träume, das alles hatte dazu beigetragen.

Die Notaufnahme - (m)ein Leben.

Er tippte gerade den letzten Satz, als er angepiept wurde. Dann sprang er auf, rannte zum Eingang und begann schon auf dem Weg in den Behandlungsraum, erste Anweisungen zu geben.

- ENDE -
Titel: Dreams
Disclaimer: mir gehört nichts, ncihts, gar nichts ^^
Spoiler: keine
Genre: Drama/Romance
Rating: ab 12
Wörter: 1.156

Dreams

Da saß sie nun. Frierend auf dem eiskalten Asphaltboden der kleinen Gasse. Schneeflocken fielen herab, verfingen sich in ihrem dunklen völlig zerzausten Haar. Sie hatte die Beine angezogen, ihre nackten Füße waren längst taub von der Kälte. Heute war Heiligabend. Aus den Fenstern der Häuser drangen Gelächter, Melodiefetzen von Weihnachtsliedern und die Freudenschreie der Kinder hervor, die gerade ihre Geschenke auspackten. Die bunten Lichter der Christbaumkerzen warfen ihren Schein auf die dunkle, völlig verschneite Straße, die wie ausgestorben war. Zitternd kauerte sie sich zusammen, versuchte, sich auch nur ein kleines bisschen zu wärmen. Früher hatte sie Schnee und Kälte geliebt, jedes Jahr gehofft, endlich ein Mal ein weißes Weihnachtsfest zu bekommen. Für sie war die Weihnachtszeit die schönste Zeit des Jahres gewesen. Und nun? Nun fürchtete sie diese am meisten. Schon lange drohten ihr die Augen zuzufallen, doch die Kirchenglocken ließen sie hochschrecken. War es wirklich schon Mitternacht? Längst hatte sie jegliches Zeitgefühl verloren. Jede Stunde unterschied sich nicht im Geringsten von der anderen. Tag für Tag saß sie in der kleinen Gasse, die an eine Einkaufsstraße anschloss, musste um Geld betteln, um überleben zu können. Weihnachten unterschied sich nicht mehr von den anderen Tagen im Jahr. Wie immer gingen tausende von Leuten an ihr vorbei, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen. Menschen warfen ihr verächtliche Blicke zu, nur die wenigsten warfen eine winzige Münze zu ihr auf den Boden. All diese Personen waren Menschen, wie sie einst selbst einer gewesen war. Von Minute zu Minute verschwammen die Erinnerungen an ihr altes Leben mehr. Seit die Rechtsanwaltskanzlei, in der sie als Privatermittlerin gearbeitet hatte, nach dem Tod ihres Vorgesetzten geschlossen wurde, war sie arbeitslos. Ihre fünf Kollegen hatten eine Stelle in einer neu eröffneten Kanzlei gefunden, doch für sie hatte es keinen Platz mehr gegeben. Lange hatte sie nach einer neuen Stelle gesucht. Erfolglos. Das Geld, das sie angespart hatte, war nach wenigen Monaten verbraucht gewesen, sie war nicht mehr im Stande, Rechnungen und Miete zu bezahlen, die Wohnung wurde gekündigt. Zuerst hatte sie es nicht wahrhaben wollen. Alles, was sie jemals besessen hatte, wurde ihr genommen. Am Anfang hatte sie sehr viel geweint, doch sie hatte gelernt, sich damit abzufinden. Es war ihr Schicksal, auch wenn es schwer war. Sie hatte keine andere Wahl, als es zu akzeptieren. Krampfhaft versuchte sie die Augen offen zu halten. Sie durfte nicht einschlafen, musste wach bleiben. Wenn sie bei dieser Kälte einschlief, würde sie sterben, das wusste sie. Doch sie war so furchtbar müde, hatte tagelang nicht geschlafen… Nur gebetet, dass sie diese Nacht überstehen würde. Tränen liefen ihre Wangen hinab, als sie die Augen schloss. Zitternd legte sie sich auf den nassen Boden. Leise schluchzend schickte sie ein letztes Gebet in Richtung Himmel und war innerhalb der nächsten Sekunden eingeschlafen.

Als Sandra wieder zu sich kam, merkte sie, dass sie nicht mehr am Boden lag, jemand hatte sie hochgehoben und trug sie nun fort. Die grellen Lichter der Straßenlaternen brannten in ihren Augen, der Lärm des Verkehrs schien ihr unerträglich. Obwohl ihr ein Mantel umgelegt worden war, war ihr immer noch eiskalt. Sandra bekam nicht mehr mit, wie sie vorsichtig auf den Rücksitz eines Autos gelegt wurde, denn die Müdigkeit hatte sie erneut überwältigt.
Erst viele Stunden später erwachte sie aus einem tiefen Schlaf. Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte sie sich… lebendig. Doch sie wusste immer noch nicht, wo sie war, erst, als sie den Kopf ein kleines bisschen drehte, sich langsam aufsetzte, bemerkte sie, dass jemand an ihrem Bett saß, dessen Gestalt sie nur schemenhaft erkennen konnte. „Hey…“, flüsterte eine ihr wohl bekannte Stimme in ihr Ohr. Erschrocken sah sie dem jungen Mann in die Augen „Chris?“, fragte sie kaum hörbar. Er nickte. „Mensch, Kleine, jag mir doch nicht so einen Schrecken ein… Was hast du denn bei dieser Eiseskälte auf der Straße gemacht?“
Sandra sah zu Boden. „Chris...“, flüsterte sie. „Chris, ich... die...“ Sie stockte. „Die Straße... ist mein Zuhause...“
Seine Augen weiteten sich vor Schreck. „Bitte was?!“, rief er – lauter, als er gewollt hatte. „Aber… wieso, Sandra, wieso?“
Sandra schluchzte leise. „Ich… ich hab einfach keine Arbeit mehr gefunden...“, erwiderte sie, fast unhörbar. „ Und irgendwann... Irgendwann konnte ich die Rechnungen nicht mehr bezahlen… Ich hab mich verschuldet, meine Wohnung verloren... Es ging weiter, immer weiter... Bis eines Tages das Geld nicht einmal mehr für etwas zu Essen reichte...“
„Aber Sandra, warum bist du denn nicht zu mir gekommen?“, fragte er, nun endlich wieder leiser, nahm vorsichtig ihre Hand
„Weil ich Angst hatte…“, flüsterte sie. Chris seufzte leise. „Oh, Kleine...“ Vorsichtig strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Aber jetzt... jetzt wird alles gut... Du bleibst hier, Süße... Bei mir...“
„Aber...“
Sanft legte Christian einen Finger auf ihre Lippen. „Kein Aber... Denkst du etwa, ich lass dich zurück auf die Straße? Nein, Sandra, ganz sicher nicht... Außerdem hab ich dich in der ganzen Stadt gesucht...“
„Wieso, Christian?“, fragte Sandra kaum hörbar. „Was...“
„Ich wollte dir etwas geben.“, erwiderte er, ohne sie ausreden zu lassen. Stirnrunzelnd kramte er in seiner Hosentasche – und holte eine kleine, schwarze Samtschatulle hervor. Lächelnd reichte er es Sandra, die sie mit zitternden öffnete. Erschrocken schlug sie sich die Hand vor den Mund, ließ das Kästchen zu Boden fallen. „Chris, das... das kann ich nicht annehmen... Das... das geht nicht!“ Hastig sprang sie auf – und lief. Doch Chris hielt sie zurück. „Bleib hier, Sandra...“ „Nein...“, zischte sie, wandte sich hastig um und riss sich los. „Ich... Ich kann nicht, Christian... Versteh das doch endlich, es geht nicht! Ich... ich spiel nicht mehr in deiner Liga...“
„Sandra, halt den Mund.“
„Chris! Ich... ich bin...“
„Ich will kein Wort mehr hören, hast du mich verstanden?!“ Wütend schlug Chris mit der flachen Hand auf den Nachttisch, packte sie grob an den Schultern. „Siehst du eigentlich nicht, dass du mir wehtust?! Ich... ich hab dich gesucht, Sandra! Jede freie Minute hab ich dich gesucht, weil ich vergeblich auf ein Lebenszeichen von dir gewartet habe! Weil ich seit Jahren zu feige war, dir diesen verdammten Ring zu geben, endlich um deine Hand anzuhalten! Und dann?! Dann hab ich dich gefunden, halb erfroren in einer verdreckten Gosse... Du brichst mir das Herz, Sandra... Und du merkst es nicht mal...“ Traurig ließ er sie nun los, wandte seinen Blick ab. „Wenn du auf der Straße glücklicher bist als hier... Dann... dann geh... Geh und verhunger...“
„Chris... Chris, bitte...“ Zitternd wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht, sank leise schluchzend zu Boden. „Du verstehst nicht... Ich... ich kann doch nicht...“
Langsam setzte er sich neben sie, legte behutsam eine Hand auf ihre Schulter. „Du kannst, Kleine...“, murmelte er, nur schon viel sanfter. „Natürlich kannst du... Und jetzt wein nicht mehr....“ Vorsichtig nahm er den Ring aus der Schatulle, steckte ihn ihr an den Finger. „Bleib hier, Sandra... Bitte...“ Langsam zog er sie auf die Beine. „Ich liebe dich...“, flüsterte er ihr ins Ohr. „Und jetzt... Jetzt wird alles gut... Das versprech ich dir.“


Titel: Engelchen, flieg
Disclaimer: mir gehört nichts, ncihts, gar nichts ^^
Spoiler: keine
Genre: Drama
Rating: ab 16
Wörter: 1.175

Engelchen, flieg


Ich bin kein Mensch, der gern über sich selbst spricht. Zugegeben, mein Leben mag vielen interessant erscheinen, doch eigentlich bin ich… ich. Nur ich, Katja Hansen. In meinem Beruf habe ich oft mit Menschen zu tun, die etwas über andere Personen in Erfahrung bringen wollen. Ob nun über Bekannte, Freunde oder Familie, sie machen sich Sorgen. Ich selbst habe keine Familie, mein Mann Sebastian ist vor zwei Wochen gestorben und hat mich allein zurückgelassen. Nun… nicht ganz allein. Ich bekomme ein Kind. Es war immer mein größter Wunsch, eines Tages eine Familie zu gründen, mit dem Mann, den ich über alles liebe, glücklich zu werden. Glücklich… das waren wir auch. Einzig und allein ein Baby zu bekommen hätte es noch perfekt machen können. Jeden Tag, kurz vor dem Einschlafen, schloss mich Basti fest in seine Arme und flüsterte mir etwas ins Ohr. Abend für Abend, immer etwas anderes. Wir liebten solche kleinen Rituale. „Wenn du mir jetzt noch eine kleine Tochter schenkst, Engelchen… Dann machst du mich zum glücklichsten Mann der Welt…“
Am Tag darauf erfuhr ich von meiner Schwangerschaft. Unser Traum war in Erfüllung gegangen. Ich beschloss, ihm bei einem romantischen Abendessen damit zu überraschen, doch noch am selben Abend bekam ich einen Anruf von der Polizei. Ein schwerer Unfall auf der Hauptstraße hatte ein Menschenleben gefordert, ich sollte die Leiche identifizieren. Es war Basti. Er hat niemals erfahren, dass er Vater wurde. Jetzt muss ich allein für mein Kind sorgen, habe niemanden, der mir dabei helfen kann. Doch ich habe mir eines geschworen. Egal, was geschieht, ich werde meiner Tochter eine Mutter sein, mich um sie kümmern, so wie ich es mir in meiner Jugend viele schlaflose Nächte lang ersehnt habe. Ich hatte nie Eltern, die für mich da waren, mich in die Arme schließen konnten, wenn ich traurig war. Oder Geschwister, mit denen ich streiten konnte… Ich war ganz allein, hatte niemanden. Aufgewachsen bin ich im Waisenhaus, meine Familie kam kurz nach meiner Geburt ums Leben. Viele Jahre lang hab ich mir nichts mehr gewünscht, als eines Tages adoptiert zu werden, doch dieser Traum wurde niemals wahr.
Ich war überall die Außenseiterin, die auf sich allein gestellt war, hatte keine Freunde. In der Schule war ich die Streberin, die nichts anderes im Kopf hat, als ihre Bücher, im Heim nur das hässliche Entlein, nur weil ich mein Geld lieber sparte, als es für Sachen wie Wimperntusche oder Lippenstifte auszugeben. Niemand wollte etwas mit mir zu tun haben und so sehr ich mich auch bemühte, es war, als wäre ich unfähig, Kontakte zu knüpfen. Selbst die Betreuer schienen mich zu hassen. Wenn ich einmal nicht pünktlich im Bett gewesen war, oder einer der Jungs es wieder geschafft hatte, mich für eine Tat verantwortlich zu machen, die ich nicht begangen hatte, wurde ich härter bestraft als alle anderen. Es kam vor, dass ich in meinem Zimmer eingesperrt wurde, ohne etwas zu essen zu bekommen, oder ich wurde geschlagen, oft stundenlang. Niemand wusste, was hinter den verschlossenen Türen im Waisenhaus vorging, und die, die davon erfahren hatten, fürchteten die Leiter zu sehr, um bei der Polizei eine Aussage zu machen. Ich habe mich oft gefragt, wieso ausgerechnet ich von allen so sehr verabscheut wurde, warum niemand etwas mit mir zu tun haben wollte und wie es wohl wäre, wenn ich nicht existieren würde. Doch ich hatte zu große Angst, um wegzulaufen, so fand ich nie eine Antwort und es blieb mir keine andere Wahl, als mein Schicksal zu akzeptieren.
Kurz nach meinem 18. Geburtstag wurde ich schließlich mit den Worten „Viel Glück für die Zukunft“ und 500€ aus dem Heim entlassen. Ich hatte großes Glück, denn ich fand schnell einen Job, mit dem ich mich über Wasser halten konnte und da meine schulischen Leistungen immer sehr gut gewesen waren, wurde mir ein Stipendium für die Universität gewährt. Dort lernte ich Sebastian kennen.
Nun, man könnte meinen, er würde jemandem wie mir keine Beachtung schenken, nicht einmal den Namen des Mädchens kennen, das ihn so sehr begehrte, doch es kam alles anders als erwartet. Eines Tages kam Basti nach einer Vorlesung auf mich zu und fragte mich, ob ich Lust hätte, mit ihm am Abend etwas trinken zugehen, ich wäre ihm vor längerer Zeit schon aufgefallen, aber er hätte sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht getraut, mich anzusprechen. Zuerst hielt ich es für einen schlechten Scherz, in den 18 Jahren meines Lebens hatte ich gelernt, nur mir selbst zu trauen, doch als ich ihm in die Augen sah, konnte ich Aufrichtigkeit darin lesen. Und ich willigte ein. Noch in der Bar kam es zu unserem ersten Kuss, am Morgen danach gestand er mir, sich von Anfang an in mich verliebt zu haben. In diesem Moment war ich so glücklich wie niemals zuvor. Ich spürte, dass ich Sebastian vertrauen konnte, so erzählte ich ihm von meinen Ängsten und geheimsten Wünschen, die ich viel zu lange mit niemandem teilen konnte. Ein Leben ohne ihn war innerhalb kürzester Zeit völlig unmöglich für mich geworden, denn er gab mir das Gefühl der Geborgenheit, die Gewissheit, jemanden zu haben, der mich liebte, bei dem ich sicher war. Doch es blieben auch Zweifel. Ich konnte mir nicht vorstellen, wieso ausgerechnet ich einen so wunderbaren Mann wie Basti verdienen konnte, auf der Universität war ich immerhin für alle unsichtbar. Natürlich merkte er, dass ich mir immer noch zu viele Gedanken machte. Er nahm mich mit in sein Zimmer und schloss mich dort fest in seine Arme. „Ich verspreche dir, Engelchen... Eines Tages wirst auch du lernen, wie man fliegt.“
Dieser Tag, obwohl wir erst sechs Monate ein Paar waren, war der Tag unserer Verlobung.
In derselben Nacht erhielt ich einen Anruf von der Polizei, meine ehemalige Heimleiterin hatte sich in ihrem Büro erhängt. Jemand war ihren Machenschaften auf die Schliche gekommen und ihre Angst, dass die Öffentlichkeit davon erfahren würde, war einfach zu groß gewesen. Das Waisenhaus wurde daraufhin geschlossen, die Kinder in die verschiedensten Heime aufgeteilt. Ich wusste nicht wieso, doch in gewisser Weise verspürte ich Mitleid mit ihnen.
So sehr ich es auch versuchte, ich konnte kaum schlafen, wurde ständig von den Erinnerungen an meine Kindheit eingeholt. Basti entging nicht, wie unruhig ich war, er kuschelte sich fest an mich und begann mit mir über unsere Hochzeit zu sprechen. Obwohl er einen so unglaublich anstrengenden Tag hinter sich hatte, blieb er solange wach, bis ich fest in seinen Armen eingeschlafen war.
Ich vermisse ihn. Ich vermisse ihn unglaublich... Nie mehr werde ich einen Mann so lieben können, wie ich einst Sebastian geliebt hatte, selbst wenn ich wollte. Er wird für immer einen Platz in meinem Herzen haben und bis ich ihm eines Tages folge, werde ich auf dieser Erde weiterleben, mich um unsere gemeinsame Tochter kümmern. Auch wenn es schwer ist. Auch, wenn ich ohne ihn verloren bin.
Damn it, ich hasse dieses mistding vor mir -.-

Nachdem ich dir eigentlich nur das bereits fertige FB hier reinkopieren wollte, dann aber feststellen musste, dass es sich scheinbar in Luft aufgelöst hat oder zumindest nicht mehr auf diesem Lappi auffindbar ist, obwohl ich das vor ein paar Tage noch gesehen habe, bleibt mir nichts anderes übrig als es nochmal zu schreiben... Ich hoffe ich vergesse nichts...


Tada.... ich habs mal geschafft. I'm really really really sorry. Ich schwör dir, so gern ich den Lappi hab, in der Hinsicht, könnte ich ihn manchmal... Aber gut lass uns zum FB kommen....


Dreams,
eigentlich ein an und für sich ziemlich... hmm... wie soll ich sagen... einfacher Titel, aber mit großer Wirkung, weil sich dahinter alles verbergern kann, was ich in dem Fall ruhig wörtlich meine. Einerseits sagt er nichts aus, andererseits wahnsinnig viel und das obwohl er eigenlich nichts verrät. Ja, ich weiß das klingt verwirrend. Wie auch immer, du hast echt nen Händchen für sowas. Apropos Händchen... Du schaffst es auch immer die Situationen an/in die passenden Orte und Zeiten zu versetzen. Dein erster Satz ist nen toller Einstieg. "Da saß sie nun." Punkt. Eine simple Festellung,die aber bewirkt, dass man merkt 'hui da kommt noch was'.
Auch wenn es natürlich schlecht geht, hast du es trotzdem so bildlich geschrieben, dass man sich gut in die Hoffnungs- und Hilflosigkeit von ihr hineinversetzen kann. Das fällt mir immer wieder bei dir auf. Wobei das bei manchen Punkten vielleicht gar nicht so gut ist. lol (Du weißt welche Momente ich meine)
Sandra tut mir unglaublich leid. Obwohl sie ja auch irgendwo irgendwo nen sturer kleiner Dummkopf siat. Warum ist sie nicht zu Chris oder sonst wem geganagen? Ja, ich weiß... Sonst hätte sich dieser OS in Luft aufgelöst. Ich bin froh, dass du sie noch rechtzeitig finden lässt durch ihn. Auch der zweite Absatz gefällt mir. Sie ist froh im warmen zu sein, aber gleichzeitig schämt sie sich für ihre Vergangenheit / da wo sie herkommt und will nicht wirklich, dass er davon weiß. Zum Glück ist Chris stur und besteht darauf, dass sie bleibt. Er ist so unheimlich süß in dem ganzen Teil. Zitieren kann und will ich gar nichts, weil ich den ganzen OS hier reinsetzen müsste, Es gibt keine besonders herausragenden Stellen, es ist ein Gesamtbil - äh OS.



Engelchen, flieg

Hab ich dir damals gesagt, das ich nen Titel liebe? Nein? Ich weiß es nicht mehr... Wie auch immer: ich tue es.
Ich finde es toll, das du in der Ich-Form schreibst. Das ist ja bei dir ja eher selten, aber wenn du es mal machst, dann ist es richtig gut. Wobei man sich beim Inhalt auch streiten kann. lol Nicht das er schlecht wäre, das auf gar keinen Fall... Ist mal wieder nur sehr traurig. Katja tut mir so leid. Und dadurch, dass du sie in der Ich-Perspektive hast berichten lassen, ist man noch näher an sie dran.Normalerweis ebin ich sehr vorsichtig mit diesen Spitznamen ala Süße usw in FF's. Zu oft hintereinander kann schnell schmalzig wirken, aber hier passt dein Engelchen wirklich perfekt.
Und dann kommt wieder das böse Ende.... Du quälst deine Leser echt gerne, oder? Warum gönnst du ihr die Familie nicht, nach der schlechtne Kindheit. *schluck*
*zusammenreissen Mel, zusammenreissen* Ich finde es sehr gut, dass du dieses Mal die umgekehrte Variante gewählt hast. Also das war in der Vergangenheit passiert ist, erst hinten dran hängen. Das hat einen sehr interessante Wirkung. Ich finde die ganze Beschreibung, wie sie und Basti sich begegnet sind, umheimlich gut. Obwohl ich zugeben muss, dass ich mir ei leichtes Lächeln nicht verkneifen konnte. Einen schüchternen Basti gibt es ja eigentlich eher selten.

Ich glaube, den Satz hier, kann ich ruhigen Gewissen nach, als besten Satz vom OS bezeichenen:

Zitat:Er nahm mich mit in sein Zimmer und schloss mich dort fest in seine Arme. „Ich verspreche dir, Engelchen... Eines Tages wirst auch du lernen, wie man fliegt.“

Es ist eine tolle Idee gewesen den Abend zu dem zu amchen in dem sich alles ändert. Die Vergangenheit ist hinter einer Tür verschlossen. Zumindest wenn man die Träume ausser acht lässt. Aber sie ist ja in Sicherheit.Das zählt.

Zu dem letzten Absatz kann cih eigentlich nicht viel sagen, ausser dass ich ihn wunder-wunderschön finde.
Titel: Frei sein
Disclaimer/Copyright: der namenlose Charakter in dieser Geschichte ist frei erfunden. Copyright liegt deshalb allein bei mir.
Spoiler: keine
Genre: Tragedy
Rating: ab 16
Wörter: 440

Frei sein


Da saß sie nun. Einsam auf einer alten, verrosteten Parkbank, blickte starr ins Leere. Tränen liefen ihre Wangen hinab, doch sie machte keinerlei Anstalten, sie wegzuwischen. Von den anderen geächtet, sich selbst beschmutzt ging sie nun schon viele Jahre durch die Welt, hatte ihre Augen immer vor den Dingen verschlossen, die sie nicht sehen wollte. Selbst ihre besten Freunde hatten sie lange zuvor verlassen, sie würde allein bleiben. Für immer. Langsam brach die Nacht heran, sie begann zu frieren. Innerhalb von Sekunden hatte sich das Wetter verschlechtert, es regnete in Strömen. Früher war sie oft im Regen spazieren gegangen, fest im Glauben, er könne sie von all den Schmerzen, den Fehlern, die sie begangen hatte, reinwaschen. Doch jedes Mal wieder verlor sie sich in ihm, schwand dahin wie Tropfen, sobald sie den Boden berührten. Sie hatte lange nicht geweint, ihre Tränen waren mit der Zeit vertrocknet. Doch die unglaubliche Leere war geblieben und ihre Seele daran zerbrochen. Es war ihre Schuld. Alles. Ihr Leben war ihr immer mehr aus den Händen geglitten, ohne dass sie es gemerkt hatte. Und nun? Nun hatte sie alles verloren, was sie jemals besessen hatte. All die Jahre hatte sie um ihr Überleben gekämpft, versucht dem Tod zu widerstehen, doch sie wurde von Tag zu Tag schwächer. Sie war nur noch ein Schatten ihrer selbst, hatte lernen müssen, ohne die Menschen auszukommen, die sie am Leben gehalten hatten. Niemals würde sie es können, das war ihr bewusst. Doch nun war es zu spät, sie wusste, dass ihre Freundschaft für immer zerschlagen sein würde.
Langsam erhob sie sich, irrte durch die Stadt, ohne genau zu wissen, wo sie war. Mittlerweile war es fast Mitternacht, über sechs Stunden hatte sie im Park gesessen und nachgedacht. Wie jeden Tag. Doch niemals würde sie zu einem Schluss kommen, ihre Verzweiflung, die Verwirrung würde fortwähren bis in alle Ewigkeit. Langsam sank sie zu Boden, kniete nun vor einer abgelegenen Schienenstrecke, weit entfernt von jeglicher Hektik der Großstadt. Sie schloss ihre Augen und wartete, wartete auf das Ungewisse. Von weitem konnte sie hören, wie sich ein Zug näherte. Bald würde alles vorbei sein, sie würde von den Qualen der Einsamkeit erlöst werden. Nie wieder würde sie daran erinnert werden, wie es war, gehasst zu sein. Sie würde frei sein. Für immer. Näher, immer näher… Bald würde der unfassbare Schmerz Geschichte sein. Näher… Plötzlich wurde alles schwarz. Sie war erlöst, endlich war sie erlöst. Frei.
Frei sein

Wieder hast du "da saß sie nun" als Einstig verwendet, aber dieses Mal finde ich ihn nicht ganz so passend als Einstieg. Warum kann ich dir gar nciht mal erklären. Vielleicht, weil er ein bißchen stoppt.... Ich weiß es nicht... Dafür ist der Rest des OS's (heißt das über O-esses? No idea...) alles anderes als unflüssig. Ich meine mich daran zu erinner, dass es ursprünglich Katja oder Snadra werden sollte, abe rum ehrlich zus ein, finde ich es gut, dass es dieses Mal ohne Namen ist. Jeder kann sich seinen eigenen Denken. Irgendjemand. Und ich denke,d as war auch dein Ziel beim Schreiben. Er ist zwar relatiuv kur, aber wie heißt es so schön: In der Kürze liegt die Würze. Dei Länge ist vollkommen ausreichend, mehr hätte glaube ich gar nicht sein müssen.
Ich finde es beinahe erschreckend, wie bildlich du das immer beschreiben kannst. Ich hatte jeden Augenblick vor Augen. Der letzte Satz oder viel mehr das letzte Wort passt perfekt. Der OS ist ziemlich krass, aber trotzdem gefällt er mir wegen deinem Stil unheimlich gut.
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22