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Normale Version: Ewig blüht der Lotos...
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So... nun endlich ist es vollbracht. Der erste Teil meiner zweiten FF... Ich hoffe es gefällt eucht. Wer While you're sleeping mochte, wird hoffentlich nicht enttäuscht werden...
Viel Spass beim Lesen, wünsche mir FB jeder Art...

Titel: Ewig Blüht der Lotos...
Autor :MinowaySunshine
Betaleserin: Selene :knuddel:
Genre: Drama
Pairing :Literati, teilweise auch Sophie... ein bisschen JJ
Raiting :R-16
Disclaimer : Die Personen in dieser Geschichte gehören nicht mir, sondern der Serie Gilmore Girls, bis auf ein paar kleinen Ausnahmen, die meinem eigenen Kopf entsprungen sind...
Sonstige Bemerkungen/Spoilerwarnung: keine Spoiler. Feedback ist mehr als erwünscht Big Grin
Beschreibung: Alleine. Das Gefühl einsam zu sein, ist ein schreckliches Gefühl. Manche Menschen würden alles dafür geben, um diesem Gefühl zu entfliehen. Doch wie weit würde Rorys Ex-mann gehen? Sehr weit, weiss sie. Vielleicht sogar über Leichen. Es ist ein langer Weg, bis ans Licht kommt, was einst geschah...

So, habe mich mal einem Banner versucht. Kritik erwünscht...
[Bild: banner3copiagg4.jpg]

Edit: Widme diesen ersten Teil Selene: der ist für dich, süsse, danke fürs betalesen...

[B]Kapitel 1. Ganz von vorne[/B]

Meine Augen schmerzten, und ich spürte wie sie sich langsam mit Tränen füllten. Langsam schob ich den voll bepackten Kinderwagen vor mir her und versuchte Michael an meiner Hand zum schneller gehen zu bewegen. Der Kleine jammerte ununterbrochen und ich konnte einfach nicht mehr.
Es war ein kalter Tag, Mitte April. Wir gingen durch die Fußgängerzone. Die Leute schubsten, stießen und waren kein bisschen nachsichtig. Hauptsache war, sie gelangten an ihr Ziel.
Wann sind wir denn endlich da? Fragte Michael andauernd.
Gleich, antwortete ich und versuchte munter zu klingen. Vergeblich.
Wo ist Daddy? Fragte er, ließ einfach nicht locker.
Daddy soll dahin verschwinden wo ich ihn niemals mehr wieder sehen muss, brummte ich so undeutlich, dass er mich nicht hörte.
[B]Wo gehen wir hin?[/B]
[B]Wir besuchen deine Grandma[/B], sagte ich. Ich musste anhalten und mich zu ihm bücken. Ich fühlte mich schlecht. Mein Kleiner. Er konnte doch nichts dafür. Ich nahm ihn auf den Arm und hob ihn hoch.
Warum weinst du? fragte er mich traurig.
[B]Es ist nichts, mein Schatz. Alles wird wieder gut, hörst du? Was hältst du davon, wenn wir jetzt ganz lange Zug fahren und dann Grandma besuchen?[/B]
[B]Au ja![/B] Seine Gesichtszüge erhellten sich unglaublich.
Ich hielt ihn weiter auf meinem Arm und versuchte den Kinderwagen so gut es ging in Richtung Bahnhof zu schieben.
Michael liebte es mit dem Zug zu fahren. Er stand knapp eine Stunde vor der Fensterscheibe und sah auf die an uns vorbei rauschende Landschaft. Ich saß neben ihm und betrachtete ihn liebevoll. Ich lächelte als ich merkte, dass er seinem Vater so gar nicht ähnelte. Man sah nur eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem Vater und mir selber.
Mummy, mir ist so komisch... er kam zu mir. Seine Gesichtszüge deuteten darauf hin, dass ihm schlecht war. Er hielt sich seine kleine Hand auf dem Bauch und war tatsächlich etwas grün um die Nase.
Kann ich mir denken, du stehst ja schon seit einer Stunde da und schaust zu wie alles an dir vorbei huscht. Komm mal her und setzt dich hin.
Ich hob ihn hoch und setzte ihn auf meinen Schoss. Er lehnte sich an mich und war bald darauf eingeschlafen. Ich sah aus dem Fenster und dachte nach.


Flashback

Der junge Mann kam langsam auf mich zu. Du bist dir also sicher? fragte er und wirkte traurig. Ich sah zu ihm auf. Er war etwa ein Meter achtzig, seine Augen schimmerten schwarz hinter seiner wirren Lockenmähne, und ich hatte mich längst an die Kombination Afrolook-Anzug gewöhnt.
Ich nickte. Hundertprozentig. Ich halte es nicht mehr aus.
Er senkte den Kopf. Als er ihn erneut hob, hatte er Tränen in den Augen. Du wirst mir fehlen... sein Kinn bebte. Ich wusste nicht mit dieser Situation umzugehen, es war in vier Jahren das erste Mal, dass ich ihn weinen sah.
Ach Sam... ich kam näher und berührte sein Gesicht. Ich fühle mich so hilflos. Ich will nicht mit achtzig in einem Lehnstuhl sitzen, unterdrückt und allein, weil mein Mann jahrelang das tut, was ihm gerade passt.
Er sah mich lange an. Nach einer Weile zog er seine schmale Nase hoch und wischte sich mit dem Handrücken darüber. Dann nahm er meine Hände in seine und versuchte zu lächeln. Vergeblich, wie mir schien.
Kannst du nicht hier bleiben, selbst wenn du ausziehst?
Ich senkte den Blick und schüttelte stumm den Kopf. Als er nichts darauf erwiderte, erklärte ich ihm den Grund.
Nein. Ich fühle es. Dahin wo ich gehe, es wird nie weit genug sein, ich spürte wie meine Tränen mich fast erdrückten. Außerdem habe ich es sowieso schon zu lange ausgehalten. Ich will nicht abwarten bis er sich auch noch an Michael vergreift.
Sam sah mich mit kugelrunden Augen an. Wir verklagen ihn! Du musst etwas dagegen machen! Du kannst doch nicht einfach gehen und hoffen, dass du ihn nie wieder siehst!
Er hatte mein Kopfschütteln seit dem Beginn seiner Worte nicht registriert. Nein Sam. Ich werde einfach gehen. Und dafür brauche ich deine Hilfe. Du musst ihn für mich ablenken. Ich will nicht, dass er mir folgt.
Sam nickte. Wenn es das ist was du willst. Dann helfe ich dir.
Ich hab dich lieb, Sam, sagte ich leise und meine Tränen ließen sich nicht mehr halten. Er nahm mich sanft in die Arme und drückte mich lange. Ich hab dich auch lieb. Und ich werde dich vermissen. Nichts wird mehr das gleiche sein.

An diesem Tag entfloh ich meiner Vergangenheit. Als es an der Tür klingelte, stand Michael mit dem bepackten Kinderwagen schon in der Küche. Sam trat ein. Ich sah ihn traurig an, küsste ihn auf Wagen und Stirn, drückte ihn ein letztes Mal und wünschte ihm ein schönes Leben. Ich flüsterte ihm zu, ich würde ihn anrufen, wenn ich angekommen war und meine letzten Worte zu ihm waren Leb wohl.
Dann begann alles. Während er meinen baldigen Ex-Mann mit nach oben ins Arbeitszimmer geleitete um mit ihm über etwas außerordentlich wichtiges zu sprechen, huschte ich in die Küche, holte Michael und rauschte lautlos aus dem Haus.

Flashback Ende


Meine Gedanken schweiften erneut ab als ich daran dachte was er wohl täte, wenn er merkte, dass ich heute Abend noch immer nicht zurück war. Ich hatte keine Nachricht, keinen Zettel hinterlassen, war einfach gegangen. Ich spürte, es war das Richtige.
Als wir durch Oklahoma fuhren, sank auch ich in einen oberflächlichen aber beruhigenden Schlaf.
Als ich erwachte, hing Michael erneut am Fenster. Es war fast dunkel, und ich merkte dass er die Straßenbeleuchtungen zählte. Als er sich umdrehte und mich ansah, lächelte er.
Mummy, wie viel ist hundert? fragte er und kam auf mich zu.
Das ist ganz viel, sagte ich.
Auch ganz, ganz viel? fragte er und sah mich ungläubig an.
[B]Ja, auch ganz, ganz viel.[/B]
[B]Wie viel bist du alt?[/B] fragte er.
[B]Oh... Mummy ist ganz schön alt.[/B]
[B]So alt wie hundert?[/B] fragte er.
Ich lächelte. Nein, nicht so alt wie hundert, ich genoss das erste freie Gespräch mit meinem Sohn seit langem.
Na... wie denn dann? fragte er und rümpfte die Nase.
Siebenundzwanzig, antwortete ich.
Das klingt viel mehr als hundert, sagte er nachdenklich. Ich musste ihm Recht geben. Es klang wirklich viel mehr.
Michael ging heute Abend auf Erkundungstour. Ein älterer Herr kam in den Wagon und setzte sich uns schräg gegenüber. Ich war erneut eingenickt. Als ich die Augen öffnete sah ich Michael bei dem Herrn stehen.
Bist du hundert? fragte er ihn.
Ich schluckte trocken und sprang auf. Michael! rief ich. Ich war schnell bei ihm. Es tut mir sehr leid, stammelte ich dem Mann entgegen. Solche Sachen fragt man nicht, mein Kleiner, erklärte ich Michael.
Warum denn nicht? fragte er und zuckte verwundert mit den Schultern. Ach lassen Sie ruhig, meldete sich der Herr zu Wort.
Pädagogisch sehr wertvoll, dachte ich nur.
Ich bin das so gewohnt, von meinen eigenen Enkeln...
Was sind den Enkeln? fragte Michael.
Das sind die Kinder meiner Kinder, antwortete der Herr.
Aber die sind auch nicht hundert... oder? fragte Michael und ich sank vor Scham in den Boden.
Nein, sind sie nicht. Du heißt Michael, nicht? Mein Sohn heißt auch Michael. Er ist nicht hundert. Aber er hat schon selbst Kinder.
Michael sah ihn interessiert an. Wie heißt du?
Martin. Martin Seets. Und das ist deine Mama, nicht? fragte er.
Ja. Das ist meine Mummy. Wir fahren zu meiner Grandma, erklärte Michael.
So? Wo wohnt sie denn? fragte Martin.
Weiss ich nicht, Michael setzte sich neben den Herrn. Aber ich lass mich überraschen.
Ich schmunzelte. Er wirkte so groß. Martin Seets schien das auch aufzufallen, denn er fragte Michael wie alt er sei.
Vier, antwortete dieser stolz.
Martin Seets wandte sich an mich. Sie haben ja einen ganz schön aufgeweckten Jungen.
Ja, antwortete ich. Manchmal nicht ganz leicht, aber meistens sehr lustig.
Wollen Sie nicht ihre Sachen holen und sich hierher setzen? fragte er. Sie sehen sehr müde aus. Ich würde auf den Kleinen aufpassen, sollten Sie schlafen wollen.
Ich lächelte, holte meine Sachen und setzte mich ihm gegenüber. Ich wollte nicht schlafen, wusste nicht was ich von diesem Fremden halten sollte.
Er sah den vollen Kinderwagen und musterte mich. Es war, als könnte er aus diesen Sachen lesen wie aus einem offenem Buch. Sie sind ausgezogen, sagte er bestimmt und blickte mich an. Ich nickte.
Warum? fragt er.
Ich warf Michael einen Blick zu und sah wie beschäftigt er war, mit der Fensterscheibe und den Lichtern dahinter. Es ist nicht leicht. Neben einem Mann zu leben, der einen nicht mehr liebt. Den ich selbst nicht mehr liebe... Jemand, der nur noch beherrschend ist. Jemand, der mich nicht um meiner selbst willen liebt, sondern nicht allein sein will. Jemand, der nur leere Worte für einen hat, wo man weiss, wenn es einmal Liebe gab, oder so etwas ähnliches, dann ist sie längst verpufft.
Martin Seets nickte langsam mit dem Kopf. Er sah mich an und ich wusste, was er fragen würde. Was ist mit Ihrem Kind?
Sie wird in einer Umgebung aufwachsen, in der sie geliebt wird. In der Umgebung, in der ich geliebt worden bin, und in der auch mein Sohn von nun an groß werden soll.
Das ist schön. Glauben sie, es ist gut, wenn ein Kind ohne Vater aufwächst? Fragte er, und ich wusste, er meinte es nicht böse.
[B]Mit einem Vater hätte er es leichter. Aber nicht mit diesem. Ich habe es auch geschafft groß zu werden. Und ich habe mich durch mein ganzes Leben boxen müssen. Niemals kam mir jemand zuvor oder half mir bei besonders schwierigen Dingen. Ich will sagen: ich brauchte meines Vater treibende Kraft nicht um mich hoch zu arbeiten. Mir reichte die Kraft meiner Mutter vollkommen aus. [/B]
[B]Ich verstehe,[/B] sagte der Alte und nickte.
Wir unterhielten uns noch die ganze Fahrt über Dinge wie diese. Ich war froh, die lange Fahrt nicht ganz alleine in einer Ecke zu hocken und leise meinen Sieg über mich selbst, den Triumph der Freiheit zu feiern. Als wir Hartfort näher rückten, begann ich Michaels wenige Spielsachen zusammen zu packen und den Kleinen, der in der letzten Stunde auf dem Sitz eingeschlafen war, zu wecken. Wir verabschiedeten uns von Martin Seets.
Viel Glück! rief er mir hinterher.
Danke! Leben Sie wohl! sagte ich und wir verließen den Wagon.

Als ich aus dem Zug stieg, hatte ich bereits aufgehört, das zu sein was ich seit Jahren eingeredet bekommen hatte, und mich wieder wie eine Gilmore gefühlt. Stark und ungebrochen, ihrem Ziel immer näher kommend. Ich roch den Wind meiner Heimat, meines Landes, mein eigen Fleisch und Blut. Ich fühlte mich wohl, obgleich ich noch nicht einmal angekommen war.
Als ich endlich mit Michael vor meinem eigenen wirklichen zu Hause angekommen war, war es schon sehr dunkel. Ich hielt den schlafenden Michael auf meinem Arm und versuchte den Kinderwagen so gut es ging zum Haus zu schieben.
Ich war sehr nervös als ich klingelte. Ich hatte meine Mutter seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen, wir hatten zwar oft telefoniert und gemailt, trotzdem zitterten meine Knie. Und das Kind in meinem Bauch erwachte und strampelte, erfreut über die neue Heimat.



Erster Teil, wenn ihr wollt, kommt bald mehr...
bye, daniela
1. PlatzhalterBig Grin
also erst mal...ich möchte gerne mehr^^
...mir hats sehr gut gefallen, muss mich aber erst mal an die ich-perspektive gewöhnen...ist aber mal was neues...also nicht nergativ verstehen...
das mit dem kind und der hundert und dem mann war wirklich süß, ich kann mir echt vorstellen, dass kleine kinder so reden...
schreib schnell weier
GLG Merve
hey mino
ich freu mich richtig von dir wieder eine neue ff zu lesen
ich muss sagen,dein schreibstil fasziniert mich immer noch
am anfang habe ich gedacht, dass die geschichte non-gg wird
aber als ich dann zum schluss gilmore gelesen habe,wusste ich dann, dass es rory sein muss...und sie hat einen sohn und bekommt noch ein kind
aber ich frage mich wer der vater ist
ich hoffe,dass diese frage bald gekärt wird
freu mich schon auf einen neuen teil
mfg lavaCool

p.s.:ich finde den namen der ff wunderschön
Hey...
Freut mich dass es euch gefällt. Ich war ein bisschen aufgeregt, hab mich kaum getraut das hier reinzustellen, weil ich dachte, ich werde nach der ersten FF vielleicht entäuchen. Mal schaun ob klappt.
Auf jeden Fall, kommt der nächste Teil... wann? verrat ich noch nicht. Erst muss ich mich auf die Prüfungen konzentrieren... Keine sorge, die Zeit vergeht wie im Flug...
bye, eure mino.
P.S: @lava: das mit dem Namen war eine kleine improvisation... schön das es dir gefällt.

Selene

Guten Morgen Süße :knuddel:

Tut mir leid, dass mein Feedback etwas verspätet kommt.

Ich freu mich, dass du diese Geschichte online stellst. Du musst wissen, es passiert mir nicht oft, dass ich bereits nach dem ersten Kapitel weiß, dass ich eine FF liebe, aber auch deine neue hat mich sofort in ihren Bann gezogen und ich kann die neuen Kapiteln kaum mehr erwarten. Von mir aus könnte es täglich neue Teile geben. Ich könnte immer sofort weiterlesen.

Erst mal: Der Titel der FF ist toll, einfach wunderbar.

Danke für die Widmung :freu:

Ich finde schon deinen Einstieg in die Geschichte sehr gut gewählt.
Und du schaffst es wieder einmal.
Man vergisst alles um sich herum und befindet sich vollkommen in der Geschichte.
Ich habe alles vor meinem inneren Auge gesehen.
Man spürt Rorys Schmerz, die Beklemmung und schließlich die Erleichterung, das aufkeimende Gefühl der Freiheit, weil sie es endlich geschafft hat ihrem Mann, ihrer Vergangenheit, zu entfliehen.

Es ist schön, dass sie in Sam so einen guten Freund hat. Dass er ihr geholfen hat den entscheidenden Schritt zu machen.

Der kleine Michael ist so süß!
Das Gespräch mit dem älteren Mann war toll, ist dir spitze gelungen, so wie das gesamte Kapitel.

Ein wunderbarer Anfang! Ich liebe deine FF schon jetzt und freue mich über jedes neue Kapitel!

Bussi Selene
Hey... da bin ich wieder...
@Selene: Danke für das FB. Allein für deine schönen Worte lohnt es sich den nächsten Teil zu posten... Eigentlich streubt es mir so viele Teile hintereinander zu posten, aber es muss einfach sein...

So... also hier ist er. Kapitel 2. Ich finde es ist nur ein übergangsteil, das wichtige kommt erst noch.


Kapitel 2. Die Wärme einer Mutter

Die Tür öffnete sich. Meine Mutter sah mir freudig entgegen. Rory! Oh mein Gott, meine kleine Rory! Komm rein, sie kam heraus und schob den Kinderwagen hinter mir her. Sie schloss die Tür und deutete mir den Kleinen aufs Sofa zu legen.
Komm her meine Kleine, lass dich erst mal drücken... sie nahm mich in die Arme und ich fühlte mich endlich wieder wie das kleine Mädchen, das ich einmal gewesen war.
Setz dich, du bist sicher erschöpft. Magst du einen Kaffe? fragte sie und wartete keine Antwort ab. Sie schob mich in die Küche und drückte mich auf einen Stuhl.
Wo ist Luke? fragte ich.
Er ist oben und bringt Juliane und Sharon ins Bett.
Wie geht es ihnen? Fragte ich und dachte an meine zwei Halbschwestern.
Du wirst dich wundern. Sie ähneln sich immer weniger.
Das wusste ich. Obwohl die beiden als Zwillinge geboren wurden, waren sie sich unähnlicher es nicht mehr ging. Sharon war blond (es wusste nur niemand woher das kam) und frech und Juliane war dunkelhaarig und still. Dennoch hatten sie beide die strahlenden Gilmoreaugen und den Humor meiner Mutter.
Weißt du denn schon was näheres? fragte sie und deutete auf meinen Bauch.
Der Arzt meint es wäre ein Junge. Aber ich bin mir sicher dass er sich irrt.
Mum sah mich verwundert an. Warum bist du dir so sicher?
Ich zuckte mit den Schultern. Ich bin es einfach.
Mum kam mit zwei Kaffeetassen an den Tisch und setzte sich neben mich. Lächelnd streckte sie die Hand aus und fuhr zärtlich über meinen dicken Bauch. Sie versank in eine Art „andere Welt", war wie in Trance getreten und sah einfach nur fasziniert aus. Plötzlich, als wäre sie aus einer jahrelangen Lethargie erwacht, sah sie mir in die Augen. Wie heißt sie? fragte sie.
Ich sah sie lange schweigend an. So lange, bis ich dachte, sie musste ihre Frage längst vergessen haben. Claire, sagte ich sanft. Sie lächelte mich an.
Das ist ein schöner Name, sagte sie schließlich.
Ich lehnte mich zurück und dachte daran wie schön es war wieder zu Hause zu sein. Nicht nur das: mich wieder zu Hause zu fühlen.
Wir unterhielten uns über vollkommen belanglose Dinge und ich hatte das Gefühl, dass sie mich nicht dazu zwingen wollte über meine Vergangenheit zu sprechen. Wir redeten gerade über die Gilmoreschen Kochkünste, als Luke hereinkam.
Rory! Hey! sagte er nur und drückte mich an sich. Du siehst sehr müde aus, ist alles okay? fragte er besorgt.
Mums Gesichtsausdruck veränderte sich ebenfalls. Sag mal, dein Bett ist frisch bezogen, möchtest du ins Bett gehen? Fragte sie.
Ich überlegte. Das wäre schön. Ich bin wirklich sehr müde, sagte ich schließlich und kurze Zeit später fand ich mich zusammen mit Michael in meinem altem Bett wieder. Ich kuschelte mich in die frische Bettdecke und lächelte leise. Ich hatte den ersten Schritt in ein neues besseres Leben gemacht.

Die nächsten Tage genoss ich wie Urlaub. Ich genoss die Wärme um mich herum. Luke und Mum wollten mich niemals alleine lassen, und nahmen mir Michael sehr oft ab. Mum nahm ihn oft mit ins Hotel und nach zwei Tagen hatte sich mein Kleiner in Michel verguckt. Er folgte ihm auf Schritt und Tritt und ärgerte ihn wo er nur konnte. Die Zwillinge beschäftigten sich auch sehr oft mit ihm, kaum waren sie aus der Schule zurück, sahen sie sich Bücher und Videos an, gingen mit Mum, Luke oder mir spazieren oder spielten im Garten. Es war ein nie gekannter Frieden, den ich erlebte, und ich vermisste nichts aus meinem alten Leben, in keiner Sekunde.

Am dritten Abend klingelte das Telefon. Es war klar, dass es irgendwann kommen musste. Wahrscheinlich hatte er alle unsere vermeintlichen Freunde angerufen und nicht herausgefunden, wo ich war. Hätte ich es gewusst, ich wäre nicht ans Telefon gegangen. Doch ich wusste es nicht.
Gilmore? sagte ich mit einer Stimme die nicht vermuten ließ, dass ich je etwas anderes in den Hörer gesagt hatte.
Sag mal spinnst du eigentlich? fragte seine Stimme am anderen Ende. Ich habe überall herum telefoniert, weil ich nicht wusste wo ihr seid! Ich war schon kurz davor eine Vermisstenanzeige auszugeben! Was willst du bei deiner Mutter? Seine Stimme klang kalt und gefühlsarm. Sie verletzte mich im tiefsten Inneren und zerriss mich immer wieder in winzige Fetzen erfüllt mit Schuldbewusstsein.
Doch ich griff mir ein Herz und sagte ihm, was ich ihm schon immer mal sagen wollte. Vielleicht ein Fehler.
[B]Ich wohne jetzt bei ihr. Und ich werde auch erst mal hier bleiben, bis ich eine andere Wohnung habe.[/B]
[B]Wie, eine andere Wohnung? Du kommst natürlich umgehend zurück, [/B]er klang so selbstverständlich, dass ich erst mal schlucken musste.
Was heißt hier natürlich? Natürlich nicht! Ich werde hier bleiben! sagte ich und starrte den Telefonstecker in der Wand an. Sollte ich ihn einfach herausreißen?
[B]Rory... du kannst doch nicht alleine wohnen. Du bist schwanger! [/B]Er versuchte ruhiger zu werden, mich mit allen Mitteln wieder zurückzuholen.
Seit wann ist das ein Handicap? Wir kommen ganz gut alleine klar, danke, sagte ich trocken und war in Begriff aufzulegen.
Soll ich jetzt etwa alleine leben? Ohne meinen Sohn? Ohne meine wunderschöne schwangere Frau? Fragte er auf eine merkwürdig schmeichlerische Art und Weise.
Genau. Ohne deinen Sohn und ohne deine wunderschöne schwangere Frau. Punkt und aus. Ich werde jetzt auflegen. Leb wohl. Und ich legte auf.
Mum wusste es. Ich denke, sie hat alles mitgehört. Sie kam die Treppe herunter und lies sich nichts anmerken. Wortlos ging sie zum Telefon und zog den Stecker aus der Wand. Sie sah mich an und lächelte. Ich finde für heute hatten wir genug Anrufe. Du nicht auch?
Ich nickte und lächelte leicht. Er versuchte es an diesem Abend mit Sicherheit noch mehr als nur einmal.

Am nächsten Tag sah mein Leben wieder anders aus. Als Mum arbeiten musste, kamen Michael und ich mit und beschäftigten uns im Hotel. Als Mum mich schließlich fragte, ob ich kurz die Rezeption übernehmen könnte, schickte ich Michael zu Michel und Sookie, die sich mal wieder heftig in den Haaren hatten, in die Küche um etwas Kaffee zu holen. Ich setzte mich also auf den Hocker hinter dem Tresen und las im Reservierungsbuch. Ich war so sehr darin vertieft, dass ich es fast nicht gemerkt hätte, dass Gäste vor mir standen.
Guten Morgen, sagte er schüchtern als ich ihn gesehen und aufgesprungen war.
Guten Morgen! Wie kann ich ihnen helfen? fragte ich freundlich. Wir sind gerade erst angekommen, sagte der kleine Glatzköpfige. Verstehe. Wie ist Ihr Name? fragte ich und blätterte im Buch auf den heutigen Tag.
Edwards, sagte sie, eine unglaublich große Frau, und mindestens doppelt so breit wie ihr Gatte. Ich blätterte weiter im Buch, drehte mich um und holte den Schlüssel.
Zimmer elf, herzlich willkommen, sagte ich und reichte ihm den Schlüssel.
Danke, einen schönen Tag, sagte er entzückt und sie zogen davon.
Ich weiss nicht warum, aber diese Erfahrung war wichtig für mich. Es war ein Widereinstieg in das was ich früher jede Woche getan hatte, wenn jemand krank war. Ich fühlte mich gebraucht und das tat mir gut. Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen.
Mummy, Mummy, hörte ich Michael und er kam mit einer vollen Tasse auf mich zu gerannt, verkleckerte alles auf dem Fußboden. Michel rannte ihm hinterher.
Michael, langsam! sagte ich und bückte mich. Was ist denn los?
Der blöde Mann verfolgt mich! er deutete auf Michel, der sein Seitenstechen zu unterdrücken versuchte indem er sich an den Tresen lehnte.
Der kleine Teufel at mir meinen Kaffee geklaut, sein Akzent lies ihn noch wütender scheinen, als er es sowieso schon war.
Michael! Du solltest mir eine Tasse, nicht seine Tasse bringen, sagte ich zu ihm.
Schon gut, Sie können ihn behalten, Michel wirkte beleidigt und zog zurück in Richtung Küche.
Pädagogisch wieder sehr wertvoll, dachte ich erneut, wie an dem Tag meiner Reise, bei dem alten Herrn.
Michel! rief ich ihm hinterher. Könnten Sie dann wieder hier übernehmen?
Isch öre und sehe Sie nischt, sagte er und winkte mit der Hand ab.
Ich ließ mich auf dem Hocker nieder.
Michael, kannst du Grandma bescheid sagen, dass Mummy nicht mehr kann? fragte ich ihn. Er nickte und lief los.
Kurz darauf kam er zurück, mit meiner Mutter im Schlepptau. Sie sah mich besorgt an. Was ist los mit dir, Liebes? Geht es dir nicht gut? Fragte sie schockiert und hätte mich am liebsten ins Bett geschickt.
Doch, doch. Ich kann nur nicht so lange auf diesen Hockern sitzen. Und Michel will mich weder hören noch sehen...
Mum sah mich entsetzt an. Na dem werd ich aber... wo ist der Kerl?
Ich glaube in der Küche, gab ich zurück.
Fünf Minuten später stand Michel wieder mürrisch auf seinem Platz und ich konnte mich ausruhen. Ich setzte mich in einen Sessel. Mum kam mit und setzte sich neben mich. Rory... hättest du etwas dagegen Luke sein Essen zu bringen? Sookie hat eine wundervolle Gemüsesuppe gekocht. Du kannst den Wagen haben. Natürlich nur, wenn du dich fit fühlst, Mum sah mich besorgt an.
Natürlich, sagte ich und lächelte.

Ich fuhr also los. Ich brauchte erstmal eine Weile um den Sitz überhaupt richtig einzustellen. Da erinnerte ich mich an das Privileg schlank und beweglich zu sein. Als ich endlich saß, lies ich den Motor an und fuhr langsam aus der Ausfahrt. Als ich etwa zwei Minuten gefahren war, war ich auch schon da. Ich kam mir dumm vor, die wenigen Meter mit dem Auto zu fahren. Trotzdem war ich aus der Puste als ich an der Tür des Diners ankam.
Die kleine Stadt war heute nicht besonders voll. Alle Leute waren wohl ausgeflogen. In Miss Pattys Tanzsaal sprangen junge Ballethanfängerinnen Laufmaschen in ihre rosa Strumpfhosen und im Pavillon saß ein frisch verliebtes Pärchen und knutschte. Ich seufzte. Ich dachte an früher; als ich noch auf dieser Bank saß und verliebter nicht sein konnte. Ich dachte an Dean. Er lebte noch immer mit Lindsay zusammen, hatte ich gehört. Und ich dachte an Jess. Schade, dass wir keinen Kontakt hatten. Mit dem Lauf der Jahre hatte ich gelernt ihn zu vermissen. Ich hatte den Schmerz von einst überwunden und empfand auch wirklich nichts mehr, außer einer gesunden und vermissenden Freundschaft. Würde ich ihn wieder sehen, ich würde ihn in die Arme nehmen und freundschaftlich lachen.
Am Straßenrand stand ein Auto, das ich nicht kannte. Es schien ein teurer Wagen zu sein. Auf jedenfalls war es kein billiger Schlitten.
Ich öffnete kopfschüttelnd die Tür und trat ein.
Luke, Mum schickt dir dein Essen und... ich brach ab.
Ich sah, was ich mir nicht hätte träumen lassen. Da saß eine junge Frau, ein wenig jünger als ich, denke ich. Sie war blond und hatte rot geschminkte Lippen a la Monroe. Ihr Kleid reichte ihr bis zu den Knien. Unter diesem trug sie eine dunkelblaue Strumpfhose, und die Kälte schien ihr nichts auszumachen. Ich kam mir schäbig vor, in meiner Latzhose und dem dicken Bauch. Sie war schlank, fast dünn, im Gegensatz zu mir, mit meinem kugelrunden Bauch. Mein Blick schweifte auf ihn über.
Was tust du denn hier? Fragte ich und kam näher.
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So, das war der Übergangsteil. Hoffe es hat euch trotzdem gefallen, eure mino...

Selene

Hallo Süße :knuddel:

Gern geschehen Smile War nur ehrlich.

Freut mich, dass du den nächsten Teil schon online stellst!

Das Kapitel ist dir wieder super gelungen.

Du triffst die Charaktere wirklich sehr gut. Respekt! Ich bin mir bei meinen GG FFs immer sehr unsicher, ob ich die Personen treffe.

Lorelai und Luke sind verheiratet und haben Zwillinge Wub Da die beiden sogar noch vor Rory und Jess mein absolutes Lieblingspärchen in der Serie sind, freut mich das natürlich!

Du vermittelst die Beziehung von Lorelai und Rory, diese tiefe Mutter-Tochter Liebe, einfach perfekt. Ich fühlte mich, wie Rory, geborgen, als Lorelai sie in die Arme schloss.

Ich bewundere Rory, dass sie so stark bleiben konnte, als ihr Mann anrief. Das war gut so. Ich habe aber leider das schlimme Gefühl, dass er noch nicht so bald aufgeben wird.

Die Szene mit Michel war echt klasse :lach: Du triffst ihn unglaublich gut!

Zitat:Ich brauchte erstmal eine Weile um den Sitz überhaupt richtig einzustellen. Da erinnerte ich mich an das Privileg schlank und beweglich zu sein.

Mir gefällt, dass du auch solche Dinge miteinbringst. Sie werden oft übergangen, gar nicht bedacht. Das lässt deine Charaktere noch authentischer wirken.


Ich finde die Thematik deiner Geschichte echt toll. Du wagst dich an ein sehr ernstes Thema heran, das jedoch aus dem Leben gegriffen ist. Soetwas passiert leider jeden Tag.

Ich hoffe, dass es Rory wirklich schaffen wird, ein neues Leben zu beginnen.

Auch wenn ich mich schon wieder wiederhole: Ich liebe deine Geschichte!

Bussi Selene
hey mino
schön das es neuen teil gibt
habe mich sehr darüber gefreut
endlich haben sich rory und lorelai wieder....und ich würde mich darüber freuen,wenn es ein mädchen werden würde...den namen finde ich auch sehr schön
und lore &luke haben zwillinge...das ist echt schön...die namen finde ich auch sehr gut gewählt
und dann musste natürlich rory´s ehemann(bald ex-ehemann) anrufen...wir wissen zwar immer noch nicht,wer der mann ist,aber ich mag ihn jetzt schon nicht
und dann die stelle mit michel und michael....ich musste so lachen bei der szene
minowaysunshine schrieb:Die kleine Stadt war heute nicht besonders voll. Alle Leute waren wohl ausgeflogen. In Miss Pattys Tanzsaal sprangen junge Ballethanfängerinnen Laufmaschen in ihre rosa Strumpfhosen und im Pavillon saß ein frisch verliebtes Pärchen und knutschte. Ich seufzte. Ich dachte an früher; als ich noch auf dieser Bank saß und verliebter nicht sein konnte. Ich dachte an Dean. Er lebte noch immer mit Lindsay zusammen, hatte ich gehört. Und ich dachte an Jess. Schade, dass wir keinen Kontakt hatten. Mit dem Lauf der Jahre hatte ich gelernt ihn zu vermissen. Ich hatte den Schmerz von einst überwunden und empfand auch wirklich nichts mehr, außer einer gesunden und vermissenden Freundschaft. Würde ich ihn wieder sehen, ich würde ihn in die Arme nehmen und freundschaftlich lachen.
die gedanken fand ich echt klasse...vor allem das sie auch an jess gedacht hat,fand ich klasse...vll taucht er ja in deiner ff auch wieder auf
aber warum musstest du denn mit einem cliffhanger aufhören?ich möchte gerne wissen wer diese frau ist...vll die affäre von rory´s mann oder so
freu mich schon auf einen neuen teil
mfg lavaCool
Hey... meine zwei treuen Leser...
Freut mich wirklich dass es euch gefällt...

@Lava:
Zitat:und dann musste natürlich rory´s ehemann(bald ex-ehemann) anrufen...wir wissen zwar immer noch nicht,wer der mann ist,aber ich mag ihn jetzt schon nicht
Ja, ich weiss... ich mag ihn selbst nicht... aber er ist sehr Wichtig, im Verlauf der Geschichte, und wenn ich alles richtig anstelle, wirst du ihn am ende der Geschichte weder lieben noch hassen...
Was seine Identität angeht, wirst du noch ein Kapitelchen rumrätzeln müssen...

@Selene: Hab ich schon mal erwähnt dass ich es liebe FB von dir zu bekommen? Nein, Ehrlich, ich find es klasse... Freu mich schon darauf den nächsten Teil zu posten, bin ganz gespannt auf dein FB, kannst du dir das Vorstellen? Noch gespannter bin ich natürlich auch auf einen neuen Teil in...

Show Content
Nachtigallen...

Also meine fleissigen Lischen... werde morgen wahrscheinlich einen weiteren Teil posten. Und an alle hunderte schwarzleser... wie wär's mit einem "Hallo, schei** FF" oder "Hier komm ich nicht mehr rein!" oder ein eventuelles "Gut gemacht, weiter so..."
Gut'n a'md... Cool
Ciao, mino...
Also hallo erstma!
Ich dachte, um dich nicht länger auf die Folter zu spannen, mache ich hier einen Platzhalter rein. So das du merkst, dass ich bisher mitgelesen habe. Nur möchte ich für eine so gute Schreiberin wie dich ein gutes Feedback schreiben und auch ein langes. Was natürlich ein Weilchen dauern wird. Aber ich denk heute Abend wirds kommen ^^
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